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Aktuelle Probleme der Bilanzierung von Emissionsrechten

Aktuelle Probleme der Bilanzierung von Emissionsrechten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Natalija Berner
  • Abgabedatum: Januar 2007
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 58
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0188-7
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0188-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Berner, Natalija Januar 2007: Aktuelle Probleme der Bilanzierung von Emissionsrechten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Umweltzertifikathandel, Bilanz, Emissionszertifikat, IAS, IFRS

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Diplomarbeit von Natalija Berner

Einleitung:

Das Problem der Umweltverschmutzung ist heutzutage aktueller denn je. Einer der Ziele der Bekämpfung der Umweltprobleme ist die Minderung der CO2-Ausstöße. Ursprünglich basierend auf dem sogenannten Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997, wurde dafür in der EU die Einführung eines verpflichtenden Emissionshandelssystems beschlossen, was für die betroffenen Unternehmen wesentliche wirtschaftliche Konsequenzen bedeutet.

Der Emissionshandel hat Auswirkungen nicht nur auf die Umweltpolitik der Unternehmen, sondern stellt diese auch vor neuen Herausforderungen auf dem Gebiet des Rechnungswesens, denn die Emissionsrechte müssen in den Bilanzen entsprechend erfasst werden.

Im Jahr 2005 startete der Emissionshandel in Deutschland. Dementsprechend hat im Geschäftsjahr 2005 zum ersten Mal das Problem der Bilanzierung von Emissionsrechten unmittelbare Auswirkungen auf die Bilanzierungspraktiken der Unternehmen gehabt. Was bis dahin nur heiße Diskussionen in den sachverständigen Kreisen war, wurde für die betroffenen Unternehmen Realität, mit der man wohl oder übel in der betrieblichen Praxis umgehen musste.

Die HGB-Vorgehensweise bezüglich der Bilanzierung der Emissionsrechte ist in der Stellungsnahme des Instituts der Wirtschaftsprüfer zur Bilanzierung von Emissionsberechtigungen (IDW RS HFA 15) geregelt, so dass nach HGB keine offensichtliche Regelungslücke besteht. Ab dem Jahr 2005 müssen aber in Deutschland bestimmte Unternehmen nicht mehr nach HGB, sondern nach IAS/IFRS bilanzieren. Dies gilt für den Konzernabschluss der kapitalmarktorientierten Unternehmen, die bis dahin nach HGB bilanziert haben. Das bedeutet zwangsläufig, dass die Emissionsrechte in den Konzerabschlüssen ebenfalls nach IAS/IFRS zu bilanzieren sind.

Genau das stellt sich bei näherer Betrachtung als ein großes Problem dar. Der Versuch, die Bilanzierung von Emissionsrechten in der Interpretation des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) zu regeln, ist letztendlich gescheitert. Seitdem wurden bis jetzt keine weiteren Regelungen zur Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS verabschiedet, so dass die betroffenen Unternehmen unfreiwillig vor einer kreativen Aufgabe stehen, eigene Bilanzierungsregeln für diesen Fall zu entwickeln. Dies ist in Wirklichkeit eine heikle Aufgabe, denn bei Nichteinhaltung sämtlicher geltenden Standards riskieren die Unternehmen die Gültigkeit ihres gesamten Jahresabschlusses zu verlieren.

Aufgrund der entstandenen Situation wird die Bilanzierung von Emissionsrechten im Schrifttum heftig diskutiert. Nichtsdestotrotz findet man im Anbetracht der Wichtigkeit dieses Themas relativ wenig Informationen zur Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS, außerdem werden einige Aspekte gar nicht erwähnt, so dass manche Regelungslücken nicht mal mit Hilfe der Zusatzliteratur zu füllen sind.

Gang der Untersuchung:

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist das Aufzeigen der in diesem Zusammenhang entstandenen Probleme und die Suche nach deren möglichen Lösungen. Dafür werden zuerst kurz die rechtlichen und ökonomischen Grundlagen des Emissionshandels und deren Umsetzung im Unternehmen, sowie die Grundsätze der Bilanzierung nach IAS/IFRS geschildert. Auf diesem Hintergrund basierend werden dann die Möglichkeiten der Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS aufgezeigt und diskutiert.

