Aerodynamische und thermische Einflüsse auf ein Luftschiff unter besonderer Berücksichtigung der Triebwerke
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Armin Litz
- Abgabedatum: Juli 1994
- Umfang: 248 Seiten
- Dateigröße: 14,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Aachen Deutschland
- Bibliografie: ca. 52
- ISBN (eBook): 978-3-8428-1043-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Litz, Armin Juli 1994: Aerodynamische und thermische Einflüsse auf ein Luftschiff unter besonderer Berücksichtigung der Triebwerke, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Zeppelin, Aerodynamik, Aerostatik, Ballastwasserrückgewinnungsanlage, Tragkrafterhöhung
68,00 €
PDF-eBook Download: 68,00 €
Diplomarbeit von Armin Litz
Einleitung:
In einer Zeit wirtschaftlicher Rezession, die sich in der Stagnation oder dem Rückgang bisheriger, tragender Industriebranchen auszeichnet, klingt die Beschäftigung mit Luftschiffen etwas ungewöhnlich. Dennoch gerade jetzt wird an einigen Orten in Deutschland, an unterschiedlichen Projekten im Zusammenhang mit Luftschiffen, konstruiert, gebaut und geforscht.
Während das Luftschiff als Flugkörper fast jedem bekannt ist, sind die technischen Eigenheiten, die die gigantisch anmutende Hülle bei alten wie bei neuen Luftschiffen verbirgt, nur wenigen vertraut. Auch ist die historische Bedeutung die das Luftschiff um die Jahrhundertwende als erstes für die Allgemeinheit zugängliche, steuerbare Fluggerät hatte, weitgehend in Vergessenheit geraten. Ob die Favorisierung der Geschwindigkeit, die nur begrenzte militärische Einsetzbarkeit, oder das anspruchsvolle Handling dafür ausschlaggebend waren, ist eine Frage, die einer eigenen Betrachtung bedarf. Trotzdem, das einzigartige äußere Erscheinungsbild und seine Bewegungsformen, sind bis heute geblieben.
Die Chancen, die das Luftschiff für die Zukunft haben könnte, sind ähnlich derer, die es um die Jahrhundertwende hatte. Damals war es Technologieträger in vielerlei Hinsicht. Es läutete den Leichtbau mit Aluminiumlegierungen ein (Vorreiter für den Flugzeugbau; heute hält diese Technik Einzug in den Automobilbau), es schaffte die aerodynamischen Grundlagen, die für alle folgenden Fahr- und Flugzeuge maßgeblich waren und sind und ebenfalls im weiteren Maße erst heute als Standard verwirklicht werden (Man beachte die Konturen moderner Kraftstoff sparender Personenkraftwagen, Busse, Lastkraftwagen und Züge). Insbesondere Prof. Johannes Schütte, dessen Erkenntnisse über widerstandsmindernde Maßnahmen, die später von Zeppelin übernommen wurden und sich auch im Bau von Lokomotiven niederschlugen (‘Fliegender Hamburger’ 1931, 230 km/h, Konstrukteur Dipl.-Ing. Friedrich Kruckenberg), seien erwähnt, ebenso wie die hervorragenden Entwicklungen von Gottlieb Daimler und Karl Maybach im Motorenbau, die schon zur damaligen Zeit den Bau formsteifer Kurbelgehäuse, Planetengetriebe, Vergaser mit Gemischverarmung (Magermotor), Schwingungsdämpfer, Umsteuerbarkeit, die 3 bzw. 4-Ventil-Technik (Ebenfalls erst heute im Motorenbau für Serienfahrzeuge großer Auflage eingebracht) und vieles mehr beherrschten und in den dreißiger Jahren Motoren schufen, deren spez. Kraftstoffverbräuche auch heute noch konkurrenzfähig sind.
Die Analyse der Abgase in Bezug auf Kondensatbildung zum Ausgleich des verbrauchten Kraftstoffs (Ballastausgleich), das Aufwärmen des Traggas- und des Luftvolumens mit Hilfe der Abwärme der Motoren, könnte man als Vorgänger der heute in der Energietechnik angewandten Brennwerttechnik und Kraft-Wärme-Kopplung nennen und vieles mehr.
Die aufkommenden Erfolge des Flugzeuges in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts brachte die Auseinandersetzung mit dem Luftschiff Mitte bis Ende der dreißiger Jahre zum Erliegen. Das verbliebene Entwicklungspotential z.B. von zusätzlichen Trägheitsmassen zur Schubkrafteinleitung, wurde zwar damals noch aufgezeigt, konnte jedoch nicht weiter ausgereizt werden und geriet in Vergessenheit. Heute könnte auch diese Lücke geschlossen werden.
