Aktuelle Untersuchungen zum Modusgebrauch in der indirekten Rede
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Robert Soltan
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 74 Seiten
- Dateigröße: 4,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Akademia Bydgoska im. Kazimierza Wielkiego Polen
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9661-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9661-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9661-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Soltan, Robert Juli 2004: Aktuelle Untersuchungen zum Modusgebrauch in der indirekten Rede, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Konjunktiv, Redeerwähnung, Studie, indirekt, Untersuchung
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MA-Thesis / Master von Robert Soltan
Zusammenfassung:
Im täglichen Sprachgebrauch enthält die Redeerwähnung den Konjunktiv selten, weil andere Mittel die Wiedergabe deutlich kennzeichnen. Es sei denn, dass der Sprecher sich vom Gesagten distanzieren will. Den Konjunktiv findet man aber oft in der Presse und in den Nachrichtensendungen. Dort sind uneingeleitete Nebensätze und die berichtete Rede häufig und der Konjunktiv ist dann das einzige Kennzeichen der Redeerwähnung.
Die Autoren von Grammatiken führen oft unklare Regeln mit vielen Ausnahmen an. Man trifft sowohl mehrdeutige Formen, wo sich unmissverständliche anbieten, als auch den Konjunktiv II und die würde-Form, wo eindeutige Konjunktiv-I-Formen zur Verfügung stehen. Es gibt gewisse Freiheit im Modusgebrauch in der indirekten Rede. Man kann keine festen Regeln angeben, sondern nur Tendenzen, die von unterschiedlichen Faktoren bestimmt werden.
Die Ausdrucksmöglichkeiten sind im Konjunktiv enger begrenzt als im Indikativ und dadurch gibt es mehr Interpretationsmöglichkeiten, was zu Missverständnissen führen kann. Man muss auch darauf achten, dass der Konjunktiv aus der direkten Rede übernommen werden kann. In solchen Fällen muss man sich auf den Kontext stützen.
Sowohl die Grammatiker als auch die Autoren von Lehrbüchern sind oft in der Vermittlung der indirekten Rede miteinander nicht einig, deswegen ist es schwierig, ihre Regeln zu konfrontieren. Die Analyse von Lehrbüchern zeigt aber Tendenzen in der Fremdsprachenmethodik, die mit Ergebnissen von Studien über den Modusgebrauch in der deutschen Gegenwartsprache im Einklang stehen (z. B. Reduktion auf die 3. Person, Tendenz zum Konjunktiv II und zur würde-Form).
In der Presse erscheint nur die 3. Pers. Sing. und Plur., aber man kann man diese Tendenzen im Modusgebrauch nicht beobachten. Die würde-Umschreibung ist selten, auch bei schwachen Verben, und im Singular herrscht der Konjunktiv I.
Gang der Untersuchung:
Die indirekte Rede ist ein bedeutender Funktionsbereich des Konjunktivs und der absolut wichtigste Funktionsbereich des Konjunktivs I. Ich möchte mich mit diesem Thema in der vorliegenden Arbeit auseinander setzen, weil ich mich für die Sprachwissenschaft interessiere. Bei der Wahl des Themas ist auch der Mangel an aktuellen Untersuchungen in diesem Bereich ausschlaggebend.
Die indirekte Rede ist ein problematisches Element der deutschen Grammatik, besonders viele Schwierigkeiten bereitet der Modusgebrauch. Er ist nicht nur kompliziert, sondern es gibt auch Meinungsunterschiede der Grammatiker, die bei den Lernenden zu Fehlern und Unsicherheiten führen können. Als zukünftiger Deutschlehrer möchte ich die Frage beantworten: „Wie kann man dieses schwierige Thema, mit dem auch Germanistikstudenten Probleme haben, in der Oberschule vermitteln?“ Im theoretischen Teil der Arbeit werden die Hinweise zum Modusgebrauch in der indirekten Rede analysiert und miteinander verglichen. Der Abschnitt soll einen Überblick über das Regelsystem verschaffen und dient als Basis für das nächste Kapitel. Außerdem versuche ich, Schlussfolgerungen für den Fremdsprachenunterricht zu ziehen, die die Vermittlung der indirekten Rede erleichtern könnten. Dabei darf man nicht außer Acht lassen, dass die eingeführten Formen mit dem Regelwerk im Einklang stehen sollten.
Im praktischen Teil wird die Vermittlung der indirekten Rede in zahlreichen Lehrbüchern DaF dargestellt, analysiert und mit Grammatiken konfrontiert. Es wird auch versucht, Tendenzen in der Fremdsprachenmethodik nachzuweisen.
