Age Power 2010 - Erfolgreiches Best Ager-Marketing
Kritische Betrachtung des Wachstumsmarktes 45Plus mit strategischer und psychologischer Ausrichtung zur richtigen Kommunikation in gesättigten Märkten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tobias Giereth
- Abgabedatum: August 2004
- Umfang: 143 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Pforzheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8724-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8724-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8724-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Giereth, Tobias August 2004: Age Power 2010 - Erfolgreiches Best Ager-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Seniorenmarketing, Zielgruppenmarketing, 50Plus, Seniorenmarkt, Senioren
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Diplomarbeit von Tobias Giereth
Zusammenfassung:
Hintergrund meiner Diplomarbeit ist die aktuelle Situation in Deutschland und Westeuropa. Gekennzeichnet ist diese durch existenzbedrohende Preiskämpfe auf überwiegend gesättigten Märkten. Einhergehend ist diese mit einer stärkeren Segmentierung der Märkte durch zunehmende Individualisierung der neuen Konsumenten. Die stagnierende Homogenität der Produkte und der Mangel an echten, für den Konsumenten relevanten Produktinnovationen, fordert eine neue Ausrichtung der Kommunikation. Es gilt für Unternehmer und Werbefachleute sich dieser Herausforderung zu stellen.
Gerichtet ist diese Arbeit an alle Unternehmen die vor diesem Hintergrund bestehen wollen. Sie soll dem Leser helfen die Zeichen der Zeit zu erkennen und sein Unternehmen an den gegebenen Umständen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Ihm werden Überlegungen nahe gelegt, die aus der Beobachtung der wirtschaftlichen Realität geboren sind. So ist die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft schon lange bekannt. Doch nur zögerlich wird darauf reagiert. Schon vor über zehn Jahren wurde der Seniorenmarkt als Wachstumsmarkt erkannt. Auch ist das Thema gesättigter Märkte kein neues.
„Meine Muse ist der Mangel“, so hat es der Schriftsteller und Buchautor Martin Walser einmal treffend formuliert. Auch ich sehe immer noch einen gewissen Mangel in der Kommunikation und Unternehmensausrichtung hinsichtlich dieser genannten Tatsachen.
Diese Diplomarbeit ist aber auch an alle Werbeagenturen gerichtet, die sich ihrer entscheidenden Kommunikationsaufgabe bewusst sein dürften. Viel zu oft kommt der angestrebte Konsens zwischen Unternehmen und Agentur nicht zu Stande. So ist es, nach meiner Auffassung, für den Kreativen in der Agentur genauso wichtig, betriebswirtschaftliches und strategisches Grundverständnis zu schulen, wie es für den Unternehmer wichtig ist, eine richtige Vorstellung von Kommunikation und Kreativität zu besitzen. Denn wer nicht kommuniziert, existiert nicht! Es geht also um die Existenz.
Grundsätzliches Ziel der Diplomarbeit ist es einen möglichst umfangreichen Überblick zu geben und dabei die nötige Tiefe nicht zu vernachlässigen. Weiteres Ziel ist es neue Aspekte und neue relevante Sichtweisen in die aktuelle Thematik zu bringen und auf bisherige wichtige Erkenntnisse einzugehen. Dabei wird immer vom Allgemeinen auf das Besondere, sprich den Best Ager, geschlossen. Bewusst wird dabei in wissenschaftlichen Bereichen gesucht, die nur auf den zweiten Blick äußerst ertragreich für das Marketing sind.
Im ersten Teil meiner Diplomarbeit wird auf die betriebswirtschaftliche Bedeutung des Best Age-Marktes und die strategische Unternehmensausrichtung eingegangen. Zielsetzung des strategischen Teils ist es, sich bereits vor dem Eintritt in den Best Age-Markt einige grundsätzliche strategische Überlegungen bewusst zu machen. Dabei gilt es, erkennbare Entwicklungen der nächsten Jahre mit einer neuen Strategieempfehlung zu begegnen, welche sich an die zwei wesentlichen Marktteilnehmer richtet, und diese zeitnah umzusetzen. Der Best Age-Markt soll durchaus kritisch hinterleuchtet werden und ein vorausschauendes Profil des Best Agers erstellt werden, das eine Gültigkeitsberechtigung bis 2010 hat. Außerdem wird der Frage nach der Segmentierung des Marktes mit einem neuen Segmentierungsansatz begegnet werden, der nicht Anspruch auf Vollständigkeit, sondern Anspruch auf Gültigkeit stellt und in seinem Wesenskern auf das Wesentliche selbst abzielt.
