Aktuelle Richtlinien der EU zum Thema CO2 und deren strategische Auswirkung auf das Supply Chain Management von Unternehmen in Deutschland
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Stefanie Hoffmann
- Abgabedatum: August 2010
- Umfang: 71 Seiten
- Dateigröße: 14,9 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule Harz Deutschland
- Bibliografie: ca. 62
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0693-1
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hoffmann, Stefanie August 2010: Aktuelle Richtlinien der EU zum Thema CO2 und deren strategische Auswirkung auf das Supply Chain Management von Unternehmen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Sustainability, Carbon Efficiency, Carbon Footprint, Controlling, Emission
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Bachelorarbeit von Stefanie Hoffmann
Einleitung:
Herausforderungen für das Supply Chain Management im Kontext steigender ‘grüner’ Anforderungen:
Der Umweltschutz rückt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. CO2-Ausstoß, Treibhauseffekt und Klimawandel beherrschen das Bild in den Medien. Ziel ist nicht nur eine Sensibilisierung der Menschen für die Thematik, sondern auch die Identifikation von Verursachern und die Suche nach möglichen Lösungswegen. Eine große Angriffsfläche bieten hierbei (Industrie-) Unternehmen entlang ihrer gesamten Supply Chain – beginnend bei der Analyse von Rohstoffen und Vorprodukten, über Produktionsprozesse und Verwaltung bis hin zur Verpackung, Recycling und Distribution.
(im Original finden Sie hier eine Abbildung).
Ein Umweltmanagementsystem mit lediglich internem Bezug ist dabei nicht mehr ausreichend, um den von Markakteuren und Communities erzeugten Druck erfolgreich entgegentreten zu können. Umweltschutz und Nachhaltigkeit stehen heutzutage im direkten Zusammenhang mit dem Unternehmensimage und der Wettbewerbsfähigkeit. So achten Kunden sowohl im Business to Business (B2B) als auch im Business to Consumer (B2C) Markt zunehmend auf ökologisch sinnvolle und umweltverträglich produzierte Waren und sind auch bereit, dafür einen Aufpreis zu zahlen.
Neben diesen ethischen und marketingrelevanten Aspekten sollen auch aktuelle Gesetze und Richtlinien die Unternehmen zum Umdenken bewegen und eine schnelle Transformation der Supply Chain hinsichtlich grüner Gesichtspunkte fördern. Die Umgestaltung der Supply Chain ist für Unternehmen zur strategischen Frage geworden – die Entwicklung der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit wird nicht unerheblich mit der Evolution von Umweltschutzthemen, sowie der Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks einhergehen. Eine gemeinsame Studie des fml-Lehrstuhl f. Fördertechnik Materialfluss Logistik TU München, Markt u. Wirtschaft, und Logistik Heute ergab, dass mittlerweile 56% der befragten Unternehmen eine grüne Strategie verfolgen. Die größte Herausforderung für die Unternehmen ist dabei - neben der Definition sinnvoller Kennzahlen - die Bezifferung des genauen Mehrwerts.
Den Ausgangspunkt für die vorliegende Arbeit stellen die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen der Europäischen Union (EU) zum Thema CO2 dar. Dargestellt werden soll in diesem Zusammenhang vor allem die strategische Auswirkung auf das Supply Chain Management von Unternehmen in Deutschland. Ziel ist es auch finanzielle Gründe aufzuzeigen, warum es für die Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll ist, ihre Supply Chain frühzeitig hinsichtlich ‘grüner Gesichtspunkte’ zu transformieren.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen daher folgende Fragestellungen behandelt werden:
Inwiefern treiben Gesetze Unternehmen zu Supply Chain Dekarbonisationsinitiativen?
Welche Auswirkungen haben diese rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich strategischer und organisatorischer Veränderungen in Unternehmen?
Von welchem direkten und indirekten Nutzen können Unternehmen durch die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen profitieren?
Zur Beantwortung dieser forschungsleitenden Fragestellungen wird zunächst im zweiten Kapitel ein Überblick über die Klimaschutz- und Energiepolitik in Europa gegeben und eine Eingrenzung für die Betrachtung vorgenommen. Anschließend erfolgt eine Darstellung der daraus abgeleiteten strategischen und organisatorischen Auswirkungen für Unternehmen in Deutschland. Im 4. Kapitel soll dann der Mehrwert quantifiziert und an ausgewählten Beispielen verdeutlicht werden. Den Abschluss bildet ein Resümee mit einem Ausblick in die Zukunft.