Dann kommt die Analyse von Zeitungs- und Internetartikeln, die die Aufgabe hat, die Sprachwirklichkeit mit dem Regelwerk zu vergleichen. Sie soll u. a. aufzeigen, ob belegte Tendenzen der Umgangssprache (z. B. die Abkehr vom Konjunktiv I) in die journalistische Sprache eingedrungen sind.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Zur Zielstellung der Arbeit | 3 |
| 2. | Theoretische Grundlegung zur Umwandlung der direkten Rede in die indirekte Rede | 4 |
| 2.1 | Allgemeines zum Modusgebrauch | 4 |
| 2.2 | Zum Konjunktivgebrauch in der Standardsprache | 7 |
| 2.3 | Zum Konjunktivgebrauch in der Umgangssprache | 18 |
| 2.4 | Zur Tempusumwandlung | 21 |
| 2.5 | Schlussfolgerungen für den Fremdsprachenunterricht | 28 |
| 3. | Praktischer Teil mit Analysen | 31 |
| 3.1 | Analyse von Lehrbüchern DaF | 31 |
| 3.2 | Analyse von Zeitungs- und Internetartikeln | 57 |
| 4. | Zusammenfassung und Ausblick | 72 |
| 5. | Literaturverzeichnis | 73 |
2) sein: a) Vollverb: Dagegen sei jeder zweite der Befragten der Meinung, der Sagenheld König Arthur und die Ritter der Tafelrunde hätten tatsächlich gelebt, hieß es in einer Umfrage der britischen Tageszeitung "Sunday Telegraph" (http://de.news.yahoo.com/040404/286/3yz58.html). „Ziemlich Erdhardsche Schule” sei sie in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, sagt die Landesvorsitzende von Mecklemburg-Vorpommern (Spiegel 7/2000). Merkel, räumt Schröder im kleinem Kreis ein, sei die Einzige aus der CDU, die ihn als Gegnerin beeindruckte (Spiegel 7/2000). Wer will ihr mit dem bösen Gerücht schaden, sie sei eine Rabenmutter für ihre Söhne Noah und Elias (Neue Woche 5/2001). Es sei wichtig, dass mehr Praktika durchgeführt werden als bisher (Schaumburger Wochenblatt, 26./27. Juli 2003). Ein Bruch mit der Vergangenheit sei in der CDU „ohne jede Chance” (Spiegel 7/2000). Nach Fischers Überzeugung lohnt es sich, gegen das Böse „auch zu kämpfen, wenn keine Chance erkennbar“ sei (Stern 16/1999). An vielen Schulen sei Irak das Top-Thema (...) (Focus 6/2003). Mancher wird sagen, dafür sei es noch zu früh – und wartet lieber bis fünf vor zwölf (Woche der Frau 44/2001). Er hat mir gesagt, er sei es leid, „nach Fliegen zu schlagen” (http://www.stern.de/politik/ausland/?id=522531). [...]
b) Hilfsverb: Mein Mann sagt, er habe sich von dieser Frau längst getrennt, werde für das Kind aber finanziell aufkommen (Neue Woche 5/2001). Von Einzelheiten habe Kohl tatsächlich nichts gewusst, vielleicht habe er nicht einmal die wechselnd existierenden Konten gekannt (Spiegel, 7/2000). Er habe seine Ausführungen in der Klausur zwischen Linien packen müssen, obwohl er zuvor jahrelang nur auf blütenweißem Papier formuliert habe. Die Anpassung an die ungewohnten Linien habe ihn in seiner Konzentration gestört und so seine Arbeitsmöglichkeiten gestört (http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=115930&docClass=NEWS&from=HP.10). Als Aufsichtsratvorsitzender der Stadtwerke und im Wasserverband habe FDP-Ratsherr Jürgen Rahlfs gute Arbeit geleistet (Neustädter Zeitung, 30. Juli 2003). Der Landkreis Osnabrück habe in diesem Bereich vorbildliche Werte aufzuweisen, und so habe eine Einladung von Sonja Gartemann nahe gelegen (Schaumburger Wochenblatt, 26..27. Juli 2003). Döring verteidigt sich im Landtag gegen Vorwürfe der Opposition, er habe bei der Ausübung seiner Amtsgeschäfte Vorteile angenommen (http://www.fdp-bw.de/pressenum.php3?num=586). Mit Welthits wie "Daddy Cool" von Boney M. habe er erheblich mehr Platten verkauft als Dieter Bohlen jemals mit Modern Talking und allen "Superstars" zusammen (http://www.mdr.de/brisant/promi-klatsch/1313527.html). Schröder habe sein Land ins Aus manövriert (Focus 6/2003). Die Uniform, sagt der Kommandant, habe er in Kiel gekauft (Stern 16/1999). [...]
3.2 Die Analyse von Zeitungs- und Internetartikeln In der Presse findet man die indirekte Rede ausschließlich in der 3. Pers. Sing. und Plur. Der Singular ist häufiger zu treffen, denn meistens werden Äußerungen einzelner Personen wiedergegeben: I) Der Singular: Am frequentesten sind die Konjunktivformen von sein und haben, sowohl als Vollverb als auch als Hilfsverb. Häufig sind auch die Modalverben und das Verb werden (fast nur als Hilfsverb im Futur I und Passiv): 1) haben: a) als Vollverb: Nur wenn Simonis das Bündnis beende, habe sie gegen das CDU-Zugpferd Volker Rühe auch eine Chance, sagen SPD-Hardliner (Spiegel 7/2003). Die Anlieger räumen ein, dass die Straße kein hohes Verkehrsaufkommen habe, aber speziell im morgendlichen Berufsverkehr viel befahren werde (Meeresspiegel, August 2003). Er hat mit mir gechattet, mir gesagt, er habe mich lieb, er würde keine andere haben und auch nicht wollen (http://www.herzschmerz-community.de/portal/thread.php?threadid=1317). Der Landkreis Osnabrück habe in diesem Bereich vorbildliche Werde aufzuweisen, und so habe eine Einladung von Sonja Gartemann nahe gelegen (Schaumburger Wochenblatt, 26..27. Juli 2003). Er habe bessere Frauen als Bohlen, schreibt er da. Er habe das größere Motorboot und er arbeite hart, während Bohlen "Teppichluder bügelt" (http://www.mdr.de/brisant/promi-klatsch/1313527.html). „Auf Grund seiner Stellung und seines Wissensvorsprungs“ habe der Arzt nicht nur von der Operation „abzuraten“, sondern „diese auch zu verweigern“ – selbst wenn der Patient darauf bestehe (Focus 6/2003). [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832496616
Arbeit zitieren:
Soltan, Robert Juli 2004: Aktuelle Untersuchungen zum Modusgebrauch in der indirekten Rede, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Konjunktiv, Redeerwähnung, Studie, indirekt, Untersuchung