Zuerst wird auf die Bilanzierungsprinzipien des zurückgezogenen IFRIC 3 eingegangen, da dies der einzige Versuch war, die Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach IAS/IFRS zu regeln. Es werden nicht nur ausführliche Erklärungen dieser Interpretation vorgetragen, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung damit vorgenommen und deren Stellenwert in der heutigen Bilanzierungspraxis ermittelt.

Im fünften Teil dieser Arbeit werden dann die IAS/IFRS-Standards untersucht, die auf die Bilanzierung von Emissionsrechten anwendbar sind. Das Ziel ist dabei, ein Bild der möglichen bilanziellen Lösungen zu erschaffen, die mit den aktuellen Standards konform sind.

Schließlich werden einige alternative, nach jetzigem Stand der IAS/IFRS-Rechnungslegung nicht erlaubte, aber im Schrifttum diskutierte Bilanzierungsvarianten und deren Vor- und Nachteile dargestellt, um dem Leser einen Blick über den Tellerrand zu verschaffen und der Tatsache Rechnung zu tragen, dass sich auch außerhalb der gültigen IAS/IFRS-Regelungen sinnvolle Lösungen zur Bilanzierung von Emissionsrechten finden lassen. Außerdem zeigen die erwähnten Bilanzierungsansätze einige der möglichen zukünftigen Entwicklungsvarianten der IAS/IFRS-Bilanzierung von Emissionsrechten, denn dieses Problem steht noch auf der Tagesordnung der IAS/IFRS-Standardsetter und kann eventuell zu einigen Änderungen der bestehenden Standards führen.

Um die theoretischen Ausführungen anschaulich zu gestalten, werden einige komplizierte Vorgehensweisen anhand einfacher Bilanzierungsbeispiele verständlich gemacht. Außerdem werden stellenweise praktische Beispiele aus den ausgewählten Geschäftsberichten 2005 herangezogen. Dabei ist zu erwähnen, dass man in den Geschäftsberichten der betroffenen Unternehmen überwiegend nur recht spärliche Informationen zur Bilanzierung von Emissionsrechten findet. Meist wird die Vorgehensweise bloß mit ein paar allgemein formulierten Sätzen erwähnt. Konkrete Zahlen findet man nur in seltenen Einzelfällen. Es ist außerdem mit Erstaunen festzustellen, dass mache der betroffenen Unternehmen es gar nicht für nötig halten, auf ihre Vorgehensweise bei der Bilanzierung von Emissionsrechten in ihren Geschäftsberichten einzugehen (so z.B. Bayer, Audi, Linde oder Continental).

