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Aktienkursprognose: Fundamentalanalyse versus Technische Analyse

Eine praxisorientierte Untersuchung

Aktienkursprognose: Fundamentalanalyse versus Technische Analyse
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Tobias Rudeloff
  • Abgabedatum: Februar 2008
  • Umfang: 74 Seiten
  • Dateigröße: 2,8 MB
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • Bibliografie: ca. 42
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3777-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rudeloff, Tobias Februar 2008: Aktienkursprognose: Fundamentalanalyse versus Technische Analyse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aktienanalyse, Aktienkurs, Fundamentalanalyse, Technische Analyse, praxisorientiert

Bachelorarbeit von Tobias Rudeloff

Einleitung:

Die Thematik der Aktienanalyse und Börsenkursprognose beschäftigt nicht nur professionelle Analysten, Investmentbanken und Rating-Agenturen, sondern zunehmend auch private Investoren.

Informationen werden mit Hilfe neuer Medien, vor allem des Internets, einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und damit nutzbar gemacht. Diese Art der weltweiten Informationsverpflechtung ermöglicht es nahezu allen Investoren, am Kapitalmarkt zu partizipieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Eine Auswahl von Gründen für die Teilnahme am Kapitalmarktgeschehen soll nun kurz umrissen werden.

Eine Untersuchung des Magazins Börse Online kam zu dem Ergebnis, dass ein Investment in Aktien des Deutschen Aktien Indexes (DAX) in einem Zeithorizont von zwanzig Jahren eine durchschnittliche Rendite von 11 % erbrachte. Bemerkenswert hierbei ist, dass diese Analyse den Zeitraum der Jahre 1987 bis einschließlich 2006 umfasst und somit den Börsencrash der New Economy im Jahr 2000 sowie den 11. September 2001 und dessen einschneidende Folgen für die Weltwirtschaft beinhaltet. Vergleichbare Spar- und Tagesgeldkonten, in der die Mehrheit (75 %) der deutschen Bevölkerung investiert, erbringen eine durchschnittliche Rendite von rund 1,4 % (Sparbuch) beziehungsweise 3,0 % (Tagesgeld).

Somit wurden aus 1000 EUR, die in 1987 in den DAX investiert wurden, im Jahre 2007 4670 EUR, während ein vergleichbares Tagesgeldkonto bei gleicher Investition nur 2594 EUR erreichte.

Ein zweiter Grund für die Teilnahme am Kapitalmarktgeschehen sind die schwachen zukünftigen Aussichten junger Arbeitnehmer auf eine vom Staat vollständig getragene und finanzierte Altersvorsorge in Deutschland. Die Entscheidung der Bundesregierung, die private Vorsorge mittels Riesterrente und anderer geförderter Maßnahmen zu subventionieren, geht mit dieser Entwicklung einher.

Im Hinblick auf die aktuellen wirtschaftspolitischen Ereignisse sollten sich also auch Privatanleger mit dem Aktienmarkt und dessen Funktionsweise vertraut machen.

Dies wirft die Frage auf, wie Anleger ihre Investmententscheidungen am Aktienmarkt fällen und begründen können, um eine attraktive Rendite zu erzielen. Sind Aktienkurse also vorhersagbar? Und, wenn ja, wie sollten Prognosen getroffen werden?

Aktien können an Hand von vier unterschiedlichen Verfahren analysiert werden. In dieser Arbeit soll die Börsenkursprognose mit Hilfe der Fundamentalanalyse als auch der Technischen Analyse dargestellt werden.

Behavioral Finance, ein Ansatz der verhaltensgesteuerten Geldanlage, wobei Börsenpsychologie die Kauf- als auch die Verkaufszeitpunkte bestimmt, wird aus Platz- und Zeitgründen nicht behandelt.

Ebenso wenig kann auf den Random Walk Ansatz im Rahmen dieser Bachelorarbeit eingegangen werden, der auf der Hypothese des effizienten Kapitalmarkts aufbaut und aussagt, dass Kursbewegungen nicht prognostizierbar und damit zufällig sind.

Das Ziel dieser Untersuchung ist es, die Effizienz von Fundamentaler und Technischer Analyse für einen Zeithorizont von fünf Jahren aufzuzeigen.