Das Luftschiff stellt also nicht nur eine Trägerkomponente zu Werbezwecken oder für Meßgeräte zur Erfassung von Umweltdaten im erdnahen Raum dar, sondern ist selber potentieller Träger von neuen Werkstoffen, aerodynamischen Erkenntnissen und intelligenten Kombinationen technischer Standards, die auch andere technische, wie medizinisch-biologische Bereiche befruchten könnten.
In einem Luftschiff arbeiten zwei völlig unterschiedliche Gase, die selber als Fluid vorliegen, während außen ein strömendes Fluid, die Umgebungsluft, Kräfte ausübt, die weder bei einem Flugzeug, noch bei einem sonstigen Fahrzeug schwerer als Luft auftreten. Daß sich ein vollbesetztes Flugzeug z.B. anders in seinem Fahrverhalten zeigt als ein leeres, ist eine selbstverständliche Alltagserfahrung. Bei einem Luftschiff wirken jedoch völlig anders geartete Kräfte, die den Alltagserfahrungen widersprechen.
Die folgende Arbeit versucht die aerodynamischen und thermischen Einflüsse auf ein Luftschiff aufzuzeigen.
Die Aerodynamik wird durch eine literarische Recherche und eine Analyse von bekannten ausgeführten Luftschiffen untersucht. Ein Nomogramm aus dem sich die notwendige Triebwerksleistung für konventionelle Luftschiffe ablesen läßt, stellt dabei einen Schwerpunkt dar. Ein weiterer besteht in der näherungsweisen Bestimmung der zusätzlichen longitudinalen Trägheitsmassen anhand von Auslaufversuchen.
Ein Verfahren zur Berechnung der Hüllengeometrien mittels Splines wird vorgestellt. Alle möglichen Temperaturvariationen von Gasen im Hüllenvolumen werden in ihren Auswirkungen auf die Auftriebskraft untersucht.
Das Triebwerk in seinen Wechselwirkungen auf Hüllenvolumina zum Ballastausgleich durch Kondensatbildung und zur permanenten Auftriebskrafterhöhung durch Nutzung der Abwärmen wurde dabei besonders berücksichtigt. Als Referenz werden im Anhang die jeweilige historische Entwicklung umrissen, sowie die wichtigsten Entwicklungen aus der jüngsten Vergangenheit wenigstens auszugsweise dargestellt. Auf fachübergreifende Zusammenhänge, insbesondere aus Fahrzeugtechnik und der Bionik wird ebenfalls kurz eingegangen. Viele Thematiken konnten nur genannt oder kurz dargestellt werden, so daß sich noch weitere intensive Untersuchungen im Rahmen weiterer Arbeiten anschließen dürften.
Viele technische Besonderheiten, die zu Beginn meiner Beschäftigung mit dem Thema Luftschiff auftauchten, waren mir so nicht geläufig. Ich kontrollierte daher die Ergebnisse mit möglichst vielen unabhängigen Referenzen. In der folgenden Darstellung lege ich daher sehr großen Wert auf exakte Zitate und Übersetzungen, die durch Anführungszeichen und Kursivschrift hervorgehoben und in besonders wichtigen Fällen als Original im Anhang angefügt werden. Auch werden die meisten dargestellten Formeln mit Zahlenwerten gefüllt um dem Leser eine leichtere Kontrollmöglichkeit zu geben. Um Redundanz zu vermeiden wurde in der Arbeit selber in den über 67 eigenen Abbildungen auf die Themen verzichtet, die sich in Form von Auszügen aus der Literatur in den über 121 Abbildungen des Anhangs wiederfinden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Aerodynamik des Luftschiffs | 7 |