‘Kann auch der Klimawandel selbst nicht mehr rückgängig gemacht werden, so ist es dennoch möglich, Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkung zu erreichen. Durch die Verankerung des Umweltgedankens in der Gesellschaft ist Deutschland wie kaum ein anderes Land dazu in der Lage, Antworten auf ökologische Fragestellungen zu finden und auch auf internationalen Terrain eine Vorreiterstellung in puncto Ökologie einzunehmen.’
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| 1. | Herausforderungen für das Supply Chain Management im Kontext steigender ‘grüner’ Anforderungen | 1 |
| 2. | Rechtliche Rahmenbedingungen | 3 |
| 2.1 | Überblick der Klimaschutz- und Energiepolitik in Europa | 4 |
| 2.2 | Internalisierung zur Vermeidung negativer Externalitäten | 6 |
| 2.3 | Schlussfolgerung | 8 |
| 3. | Auswirkungen der Richtlinien auf die Supply Chain von Unternehmen in Deutschland | 8 |
| 3.1 | Auswirkungen auf die Supply Chain Strategie | 10 |
| 3.1.1 | Die strategische Komponente des traditionellen Supply Chain Managements | 11 |
| 3.1.2 | Sustainability | 15 |
| 3.1.3 | Green Supply Chain Management | 18 |
| 3.2 | Auswirkungen auf die Organisation des Unternehmens | 29 |
| 3.2.1 | Leitbild & Unternehmenskultur: Mission Statement | 29 |
| 3.2.2 | Institutionelle Verankerung in die Unternehmensorganisation | 32 |
| 3.2.3 | Carbon Controlling | 34 |
| 4. | Ausgewählte Anwendungsfälle von Unternehmen (Kosten/ Nutzen) | 39 |
| 4.1 | Finanzielle Konsequenzen aus der Richtlinie 2003/87/EG | 39 |
| 4.2 | CO2 Emissionen als Kosten- und Umsatzgrößen | 45 |
| 4.3 | Schlussfolgerung | 47 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 48 |
| Anhang | 51 | |
| Literaturverzeichnis | 58 |
Textprobe:
Kapitel 3.2, Auswirkungen auf die Organisation des Unternehmens:
Erfolgreiche Strategien weisen folgende vier Komponenten auf: Ziele und Werte, die in der Unternehmensvision verankert sind, profunde Kenntnisse der Spielregeln der Umwelt, interne Ressourcen und Fähigkeiten zur Generierung eines Wettbewerbsvorteils, sowie die Organisation und Struktur zur Umsetzung der Strategie. Im Folgenden soll nun zuerst auf das Normative Management von Unternehmen eingegangen werden, dass die Strategie des Unternehmens und folglich auch der Supply Chain maßgeblich beeinflusst. Anschließend werden organisatorische Veränderungen bezüglich der institutionellen Verankerung und der notwendige Implementierung eines Carbon Accounting dargestellt.
Leitbild und Unternehmenskultur - Mission Statement:
Grundlage jeglicher Unternehmensplanung und Steuerung ist die Mission und Vision eines Unternehmens. Mission und Vision sind Bestandteile des Normativen Managements eines Unternehmens und bilden damit die Basis für die ethischen und moralischen Aspekte und der Beschreibung des Nutzens für alle Anspruchsgruppen. Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Mission sind die Kernwerte der Unternehmung. In Hinsicht auf der Transformation hinsichtlich grüner Gesichtspunkte müssen diese durch den ökonomischen Aspekt der Nachhaltigkeit ergänzt werden. Unter Mission versteht man dabei die fundamentalen Gründe für die Existenz eines Unternehmens. Sie beschreibt die idealistische Motivation der Menschen im Unternehmen und liefert tiefgreifendere Gründe für die Existenz, als lediglich gute finanzielle Ergebnisse zu erzielen. Sie beschreibt also auf der einen Seite dem Unternehmen zu Grunde liegenden Geschäftsauftrag und auf der anderen Seite das Bild, wie das Unternehmen von der Außenwelt gesehen werden möchte. Aufbauend auf der Mission wird die Unternehmensvision entwickelt. Unter Vision versteht man dabei eine dynamische und spezifische Beschreibung des Zukunftsentwurfes eines Unternehmens, die als Ordnungs- und Orientierungsfunktion die notwendigen Bemühungen definiert und zur Mitarbeitermotivation und Teambildung beiträgt. Notwendig ist hierbei, dass sie für alle Mitarbeiter verbindlich gilt und vermittelbar gestaltet bzw. erlebbar gemacht wird. Hierfür sind impulsgebende, erfolgsfördernde, und emotionale Komponenten von Bedeutung. Visionen beruhen auf Phantasien und Vorstellungskraft sowie auf der Antizipation und Verknüpfung von heute wahrnehmbaren Entwicklungen. Aus der Mission und Vision lassen sich dann die Unternehmensphilosophie mit Leitmaximen, Werthaltungen und Grundeinstellungen, sowie das Unternehmensleitbild ableiten. Das Leitbild besitzt identitätsstiftende Wirkung, indem es das Zukunftsbild des Unternehmens beschreibt, es zeigt den tieferen Sinn der Arbeit auf und definiert das dem Unternehmen zugrunde liegende Wertegefüge. Allerdings ist es die eine Sache Ökologie und Nachhaltigkeit in Unternehmensleitlinien aufzuführen, eine völlig andere Sache ist es, sie aktiv zu leben und langfristig in Unternehmensaktivitäten zu verankern. Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich nicht nur durch ein klares Zielsystem aus, sondern auch dadurch, dass das Verhalten aller Mitarbeiter aufeinander abgestimmt ist und das eine durchgängige Kommunikation und ein einheitliches Erscheinungsbild am Markt existiert. Das Verhalten aller Mitarbeiter wird dabei maßgeblich von der Unternehmenskultur mit ihren Werten, Grundüberzeugungen, Einstellungen, Denkhaltungen und Normen bestimmt.
