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Aktueller Stand und Entwicklungsperspektiven der Logistikkostenrechnung

Aktueller Stand und Entwicklungsperspektiven der Logistikkostenrechnung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Telat Erinc
  • Abgabedatum: August 2002
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 656,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6305-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6305-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6305-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Erinc, Telat August 2002: Aktueller Stand und Entwicklungsperspektiven der Logistikkostenrechnung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Logistik-Controlling, Logistikinformationssystem, Logistikleistung, Kostenrechnung, Logistikkosten

Diplomarbeit von Telat Erinc

Einleitung:

Die Basis für eine Logistikkosten- und -leistungsrechnung, wurde gegen Ende der 70er Jahre, nicht etwa von Kostenrechnern, sondern von Produktions- und Logistikverantwortlichen geschaffen, da diese sich Gedanken gemacht haben, wie die Kosten und Leistungen im Logistikbereich am besten erfasst werden können. Die Logistik stellt noch immer ein beträchtliches Rationalisierungspotential dar. Um den Fortschritt kostensenkender Handlungen im Logistikbereich zu fördern, ist von der abteilungsspezifischen Sichtweise in der Logistik abzuraten und außerdem ist eine verbesserte Logistikkostenrechnung unerlässlich. Dabei muss berücksichtigt werden, das auch die Bereitstellung von logistischen Kosten- und Leistungsinformationen selbst Kosten verursacht. Um logistische Prozesse optimal zu gestalten, muss auf der einen Seite eine laufende Wirtschaftlichkeitskontrolle des Logistikbereiches erfolgen und auf der anderen Seite sind Informationen zu beschaffen, den jeweiligen Ansprüchen genügend zu verdichten und anschließend bereitzustellen. Um zu entscheiden, ob es sich lohnt eine Logistikkostenrechnung einzuführen, ist die strategische Bedeutung der Logistik für ein Unternehmen von hoher Bedeutung. Denn wenn der Logistik eine nebensächliche Funktion zukommt, dann macht es sich nicht bezahlt, eine detaillierte Logistikkostenrechnung aufzubauen. Wenn hingegen der Logistik eine hohe strategische Bedeutung zukommt, stellt die Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung für den Logistikbereich „eine zur Steuerung des Logistikapparates erforderliche Maßnahme [dar], zumal die logistischen Anforderungen ständig zunehmen. Die hohe Komplexität von Logistiksystemen und die gewachsenen Leistungsanforderungen an diese verstärken die Notwendigkeit von gezielter Planung, Steuerung, Kontrolle und Koordination der Teilbereiche der Logistik und ihrer Verbindung zu anderen Unternehmensbereichen.“ Somit bildet die Erfassung von „entscheidungsrelevanten Kosten- und Leistungsinformationen eine wichtige Ausgangsbasis für die logistische Planung [und] Organisation“. Aus diesem Grund ist „ein laufendes Informationssystem zu gestalten. Dieses beginnt mit einer transaktionsdatenorientierten Erfassung der Logistikleistungen und endet bei einer Integration der Logistikkosten in die Kostenrechnung“. Dabei ist aber auf jeden Fall zu berücksichtigen, dass eher eine geringe Komplexität der Kostenrechnung die Transparenz fördert.

