Akteurbezogene Analyse der aktuellen Situation im Markt für regenerativ erzeugte Elektrizität in Deutschland
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Wolfgang Otto
- Abgabedatum: September 2001
- Umfang: 106 Seiten
- Dateigröße: 502,2 KB
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4600-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4600-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4600-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Otto, Wolfgang September 2001: Akteurbezogene Analyse der aktuellen Situation im Markt für regenerativ erzeugte Elektrizität in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ökostrom, Strommarkt, Energiepolitik, Grüner Strom, Regenerative Energien
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Diplomarbeit von Wolfgang Otto
Einleitung:
Nach dem deutschen Ausstieg aus der Kernenergie-Nutzung und in Anbetracht drohender Klimakatastophen sowie der bevorstehenden Rohstoffknappheit gewinnen erneuerbare Energien an Bedeutung. Der junge Öko-Strommarkt wurde bisher vor allem durch die staatlichen Förderungsinstrumente bestimmt. Für eine künftige nachfrageinduzierte Entwicklung des Grünen Strommarktes gibt es eine große Menge weiterer Einflußfaktoren. Zum Zweck einer ganzheitlichen Analyse werden in dieser Arbeit Ziele und Maßnahmen aller beteiligten Akteure untersucht. Dies sind der Staat, die traditionellen Energieversorger, neuen Grünen Stromanbieter, die Umweltorganisationen und natürlich die Stromkunden.
Für die staatlichen Instanzen gerät der Klimaschutz zu einem Drahtseilakt zwischen Regulierung und dem Vertrauen auf die Marktkräfte. Im Markt für regenerativ erzeugten Strom wurde die Einspeisung gesetzlich geregelt, andere Themen wie die Netznutzung und Qualitätskontrolle werden aber bisher nicht staatlich reglementiert. Hier kommt es zu einer Verunsicherung der Grünen Stromkunden, die auch durch die normative Arbeit der Umweltorganisationen nicht aufgehoben wird. Die einzigen jenseits staatlicher Förderung gelegenen Chancen eines Grünen Strommarktes bestehen in einer breitangelegten Marketingstrategie und in einer konkurrenzfähigen Preisgestaltung.
Inhaltsverzeichnis:
| Executive Summary | II | |
| Danksagungen | III | |
| Inhaltsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | VII | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Ziel dieser Arbeit | 1 |
| 1.2 | Einführung in das Thema | 1 |
| 1.3 | Potentiale fossiler und regenerativer Energieträger | 4 |
| 1.4 | Methodik | 6 |
| 1.5 | Multidisziplinarität der Aufgabe | 8 |
| 2. | Der Staat | 11 |
| 2.1 | Akteursbeschreibung: Die staatlichen Instanzen | 11 |
| 2.2 | Energiepolitische Ziele des Staates | 11 |
| 2.3 | Staatliche Maßnahmen zum Klimaschutz | 14 |
| 2.3.1 | Maßnahmenkatalog der Studie "Klimaschutz durch Nutzung erneuerbarer Energien" | 15 |
| 2.3.1.1 | Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) | 17 |
| 2.3.1.2 | Vermarktung von Grünem Strom | 19 |
| 2.3.1.3 | Flankierende Maßnahmen | 20 |
| 2.3.1.4 | Deutsche Energie-Agentur | 22 |
| 2.3.2 | Staatliche Förderung und Marktwirtschaft | 23 |
| 2.3.3 | Quotenregelung | 24 |
| 2.3.4 | Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung | 25 |
| 2.3.5 | Handel mit Emissionsrechten | 26 |
| 2.3.6 | Harmonisierung des Grünen Strommarktes auf europäischer Ebene | 27 |
| 2.3.7 | Schutz vor Importen | 29 |
| 2.3.8 | Vorläufiger Verzicht auf Einrichtung einer Regulierungsbehörde | 30 |