Im theoretischen Teil der Arbeit wird ein Überblick zu den Thematiken Börsenkursprognose, Technische Analyse und Fundamentalanalyse skizziert. Anschließend findet die eigentliche Untersuchung statt, wobei zum Einen die Methode der gleitenden Durchschnitte und zum Anderen moderne Bewertungsverfahren kontrastiert werden.

Abschließend wird ein kurzer Ausblick über die zukünftigen Möglichkeiten der Aktienanalyse und der Börsenkursprognose umrissen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis VIII
1. Einführung 1
2. Grundlagen 4
2.1 Aktienanalyse 4
2.2 Informationseffizienter Kapitalmarkt 5
3. Fundamentalanalyse 6
3.1 Innerer Wert 7
3.2 Top-Down Approach 7
3.2.1 Globalanalyse 8
3.2.2 Branchenanalyse 9
3.2.3 Unternehmensanalyse 10
3.2.3.1 Analyseprozess: Schritt 1: Informationsbeschaffung 11
3.2.3.2 Analyseprozess: Schritt 2: Kennzahlenanalyse 11
3.2.3.3 Analyseprozess: Schritt 3: Berechnung des fairen Werts 15
3.2.3.3.1 Überschlagsrechnungen 15
3.3.3.3.2 Gesamtbewertungsverfahren 16
3.3.3.3.2.1 Discounted-Cash-Flow-Verfahren 16
3.3.3.3.2.2 Ertragswertmethode 17
3.4 Beurteilung der Fundamentalanalyse 18
4. Technische Analyse 19
4.1 Dow-Theorie 20
4.2 Trendkonzept 20
4.3 Widerstand und Unterstützung 22
4.4 Lücken 22
4.5 Charttypisierung 23
4.6 Chartformationen 24
4.6.1 Trendbestätigungsformationen 24
4.6.2 Trendumkehrformationen 25
4.7 Kurszielbestimmung 26
4.8 Konzepte und Indikatoren 26
4.8.1 Trendfolgende Indikatoren 27
4.8.1.1 Gleitende Durchschnitte (moving average) 27
4.8.1.2 Moving Average Covergence Divergence (MACD) 28
4.8.2 Oszillatoren 28
4.8.2.1 Momentum 28
4.8.2.2 Relative Stärke Index (RSI) 29
4.9 Beurteilung der Technischen Analyse 29
5. Praktischer Vergleich von Fundamentaler und Technischer Analyse 31
5.1 Ergebnisse vorangegangener empirischer Untersuchungen 31
5.2 Probleme der Vergleichbarkeit der Analysemethoden 31
5.3 Vorgehensweise beim Vergleich von Technischer und Fundamentaler Analyse 31
5.3.1 Methodik der Fundamentalanalyse 32
5.3.2 Methodik der Technischen Analyse 33
5.4 Ergebnisse der Fundamentalanalyse 34
5.5 Ergebnisse der Technischen Analyse 36
5.6 Vergleich der Ergebnisse von Fundamentaler und Technischer Analyse 37
5.7 Kritik an den Ergebnissen 38
6. Schlussteil und Ausblick 40
Anhangverzeichnis 41
Anhang 42
Literaturverzeichnis 65
Quellenverzeichnis 68

Textprobe:

Kapitel 5, Praktischer Vergleich von Fundamentaler und Technischer Analyse:

In diesem Teil der Arbeit sollen die im theoretischen Abschnitt beschriebenen Arten der Aktienanalyse empirisch verglichen werden.

5.1. Ergebnisse vorangegangener empirischer Analysen:

Bisherige Ergebnisse der Fundamentalen und Technischen Analyse haben auf dem deutschen Markt zu dem Resultat geführt, dass die Handelssignale der Fundamentalanalyse denen der Technischen Analyse vorzuziehen sind. Eine Untersuchung auf dem britischen Markt kam jedoch zu einem konträren Ergebnis.