Um die Logistik im Unternehmen effizient zu gestalten und die Logistikleistungen zu kalkulieren, sind Angaben über Logistikkosten notwendig. Diese Kosten zu sammeln und abzubilden ist eine komplexe Angelegenheit, denn sie sind nicht immer eindeutigabgrenzbar, da es keine allgemeingültige Definition dieses Begriffs gibt. Wobei sich hingegen die Erfassung von Logistikkosten beim Fremdbezug von logistischen Leistungen als unproblematisch erweist. Die Höhe der Logistikkosten weicht aufgrund der Abgrenzungsschwierigkeiten von Unternehmen zu Unternehmen ab. Oft ist die Logistikkostenrechnung nur auf den Produktionsbereich beschränkt und die restlichen Logistikkosten werden in die Gemeinkostenzuschläge einbezogen. Dies führt dazu, dass nicht alle Kosten, die aufgrund der Durchführung logistischer Prozesse verursacht werden, als Logistikkosten erkennbar sind. Um die Logistikkosten allerdings im ganzen zu erfassen, müssen alle im Logistikbereich verursachten Kosten betrachtet werden. Um Kostentransparenz im Logistikbereich zu erreichen, ist daher die gesamte Unternehmenslogistik in die Betrachtung mit einzubeziehen. Somit muss die Summe der Kosten über die ganze Logistikkette hinweg gebildet werden. Pfohl bezeichnet die Erfassung der gesamten, für eine Logistikentscheidung relevanten Logistikkosten als „Gesamtkostendenken“. Dabei werden jene Kosten als relevant für eine Entscheidung bezeichnet, „die nur dann anfallen, wenn eine Entscheidungsalternative realisiert wird, und wegfallen, wenn diese Entscheidungsalternative nicht realisiert wird.“ Es geht „im Hinblick auf das Kostenmanagement ... in erster Linie um Fragen der zweckmäßigen Zuordnung und Verantwortung von Gemeinkosten.“ Denn ansonsten ist „ein Bezug zwischen logistischen Kosten, logistischen Funktionen und logistischen Leistungen kaum herstellbar.“ „Zweck der Logistik-Kosten- und Leistungsrechnung ist es , die logistischen Leistungen zu kalkulieren.“ Insgesamt kann man sagen, dass die jetzige Situation dadurch gekennzeichnet ist, dass es nur wenige Unternehmen gibt, die ihre Logistikkosten gesondert erfassen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Notwendigkeit einer Logistikkostenrechnung 1
1.1 Gründe für die Anwendung der Logistikkostenrechnung 5
1.2 Aufgaben und Ziele der Logistikkostenrechnung 6
1.3 Vorgeschobene und wahre Gründe gegen die Einführung einer Logistikkostenrechnung 8
2. Entwicklung der Logistik 11
2.1 Historische Entwicklung der Logistik 12
2.1.1 Definitionen zur Logistik 12
2.1.2 Sichtweisen der Logistik 13
2.1.2.1 Logistik als funktionale Spezialisierung 15
2.1.2.2 Logistik als material- und warenflussbezogene Koordinationsfunktion 16
2.1.2.3 Logistik als Durchsetzung der Flussorientierung 17
2.1.2.4 Logistik als Supply Chain Management 19
2.2 Logistik in der betriebswirtschaftlichen Theorie und Praxis 20
2.3 Mögliche Rationalisierungspotentiale im Rahmen der Logistik 20
2.4 Kostenrechnung als Basis für Rationalisierungsbemühungen 23
3. Logistik als Betrachtungsobjekt der Kostenrechnung 24
3.1 Entwicklung und Aufgaben der Kostenrechnung 24
3.2 Kosten- und Erlösmessung zur Ermittlung des Logistikerfolgs 26
3.3 Kostenrechnungssysteme als Grundlage für eine Logistikkostenrechnung 26
3.3.1 Relative Einzelkostenrechnung 28
3.3.2 Prozesskostenrechnung 28
3.3.3 Transaktionskostenrechnung 31
3.3.4 Koordinationskostenrechnung 31
4. Logistikleistungsrechnung in Theorie und Praxis 32
4.1 Definition der Logistikleistungen 35
4.2 Abwägung zwischen Informationsvolumen und Informationskosten zur Erfassung der Logistikleistungen 37
4.3 Die Logistikleistungsrechnung als Voraussetzung für eine erfolgreiche Logistikkostenrechnung 39
5. Aktuelle Konzepte zu Logistikkostenrechnungen 40
5.1 Definition der Logistikkosten 42
5.2 Formen der Logistikkostenrechnung 44
5.3 Erfassung und Verteilung der Logistikkosten 50
5.3.1 Logistikkosten in der Kostenartenrechnung 54
5.3.1.1 Personalkosten 55
5.3.1.2 Betriebsmittelkosten 55
5.3.1.3 Raum- und Wegekosten 56
5.3.1.4 Kapitalbindungskosten 56
5.3.1.5 Fehlmengenkosten 57
5.3.2 Logistikkosten in der Kostenstellenrechnung 57
5.3.3 Logistikkosten in der Kostenträgerrechnung 61
5.4 Berücksichtigung der Forderung nach Wirtschaftlichkeit bei der Logistikkostenerfassung 67
5.5 Umsetzung der Logistikkostenrechnung mit Hilfe von Softwaretools 68
6. Abschließende Bewertung und Ausblick auf die Entwicklung 69
6.1 Gesamtwürdigung der bisherigen Entwicklungen 70
6.2 Entwicklungsperspektiven der Logistikkostenrechnung 78
Literaturverzeichnis 81
Eidesstattliche Erklärung 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

