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Aerobictrends im Schulsport

Dargestellt an den Beispielen des Kick-Aerobic und Step-Aerobic

Aerobictrends im Schulsport
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Katharina Kittel
  • Abgabedatum: Oktober 2003
  • Umfang: 74 Seiten
  • Dateigröße: 463,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7739-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7739-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7739-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kittel, Katharina Oktober 2003: Aerobictrends im Schulsport, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sportwissenschaft, Sportunterricht, Lehrplananalyse, Trendsportarten, Tai Bo

Staatsexamensarbeit von Katharina Kittel

Einleitung:

Ein Meer voller neuer Bewegungsformen wogt auf Deutschland zu. Die Möglichkeit, mit der ganzen Welt zu jeder Zeit in Kontakt zu stehen, eröffnet ungeahnte Möglichkeiten in allen Bereichen des Lebens. Auch die Sport- und Bewegungskultur Europas profitiert hiervon. Neue Sportarten erreichen Deutschland in unregelmäßigen Abständen. Viele dieser Sportarten werden schnell von der Wirtschaft vermarktet und somit an der Gesellschaft auf „Überlebensfähigkeit“ getestet.

Auch und gerade junge, schulpflichtige Menschen probieren neue, viel versprechende Sportarten aus. Dies ist als ein gutes Zeichen zu werten, da unsere Konsumgesellschaft doch mehr und mehr zu einer „Bewegungsmangelgesellschaft“ zu werden droht. Die jungen Menschen erfreuen sich an dem Sportartenangebot, doch gleichzeitig kann der traditionelle Sportunterricht hier nicht mehr mithalten. Es öffnet sich eine Spalte zwischen Freizeitsportarten und Schulsportarten, die leicht zur unüberwindbaren Schlucht werden kann, in die die Akzeptanz des Schulsportes abstürzen könnte.

Schon seit einiger Zeit wird die Institution Schule mit Debatten über Sinn und Notwendigkeit von Veränderungen im Schulsport in Bewegung gehalten. Es stellt sich die Frage, inwieweit Traditionen im Schulsport bewahrt werden sollten, ob Sportarten komplett durch neue ersetzt oder der Unterricht nur durch besonders auszuwählende neue Sportarten bereichert werden sollte.

Die Entstehung neuer Sportbewegungen, unterstützt durch die Medieneinflüsse, vergrößert das Angebot von Bewegungsformen, so dass Entscheidungen durch Vielfalt, kommerzielle und finanzielle Interessen, Schnelllebigkeit u.v.a.m. schwer fallen. Eine breite Palette neuer Sportrichtungen steht zur Auswahl. Allen Neuerungen ist eins gemeinsam - das Bedürfnis nach Vielseitigkeit, Individualität, nach mehr Spaß beim Sport. Dieses Bedürfnis wird auch in die Schule gebracht, scheinbar wird ihm aber nicht ausreichend Rechnung getragen.

Die vorliegende Arbeit möchte sich an der Debatte um die verstärkte Einbeziehung von Trendsportarten in den Sportunterricht beteiligen. Es soll dargestellt werden, dass die richtige Auswahl relevanter Trendsportarten zur positiven und umfangreichen Entwicklung der Schüler beitragen kann. Anhand einer Lehrplananalyse verschiedener Bundesländer soll deutlich werden, dass trotz der anhaltenden Debatten sowohl der Platz als auch die Zeit - neben der Notwendigkeit - für die Einbeziehung von Trendsportarten besteht.

In einem weiteren Kapitel werden verschiedene aerobische Trendsportarten vorgestellt, die für die Aufnahme in das Unterrichtsprogramm in Frage kommen könnten, da diese den Lehrplananforderungen entsprechen und darüber hinaus neue Bewegungserfahrungen und weitere Kompetenzen zu vermitteln versprechen. Auch wird in diesem Zusammenhang auf Bewegungstrends aufmerksam gemacht, die Schüler bei der Stressbewältigung helfen können.

Im darauf folgenden Abschnitt wird im einzelnen auf die Schulrelevanz der beschriebenen Bewegungsformen eingegangen. Des Weiteren werden methodische Aspekte der Umsetzung im Sportunterricht anhand eines fiktiven Stundenbeispiels dargestellt. Die sich daraus (und insgesamt aus der Arbeit) ergebenden Schlussfolgerungen werden im letzten Kapitel zusammen mit Empfehlungen für die Schulpraxis abgeschlossen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 04
2. Ziel der Arbeit und wissenschaftliche Fragestellung 06
3. Trendsportarten 08
3.1 Begriffsklärung und Definition 08
3.2 Trendsportarten in der Schule 12
3.3 Lehrplananalyse dreier Bundesländer 18
3.3.1 Rheinland-Pfalz 20
3.3.2 Mecklenburg-Vorpommern 24
3.3.3 Brandenburg 27
4. Aerobe Trendsportarten 30
4.1 Kick-Aerobic 32
4.1.1 Tae Bo 33
4.1.2 Capoeiróbica 35
4.2 Step-Aerobic 37
4.3 weitere Bewegungstrends 39
4.3.1 Tai Chi Chuan 39
4.3.2 Yoga 41
5. Schulrelevanz der aeroben Trendsportarten 43
5.1 Tae Bo 44
5.2 Capoeiróbica 46
5.3 Step-Aerobic 47
5.4 Tai Chi Chuan 48
5.5 Yoga 49
6. Methodische Aspekte der Umsetzung im Sportunterricht 50
7. Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die Schulpraxis 56
8. Literaturverzeichnis 62
9. Anhang 64