Schon aufgrund der oben geschilderten Tatsachen kann man behaupten, dass die Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS eine problemvolle Angelegenheit ist. Im Verlauf dieser Arbeit wird aber klar, vor welch komplizierten Herausforderungen die Unternehmen diesbezüglich stehen, wie viel Verwirrung auf dem Gebiet zur Zeit herrscht und mit welchen Problemen die Unternehmen sich bezüglich der Bilanzierung von Emissionsrechten auseinandersetzen müssen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1. Einführung 8
2. Grundlagen des Emissionshandels 10
2.1 Rechtliche und ökonomische Grundlagen 10
2.2 Das System des Emissionshandels und dessen Umsetzung im Unternehmen 12
3. Grundsätze der Bilanzierung nach IAS/IFRS 14
3.1 Grundannahmen 14
3.2 Qualitative Anforderungen 15
3.3 Beschränkungen 16
4. IFRIC 3 17
4.1 Entstehungsgeschichte 17
4.2 Bilanzierung von Emissionsrechten nach IFRIC 3 18
4.2.1 Zugrunde liegende Rechnungslegungsstandards 18
4.2.2 Hintergrund 18
4.2.3 Bilanzierungsfähigkeit der Emissionsrechte 19
4.2.4 Erstmalige Bilanzierung und Bewertung der unentgeltlich zugeteilten Emissionsrechte 20
4.2.5 Passiver Abgrenzungsposten 21
4.2.6 Folgebewertung der Emissionsrechte 23
4.2.6.1 Anschaffungskostenmethode 23
4.2.6.2 Neubewertungsmethode 24
4.2.7 Rückstellungsbildung für getätigte Emissionen 26
4.3 Scheitern von IFRIC 3 28
4.3.1 Ergebnisverschiebung bei Anwendung von IFRIC 3 28
4.3.1.1 Mismatch bei Anwendung der Anschaffungskostenmethode 29
4.3.1.2 Mismatch bei Anwendung der Neubewertungsmethode 32
4.3.2 Zurücknahme von IFRIC 3 35
4.4 Bedeutung von IFRIC 3 heute 35
5. Aktueller Stand der Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS 37
5.1 Ausgewählte Regelungen des Rahmenkonzepts im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 37
5.1.1 Abstrakte Bilanzierungsfähigkeit der Emissionsrechte 37
5.1.2 Konkrete Bilanzierungsfähigkeit der Emissionsrechte 39
5.2 IAS 38 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 39
5.2.1 Emissionsrechte als immaterielle Vermögenswerte 39
5.2.2 Erstbewertung der immateriellen Vermögenswerte 40
5.2.2.1 Regelmäßige Erstbewertung der immateriellen Vermögenswerte 40
5.2.2.2 Sonderregelung für die Bewertung der Zuwendungen der öffentlichen Hand 40
5.2.3 Folgebewertung der immateriellen Vermögenswerte 41
5.2.3.1 Anschaffungskostenmethode 41
5.2.3.2 Neubewertungsmethode 42
5.3 IAS 20 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 46
5.3.1 Unentgeltlich zugeteilte Emissionsrechte als staatlicher Zuschuss 46
5.3.2 Erstmalige Bewertung des staatlichen Zuschusses 46
5.3.3 Erfolgswirksame Erfassung des staatlichen Zuschusses 47
5.4 IAS 36 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 47
5.4.1 Zielsetzung von IAS 36 47
5.4.2 Außerplanmäßige Wertminderungen der Emissionsrechte 47
5.5 IAS 37 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 48
5.5.1 Allgemeine Ansatzkriterien für Rückstellungen 48
5.5.2 Bewertung von Rückstellungen 49
5.6 IAS 8 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 53
5.6.1 Auswahl und Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 53
5.6.2 Stetigkeitsprinzip 54
5.7 Bilanzierungsprobleme bei der Teilnahme am Emissionsrechtehandel 54
5.7.1 Bewertung von Emissionsrechten beim gemischten Emissionsrechte-Portfolio 54
5.7.2 Gewinnrealisierung beim Verkauf von Emissionsrechten 56
5.8 Kritische Würdigung der Bilanzierung von Emissionsrechten nach aktuellen Rechnungslegungsstandards 59
6. Ausgewählte alternative Varianten der Bilanzierung von Emissionsrechten 60
6.1 Erfolgswirksame Neubewertungsmethode und Full-Fair-Value-Ansatz 60
6.1.1 Vorstellung der Methoden 60
6.1.2 Kritische Würdigung 62
6.2 Hedge Accounting nach IAS 39 63
6.2.1 Vorstellung der Grundprinzipien des Hedge Accountings und dessen möglichen Anwendung auf die Emissionsrechte 63
6.2.2 Kritische Würdigung 64
6.3 US-GAAP-Ansatz 65
6.3.1 Besonderheiten der Bilanzierung von Emissionsrechten nach US-GAAP 65
6.3.2 Kritische Würdigung 66
6.4 Unit-of-Pollution-Methode 67
6.4.1 Grundsätze der Bilanzierung nach der Unit-of-Pollution-Methode 67
6.4.2 Kritische Würdigung 67
6.5 Bilanzierung als Vorräte nach IAS 2 67
6.5.1 Emissionsrechte als Vorräte 67
6.5.2 Kritische Würdigung 69
6.6 Schlussfolgerung 70
7. Zusammenfassung 70
Literaturverzeichnis 72
Abbildungsverzeichnis 77