werden. 166 Die Gemeinkosten sind im wesentlichen aufgrund der zunehmenden Planungs- und Steuerungsaufgaben angestiegen.167 Die Kostenrechnung hat sich weiterentwickelt und es tauchten „neue“ Kostenrechnungskonzepte auf, von denen hier vier vorgestellt werden sollen. Weber behauptet, dass diesen vier Kostenrechnungskonzepten, „für die Gestaltung einer Logistikkostenrechnung eine besondere Bedeutung zukommt bzw. zukommen kann.“168 Die von Riebel geprägte Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung eignet sich besonders gut für den Logistikbereich, da sie jedoch zu kompliziert ist, kann man diese Rechnung in der Praxis kaum antreffen. Hingegen erweist sich der Gebrauch der Prozesskostenrechnung in der Logistik als ein geeignetes Instrument. Die Prozesskostenrechnung wurde aufgrund der „sich immer weiter öffnende[n] ‚Kostenschere’ zwischen Kostenträgereinzelkosten und Kostenträgergemeinkosten [entwickelt].“169 Somit weist der Inhalt der Prozesskostenrechnung eine beachtliche Nähe zur Logistikkostenrechnung auf. Bei der Transaktions- und der Koordinationskostenrechnung stehen nicht die Wertschöpfungsprozesse, sondern spezielle Führungshandlungen im Mittelpunkt.170 [...]

zur Unterstützung der kurzfristigen Führungsaufgaben des Managements bereitzustellen.“157 Denn die Kostenrechnung hat „als betriebliches Informationssystem ... zu allen Zeiten zur Fundierung von Entscheidungen beigetragen.“158 Dabei werden von den Führungskräften vor allem Anregungs- oder Initialinformationen, Alternativen-, Beschränkungs- und Prognoseinformationen, Vorgabeinformationen und Kontrollinformationen benötigt. Diese Informationen kann die Kostenrechnung liefern und macht es auch, denn ihre Aufgaben liegen in der Wahrnehmung von Prognose-, Vorgabe- und Kontrollfunktionen. 159 Weber behauptet, dass „nicht mehr die ‚möglichst realitätsgetreue’ Abbildung [der Kosten] ..., sondern die Wirkung von Kostenrechnungsinformationen und -methoden auf die Bildung und Durchsetzung des Willens von Managern auf den unterschiedlichsten Entscheidungsebenen [im Mittelpunkt steht].“160 [...]

Mengenstatistiken [nicht mehr möglich war]“.148 Somit müssen also „von Informationssystemen erfaßte [!], verarbeitete und aufbereitete Informationen .. die persönliche Wahrnehmung ersetzen.“149 Die Kostenrechnung150 wurde in den Unternehmen schon immer als ein Informationsinstrument angesehen und sollte durch die Informationsverarbeitung einige Rechnungszwecke erfüllen. So diente die „Vollkostenrechnung .. [etwa] dazu, die Preise der Produkte in nachvollziehbarer und möglichst manipulationsfreier Weise zu ermitteln. Ihren Aufbau prägt das Verursachungsprinzip. [Anschließend erschien] die (flexible oder Grenz-)Plankostenrechnung ..., um eine Wirtschaftlichkeitskontrolle vornehmen zu können. Dezentrale Entscheidungsträger ... erhielten Vorgaben (Sollkosten), deren Einhaltung die Rechnung nachweist (Abweichungsermittlung). Um den Zweck der Wirtschaftlichkeitskontrolle erfüllen zu können, muß [!] die Plankostenrechnung Kostenfunktionen bestimmen, in denen Kosten in variable und fixe Elemente differenziert werden. Die Zurechnung erfolgt nach dem Marginalprinzip. [Später wurde] für die operative Planung ... die Kostenspaltung der Plankostenrechnung mit der Abrechnungslogik des Direct Costing zu mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnungen verbunden.“151 Der Kostenrechnung wird vorgeworfen, „sie liefere die falsche Information an die falschen Adressaten zum falschen Zeitpunkt oder aber sie betreibe Vergangenheitsbewältigung, nicht zukunftsbezogene Entscheidungshilfe.“152 Doch trotz dieses Vorwurfs, ist „die laufende Kostenrechnung in naher Zukunft unersetzbar, weil sie ... die informatorische Voraussetzung für die operative Planung und Kontrolle bildet (Kostenrechnung als Sprache).“153 Des weiteren wird der traditionellen Kostenrechnung vorgeworfen, dass sie die Teilevielfalt fördert, weil der Anstieg der Logistikkosten nicht erkannt wird.154 Ein Hauptziel der Kostenrechnung ist die verursachungsgerechte Kostenzuteilung. 155 Dabei rechnet das Verursachungsprinzip die „Kosten gemäß der anteiligen Inanspruchnahme von Leistungserstellungskapazitäten zu.“156 In einer aktuellen Definition zur Kostenrechnung heißt es, dass „die Kostenrechnung .. als Teil des betrieblichen Rechnungswesens eine Dienstleistungsfunktion innerhalb des Unternehmens wahr[nimmt], deren Aufgabe es ist, vorrangig wertmäßige Informationen [...]

Arbeit zitieren:
Erinc, Telat August 2002: Aktueller Stand und Entwicklungsperspektiven der Logistikkostenrechnung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Logistik-Controlling, Logistikinformationssystem, Logistikleistung, Kostenrechnung, Logistikkosten

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