| 1.1 | Rechnerische Ermittlung der Triebwerksleistung | 7 |
| 1.1.1 | Berechnungsgleichung | 7 |
| 1.1.2 | Übertragung der Triebwerksleistung | 8 |
| 1.1.2.1 | Der Propellerwirkungsgrad | 8 |
| 1.1.2.2 | Der Getriebewirkungsgrad | 9 |
| 1.1.2.3 | Der mechanische Wirkungsgrad | 9 |
| 1.1.2.4 | Ausgelagerte Propeller | 9 |
| 1.1.2.5 | Ummantelte Propeller | 10 |
| 1.1.2.6 | Gegenlaufverstellpropeller | 10 |
| 1.1.2.7 | Propellerlärm | 10 |
| 1.1.2.8 | Zusammenfassung Übertragungswirkungsgrad | 11 |
| 1.1.3 | Höhenverhalten des Triebwerks | 11 |
| 1.1.3.1 | Kolbenmotoren | 11 |
| 1.1.3.2 | Gasturbinen | 12 |
| 1.1.3.3 | Der spezifische Kraftstoffverbrauch in der Höhe | 12 |
| 1.1.3.4 | Maximal erreichbare Höhe | 12 |
| 1.2 | Einflüsse auf den Luftwiderstand eines Luftschiffs | 13 |
| 1.2.1 | Einfluß der Reynoldszahl | 13 |
| 1.2.1.1 | Definition der Reynoldszahl | 13 |
| 1.2.1.2 | Die Grenze des Einflusses der Reynoldszahl | 14 |
| 1.2.1.3 | Die Problematik der Widerstandsbestimmung | 15 |
| 1.2.1.4 | Die Grenzschichtdicke | 15 |
| 1.2.1.5 | Widerstandsbestimmung bei Luftschiffen in Originalgröße | 17 |
| 1.2.1.6 | Der Anfahrvorgang beim Luftschiff | 18 |
| 1.2.1.7 | Der Gesamtwiderstand eines Luftschiffes in bezug auf die Reynoldszahl | 18 |
| 1.2.2 | Einfluß des Längen-Dicken-Verhältnisses | 19 |
| 1.2.2.1 | Das optimale Längen-Dicken-Verhältnis | 20 |
| 1.2.2.2 | Der scheinbare Widerspruch der Literatur | 20 |
| 1.2.2.3 | Analogien in der Natur | 21 |
| 1.2.3 | Zusammensetzung des Luftwiderstandes konventioneller Luftschiffe | 22 |
| 1.2.3.1 | Vergleich Luftschiffhülle mit Flugzeugrumpf | 22 |
| 1.2.3.2 | Zusammenfassung der Ergebnisse | 25 |
| 1.3 | Regressionsanalyse ausgeführter Luftschiffe | 29 |
| 1.3.1 | Datenquellen | 29 |
| 1.3.2 | Annahmen zur Datenanalyse | 30 |
| 1.3.3 | Ergebnisse der Analyse ausgeführter Luftschiffe | 33 |
| 1.3.3.1 | Analyse Luftschiffe Bauart Zeppelin | 33 |
| 1.3.3.1.1 | Grenzen der Gültigkeit der gemachten Annahmen | 34 |
| 1.3.3.1.2 | Die Entwicklung der Hüllenkonturen | 35 |
| 1.3.3.1.3 | Die Propelleranordnungen | 35 |
| 1.3.3.1.4 | Die Motoren | 36 |
| 1.3.3.1.5 | Gesamtkonfiguration | 36 |
| 1.3.3.2 | Nomogramm zur Abschätzung der Triebwerkleistung | 37 |
| 1.3.3.2.1 | Ausgewertete Daten | 37 |
| 1.3.3.2.2 | Beste Luftschiffe laut Analyse | 40 |
| 1.3.3.2.3 | Nomogramm | 42 |
| 1.4 | Besondere Einflüsse zusätzlicher Trägheitsmassen auf die Schubkrafteinleitung beim Luftschiff | 43 |
| 1.4.1 | Auslaufversuche beim Luftschiff | 43 |
| 1.4.1.1 | Gedankenmodell zu Arten und Wirkungen von Trägheitsmassen | 43 |
| 1.4.1.2 | Zusätzliche Trägheitsmassen beim Auto | 44 |
| 1.4.1.3 | Physikalische Zusammenhänge an Hand des Luftschiffes | 45 |
| 1.4.1.4 | Auslaufversuch an LZ 129 ‘Hindenburg’ | 51 |
| 1.4.1.5 | Einflüsse der Dichtheit der Hülle bei Wasserstoff als Traggas | 55 |
| 1.4.2 | Mögliche Schlußfolgerung für Schubkrafteinleitung bei Luftschiffen | 56 |
| 1.4.2.1 | Gegenlaufverstellpropeller als Umfangspropeller | 56 |
| 1.4.2.2 | Heckpropeller | 59 |
| 1.4.2.3 | Flettnerkugel | 60 |
| 1.4.2.4 | Zusammenfassung Schubkrafteinleitung | 60 |