| 3. | EVU | 31 |
| 3.1 | Akteursbeschreibung: Die Versorgungsstruktur | 31 |
| 3.2 | Strategische Ziele der EVU | 31 |
| 3.2.1 | Unternehmenswert sichern | 32 |
| 3.2.2 | Marktposition halten und ausbauen | 33 |
| 3.2.3 | Klimaschutz | 34 |
| 3.3 | Operative Maßnahmen der EVU | 34 |
| 3.3.1 | Kostensenkung | 34 |
| 3.3.2 | Politische Einflußnahme: Lobbyismus | 35 |
| 3.3.3 | Stromhandel | 37 |
| 3.3.3.1 | Strombörsen | 37 |
| 3.3.3.2 | Trading Floors | 38 |
| 3.3.4 | Konzentrationsprozeß | 38 |
| 3.3.5 | Netznutzung und Versorgerwechsel | 40 |
| 3.3.6 | Marketing | 44 |
| 3.3.7 | Produktpolitik: added values | 46 |
| 4. | Grüne Stromanbieter | 48 |
| 4.1 | Definition Grüner Strom | 48 |
| 4.1.1 | Erzeugungstechnologien | 48 |
| 4.1.2 | Zubauverpflichtung der Grünen Stromanbieter | 49 |
| 4.1.3 | Produktkategorien bei Grünem Strom | 49 |
| 4.1.3.1 | Händlermodelle | 50 |
| 4.1.3.2 | Fonds- oder Zuschußmodelle | 51 |
| 4.2 | Akteursbeschreibung: Grüne Stromanbieter | 52 |
| 4.3 | Ziele Grüner Anbieter | 53 |
| 4.3.1 | Glaubwürdigkeit | 53 |
| 4.3.2 | Vereinheitlichung der Umweltstandards | 54 |
| 4.3.3 | Qualitäts- statt Preiswettbewerb | 54 |
| 4.3.4 | Grüne Tarife als Internalisierungsstrategie | 56 |
| 4.4 | Maßnahmen Grüner Stromanbieter | 57 |
| 4.4.1 | Marketing für Grünen Strom | 57 |
| 4.4.1.1 | Primärziel-orientiertes Marketing | 59 |
| 4.4.1.2 | Markenbildung: „Strom ist.grün?“ (branding) | 59 |
| 4.4.2 | Sekundäre Dienstleistungsangebote | 62 |
| 4.4.3 | Grüne Trader | 63 |
| 5. | Umweltorganisationen | 66 |
| 5.1 | Akteursbeschreibung: DieUmweltorganisationen in Deutschland | 66 |
| 5.2 | Strategische Ziele der Umweltorganisationen | 67 |
| 5.3 | Maßnahmen der Umweltorganisationen | 67 |
| 5.3.1 | Umweltzertifikate | 68 |
| 5.3.2 | Lobbyarbeit | 73 |
| 6. | Grüne Stromkunden | 75 |
| 6.1 | Akteursbeschreibung: Der Grüne Stromkunde | 75 |
| 6.2 | Individuelle Ziele: Grüne Kundenbedürfnisse | 76 |
| 6.2.1 | Verbesserung der Umweltqualität | 76 |
| 6.2.2 | Ausstieg aus der Atomkraft | 77 |
| 6.2.3 | Intergenerationelle Gerechtigkeit | 77 |
| 6.2.4 | Preiswürdigkeit | 78 |
| 6.3 | Private Maßnahmen: Bedürfnisorientiertes Handeln | 78 |
| 6.3.1 | Zahlungsbereitschaft für Grünen Strom | 79 |
| 6.3.1.1 | Gründe mangelnder Beteiligung an Grünen Tarifen | 81 |
| 6.3.1.2 | Lösungsstrategien für das Gefangenen-Dilemma | 84 |
| 6.3.2 | Selbstversorgung mit regenerativ erzeugtem Strom | 86 |
| 6.3.3 | Stromeinsparung und Effizienzerhöhung | 87 |
| 7. | Zusammenfassung | 88 |
| Literaturverzeichnis | 91 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 96 |
3.3.6 Marketing Zunächst ist festzustellen, daß es im Elektrizitätssektor ein großes Defizit im Bereich Marketing gab. In dem bis 1998 bestehenden Angebotsmonopol machte es keinen Sinn, das Produkt ‚Strom‘ besonders zu profilieren. Die PR- und Vertriebsabteilungen der Stromversorger mußten nach der Liberalisierung personell ergänzt und umstrukturiert werden. Dieser Prozeß dauert noch an. Im Oktober 2000 fand in Berlin der erste Fachkongreß zum Thema ‚Perspektiven des Energievertriebs‘ statt. Veranstalter war der Fachverband für EnergieMarketing und –Anwendung e.V. beim VDEW. Nach Angaben der ACNielsen Werbeforschung haben die Energieversorger ihre Werbeetats von rund 90 Mio. DM im Jahr 1997 auf knapp 400 Mio. DM in 1999 mehr als vervierfacht98. Allein das Werbebudget der EnBW Mar- [...]
