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Akteure im Standortkonversionsprozeß

Dargestellt am Beispiel des ehemaligen Militärflughafens Lahr/Schwarzwald

Akteure im Standortkonversionsprozeß
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Daniel Halter
  • Abgabedatum: September 2002
  • Umfang: 134 Seiten
  • Dateigröße: 759,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Konstanz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7432-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7432-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7432-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Halter, Daniel September 2002: Akteure im Standortkonversionsprozeß, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konversion, Policy-Cycle, Netzwerkanalyse, qualitative Netzwerkanalyse, Akteurseinfluss

Magisterarbeit von Daniel Halter

Zusammenfassung:

Einführung in die Problemstellung Im Zuge der weltpolitischen Veränderungen Ende der 1980-er Jahre in Europa war besonders Deutschland von militärischen Abrüstungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen betroffen. Doch nicht nur bei der Bundeswehr kam es hinsichtlich der Truppenreduzierungen zu einschneidenden Veränderungen, auch die alliierten Streitkräfte verringerten immens die Anzahl ihrer Truppen auf deutschem Boden. Diese Entwicklung, wie positiv sie aus friedens- und sicherheitspolitischer Lage auch zu bewerten ist, hat die verantwortlichen Akteure auf verschiedenen Ebenen vor eine Reihe neuer Herausforderungen gestellt. So kam es im Zuge des Truppenabbaus zu Standortschließungen, womit ein Arbeitsplatzabbau bei den Zivilbeschäftigten und die Freigabe militärischer Liegenschaften einherging. Unter dem Stichwort „Konversion“ gewann diese neue Situation in der politischen Diskussion der 1990- er Jahre zunehmend an Bedeutung.

Abgesehen von den sozialen Veränderungen, die aus Standortreduzierungen- und auflösungen resultieren, stellt die Umnutzung freiwerdender militärischer Liegenschaften, wie Kasernen, Wohnungen, Übungs- und Flugplätze für die betroffenen Kommunen einen akuten Handlungsbedarf dar. In vielen Fällen lagen zwischen der Ankündigung und den tatsächlichen Standortschließungen nur wenige Jahre. Das bedeutet, daß die Erarbeitung von Umnutzungskonzepten relativ zügig und effektiv von statten gehen mußte.

In der Konversionsforschung wurde in diesem Zusammenhang vor allem auf die Gesichtspunkte Raumnutzung- und Planung bzw. die vergleichende Darstellung von Konversionsprojekten in einer oder verschiedenen Regionen verwiesen. Jedoch blieb die die Betrachtung und Analyse der involvierten Akteure in den meisten Fällen unberücksichtigt.

Die badische Stadt Lahr, zwischen Rhein und den Ausläufern des Schwarzwaldes gelegen, ist ein besonders einschlägiges Beispiel dafür, wie der Abzug der alliierten Truppen die ökonomische und soziale Situation einer Kommune drastisch verändern konnte. Die Stadt Lahr war über lange Jahre hinweg Garnisonsstadt, da bereits im Jahr 1952 ein NATO–Flugplatz eingerichtet wurde, den bis 1967 die französische Luftwaffe und später die kanadischen Streitkräfte nutzten. Seit den 1970- er Jahren bis zum Abzug der kanadischen Armee 1994 war Lahr der logistische Dreh- und Angelpunkt der kanadischen Streitkräfte in Europa. Außerdem waren in Lahr zeitweilig mehr als 8000 kanadische Soldaten mit ihren Angehörigen stationiert.