Im zweiten Teil der Arbeit soll eine psychologische Hinführung an den Konsumenten erfolgen. Es geht also um die Psyche des Menschen. Was bestimmt sein Handeln? Und was bedeutet das für die Werbung? Dies zu beantworten ist Aufgabe dieses psychologischen Teils. Schwerpunkte meiner Arbeit bilden dabei unbewusste Prozesse, die Macht von Emotionen und neuere psychologische Phänomene. Es soll über dies der Beweis erbracht werden, welche unumgängliche Bedeutung Emotionen für die Werbung besitzen. Weiter soll gezeigt werden, dass mit dem psychologischen Selbstkonzept ein, aufgrund seiner umfassenden Bedeutung, elementares Handlungsmodell unbedingt Einzug in die werbliche Betrachtung des Best Agers halten muss. Um dies zu belegen, wird hinführend vor allem auf neuzeitliche Phänomene u.a. aus dem Fernsehen eingegangen. Das Selbst wird hier eine wesentliche Rolle spielen und schließlich zu einer Positionierungsempfehlung führen.
Im dritten und letzten Teil wird eine Umsetzung in der TV-Werbung angestrebt, die im Wesentlichen auf dem werbehabitualsierierten Konsumenten basiert. Es sollen Mittel und Wege aufgezeigt werden, wie es gelingen kann über Stereotype auch den Best Ager anzusprechen. Dass Stereotype unausweichliches Mittel der Kommunikation geworden sind, wird in diesem Teil veranschaulicht. Über dies hinaus, werden dem Leser einige entscheidende Umsetzungsregeln und Muster an die Hand gegeben, mit denen er zukunftgerichtete, zielgruppenadäquate, kreative und effiziente Best Ager-Werbung im TV kommunizieren kann.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 7 | |
| A-Teil | Strategische Unternehmensausrichtung als Grundvoraussetzung für den Eintritt in den Best Age-Markt in Deutschland bis 2010 | 10 |
| 1. | Von bestehenden Strategien in gesättigten Märkten zu einem neuen Strategiekonzept als Idealposition | 10 |
| 1.1 | Bestandsaufnahme als Ausgangssituation für weitere strategische Überlegungen | 10 |
| 1.2 | Gesättigte Märkte in Deutschland | 11 |
| 1.2.1 | Marktsättigung unter „stagnierenden Unternehmern“ | 11 |
| 1.2.2 | Gründe für das Postulat der Marktsättigung in Deutschland | 12 |
| 1.2.3 | Bestehende Strategien in gesättigten Märkten | 13 |
| 1.3 | Neues Strategiekonzept in gesättigten Märkten | 14 |
| 1.3.1 | Kombination aus Marktnischen – und Kostensenkungsstrategie | 14 |
| 1.3.2 | Umsetzung der Kombinationsstrategie | 15 |
| 1.4 | Zielgruppenrelevante Differenzierung als Grundvoraussetzung für den Einstieg in den Best Age-Markt | 16 |
| 1.4.1 | Zukunftsorientierte Relevanzüberprüfung als Basis zielgruppenadäquater Differenzierung | 16 |
| 1.4.2 | Voraussetzungen emotionaler Erlebniswerte als Mittel zielgruppenrelevanter Differenzierung | 17 |
| 2. | Untersuchung der Bedeutung des Best Age-Marktes bis 2010 | 18 |
| 2.1 | Kritische Betrachtung des Best Age-Marktes | 18 |
| 2.2 | Risiko-Analyse anhand relevanter Themenfelder | 19 |
| 2.2.1 | Thema Rente | 19 |
| 2.2.2 | Thema Sparen ohne Konsumverzicht | 22 |
| 2.2.3 | Thema Konsum | 23 |
| 2.2.4 | Thema Terrorangst | 24 |
| 2.2.5 | Thema Einkommen und Investitionen | 25 |
| 2.3 | Chancen-Analyse | 26 |
| 2.3.1 | Demographische Entwicklung und Vermögensentwicklung | 26 |