5.2. Probleme der Vergleichbarkeit der beiden Analysemethoden:

Technische und Fundamentale Analyse beruhen auf dem unterschiedlichen Ursprung von Handelssignalen. Während für die Fundamentale Analyse bestimmte Daten zur Berechnung der Indikatoren erst zu festgelegten Zeitpunkten verfügbar sind (z. B. Datum der Veröffentlichung des Jahresabschlusses), können die Handelssignale der Technischen Analyse nur aus dem Kursverlauf der Aktie abgeleitet werden. In dieser Arbeit sollen die Indikatoren jeweils angefangen vom Zeitpunkt der Bilanzpressekonferenz bis zum Ende eines Kalenderjahres (31.12.) erfasst und miteinander verglichen werden.

5.3. Vorgehensweise beim Vergleich von Technischer und Fundamentaler Analyse:

Anhand zweier ausgewählter Methodiken werden Fundamentale und Technische Analyse kontrastiert. Hierbei findet ein Verfahren Anwendung, dass recht leicht nachzuvollziehen und damit praktisch umsetzbar ist.

Um rein zufällig bedingte Einflüsse ausschließen zu können und einen gewissen Grad an Diversifikation zu erreichen, werden zwei Aktien unterschiedlicher Branchen und Konjunkturabhängigkeiten verglichen. Zum Einen ist dies die Stückaktie der RWE AG (WKN: 703712), die –zur Versorgerbranche gehörend- als relativ defensiv gilt. Zum Anderen wird die Aktie der BASF AG (WKN: 515100) analysiert, die durch die Aktivitäten im Chemiesektor als vergleichsweise konjunkturanfällig anzusehen ist. Außerdem soll für die Untersuchung der Zeitraum von 2003 bis einschließlich 2007 betrachtet werden. Die der Analyse zugrunde liegenden Daten werden sowohl aus den frei zugänglichen Internetseiten der Unternehmen (unter der Rubrik: Investor Relation) als auch aus den vergangenen Aktienkursen der Finanzplattform http://www.onvista.de im Internet entnommen.

5.3.1. Methodik der Fundamentalen Analyse:

Die Fundamentalanalyse soll mit Hilfe der modernen Verfahren zur Berechnung des inneren Wertes untersucht werden. Auf Grund ihrer Dynamik und Zukunftsorientiertheit werden die beiden Ertragswertverfahren DCF und Ertragswertmethode betrachtet. Es wird davon ausgegangen, dass der Investor sein Kapital zu jeweils 50 % in die DCF-Methode (davon wiederum 50 % in die Aktie der BASF AG und 50 % in die Aktie der RWE AG) und zu 50 % in die Ertragswertmethode (davon ebenso 50 % in die Aktie der BASF AG und 50 % in die Aktie der RWE AG) investiert.

Im Einzelnen werden die inneren Werte der Jahre 2003 bis einschließlich 2007 für die Aktie der BASF als auch für die Aktie der RWE AG berechnet. Hierbei wird größtenteils nach der Methodik von Götte verfahren. Dabei werden die erzielten Nettocashflows beziehungsweise Gewinne je Aktie für die nächsten sieben Jahre fortgeschrieben.

Für die Berechnung des Diskontierungsfaktors mit Hilfe des CAPM (Capital Asset Pricing Model) wurden folgende restriktive Annahmen vorausgesetzt: Die jährliche Rendite des Marktes, in diesem Fall des Deutschen Aktien Index, beträgt 11 %. Der risikolose Zins wird mit 3,5 % terminiert. In eine Aktie wird investiert, sofern der innere Wert der Aktie Anfang März des jeweiligen Jahres kleiner ist als der tatsächliche Aktienkurs. Wenn der innere Wert größer oder gleich dem tatsächlichen Aktienkurs ist, wird die Aktie nicht erworben und die Rendite beträgt null.

Des Weiteren wurden für das Discounted Cash Flow Model folgende Annahmen getroffen: Das durchschnittliche Wachstum der jährlichen Cashflows wird aus dem vorhandenen historischen Datenmaterial der Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit ermittelt und für die Zukunft fortgeschrieben. Die Nettocashflows ergeben sich aus der Differenz der Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit und den Investitionen in Sachanlagen des jeweiligen Jahres. Für die Ermittlung der durchschnittlichen Nettocashflows wird das arithmetische Mittel aller bis zum jeweiligen Zeitpunkt vorhandenen Nettocashflows gebildet. Außerdem wurde die Anzahl der Aktien aus den Jahresabschlüssen entnommen. Darüber hinaus entspricht die ewige Rente dem Quotienten aus dem Nettocashflow im achten Jahr und dem risikofreien Zins hoch acht.