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1. Einführung 8
2. Grundlagen des Emissionshandels 10
2.1 Rechtliche und ökonomische Grundlagen 10
2.2 Das System des Emissionshandels und dessen Umsetzung im Unternehmen 12
3. Grundsätze der Bilanzierung nach IAS/IFRS 14
3.1 Grundannahmen 14
3.2 Qualitative Anforderungen 15
3.3 Beschränkungen 16
4. IFRIC 3 17
4.1 Entstehungsgeschichte 17
4.2 Bilanzierung von Emissionsrechten nach IFRIC 3 18
4.2.1 Zugrunde liegende Rechnungslegungsstandards 18
4.2.2 Hintergrund 18
4.2.3 Bilanzierungsfähigkeit der Emissionsrechte 19
4.2.4 Erstmalige Bilanzierung und Bewertung der unentgeltlich zugeteilten Emissionsrechte 20
4.2.5 Passiver Abgrenzungsposten 21
4.2.6 Folgebewertung der Emissionsrechte 23
4.2.6.1 Anschaffungskostenmethode 23
4.2.6.2 Neubewertungsmethode 24
4.2.7 Rückstellungsbildung für getätigte Emissionen 26
4.3 Scheitern von IFRIC 3 28
4.3.1 Ergebnisverschiebung bei Anwendung von IFRIC 3 28
4.3.1.1 Mismatch bei Anwendung der Anschaffungskostenmethode 29
4.3.1.2 Mismatch bei Anwendung der Neubewertungsmethode 32
4.3.2 Zurücknahme von IFRIC 3 35
4.4 Bedeutung von IFRIC 3 heute 35
5. Aktueller Stand der Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS 37
5.1 Ausgewählte Regelungen des Rahmenkonzepts im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 37
5.1.1 Abstrakte Bilanzierungsfähigkeit der Emissionsrechte 37
5.1.2 Konkrete Bilanzierungsfähigkeit der Emissionsrechte 39
5.2 IAS 38 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 39
5.2.1 Emissionsrechte als immaterielle Vermögenswerte 39
5.2.2 Erstbewertung der immateriellen Vermögenswerte 40
5.2.2.1 Regelmäßige Erstbewertung der immateriellen Vermögenswerte 40
5.2.2.2 Sonderregelung für die Bewertung der Zuwendungen der öffentlichen Hand 40
5.2.3 Folgebewertung der immateriellen Vermögenswerte 41
5.2.3.1 Anschaffungskostenmethode 41
5.2.3.2 Neubewertungsmethode 42
5.3 IAS 20 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 46
5.3.1 Unentgeltlich zugeteilte Emissionsrechte als staatlicher Zuschuss 46
5.3.2 Erstmalige Bewertung des staatlichen Zuschusses 46
5.3.3 Erfolgswirksame Erfassung des staatlichen Zuschusses 47
5.4 IAS 36 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 47
5.4.1 Zielsetzung von IAS 36 47
5.4.2 Außerplanmäßige Wertminderungen der Emissionsrechte 47
5.5 IAS 37 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 48
5.5.1 Allgemeine Ansatzkriterien für Rückstellungen 48
5.5.2 Bewertung von Rückstellungen 49
5.6 IAS 8 im Hinblick auf die Bilanzierung von Emissionsrechten 53
5.6.1 Auswahl und Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 53
5.6.2 Stetigkeitsprinzip 54
5.7 Bilanzierungsprobleme bei der Teilnahme am Emissionsrechtehandel 54
5.7.1 Bewertung von Emissionsrechten beim gemischten Emissionsrechte-Portfolio 54
5.7.2 Gewinnrealisierung beim Verkauf von Emissionsrechten 56
5.8 Kritische Würdigung der Bilanzierung von Emissionsrechten nach aktuellen Rechnungslegungsstandards 59
6. Ausgewählte alternative Varianten der Bilanzierung von Emissionsrechten 60
6.1 Erfolgswirksame Neubewertungsmethode und Full-Fair-Value-Ansatz 60
6.1.1 Vorstellung der Methoden 60
6.1.2 Kritische Würdigung 62
6.2 Hedge Accounting nach IAS 39 63
6.2.1 Vorstellung der Grundprinzipien des Hedge Accountings und dessen möglichen Anwendung auf die Emissionsrechte 63
6.2.2 Kritische Würdigung 64
6.3 US-GAAP-Ansatz 65
6.3.1 Besonderheiten der Bilanzierung von Emissionsrechten nach US-GAAP 65
6.3.2 Kritische Würdigung 66
6.4 Unit-of-Pollution-Methode 67
6.4.1 Grundsätze der Bilanzierung nach der Unit-of-Pollution-Methode 67
6.4.2 Kritische Würdigung 67
6.5 Bilanzierung als Vorräte nach IAS 2 67
6.5.1 Emissionsrechte als Vorräte 67
6.5.2 Kritische Würdigung 69
6.6 Schlussfolgerung 70
7. Zusammenfassung 70
Literaturverzeichnis 72
Abbildungsverzeichnis 77