Dieser kurze historische Abriß soll verdeutlichen, welche zentrale Bedeutung dem Konversionsprozess in Lahr nach dem Abzug der kanadischen Truppen zukam. Abgesehen von den Liegenschaften wie Kasernen und Wohnungen in der Stadt Lahr selbst stellte das Flugplatzareal mit einer Gesamtgröße von 560,8 ha die größte Herausforderung für die in den Konversionsprozess involvierten Akteure dar. Daß gerade die Konversion eines Flugplatzgeländes als besonders problematisch zu bewerten ist, läßt sich bei der Analyse der Entwicklungen in Lahr anschaulich verdeutlichen. Der Konversionsfall Lahr/ Flugplatz ist gekennzeichnet durch eine Reihe von Schwierigkeiten und Problemen, die einen erfolgreichen Abschluß des Umwandlungsprozesses zeitweise in Frage stellten. So kam es im Rahmen der Konversion des Flugplatzareals zu erheblichen Interessenkonflikten und Dissonanzen zwischen den beteiligten Akteuren. Bei der Suche nach den Gründen für diese Entwicklung drängen sich dem Betrachter folgende Fragen auf: Welche Akteure sind auf horizontaler und vertikaler Ebene grundsätzlich in einen Konversionsprozess eingebunden? Welche Akteure waren in die jeweilige Phase des Konversionsprozesses involviert? Diktierten Sachzwänge die Entwicklung, die zur heutigen Situation auf dem Flugplatzareal führten oder ist dies auf den Einfluß bestimmter Akteure zurückzuführen? Konnten die jeweiligen Akteurskonstellationen die Form und den Verlauf des Konversionsprozesses gezielt beeinflussen?

In der vorliegenden Arbeit mit dem Titel „Akteure im Standortkonversionsprozeß – dargestellt am Beispiel des ehemaligen Militärflughafens Lahr/ Schwarzwald“ soll diesen Fragen mit Hilfe einer Policy-Analyse nachgegangen werden. Dabei werden der Akteurseinfluß und die Akteurskonstellation als unabhängige Variable betrachtet. Die abhängige Variable ist die spezifische Entwicklung auf dem Flugplatzgelände Lahr. Aus den zentralen Fragestellungen ergeben sich folgende untersuchungsleitenden Hypothesen:

1.) Der Standortkonversionsprozeß auf dem Flugplatzgelände Lahr vollzog sich in einzelnen Entwicklungsphasen, die von jeweils unterschiedlichen, aber insbesondere von den neu aufgetretenen Akteuren beeinflußt und dominiert wurden.

2.) Die an dem Umnutzungsprozeß beteiligten Akteure waren in ein Policy-Netz involviert.

Die theoretische Grundlage der diesbezüglichen Analyse bilden dabei der Policy–Cycle– Ansatz und das Netzwerkmodell. Deshalb soll in diesem Zusammenhang des weiteren die Praktikabilität des Zyklusansatzes für die Analyse eines Konversionsprozesses untersucht werden.

Dieser (Unter) Punkt läßt sich dabei auf folgende These bringen:

3.) Der Policy–Cyle- Ansatz bietet ein praktikables Instrumentarium zur Analyse eines Standortkonversionsprozesses.

Aufbau der Arbeit In einem ersten Schritt soll die methodische Vorgehensweise vorgestellt werden. Dabei ist es notwendig die Untersuchungsform Fallstudie zu erörtern und anschließend die grundlegenden methodischen Instrumentarien zu erläutern, die dieser Arbeit zu Grund liegen. Das erste Kapitel wird durch die Darstellung der Fallsituation auf dem Flugplatz Lahr/ Schwarzwald abgeschlossen.

Im Mittelpunkt des zweiten Kapitels soll der Konversionsbegriff erläutert und ein schematischer Überblick über die mit der Konversionsproblematik verbundenen Themenbereiche gegeben werden. In diesem Zusammenhang soll auch der aktuelle Stand in dem relativ neuen Forschungsbereich der Konversionsforschung vorgestellt werden. Um den Bezug zu der theoretischen Vorgehensweise herzustellen, soll schließlich dargestellt werden, in wie fern das Themenfeld Konversion als neues Politikfeld klassifiziert werden kann.