Center eingerichtet. Diese neutrale Abrechnungsstelle übernimmt künftig die genannten Aufgaben in Form einer elektronische Plattform94. Damit wird die Rechtfertigung für die Erhebung von Wechselgebühren entfallen. Die Arbeitsgemeinschaft ‚Klimaschutz durch Nutzung erneuerbarer Energien‘ hat eine Clearingstelle bereits in ihrer 1999 veröffentlichten Studie gefordert95. Erfahrungen in Norwegen belegen, daß nach Abschaffung der dortigen Gebühr für den Versorgerwechsel Anfang 1997 ein lebhafter Wettbewerb im Haushaltskundensektor entstanden ist96. Zur Verunsicherung der Kunden tragen aber auch Fälle der Vertragsverletzung auf Seiten der neuen Anbieter bei. Beispiele hierfür sind die Insolvenzen der Zeus Strom AG, von Vossnet oder der Zweitausend Stromvertrieb AG. Die Zeus Strom AG hatte bei seinen bundesweit schätzungsweise 44.000 Kunden Vorauszahlungen eingezogen, ohne der Lieferverpflichtung nachzukommen97. Die beschriebene Situation verunsichert die Verbraucher, so daß sich bisher die Wechselquote in engen Grenzen hält. Sie liegt in einer Größenordnung von zwei bis drei Prozent bei Haushaltskunden und zehn Prozent bei industriellen und gewerblichen Kunden. [...]
Beibehaltung der 8 Regelgebiete: Im liberalisierten Strommarkt ist es für Lieferanten nicht immer ohne weiteres möglich, verkaufte bedarfsorientierte Lieferungen vollständig aus eigenen Kraftwerken zur Verfügung zu stellen. Daher werden Lieferverpflichtungen an Großkunden meist in Form prognostizierter Lastfahrplänen erfüllt. Fahrplanabweichungen aufgrund von Wetter-, Produktionsschwankungen oder anderer unvorhersehbarer Ereignisse müssen von einem unabhängigen Systembetreiber ausgeglichen werden. Diese Funktion bleibt weiterhin den großen Verbundunternehmen vorbehalten. Die acht historisch entstandenen Regelgebiete bleiben erhalten. Durch die Abnahmeverpflichtung des sehr teuren Regelstroms fühlen sich unabhängige Anbieter benachteiligt88. Die Praxis in Skandinavien zeigt, daß die Ausregelung von Fahrplanabweichungen auch wettbewerblich organisiert werden kann. Eine faire Zwischenlösung könnte so aussehen, daß Fahrplanabweichungen einzelner Lieferanten nur dann von den Verbundunternehmen in Rechnung zu stellen sind, wenn die Gesamtbilanz der Regelenergie in einem Regelgebiet negativ ist, d.h. wenn es zeitgleich insgesamt mehr zufällige Fehlmengen als Überschüsse gibt89. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446000
Arbeit zitieren:
Otto, Wolfgang September 2001: Akteurbezogene Analyse der aktuellen Situation im Markt für regenerativ erzeugte Elektrizität in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ökostrom, Strommarkt, Energiepolitik, Grüner Strom, Regenerative Energien