| 2. | Konfigurierung eines Luftschiffs unter folgenden Randbedingungen: Hüllenvolumen 7000 m3, Flughöhe 500 m, Relativgeschwindigkeit 130 km/h | 62 |
| 2.1 | Luftschiffhülle | 62 |
| 2.1.1 | Konfigurierung der Hüllenkontur | 62 |
| 2.1.1.1 | Herkunft der Abmessungen für die Hüllenkontur | 62 |
| 2.1.1.2 | Bestimmung der Hüllengeometrien | 63 |
| 2.1.2 | Aufteilung des Hüllenvolumens | 68 |
| 2.1.2.1 | Physikalische Zusammenhänge | 68 |
| 2.1.2.2 | Füllung des Luftschiffes auf Meeresniveau | 69 |
| 2.1.2.3 | Volumenverteilung in 500m Höhe | 70 |
| 2.1.2.4 | Ermittlung der Prallhöhe | 71 |
| 2.1.3 | Benötigte Wärmemenge zum Aufheizen des Hüllenvolumens | 72 |
| 2.1.4 | Wärmebilanz der Luftschiffhülle bei Temperaturerhöhung | 75 |
| 2.1.4.1 | Bestimmung der äußeren Wärmeübergangszahl | 75 |
| 2.1.4.2 | Bestimmung der Wärmeverluste durch Strahlung | 77 |
| 2.1.4.3 | Einfluß der Sonneneinstrahlung | 78 |
| 2.1.4.4 | Zusammenfassung Wärmebilanz der Luftschiffhülle | 78 |
| 2.1.5 | Theoretische Auftriebskrafterhöhung bei Temperaturerhöhung des Hüllenvolumens | 81 |
| 2.1.5.1 | Berechnung der erhöhten Auftriebskraft | 81 |
| 2.1.5.2 | Einführung der Temperaturverteilungsziffer | 82 |
| 2.1.5.3 | Darstellung der Ergebnisse aus 2.1.3 bis 2.1.5 | 83 |
| 2.2 | Triebwerke | 89 |
| 2.2.1 | Literaturstudie der in der Vergangenheit angewandten Triebwerke | 89 |
| 2.2.1.1 | Historischer Rückblick der Luftschiffantriebe | 89 |
| 2.2.1.2 | Die Daimler Motoren | 92 |
| 2.2.1.3 | Die Maybach-Motoren | 92 |
| 2.2.1.4 | Zusammenfassung Motorenentwicklung für Luftschiffe | 93 |
| 2.2.1.5 | Ankopplung der Triebwerke an Struktur | 93 |
| 2.2.2 | Auswahl anwendbarer Triebwerke | 94 |
| 2.2.2.1 | Ermittlung der zu installierenden Triebwerksleistung | 94 |
| 2.2.2.2 | Verfügbare Wellenleistungstriebwerke | 96 |
| 2.2.2.3 | Verfügbare Otto-Flugmotoren | 97 |
| 2.2.2.4 | Verfügbare Diesel-Flugmotoren | 97 |
| 2.2.2.5 | Ausgewählte Triebwerke | 98 |
| 2.2.3 | Wärmebilanz der Triebwerke am Boden | 98 |
| 2.2.3.1 | Berechnung der Abwärmen der Triebwerke | 98 |
| 2.2.3.2 | Das Diesel-Triebwerk 6R 183 TE 62 | 100 |
| 2.2.3.2.1 | Ermittlung der Luftzahl beim Dieselmotor | 101 |
| 2.2.3.2.2 | Ermittlung der Abwärme beim Dieselmotor | 103 |
| 2.2.3.2.3 | Zusammenfassung Dieselmotor | 103 |
| 2.2.3.3 | Die Gasturbine MTU-250-C20 B | 104 |
| 2.2.3.3.1 | Ermittlung der Abgastemperatur | 104 |
| 2.2.3.3.2 | Ermittlung der Luftzahl (ges.) | 107 |
| 2.2.3.3.3 | Ermittlung der Abwärme bei der Gasturbine | 108 |
| 2.2.3.3.4 | Zusammenfassung Gasturbine | 110 |
| 2.2.3.4 | Der Ottomotor | 110 |
| 2.2.3.4.1 | Ermittlung der Abwärme beim Ottomotor | 110 |
| 2.2.3.4.2 | Zusammenfassung Ottomotor | 114 |
| 2.2.3.5 | Vergleich der Triebwerke am Boden | 114 |
| 2.2.4 | Wärmebilanz der Triebwerke unter Flugbedingungen | 114 |
| 2.3 | Nutzung der Abwärme der Triebwerke | 118 |
| 2.3.1 | Historischer Rückblick zur Nutzung der Abwärme | 118 |
| 2.3.1.1 | Kühlleistung zur Erwärmung des Traggases | 118 |
| 2.3.1.2 | Düsenkühler zur Erzeugung zusätzlicher Schubkraft | 119 |
| 2.3.1.3 | Nutzung der Abgase zur Erzeugung von Kondensat | 120 |
| 2.3.1.4 | Aufwärmen des Traggases | 122 |
| 2.3.2 | Theoretisch erreichbare Auftriebskrafterhöhung | 123 |