Die Vorstellung der theoretischen Herangehensweise wird im dritten Kapitel erfolgen. Dabei sollen zwei bedeutende theoretische Ansätze der Policy–Analyse dargestellt werden: der Policy–Cycle– und der Policy-Netzwerkansatz. Im Rahmen des struktur–funktionalisitischen Zyklusansatzes sollen im Einzelnen kurz die idealtypischen Phasen erläutert werden. Daran anschließend wird die eher handlungs- und steuerungstheoretische Policy–Netzwerk- Konzeption erörtert werden. Um eine problemadäquate Herangehensweise zu gewährleisten, soll daran anschließend versucht werden beide Ansätze in einen gemeinsamen analytischen Rahmen zu integrieren. Eine Diskussion soll verdeutlichen in wie fern die Synthese beider Ansätze auf die Standortkonversionsproblematik des Flugplatzgeländes Lahr angewandt werden kann. Am Ende dieses dritten Kapitels sollen die so gewonnen Erkenntnisse in graphisch aufbereiteter Form mit Hilfe eines Modells vorgestellt werden. Des weiteren soll der Terminus Einfluß diskutiert und abschließend im Rahmen des Erkenntnisinteresses dieser Arbeit expliziert und definiert werden.

Das vierte Kapitel markiert den Beginn der eigentlichen Analyse. Dabei soll der gesamte bisherige Umnutzungsprozeß im Fallbeispiel analog zu der Phaseneinteilung des Policy–Cycle analytisch zerlegt werden. Dabei gilt die besondere Berücksichtigung den involvierten Akteuren.

Im fünften Kapitel werden in Form eines Zwischenfazits, die ersten Ergebnisse vorgestellt, die sich aus der Anwendung des Phasenmodells ergeben. Dabei soll die gesamte Konversionsentwicklung auf dem Flugplatz Lahr in graphischer Form aufgezeigt werden, um insbesondere die in jeder Phase beteiligten Akteure zu benennen. Des weiteren soll die Anwendbarkeit des konzeptionellen Untersuchungsrahmens, d.h. des Zyklusmodells, auf die Konversionsproblematik in einer kritischen Gesamtschau diskutiert werden.

In wie fern beim Konversionsprozeß in Lahr Policy–Netze gebildet wurden, soll im Untersuchungsfokus des sechsten Kapitels stehen. Dabei soll unter Berücksichtigung der in Kapitel vier und fünf erarbeiteten Ergebnisse die Entwicklung des gesamten Policy–Netzes während des Umnutzungsprozesses analysiert werden. Am Ende diese Kapitels sollte es möglich sein, Aussagen über den Einfluß der in den Konversionsprozeß involvierten Akteure zu treffen.

