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Akkumulation und Weitergabe von Schwermetallen aus belasteten Böden in systematisch kultivierten Völkern der dunklen Erdhummel Bombus Terrestris

Akkumulation und Weitergabe von Schwermetallen aus belasteten Böden in systematisch kultivierten Völkern der dunklen Erdhummel Bombus Terrestris
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreé Hamm
  • Abgabedatum: März 1996
  • Umfang: 132 Seiten
  • Dateigröße: 6,7 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0759-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0759-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0759-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hamm, Andreé März 1996: Akkumulation und Weitergabe von Schwermetallen aus belasteten Böden in systematisch kultivierten Völkern der dunklen Erdhummel Bombus Terrestris, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bioindikation, Schwermetalltransfer, Apoidea, Hymenoptera

Diplomarbeit von Andreé Hamm

Einleitung:

Schwermetalle finden ihren natürlichen Ursprung im anstehenden Tiefengestein bzw. im Gestein unter der Bodendeckschicht. Je nach Art und Morphologie des Gesteins, kann es durch dessen Verwitterung auf natürlichem Wege zu ungewöhnlich hohen Schwermetallgehalten im Boden kommen. Schwermetalle werden seit frühester Menschheit genutzt, um Gebrauchsgegenstände zu fertigen. Bei der Erschließung und dem Abbau der Schwermetalle fallen große Mengen von Abraum an. Die Entsorgung dieses Abraums führt zur Entstehung anthropogen veränderter Böden die z.T. sehr hohe Schwermetallbelastungen aufweisen. Die Überwachung und Erfassung der Belastung von Böden, der Luft und der Gewässer mittels biologischer Organismen oder ganzer biologischer Systeme im Rahmen des Biomonitorings gewinnt immer mehr an Bedeutung. So wurden z.B., Lumbricus terrestris L. (Regenwurm) und Dreissena polymorpha Fall. (Dreikantmuschel) schon vielfach eingesetzt, um die Schwermetallbelastung neben stark befahrenen Autostraßen bzw., in Süßgewässern zu überwachen.

Unter den Hymenopteren stellte sich die Honigbiene Apis mellifera L. als geeigneter Bioindikator zur Erfassung von Schadstoffbelastungen der Umwelt heraus. So stellte DRESCHER eine Liste von Gründen auf, welche die Eignung und die Vorteile der Honigbiene im Biomonitoring besonders verdeutlichen. Der Einsatz von Apis mellifera beschränkte sich in der Regel auf die Untersuchung der Belastung eines Gebietes durch Aerosole. BROMENSHENK konnte nachweisen, dass die Populationsdynamik und der Honigertrag von Apis mellifera negativ mit dem Schadstoffgehalt der Bienen korreliert ist.

Zusammenfassung:

In der vorliegenden Arbeit wurde am Beispiel von vier Schwermetallen (Cd, Pb, Zn, Cu) untersucht, ob umweltbelastende Stoffe aus entsprechend belasteten Böden, über die Blütenprodukte Pollen und Nektar der anzutreffenden Vegetation von den Arbeiterinnen eines Volkes der Dunklen Erdhummel Bombus terrestris L. aufgenommen werden. Weiterhin galt es zu untersuchen, ob diese Schadstoffe innerhalb des Hummelvolkes an die Brutstadien - Larve und Puppe - weitergegeben werden und inwieweit sie auch in den anderen Komponenten eines Hummelvolkes - Kokons, Wachs und Kot - zu finden sind. Aber nicht nur die grundsätzliche Klärung der Frage, ob eine Weitergabe erfolgt, war von Interesse, sondern auch inwieweit sich eine Akkumulation, ausgehend vom belasteten Boden über die Vegetation in den verschiedenen Komponenten eines Hummelvolkes erkennen lässt. LINDQUIST et al. untersuchten die Metallbelastung von Hummelköniginnen von vier Arten der Gattung Bombus und einer Art der Gattung Psithyrus. Sie fanden heraus, dass die Konzentrationen von Cadmium, gefolgt von Kupfer geringer waren als die von Eisen und Zink. Innerhalb der vier Bombus-Arten traten keine signifikanten Unterschiede auf Die Psithyrus-Art hingegen wies einen wesentlich geringeren Gehalt an Eisen auf Da die von DRESCHER angeführten Gründe für die Eignung der Honigbiene als Monitororganismus im wesentlichen auch auf die dunkle Erdhummel zutreffen, war ein weiterer wesentlicher Aspekt der vorliegenden Untersuchungen, in Abhängigkeit der Ergebnisse zu bewerten, ob sich ein Volk der Erdhummel Bombus terrestris mit seinen Komponenten zur Bioindikation der Schwermetallbelastung von Böden eignet und welche Komponenten den größten Zeigerwert aufweisen. Darüber hinaus sollte auch geprüft werden, ob die Erdhummel aufgrund der folgenden Eigenschaften nicht besser als die Honigbiene für das Biomonitoring von Schwermetallbelastungen, insbesondere kleinerer Areale geeignet ist:

- Hummelvölker sind aufgrund der Weiterentwicklung der Aufzuchtmethoden ganzjährig kommerziell erhältlich und damit während des Untersuchungszeitraumes jederzeit verfügbar.

- Es steht ein längerer Untersuchungszeitraum als bei Apis mellifera zur Verfügung.

- Der Flugradius ist in der Regel kleiner als der Flugradius der Honigbiene.

- Zu Analysezwecken lassen sich mehr Komponenten entnehmen.

- Bombus terrestris ist unempfindlicher gegenüber unwirtlichen Witterungsbedingungen.

- Die Handhabung der Hummelvölker ist grundsätzlich einfacher.

Nach der Auswahl unterschiedlich stark schwermetallbelasteter Untersuchungsstandorte, erfolgte an jedem Standort die Entnahme von Bodenproben und Proben der vorhandenen Vegetation, um ein Bild von der Höhe der vorliegenden Belastung sowohl des Bodens als auch der Pflanzen durch die vier Schwermetalle zu erhalten. Danach wurden an jedem Standort während der Vegetationsperiode in drei aufeinander folgenden Zeiträumen Versuchsvölker mit max. 50 Arbeiterinnen aufgestellt. Diese verblieben für die Dauer von ca. 21 Tagen am Standort. Nach der Rücküberführung der Völker erfolgten die Entnahme der einzelnen Komponenten und deren Analyse, um die Schwermetallgehalte zu ermitteln.

Während die Völker an den Standorten aufgestellt waren, wurden die folgenden Untersuchungen durchgeführt:

- Vegetationsaufnahme.

- Beobachtung der Flug- und Sammelaktivität.

Da die vier untersuchten Schwermetalle unterschiedliche Toxizität, Verfügbarkeit sowie ernährungsphysiologische Bedeutung und damit auch eine unterschiedliche ökologische Relevanz besitzen, wurden die Untersuchungen zunächst getrennt nach den Elementen vorgenommen. In einem abschließenden Vergleich und einer abschließenden Bewertung erfolgte eine Gewichtung der vier Schwermetalle. Im Grundsatz wurde der Klärung der folgenden Fragen nachgegangen:

- Erfolgt eine Aufnahme der Schwermetalle durch die Arbeiterinnen eines Hummelvolkes in Abhängigkeit von der Konzentration in der Bodenlösung der verschiedenen Standorte?

- Erfolgt eine Weitergabe der Schwermetalle innerhalb des Hummelvolkes und lässt sich eine Gesetzmäßigkeit im Hinblick auf die Konzentrationen in den einzelnen Brutstadien und Komponenten des Volkes erkennen?

- Kommt es zur Akkumulation der Schwermetalle in einzelnen bzw. allen Komponenten des Hummelvolkes?