Textprobe:

Kapitel 5.1.1, Abstrakte Bilanzierungsfähigkeit der Emissionsrechte: Bevor man sich mit dem Thema der Bilanzierung von Emissionsrechten auseinandersetzt, ist es notwendig zu klären, ob die CO2-Emissionsrechte nach der aktuellen Rechtslage überhaupt die Voraussetzungen für die Einstufung als Vermögenswerte erfüllen (abstrakte Bilanzierungsfähigkeit). Laut Rahmenkonzept ist ein Vermögenswert eine in der Verfügungsmacht des Unternehmens stehende Ressource, die ein Ergebnis von Ereignissen der Vergangenheit darstellt, und von der erwartet wird, dass dem Unternehmen aus ihr künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließt.

Diese Definition kann aufgrund folgender Tatsachen als erfüllt angesehen werden: Bei der Zuteilung der Emissionsrechte wird deren Zugehörigkeit zu einem bestimmten Unternehmen auf den Konten der DEHSt festgehalten. Damit erlangt das Unternehmen die Verfügungsmacht über die Emissionsrechte.

Die Emissionsrechte werden aufgrund der in der Vergangenheit ausgestoßenen CO2-Emissionen zugeteilt, deswegen kann man auch die Voraussetzung bejahen, dass die Emissionsrechte ein Ergebnis von Ereignissen der Vergangenheit darstellen. Außerdem kann man als ein begründendes Ereignis in der Vergangenheit auch die Beantragung und die Gewährung der Emissionsrechte sehen.

Dem Unternehmen bringen die Emissionsrechte auch einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen, weil diese zur Deckung der Schuld wegen des CO2-Ausstoßes genutzt (ansonsten müsste das Unternehmen die Zertifikate kaufen oder gar eine Strafzahlung in Kauf nehmen) und außerdem (je nach der Entwicklung des Marktes evtl. auch gewinnbringend) gehandelt werden können. Als Fazit dieser Überlegungen kann man sagen, dass die CO2-Emissionsrechte die Voraussetzungen zur Einstufung als Vermögenswert erfüllen, auch wenn diese Herangehensweise nicht ganz unumstritten ist und man in der Fachliteratur auch auf andere Meinungen trifft.

Es gibt z.B. die Ansicht, wenn man die dem CO2-Ausstoß entsprechende Menge an Emissionszertifikaten zugeteilt bekommt (oder die Produktion an die zugeteilte Zertifikatenmenge anpasst) und keinen Zertifikatenhandel beabsichtigt, sondern diese nur für die Begleichung der Abgabeschuld einsetzt, dann ändert sich an der Vermögenssituation des Unternehmens durch die Emissionsrechtezuteilung nichts. Die Emissionsrechte sind dabei eine Art durchlaufender Posten, der die Vermögenslage des Unternehmens nicht beeinflusst, und dessen Aktivierung etwa zu einem Zeitwert entsprechend dem aktuellen Marktpreis nichts anderes als ein bilanzielles Phantasieprodukt wäre.

Solche Bedenken sind aber in Anbetracht der übrigen Tatsachen nicht gerechtfertigt, denn es besteht theoretisch eine Möglichkeit des Handels mit den Emissionsrechten und außerdem wird sich in der Praxis die ausgestoßene Emissionsmenge wohl nicht immer 1:1 mit den zugeteilten Zertifikaten gleichen, so dass für die meisten Unternehmen die Einführung des Emissionshandelssystem gleichwohl auch finanzielle Folgen haben wird.

Außerdem wird im Rahmenkonzept betont, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen nicht nur den Zufluss von Zahlungsmitteln bedeuten kann, sondern auch die Fähigkeit eines Vermögenswertes, für die Begleichung einer Schuld genutzt zu werden, was bei den Emissionsrechten zweifellos der Fall ist. Hiermit dürfte die abstrakte Bilanzierungsfähigkeit der Emissionsrechte als Vermö-genswerte als erfüllt angesehen werden.

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Arbeit zitieren:
Berner, Natalija Januar 2007: Aktuelle Probleme der Bilanzierung von Emissionsrechten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Umweltzertifikathandel, Bilanz, Emissionszertifikat, IAS, IFRS

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