| 3. | Diskussion möglicher Fehlerquellen | 131 |
| 4. | Zusammenfassung | 134 |
| 5. | Abbildungsverzeichnis | 143 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 148 |
| Anhang separat |
Textprobe:
Kapitel 1.3, Regressionsanalyse ausgeführter Luftschiffe:
Wie in den vorangegangenen Kapiteln dargestellt, ist die Bestimmung von Widerstandsbeiwerten bei Luftschiffen von sehr vielen Parametern abhängig, die nur schwer zu überschauen sind. Eine Konfigurierung eines neuen Luftschiffes z.B. mit vorgegebenem Volumen und einzuhaltender Höchstgeschwindigkeit, verlangt jedoch einen gewissen Überblick über die entscheidenden Parameter, insbesondere im Hinblick auf das Triebwerk. Seine Leistung sollte wenigstens in gewissen Bereichen sicher abgeschätzt werden können, da ein großer Teil der übrigen Dimensionen und Kosten unmittelbar von ihm abhängt. Als Orientierungswerte wären die Kenntnis, der bisher ausgeführten Luftschiffe, in Bezug auf den Widerstandsbeiwert, bei der jeweiligen Höchstgeschwindigkeit, von außerordentlicher Bedeutung.
1.3.1, Datenquellen:
Die größte zusammenhängende Datenquelle für Leistungsdaten von Luftschiffen wurde bei SCHMALENBACH vorgefunden. In seinem Buch ‘Die deutschen Marine-Luftschiffe’ führt er Leistungsdaten von 51 verschiedenen Luftschiffen Bauart Zeppelin (Starrluftschiff mit Aluminium-Leg.-Struktur), 7 verschiedenen Luftschiffen Bauart Schütte-Lanz (Starrluftschiff mit Holzstruktur), 4 verschiedenen Luftschiffen Bauart Parseval (Pralluftschiffe), und einem Luftschiff Bauart Groß-Basenach auf (Anhang I, Abb. I-1 bis I-7). Die Bezeichnung der Marine-Luftschiffe Bauart Zeppelin mit L, wich von der Werftbezeichnung LZ, um ‘den Feind zu irritieren’ ab.
Die dort aufgeführten Luftschiffe wurden zwischen 1900 und 1938 gebaut. Ab 1912 flogen die meisten schneller als 100 km/h, waren zwischen 92 und 245 m lang und konnten 2,8 bis 60 Tonnen tragen. Ihre Motoren waren je zwischen 14,2 und 1200 PS stark. Das schnellste war mit 132,5 km/h, LZ 120 (DELAG) mit dem Namen ‘Bodensee’(1919). Die Daten in der übrigen vorliegenden Literatur stimmten weitgehend mit denen aus Paul Schmalenbach überein, waren aber oft nicht so vollständig. Ausführliches Bildmaterial und Beschreibungen, auch unkonventioneller und aktueller Luftschiffe, fanden sich bei GÜTSCHOW /17/ ‘Das Luftschiff’ (Die meisten Abbildungen aus dem Anhang A, wie auch einige aus Anhang C stammen aus dieser Quelle). Besonderheiten aus der Praxis der Luftschiffe, Bauart Zeppelin, waren bei Hans von SCHILLER /38, 39/ zu finden, ebenso wie seltenes Bildmaterial.
Daten von weiteren 3 Pralluftschiffen (Blimps) WDL 1, WDL 1a, WDL 1b wurden mir freundlicherweise von WDL-Mülheim/Ruhr mitgeteilt (Anhang I, Abb. I-8) oder stammen z.T. auch aus GÜTSCHOW /17/ (Anhang J, Abb. J1).
68,00 €
PDF-eBook Download: 68,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842810433
Arbeit zitieren:
Litz, Armin Juli 1994: Aerodynamische und thermische Einflüsse auf ein Luftschiff unter besonderer Berücksichtigung der Triebwerke, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Zeppelin, Aerodynamik, Aerostatik, Ballastwasserrückgewinnungsanlage, Tragkrafterhöhung