| 3. | Profil des Best Agers als mündiger Konsument | 27 |
| 3.1 | Untersuchung charakteristischer Altersmerkmale | 27 |
| 3.1.1 | Gesellschaft und Alter | 27 |
| 3.1.2 | Lernfähigkeit mit zunehmenden Alter | 28 |
| 3.1.3 | Psychomotorische Leistungsfähigkeit des Best Agers | 29 |
| 3.1.4 | Selbstbild im Alter | 29 |
| 3.1.5 | Einsamkeit im Alter | 30 |
| 3.1.6 | Soziale Kontakte im besten Alter | 30 |
| 3.1.7 | Selbsteinschätzung im hohen Alter | 31 |
| 3.2 | Wissenschaftliche Befunde zur Widerlegung von Vorurteilen gegenüber Best Agern | 32 |
| 3.3 | Lebenssituation im Best Age | 33 |
| 3.4 | Der Best Ager 2010 als Wohlstandserbe | 34 |
| 3.5 | Interesse der Best Ager an ein zielgruppenadäquates Produkt | 34 |
| 3.6 | Der mündige Konsument allgemein | 35 |
| 3.6.1 | Die Realität des mündigen Konsumenten in Deutschland | 36 |
| 3.6.2 | Der mündige Konsument im besten Alter | 36 |
| 3.7 | Kennzeichen des Best Agers 2010 | 37 |
| 3.7.1 | Schwindendes Vertrauen und Aufmerksamkeit des Best Agers in der Kommunikation | 37 |
| 3.7.2 | Schwindende Kundentreue des Best Agers im Verkauf | 38 |
| 3.7.3 | Leben auf höchstem Niveau | 38 |
| 3.7.4 | Best Ager und Individualität | 39 |
| 3.7.5 | Die neue Authentizität des mündigen Best Agers – ein altes Phänomen | 39 |
| 3.7.6 | Die Konsumgewohnheit des Best Agers – Ein Fähnlein im Wind | 39 |
| 3.7.7 | Best Ager und Selbstbestimmung | 40 |
| 4. | Alternativer Segmentierungsansatz als Ausweg aus dem Dilemma | 41 |
| 4.1 | Vorwissenschaftliche Überlegung | 41 |
| 4.2 | Bedeutung der Relevanz als Basis für eine neue Segmentierung | 42 |
| 4.3 | Forderungen an die neue Segmentierung | 43 |
| 4.4 | Die Relevanz-Segmentierung | 44 |
| 4.5 | Grundthese und Suche nach den neuen Konstanten mit Überprüfung am Status-quo | 44 |
| 5. | Strategische Entscheidungshilfe hinsichtlich der Markenpositionierung für die neue Zielgruppe Best Ager | 46 |
| 5.1 | Entscheidungskriterien Dachmarke oder Sub-Brand | 46 |
| 5.2 | Allgemeine Konflikte bei der Erschließung neuer Zielgruppen | 47 |
| B-Teil | Grundlegende psychologische Schwerpunkte für die Best Ager-Kommunikation hinführend der Bedeutung und Positionierung des Selbst als essenzielles Elementarmodell unseres Handelns | 49 |
| 1. | Untersuchung bestimmter verhaltenspsychologischer Phänomene bei der Kaufentscheidung des mündigen Konsumenten | 49 |
| 1.1 | Limitierter Kauf des mündigen Konsumenten | 49 |
| 1.2 | Habitualisierter Kauf des mündigen Konsumenten | 50 |
| 1.3 | Ausnahme zentraler Beeinflussung und extensiver Käufe | 51 |
| 1.4 | Die Konsequenz der Bequemlichkeit des Konsumenten – der Knock-Out-USP | 51 |
| 1.5 | Die psychologische Preispolitik für den mündigen Konsumenten | 52 |
| 1.6 | Der Endowment-Effekt bei der Kaufentscheidung | 53 |
| 1.7 | Der Vergleich bei der Kaufentscheidung | 53 |
| 1.8 | Der lange Weg vom Wunsch zum Kauf | 54 |
| 1.8.1 | Wünsche ohne Kaufhandlung | 54 |
| 2. | Untersuchung bestimmter lernpsychologischer Phänomene auf ihre Bedeutung für die Werbung mit dem mündigen Konsumenten | 55 |
| 2.1 | Der Trugschluss der klassischen Konditionierung in der Werbung | 55 |
| 2.2 | Der Trugschluss der operanten Konditionierung in der Werbung | 56 |