Automatisiert erstellter Textauszug:

36 Körper, Seele und Geist, wenn sie ernst betrieben wird. Wird Capoeira verbunden mit der Aerobic, d. h. einzelne Bewegungsabläufe und Schrittfolgen miteinander, unter Entfernung oder Vereinfachung akrobatischer Elemente, nach Austausch gelenkbelastender Bewegungen durch gelenkschonende bei entsprechendem Sauerstoffhaushalt ergibt sich Capoeiróbica, als eine neue Trendsportart. Die für Capoeira charakteristischen, sich wie in einem Gespräch abwechselnden Angriffs- und Abwehrbewegungen werden von Capoeiróbica übernommen. Durch die Einhaltung dieser Verhaltensregel auch hier entsteht eine Gleichmäßigkeit im Ablauf, ein Bewegungsfluss mit weichen Handbewegungen und entspanntem Gesichtsausdruck. Die bei der Capoeira traditionelle Festigung des Erlernten in der Roda wird beim Capoeiróbica ersetzt durch Partnerübungen und Übungen im Block. Gesang, Rhythmik und Instrumenteneinsatz lassen sich wahlweise nutzen. Die Respekt- und Dankesbezeugungen vor dem Spielbeginn in der Roda gegenüber den Lehrern, Meistern und Schülern, wird bei der Capoeiróbica auf vereinfachte gegenseitige Respektbezeugungen reduziert. Die Spieler wechseln nach Erfolg der Übung, ca. nach 2 Minuten. Bei der Capoeiróbica gibt der Trainer, ähnlich wie bei Aerobic, festgelegte Kombinationsabläufe vor. Die Angriffsund Abwehrtechniken bestehen aus Beinarbeit, (Kicks, Abtauchen, Sicheln, Finten geben) Armarbeit (im Sinne von Handständen, Rädern, Überschlägen, Blocken). Hier kommen die Fäuste nicht zum Einsatz. Die Arme werden entweder [...]

Billy Blanks, siebenfacher Weltmeister in Karate, erfand 1976 eher zufällig einen neuen Trend. Während er zu einer impulsiven Musikdiskette sein tägliches „workout“ startete, merkte er, wie traditionelle Techniken des Karate und des Boxens vorzüglich in den Takt der Musik passten. Billy Blanks erfand dann einige Tanzschritte, die sein Training auflockern und interessanter machen sollten. Durch das Kampftraining stabilisierte und trainierte er Geschwindigkeit, Kraft, Balance, Koordination und Bewegungsbewusstsein. Durch die mitschwingende Musik gewann er den Eindruck, mit mehr Energie und Fluss zu arbeiten, welches ihm nicht nur eine verbesserte Koordinationsfähigkeit bescherte, sondern auch ein besseres Körperbewusstsein, so schreibt er in seinem Buch „The Tae Bo Way“ (1999, S. 10) Die Tatsache, dass sein Herz, ungeachtet der vielen positiven Nebeneffekte, besser trainiert wurde, war ihm aber am wichtigsten. Schließlich probierte er sein neues Programm an seiner Familie, später an Freunden und Bekannten aus. Der Karateweltmeister unterrichtete und trainierte aber vorerst Karate und Taekwondo weiter. Erst viel später, 1982, bot Blanks seine Eigenkreation an. Erst zu diesem Zeitpunkt bekam sein Programm den Namen Tae Bo. [...]

29 haben zu lassen. Durch die Analyse der vorangegangenen Lehrpläne wird ein Bereich des pädagogischen Freiraums vermisst. Das Land Brandenburg scheint sich auf den ersten Blick nicht mit Trendsportarten oder aktuellen Bewegungsformen auseinander gesetzt zu haben. Zwar werden fächerübergreifende Themenfelder zur Genüge angeboten, doch die Eingliederung meiner Arbeit in den Brandenburgischen Rahmenplan scheint schwierig. Möglicherweise werden Trendsportarten deshalb nicht im Rahmenplan verzeichnet, weil sie anders interpretiert werden, als in den angebotenen Definitionen und Auslegungen. So ist der Aerobicbereich in Brandenburg ganz verständlich in den Bereich Gymnastik und Tanz eingegliedert worden, da das verwandtschaftliche Verhältnis von Gymnastik und Aerobic das anbietet. Vielleicht ist diese vor geraumer Zeit noch trendige Sportart schon einen Schritt weiter transportiert worden, hat sich in der Gesellschaft und Schule etabliert und verlor somit den Status eines Trendsports. Er bildet nun einen Teil des Gymnastikunterrichts. In den verbindlichen Inhalten des Curriculums ist festzustellen, dass Fitness-, Aerobic- und Konditionsprogramme die Rhythmisierungs-, Ausdauer-, Koordinierungs-, Gleichgewichts- und Kopplungsfähigkeit und Fertigkeiten wie Beweglichkeit und Geschicklichkeit bestens fördern. Daher gehören sie unbedingt in die Ausbildung. Eine interessante Sichtweise, wenn man bedenkt, dass die Abdeckung dieser Fähig- und Fertigkeiten in Brandenburg definitiv realisiert wird, während in Mecklenburg-Vorpommern dieser Teil in den fakultativen Bereich gehört. Auch Entspannungstechniken wie Yoga und Tai Chi Chuan finden sich im verbindlichen Teil wieder, eine Entscheidung, die sich [...]

Arbeit zitieren:
Kittel, Katharina Oktober 2003: Aerobictrends im Schulsport, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sportwissenschaft, Sportunterricht, Lehrplananalyse, Trendsportarten, Tai Bo

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