Auch für die Ertragswertmethode wurden einige fundamentale Annahmen vorausgesetzt. Das Ergebnis je Aktie sowie der Gewinn nach Steuern wurden aus den jeweiligen Jahresabschlüssen übernommen. Des Weiteren wurde für die Ermittlung des Ergebniswachstums je Aktie sowie des durchschnittlichen Ergebniswachstums des Jahresabschlusses nach Steuern das vorhandene historische Datenmaterial herangezogen. Der geschätzte Gewinn je Aktie wird mit Hilfe des Produkts von Ergebnis je Aktie und dem Mittelwert des zukünftigen jährlichen Wachstums fortgeschrieben. Die ewige Rente wurde wie folgt ermittelt:

(Hier erscheint im Original eine Formel) 5.3.2. Methodik der Technischen Analyse:

Das Konzept der Technischen Analyse soll mit Hilfe des einfachen gleitenden Durchschnitts dargestellt werden. Um die Ergebnisse mit dem Verfahren der Fundamentalen Analyse vergleichbar zu machen, wurden ebenfalls die Zeiträume von März bis einschließlich Dezember der Jahre 2003 bis 2007 verwendet.

Da die Technische Analyse zumeist auf rein subjektiven Verfahren beruht, soll für eine differenziertere und relativ objektive Betrachtung die Methodik der gleitenden Durchschnitte analysiert werden. Drei unterschiedliche gleitende Durchschnitt finden im Folgenden Anwendung: der 38-Tage-, der 200-Tage-, sowie der 200/38-Tage- Durchschnitt. Es wird davon ausgegangen, dass der Investor sein Kapital zu jeweils 1/3 in die Methode des 38-Tage-Durchschnitts (davon wiederum 50 % in die Aktie der BASF AG und 50 % in die Aktie der RWE AG), zu 1/3 in die Methode des 200-Tage-Durchschnitts (wiederum 50 % davon in die RWE und 50 % in die BASF Aktie) und zu 1/3 in die Methode des 200/38-Tage-Durchschnitts (auch hier: 50 % davon in die BASF und 50 % in die RWE AG) anlegt.

Ein Kaufsignal wird beim 38- Tage- sowie 200-Tage-Durchschnitt durch den Schnittpunkt von Aktienkurs und GD von unten nach oben ausgelöst. Ein Verkaufssignal entsprechend umgekehrt. Beim 200/38-Tage-Durchschnitt kommt es zu einem Bruch des existierenden Trends, wenn sich die beiden gleitenden Durchschnitte schneiden. Kreuzt der 38-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Durchschnitt von unten nach oben beziehungsweise von oben nach unten, so ist dies ein eindeutiges Kaufsignal beziehungsweise Verkaufssignal. Um die Handelssignale auswerten zu können, wurden die jeweiligen Schlusskurse nach einem Kauf- oder Verkaufssignal (keine Intraday-Kurse) verwendet. Dies führt zwar zu einer leichten zeitlichen Verschiebung der Signale, ist aber besser nachzuvollziehen und auch für Privatanleger anwendbar.

Ausgehend von einem Kaufsignal wurden die jeweiligen Renditen berechnet. Sofern das letzte Signal vor Jahresfrist ein Kaufsignal war, wurden die Aktien zum Schlusskurs des jeweiligen Kalenderjahres verkauft. Die Signale und Zeitpunkte der Auslöser wurden im Anhang anhand von Charts und Tabellen dargestellt.

5.4. Ergebnisse der Fundamentalen Analyse:

Im Folgenden werden die Resultate der Fundamentalen Analyse dargestellt. Zuerst werden die Ergebnisse der beiden Analysemethoden aufgeführt, anschließend erfolgt die gewichtete Performance der Fundamentalanalyse.

Arbeit zitieren:
Rudeloff, Tobias Februar 2008: Aktienkursprognose: Fundamentalanalyse versus Technische Analyse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aktienanalyse, Aktienkurs, Fundamentalanalyse, Technische Analyse, praxisorientiert

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