| 2.3 | Die Bedeutung der Einstellung für das Verhalten des Best Agers | 57 |
| 2.3.1 | Das Ziel der Verhaltensbeeinflussung und seine Verfehlung | 57 |
| 2.3.2 | Unmöglichkeit der Verhaltensprognose über Einstellungen | 57 |
| 3. | Untersuchung der Bedeutung des Unterbewusstseins für die Werbekommunikation allgemein und für den Best Ager | 58 |
| 3.1 | Vorbewusste Vorentscheidung vor dem Kauf | 58 |
| 3.1.1 | Erzeugung von Sympathie | 59 |
| 3.1.2 | Sympathie über Selbstpositionierung | 60 |
| 3.2 | Die eklatante Leugnung des Unterbewusstseins | 60 |
| 3.3 | Beeinflussung des Handelns durch unbewusste Gedächtnisleistungen | 60 |
| 3.3.1 | Implizites Lernen und Erinnern | 60 |
| 3.3.2 | Gefühl des Erinnerns und Gedächtniseffekt | 61 |
| 3.4 | Erzeugung bewusster Prozesse | 62 |
| 3.5 | Schaffung unbewusster Vertrautheit mittels Priming | 62 |
| 3.5.1 | Priming und Kontextreize in der Werbung | 63 |
| 3.6 | Assimilation und Kontrast in gesättigten Märkten | 64 |
| 3.7 | Reaktanz und die Partizipation daran | 65 |
| 3.8 | Nutzung kognitiver Dissonanz | 66 |
| 4. | Emotionspsychologie: Untersuchung der Bedeutung von Emotionen für die Best Ager-Kommunikation | 67 |
| 4.1 | Evolutionstheoretische Emotionstheorie | 67 |
| 4.2 | Emotionen heute | 67 |
| 4.3 | Einfluss von Emotionen auf das menschliche Handeln | 68 |
| 4.4 | Willentliche Beeinflussung von Emotionen | 69 |
| 4.5 | Bedeutung des neurologischen Überwachungssystems für die Werbung | 70 |
| 4.6 | Emotionen vs. Kognitionen | 70 |
| 4.7 | Die Macht der Emotionen bei der Gedächtnisleistung | 72 |
| 4.8 | Die Emotionslage alter Menschen | 73 |
| 4.8.1 | Stimmung im Alter | 74 |
| 4.8.2 | Manko im Alter | 75 |
| 5. | Entwicklungspsychologie: Untersuchung bestimmter psychologischer Phänomene der Neuzeit und ihre Bedeutung für das Selbstkonzept des Best Agers | 75 |
| 5.1 | Gruppenpsychologische Phänomene als Basis für das Selbstkonzept | 75 |
| 5.1.1 | Einfluss der Gruppe | 75 |
| 5.1.2 | Die Bedeutung von Vergleichsgruppen und sozialem Vergleich für die Werbung | 75 |
| 5.1.3 | Ausschöpfung kollektiv-aggressiver Begeisterung im Best Age-Markt | 76 |
| 5.2 | Aktivierung von Neugier beim Best Ager | 77 |
| 5.3 | Kommunikation über das Urmotiv Mangel | 78 |
| 5.4 | Langweile im gehobenen Alter | 78 |
| 5.5 | Gesellschaftsphänomen Narzissmus | 78 |
| 5.6 | Prestige und Suggestion zum Zweck der Beeinflussung des Best Agers | 79 |
| 5.7 | Die Kontroverse der Identität mit fortschreitendem Alter | 80 |
| 5.8 | Individualität als gesellschaftliches Phänomen der Selbstpositionierung | 81 |
| 5.8.1 | Kalkulierte Individualisierung beim Best Ager | 82 |
| 6. | Untersuchung der Bedeutung intimer Formate im TV als aktuelles Phänomen überleitend zur Selbstpositionierung des Best-Agers | 83 |
| 6.1 | Stars und Sternchen in ihrer allgemeinen Funktion als Kommunikatoren | 83 |
| 6.2 | Schaffung von Identifikation und die Konsequenz für die Best Ager-Werbung | 83 |
| 6.3 | Kongruenz von Konstanz und Wandel in der Zielgruppe der Best Ager | 84 |
| 6.4 | Relevanz intimer Formate für den Best Ager | 85 |
| 6.4.1 | Psychologische Bedeutung intimer Formate | 86 |
| 6.4.2 | Selbstpositionierung durch den Auftritt im Fernsehen | 86 |