‘Die zur Zielerreichung erforderlichen Maßnahmen fordern entgegen dem gewachsenen Verständnis ein Umdenken und eine Anpassung der Handlungen auf allen Hierarchieebenen. Das geht in der Regel kaum ohne Schwierigkeiten von statten.’ Die Transformation hinsichtlich grüner Gesichtspunkte stellt sowohl einen Change Managementprozess im Sinne struktureller Veränderungen, als auch bezüglich der eigentlichen Unternehmenswerte dar. Die aktive Unterstützung und Akzeptanz aller Mitarbeiter ist für eine erfolgreiche Anpassung der etablierten Werte und des Verhaltenskodex auf das grüne Gedankengut elementar. Dabei ist nicht davon auszugehen, dass von vornherein breite Zustimmung für sowohl strukturelle als auch idealistische Veränderungen bei allen Unternehmensmitgliedern vorherrschen wird. Sondern es ist eher davon auszugehen, dass auch dieser Transformationsprozess dem typischen Verhaltensgruppen (Bremser 40%, Gegner 15%, Promotoren 5%, Skeptiker 40%) entsprechen wird, die es effektiv einzubeziehen gilt.
Um alle Mitarbeiter von einem positiven Erfolg zu überzeugen, ist es im ersten Schritt notwendig ein Bewusstsein zu schaffen und eine entsprechende Vision und Strategie zu entwickeln. Hierzu können greifbare Zahlen, Daten und Fakten, eine klare Zieldefinition aber auch die Darstellung der aktuellen Situation mit möglichen Konsequenzen dienen. Anschließend ist es notwendig Strategie und Vision klar zu kommunizieren und Macht- und Fachpromotoren zu etablieren. Treiber müssen dabei auch aus der Unternehmensführung stammen. Durch die Realisierung eines erfolgreichen Projektmanagements, dass Arbeitspakete klar definiert und den Prozess über Meilensteine und Zwischenergebnisse steuert, können ‘quick wins’ realisiert werden, die gleichzeitig auch als Motivationsfaktor genutzt und kommuniziert werden können. Über eine definierte Steuerung der Veränderungen inklusive regelmäßigen Statusterminen, einen intensiven Austausch zwischen den Mitarbeitern, sowie der Überführung in einen kontinuierlichen Prozess können Veränderungen belebt und Erfolge gefestigt werden. Erst so wird eine erfolgreiche Etablierung der neuen Werte, Grundüberzeugungen, Denkhaltungen, Einstellungen und Normen in der Unternehmenskultur erfolgen. Verstärkt werden kann das positive Gefühl und die Motivation jedes einzelnen durch ‘grüne’ Auszeichnungen und Informationsveranstaltungen sowie Aktionstagen. Eine Unternehmensidentität (Corporate Identity) bei allen Mitarbeitern kann nur entstehen, wenn Vision und operative Geschäftspolitik widerspruchsfrei übereinstimmen. Dabei müssen sowohl das Erscheinungsbild (Corporate Design), das Verhalten (Unternehmenskultur) sowie die Kommunikation (Corporate Communication) eines Unternehmens mit seinen Wertvorstellungen (Unternehmensphilosophie) eine Einheit bilden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842806931
Arbeit zitieren:
Hoffmann, Stefanie August 2010: Aktuelle Richtlinien der EU zum Thema CO2 und deren strategische Auswirkung auf das Supply Chain Management von Unternehmen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Sustainability, Carbon Efficiency, Carbon Footprint, Controlling, Emission