Im Schlußkapitel sollen in einer Zusammenfassung sämtliche Untersuchungsergebnisse vorgestellt werden. In diesem Zusammenhang sollen auch die untersuchungsleitenden Ausgangsfragestellungen und die entsprechenden Thesen überprüft werden. Im Rahmen eines Ausblickes soll die Gesamtproblematik einer kritischen Würdigung zugeführt werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 5
1.1 Einführung in die Problemstellung 5
1.2 Aufbau der Arbeit 7
1.3 Die Untersuchungsform Fallstudie 8
1.4 Methodik 10
1.5 Die Stadt Lahr und das Flugplatzgelände 10
2. KONVERSIONSFORSCHUNG 13
2.1 Begriffsklärung- und abgrenzung 13
2.2 Stand der Forschung 14
2.3 Das Politikfeld Standortkonversion 18
3. THEORETISCHE GRUNDLAGE: POLICY-CYCLE UND NETZWERKANSATZ 19
3.1 Der Policy-Cycle im Fokus der Policy-Forschung 19
3.1.1 Phase 1: Die Problemdefinition 20
3.1.2 Phase 2: Die Agenda-Gestaltung 21
3.1.3 Phase 3: Die Politikformulierung 22
3.1.4 Phase 4: Die Implementation 23
3.1.5 Phase 5: Die Termination 26
3.1.6 Phase 6: Die Evaluation 26
3.2 Das Policy-Netz und die Netzwerkanalyse 27
3.3 Die Integration von Policy-Cycle- und Netzwerkansatz 30
3.4 Zwischenfazit: Standortkonversionsprozeß, Policy-Cycle und Netzwerkansatz 32
3.5 Exkurs: Der Akteurseinfluß 34
4. DER KONVERSIONSPROZEß IN LAHR IM FOKUS DES POLICY-CYCLE 36
4.1 Der Ost- Westbereich des Flugplatzgeländes Lahr 36
4.1.1 Problemdefinition: Die geplante Standortauflösung 36
4.1.2 Die Agenda-Gestaltung 41
4.1.3 Das Konversionsprogramm 42
4.1.4 Die Implementation und zwei neue Akteure 46
4.1.4.1 Die IGZ 46
4.1.4.2 Der Zweckverband „Industrie- und Gewerbepark Raum Lahr“ 50
4.1.4.3 Die finanzielle Unterstützung durch den Bund und das Land Baden-Württemberg 53
4.2 Das Flugbetriebsgelände 55
4.2.1 Die Diskussion über eine fliegerische Option: Problemdefinition und Agenda-Gestaltung 55
4.2.2 Die Frage der fliegerischen Nutzung in der Phase der Politikformulierung 55
4.2.3 Die Implementation des politischen Programmes: Der Verkehrslandeplatz 59
4.2.3.1 Unabhängige Variable 1: Der Konflikt zwischen Flugplatzgegnern- und befürwortern 60
4.2.3.2 Unabhängige Variable 2: Die ökonomische Entwicklung 61
4.3 Die Phasen der Termination und Evaluation im Konversionsprozeß Lahr 65
4.3.1 Die Programmbeendigung 65
4.3.2 Die Evaluation 66
5. ZWISCHENFAZIT: AKTEURE UND POLICY-CYCLE 68
5.1 Die Akteure im Standortkonversionsprozeß auf dem Flugplatz Lahr 68
Akteure 69
Problemdefinition 69
Akteure 70
Problemdefinition 70
5. 2 Die Anwendung des Policy-Cycle- Ansatzes 71
6. DIE POLICY-NETZE IM STANDORTKONVERSIONSPROZEß LAHR 73
6.1 Das Policy-Netz bei der Konversion des Ost- bzw. Westareals 74
6.1.1 Das Policy-Netz während der Problemdefinition und der Agenda- Gestaltung 74
6.1.2 Die Koalitionen in der Phase der Politikformulierung 75
6.1.3 Das Policy-Netz in der Implementationsphase 76
6.2 Das Policy-Subnetzwerk auf dem Flugbetriebsgelände 78
6.2.1 Das Policy-Subnetzwerk in der Phase der Politikformulierung 78
6.2.2 Das Policy-Subnetzwerk in der Implementationsphase 80
6.3 Vergleich zwischen dem Policy-Netz auf dem Ost- Westareal und dem Policy-Subnetzwerk auf dem Flugbetriebsgelände 82
Abbildung 6-1: Das neu enstandenen Policy-Netz auf dem Flugplatzgelände Lahr 85
6.4 Fazit: Der Akteurseinfluß im Standortkonversionsprozeß auf dem Flugplatz Lahr 85
6.4.1 Der Zweckverband: Ein Akteur ohne Einfluß? 91
7. RESÜMEÉ 94
7.1 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse 94
7.2 Ausblick 97
8. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 99
9. ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS 100
9.1 Abbildungsverzeichnis 100
9.2 Tabellenverzeichnis 100
10. LITERATURVERZEICHNIS 101
10.1 Dokumente und sonstige Quellen 110
10.2 Verwendete Presseartikel 111
Lahrer Zeitung 111
Badische Zeitung 112
10.3 Verwendete Internetlinks 113
10. 4 Gesprächspartner 113
11. EXPERTENINTERVIEW MIT DEM IGZ-GESCHÄFTSFÜHRER UND VERBANDSDIREKTOR JÜRGEN GACKSTATTER 114
12. EXPERTENINTERVIEW MIT DEM LAHRER BM AXEL LAUSCH 126

Arbeit zitieren:
Halter, Daniel September 2002: Akteure im Standortkonversionsprozeß, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konversion, Policy-Cycle, Netzwerkanalyse, qualitative Netzwerkanalyse, Akteurseinfluss

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