| 6.4.3 | Grundlegende Selbst-Motive für den Konsum von Medien | 87 |
| 7. | Allgemeine Grundsätze des Selbst zur Überleitung auf die Bedeutung selbstpositorischer Prozesse im Alter und deren Adaption auf die Best Ager-Werbung | 88 |
| 7.1 | Der Selbstwert und die Bedeutung für die Prominentenwerbung | 88 |
| 7.2 | Sympathie-Hypothese, Selbstwerterhöhungstheorie und Werbung | 89 |
| 7.3 | Grundüberlegung zum Selbstwertgefühl | 90 |
| 7.4 | Identitätswahl beim Best Ager | 91 |
| 7.4.1 | Lösung der täglichen Identitätssuche | 91 |
| 7.5 | Selbstdarstellung und Selbstwert92 | |
| 7.6 | Selbstdarstellung als Triebfeder | 93 |
| 7.7 | Unterschied zwischen Selbstergänzung und Selbstdarstellung | 94 |
| 7.8 | Das Selbstkonzept | 95 |
| 8. | Entwicklungspsychologische Betrachtung: Das Selbst – ein lebenslanger Prozess | 95 |
| 8.1 | Grundstein des Selbst im Kindesalter | 96 |
| 8.1.1 | Das Selbst des Best Agers | 96 |
| 8.2 | Der Prozess der Selbst-Immunisierung | 97 |
| 8.3 | Konservative Anpassung – Die Regulation des alternden Selbst | 98 |
| 8.4 | Die Bedeutung der Selbstpositionierung beim Best Ager | 98 |
| 8.5 | Die Selbstdefinition im Alter | 99 |
| 8.6 | Selbstregulation im Alter | 99 |
| 8.7 | Psychologische Verwurzelung von Altersstereotypen und die Angst der Entlarvung | 100 |
| 9. | Von der psychologischen Selbstpositionierung zur Positionierung des Selbst in der Best Ager-Werbung | 101 |
| 9.1 | Die Selbstdefinition als Motiv jedes Menschen | 101 |
| 9.2 | Symbole als Bausteine des Selbst | 102 |
| 9.3 | Grundvoraussetzung der Selbstpositionierung | 103 |
| 9.4 | Das Arbeitsselbst | 103 |
| 9.5 | Einfluss des Arbeitsselbst auf Denken, Fühlen und Handeln | 104 |
| 9.6 | Das kontextabhängige Selbst | 104 |
| 9.7 | Funktionsweise des Arbeitsselbstkonzepts und Anwendung in der Werbekommunikation | 105 |
| C-Teil | Kommunikative Umsetzung im TV unter Berücksichtigung der Bedeutung von Stereotypen in der Best Ager-Werbung vor dem Hintergrund einer werbehabitualisierten Gesellschaft bis 2010 | 106 |
| 1. | Bestandsaufnahme der Werbung im TV | 106 |
| 1.1 | Zur Zielsetzung der Werbung | 106 |
| 1.2 | Ineffizienz des Gros der Werbung | 106 |
| 1.3 | Informationsflut und Wartezeiten | 107 |
| 1.4 | Maxime an Werbespots im Fernsehen | 108 |
| 2. | Generelle psychologische Phänomene | 108 |
| 2.1 | Aus der Persönlichkeitspsychologie: Das Involvement | 108 |
| 2.1.1 | Forderung an die Werbung aufgrund der Uninvolviertheit des Konsumenten | 108 |
| 2.2 | Aus der Wahrnehmungspsychologie bei Ansprache des mündigen Konsumenten | 109 |
| 2.2.1 | Kontextabhängige Wahrnehmung und Schaffung von Aufmerksamkeit | 109 |
| 2.2.2 | Aktivierung von tatsächlichen Meinungsführern für den Best Ager | 110 |
| 2.2.3 | Aktivierung durch Bilder für übersättigte Konsumenten | 111 |
| 2.2.4 | Der allgegenwärtige Vampir-Effekt | 113 |
| 2.2.5 | Akustische Bilder im Best Age-Markt | 114 |
| 2.2.6 | Konsumentenrelevante Differenzierung – auch vom Umfeld | 115 |
| 2.3 | Aus der Lerntheorie für die Kommunikation mit dem Best Ager | 116 |
| 2.3.1 | Modelllernen allgemein | 116 |
| 2.3.2 | Kriterien bei der Wahl eines Celebrity | 116 |
| 3. | TV-Werbung für den Best Ager – Jungfräuliches Terrain betreten | 118 |