- Ist die Erdhummel Bombus terrestris respektive sind die Komponenten ihrer Völker ein geeigneter Bioindikator, um die Höhe der Schwermetallbelastung von Böden nachzuweisen?

- Ist die Erdhummel als Bioindikator besser geeignet als die Honigbiene Apis mellifera?

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Zur Biologie der Dunklen Erdhummel, Bombus terrestris L. 4
3. Bioindikation und Biomonitoring 8
3.1 Definition und Bedeutung 8
3.2 Apoidea als Bioindikatoren 12
4. Die Schwermetalle Blei, Cadmium, Zink und Kupfer 15
4.1 Definition und Bedeutung 15
4.2 Ursprung der Schwermetalle im Boden 18
4.2.1 Die Bindungsarten der Schwermetalle im Boden 19
4.3 Die Schwermetallaufnahme durch den Organismus und deren physiologische Wirkung 23
5. Material und Methoden 28
5.1 Die Hummelaufzucht und die Versuchsvölker 28
5.1.1 Die ganzjährige systematische Haltung und Aufzucht der Dunklen Erdhummel Bombus terrestris L. 28
5.1.2 Aufstellen der Versuchsvölker 31
5.2 Auswahl der Versuchsstandorte 33
5.2.1 Die Auswahlkriterien 33
5.3 Die Versuchsstandorte 34
5.3.1 Zur Geographie der Untersuchungsgebiete im Großraum Bonn 35
5.3.2 Erläuterungen zum Standort Institut 36
5.3.3 Erläuterungen zu den Standorten Siegaue 1 und 2 37
5.3.4 Erläuterungen zum Standort Grube Laura 39
5.3.5 Zur Geographie der Untersuchungsgebiete der Mechernicher Triasbucht 40
5.3.6 Erläuterungen zu den Standorten in der Mechernicher Triasbucht 41
5.4 Klima der Standorte 43
5.4.1 Zum Klima der Standorte Institut - Siegaue 1, 2 - Grube Laura 41
5.4.2 Zum Klima der Standorte in der Mechernicher Triasbucht 44
5.5 Untersuchungen an den Standorten 45
5.5.1 Die Bodenuntersuchungen 45
5.5.2 Die Vegetationsaufnahme und Bestimmung der Trachtpflanzen 46
5.5.3 Die Entnahme der Blütenproben 46
5.5.4 Die Beobachtung der Flug- und Sammelaktivität 46
5.6 Die Aufbereitung und Analyse der Proben 47
5.6.1 Die Bodenproben 47
5.6.2 Die Proben der Hummelkomponenten und Bluten 49
5.7 Die Laborversuche 51
5.8 Das Prinzip des AAS und des Graphitrohres 52
6. Ergebnisse 53
6.1 Ergebnisse der Bodenuntersuchungen 53
6.1.1 Schwermetallgehalte der Böden in den Untersuchungsgebieten 53
6.1.2 Vergleich der Schwermetallgehalte der Böden in den Untersuchungsgebieten 60
6.2 Ergebnisse der Vegetationsuntersuchungen 64
6.3 Ergebnisse der Blütenanalysen 66
6.4 Ergebnisse zur Beobachtung der Sammel- und Flugaktivität 74
6.5 Ergebnisse der Analysen der Hummelkomponenten 75
6.5.1 Analysenergebnisse der Freilandvölker 75
6.5.2 Analysenergebnisse der Laborvölker 81
7. Diskussion 88
7.1 Der Boden 88
7.2 Die Vegetation 89
7.3 Die Hummelkomponenten 91
7.4. Schlussbetrachtung 96
8. Zusammenfassung 98
9. Literatur 101
10. Anhang 105

Arbeit zitieren:
Hamm, Andreé März 1996: Akkumulation und Weitergabe von Schwermetallen aus belasteten Böden in systematisch kultivierten Völkern der dunklen Erdhummel Bombus Terrestris, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bioindikation, Schwermetalltransfer, Apoidea, Hymenoptera

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