| 3.1 | TV-Konsum der Best Ager | 118 |
| 3.2 | Realitätserzeugung der Massenmedien | 118 |
| 3.3 | Fernsehen und Emotionen | 119 |
| 3.4 | TV-Werbung als Traumfabrik | 119 |
| 3.5 | Psychische Distanzfähigkeit des Menschen | 120 |
| 3.6 | Intimität der Werbung | 121 |
| 3.7 | Virale Werbung via TV-Spots | 122 |
| 3.7.1 | TV-Werbung als Gesprächsstoff | 122 |
| 4. | Stereotype in der Werbung: Ein möglicher Umsetzungsansatz für den Best Ager | 123 |
| 4.1 | Die Begrenztheit des Werbe-Spots | 123 |
| 4.2 | Stereotype für den Best Ager - mit Feuer Feuer bekämpfen | 123 |
| 4.3 | Gründe für die Verwendung von Stereotypen in der Werbung | 124 |
| 4.4 | Erfolg durch Stereotype | 125 |
| 4.5 | Herleitung für den Best Ager | 25 |
| 4.6 | Schaffung eines stereotypen Kult-Slogans | 126 |
| 4.7 | Die Streuung der Werbung unter erweiterten Gesichtspunkten | 127 |
| 7. | Bedeutung der Erkennung von Trends für den Best Ager-Markt aufgrund des Zukunftscharakters unternehmerischer Entscheidungen | 128 |
| 7.1 | Mode und Moden | 128 |
| 7.1.1 | Die wirtschaftliche Lage gestaltet die Werbung: Mode als Indikator | 128 |
| 7.2 | Zwei allgemeine Kreativregeln und ihre Umsetzung im TV | 130 |
| 7.3 | Grundlegende Trendregel | 131 |
| 7.4 | Best Ager und Trends | 131 |
| 7.5 | Kreative Werbung gegen alle Widerstände | 132 |
| 7.6 | Schlusswort: Schwarze Schafe oder Sündenbock? | 132 |
| FAZIT | 133 | |
| Literaturverzeichnis | 133 |
64 3.6. Assimilation und Kontrast in gesättigten Märkten Das Urteil über ein Objekt oder einen Sachverhalt kann, je nachdem welche Information wir kurz davor erhalten haben, unterschiedlich ausfallen. Die Bestimmung des Kontextes der Werbedarbietung und des Produktes ist also wesentlich. Soll man ein Produkt bewerten, kommt es darauf an, woran man gerade denken musste. Die Bewertung gesellt sich zu den was uns umgibt und unsere Gedanken umkreist. Wird jemand in einer Unterhaltung mit einem bedeutenden Wissenschaftler gesehen, so bewertet der Beobachter ihn als fachlich bewandert. Das Qualitätsurteil fällt für denjenigen positiv aus und wird assimiliert. Wird die selbe Person in Begleitung von Brad Pitt und Tom Cruse gesehen, hält man ihn eher für unattraktiv. Das Werturteil nach der Attraktivität unterliegt hier einem Kontrasteffekt. Wann jedoch entsteht ein Kontrasteffekt und wann ein Assimilationseffekt? Befragt man Unternehmen nach der Werbebranche vor dem Hintergrund einer tollen Kampagne, so sind alle gleich - alle eher fachlich kompetent. Fasst man den Kontextkreis dabei enger auf eine einzige Agentur, so fällt das Urteil womöglich differenzierter aus. Bezieht sich ihr Zielreiz auf einen engen, stark spezifischen Kontext, so entsteht ein Kontrast. Für einen Assimilationseffekt muss Zusammengehörigkeit wahrgenommen werden. Ein Kontrastreiz wiederum muss vom Konsumenten unbedingt in eine anderen Kategorie eingestuft werden. Sonst kommt kein Kontrasteffekt zustande. Dies erfolgt jedoch nur, durch expliziten Ausschluss einer Zugehörigkeit. Assimilationen sind also eher die Regel. Doch nicht nur sie sind für die Werbung anstrebenswert. Da es in der Kommunikation zunehmend um Alleinstellung geht, sollte, um sich in einer Fülle von Angeboten abzugrenzen, ein Kontrasteffekt angestrebt werden. Will man sich jedoch vom Umfeld abheben, muss man wiederum alles umgekehrt machen, d.h. Kontrasteffekte entstehen lassen. Brechen Sie daher aus der Kontextkategorie aus, wählen Sie einen möglichst extremen Kontextreiz und wählen Sie ihre Zielkategorie und Ihre Kontextkategorie so klein wie möglich, d.h. nehmen Sie nur das stärkste Verkaufargument und beziehen es auf eine konkrete Situation. Um Kontrast zu erzeugen, reicht es schon aus, dem Konsumenten die Beeinflussung der Kontextreize bewusst zu machen. Vielen Konsumenten sind mittlerweile die Kontexttaktiken der Werbung bekannt. Der mündige Konsument ist daher eher differenzierend. Wenn man aber ja genau dies beabsichtigt, führt am Kontrasteffekt kein weg vorbei. In gesättigten Märkten ist dies Programm. [...]
58 beim Konsumenten die Einstellung ändert. Entscheidend ist doch die Verhaltensänderung. Die zwar häufig über eine Einstellungsänderung des Individuums erreicht wird, jedoch je nach Situation nicht Vorraussetzung ist. Von Einstellungen auf Verhalten zu schließen, kann Fehlschlüsse verursachen. Nicht jeder Mensch, der für Freilandhaltung ist, kauft beim Biobauern seine Eier und nicht jeder, der für die Menschenrechte ist, kämpft dafür bei Amnestie International. Einstellungen beziehen sich auf Objekte. Das können Ideen, Personen oder auch ein Verhalten sein. Die Einstellung zeigt sich vornehmlich in verbaler, gedanklicher oder emotionaler Form durch Zustimmung oder Ablehnung. Ob dabei jemand auf eine Demonstration geht, d.h. ob er ein Verhalten tatsächlich zeigt, hängt nicht allein von seiner Einstellung ab. Eine Rückschluss über das Verhalten auf die Einstellung ist daher genauso wenig zu machen, wie zu meinen, nur weil keiner demonstriert sind alle dafür. Ein gültiger Zusammenhang kann, wenn überhaupt, nur bei sehr spezifischen Einstellungsaussagen gemacht werden. Natürlich fänden es alle gut, wenn in Fertiggerichten keine Schadstoffe wären. Doch wie handlungsrelevant ist dies tatsächlich? Belohnung und Bestrafung sind nur ein vorrübergehendes Mittel Verhalten zu ändern, da sie oft nicht mit einer Einstellungsänderung einhergehen. Fällt die belohnende oder bestrafende Bedingung weg, ist es mit der Kundentreu nicht weither. Interessant ist dabei, dass einige unserer stabilsten Überzeugungen nicht durch Argumente abgesichert und nicht durch Gegenargumente änderbar sind. Einsicht hat dabei nichts mit Entscheidung zu tun. „Daraus abzuleiten, man könne sich dazu entscheiden, eine Information zu glauben oder ein Argument einzusehen, beruht auf einem groben Missverständnis unsere Informationsverarbeitungsprozesse. Diese Ansicht ist ungefähr so intelligent, wie die Annahme, man könne sich nach langem Suchen eines Gegenstandes endlich dazu entscheiden, ihn zu finden“ (Felser, 1997, S.252). Wovon hängt nun die Gewichtung für eine Einstellungsänderung im wesentlichen ab? Von zwingenden Argumenten (Evidenz) und von der Gewissheit der eigenen Überzeugung. Diese beiden wirken jedoch nur kanalisierend. Es gibt jede Menge von geistigen Prozessen, die dafür verantwortlich sind, dass wir eher das glauben, was wir gerne glauben. [...]
56 2.2. Der Trugschluss der operanten Konditionierung in der Werbung Im Gegensatz zur klassischen Konditionierung ist der entscheidende Unterschied bei der operanten Konditionierung, dass das Individuum selbst aktiv werden muss. Das Verhalten wird dann gelernt, wenn es erfolgreich ist. Eine angenehme Konsequenz ist im Behaviorismus dann ein Verstärker, wenn er das Verhalten wahrscheinlicher macht. Ein negative Verstärkung wird häufig mit Bestrafung verwechselt. Negativ heißt diese nur deshalb, weil sie aus dem Wegfall eines negativen Zustandes besteht. Um tatsächlich ein Verhalten herbeizuführen, sollte man annehmen, dass Verstärker entsprechend Dinge sind, die auf starke Motive zurück gehen, wie z.B. die Befriedigung von Trieben oder die Beseitigung von Spannungszuständen. Doch auch Dinge, die nicht direkt dies bewirken, können Verstärker sein. Materielle Gegenstände, wie einen „Oscar“ auf dem Kaminsims stehen zu haben, kann auch ein solcher Verstärker sein. Er gilt als sekundärer Verstärker, da sie nur Mittel zu einen höheren Zweck sind. Der dazugehörige primäre Verstärker wäre demnach ein berühmter und anerkannter Schauspieler zu sein. Ein typischer sekundäre Verstärker ist Geld. Wurde einmal gelernt, dass der primäre Verstärker tatsächlich durch den sekundären Verstärker erreichbar ist, strebt das Individuum den sekundären Verstärker an. (Mit Geld kann man alles kaufen.) Erst dadurch wird er zum echten Verstärker, da schon er allein ausreichend anstrebenswert ist. Hätte der Kunde eine bestimmte Deodorant-Marke nur deshalb gekauft, weil er tatsächlich geglaubt hat damit attraktiver auf Frauen zu wirken, würden wir der Intelligenz des Konsumenten unrecht tun. Einzige Erklärungsmöglichkeit in diesem Fall, wie der primäre Verstärker „Frauenschwarm zu sein“ auf das Kaufverhalten wirken könnte, wäre, dass der sekundäre Verstärker (die Deodorant-Marke) ihm Belohnung genug ist, auch wenn kein realistischer Zusammenhang zum primären Verstärker besteht. Dann kann man aber nicht mehr von operanter Konditionierung sprechen. Werden neutrale Reize an Verstärker gekoppelt, können sie selber zu Verstärkern werden – sekundäre Verstärker. Will man nun, dass die Marke ähnlich wie Geld oder ein „Oscar“ zu einem sekundären Verstärker wird, muss sie tatsächlich zu primären Verstärkern führen. Es muss daher mindestens wahrscheinlich für den Konsumenten sein, dass die Marke diese Wirkung hat. Dies wird regelmäßig durch das Ausbleiben in der Verwendung des Produktes enttäuscht. Entscheidend ist dabei, dass beliebige Reize zu sekundären Verstärkern werden können. Jede Marke kann somit theoretisch zu einem sekundären Verstärker mutieren. Praktisch muss dies aber auch realistisch sein. Wäre ein Krawatte nicht in der Realität anerkannt, könnte damit niemand kompetenter aussehen. [...]
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Arbeit zitieren:
Giereth, Tobias August 2004: Age Power 2010 - Erfolgreiches Best Ager-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Seniorenmarketing, Zielgruppenmarketing, 50Plus, Seniorenmarkt, Senioren



