Bachelor + Master Publishing
810 Bachelorarbeiten, 531 Masterarbeiten, 10.101 Diplomarbeiten

Adaptive Sampling - ein Fortschritt in der Revisionstechnik?

Adaptive Sampling - ein Fortschritt in der Revisionstechnik?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oscar Garcia Moreno
  • Abgabedatum: September 1998
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 747,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität - Gesamthochschule Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1653-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1653-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1653-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Garcia Moreno, Oscar September 1998: Adaptive Sampling - ein Fortschritt in der Revisionstechnik?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftsprüfung, Stichprobe, Inventur, Excel, Revision

Diplomarbeit von Oscar Garcia Moreno

Einleitung:

Als Revisionstechnik werden, analog zur Prüfungstechnik des externen Prüfers, die von einem Revisor eingesetzten Werkzeuge und Hilfsmittel, sowie das methodische Vorgehen bei der Revision bezeichnet. Trotz unterschiedlicher Zielsetzung von Revisor und Prüfer sind Revisions- und Prüfungstechnik weitgehend identisch. Aus diesem Grund soll in dieser Arbeit nicht zwischen Revisions- und Prüfungstechnik unterschieden werden.

Regelmäßig steht der Prüfer vor dem Optimierungsproblem, bei vorgegebener Urteilsqualität und Fertigstellungsfrist die Kosten zu minimieren. Daher muß der Abschlußprüfer im allgemeinen stichprobengestützte Prüfungsmethoden einsetzen, um das Ziel der Jahresabschlußprüfung unter Beachtung der gebotenen Wirtschaftlichkeit und Termingerechtheit zu erreichen.

Systematische Fehler sind Abweichungen vom wahren Wert, die nicht zufällig entstanden sind. Ursache für systematische Fehler können wissentliche oder willentliche Einwirkungen und organisatorische oder technische Umstände sein. Ändert beispielsweise eine Führungskraft im Rechnungswesen die Rechnungslegungspolitik, so kann dies solange Fehler verursachen, bis das Personal mit den Veränderungen vertraut ist. Analog können einer neuen Führungskraft gehäuft Beurteilungsfehler unterlaufen, bis sie mit dem ihr unbekannten System vertraut ist. In den beiden vorgenannten Beispielen ist das Phänomen zu beobachten, daß Fehler selten, aber durch eine gemeinsame Ursache bedingt, systematisch bzw. in Serie (Klumpen) auftreten können. In großen Bereichen des Prüffeldes sind keine fehlerhaften Vermögensgegenstände, während sich die meisten Fehler auf wenige Klumpen (engl.: "cluster") verteilen. Folglich wird die durchschnittliche Fehlerdichte der Grundgesamtheit gering sein. Die vorhandenen Fehler sind andererseits in einzelnen Klumpen sehr stark konzentriert. Bei Anwendung von klassischen Stichprobenverfahren kann erwartet werden, daß viele fehlerfreie Stichprobenelemente in die Stichprobe gelangen. In dieser, durch ein inhomogenes Prüffeld charakterisierbaren Prüfungssituation ist davon auszugehen, daß Schätzungen derartiger Prüffelder mit klassischen Stichprobenverfahren eine geringe Effizienz (Wirksamkeit) aufweisen werden. Die Effizienz einer unverzerrten Schätzung wird üblicherweise durch die Varianz oder Standardabweichung gemessen. Der HFA des IDW empfiehlt in dieser Prüfungssituation auf die bewußte Auswahl der zu prüfenden Kontensalden oder Geschäftsvorfälle zurückzugreifen, und so die Vorinformationen über vermutete systematische Fehler bei der Auswahl der Elemente zu berücksichtigen. Die bewußte Auswahl ist freilich für eine Quantifizierung der erreichten Sicherheit und Genauigkeit ungeeignet. Es stellen sich daher die folgenden Fragen:

Existiert in der mathematisch-statistischen Literatur ein Stichprobenverfahren, welches eine Adaption seiner Auswahltechnik (Auswahlverfahrens) an die Fehlerursache systematischer Fehler ermöglicht? - und wenn ja:

Ist in jedem Fall von einer hohen Effizienz dieses Verfahrens auszugehen?

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit untersucht zunächst in Kapitel 2 die Struktur von buchhalterischen Grundgesamtheiten. Anschließend werden in Kapitel 3 die Anwendungsvoraussetzungen statistischer Schätzverfahren mit den Merkmalen einer typischen Prüfungssituation verglichen. Relativ knapp wird in Kapitel 4 auf die einfache Zufallsstichprobe eingegangen. In Kapitel 5 wird das Adaptive Sampling und in Kapitel 6 das Adaptive Cluster Sampling eingeführt. In dem folgenden Kapitel werden die theoretischen Eigenschaften des Adaptive Cluster Sampling dargestellt. Das Kapitel 8 untersucht, ob die theoretisch ableitbare Effizienz des Adaptive Cluster Sampling in einer empirischen Untersuchung zweier einfacher Grundgesamtheiten belegt werden kann. Die folgenden Kapitel gehen auf den Stichprobenumfang und die lineare Kostenfunktion des Adaptive Cluster Sampling ein. Schließlich werden in Kapitel 11 alternative Auswahltechniken und Schätzer des Adaptive Cluster Sampling vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Symbolverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis IX
1. Problemstellung 1
2. Zu der Struktur von buchhalterischen Grundgesamtheiten 3
2.1 Zu der Verteilung der Buchwerte 3
2.2 Zu der Verteilung der Fehler 4
3. Anwendungsvoraussetzung statistischer Schätzverfahren und deren Übereinstimmung mit den Merkmalen einer typischen Prüfungssituation 8
4. Zu der einfachen Zufallsstichprobe 14
5. Zu dem Adaptive Sampling 15
6. Zu dem Adaptive Cluster Sampling 18
6.1 Grundlagen des Adaptive Cluster Sampling 18
6.2 Zu der Nachbarschaftsdefinition 19
6.3 Zu der Bedingung C 22
6.4 Beispiel Nr. 1 23
6.5 Ein Schätzer, der auf den Auswahlwahrscheinlichkeiten der Netzwerke durch die Anfangsstichprobe basiert 28
6.6 Ein Schätzer, der auf der Häufigkeit der Auswahl der Netzwerke durch die Anfangsstichprobe basiert. 32
6.7 Beispiel Nr. 2 34
7. Einflußgrößen der relativen Effizienz von Adaptive Cluster Sampling im Verhältnis zu der einfachen Zufallsstichprobe 37
7.1 Eigenschaften der Grundgesamtheit 37
7.1.1 Die Varianz innerhalb der Netzwerke 37
7.1.2 Die geographische Seltenheit von Fehlern 40
7.2 Der Stichprobenumfang 40
8. Empirischer Vergleich der Effizienz zwischen Adaptive Cluster Sampling und der einfachen Zufallsstichprobe 41
8.1 Zu dem Computerprogramm für den Wirksamkeitsvergleich zwischen Adaptive Cluster Sampling und der einfachen Zufallsstichprobe 42
8.2 Zu dem Beispiel Nr. 2 49
8.3 Beispiel Nr. 3 50
9. Zu dem Stichprobenumfang des Adaptive Cluster Sampling 56
10. Lineare Kostenfunktion des Adaptive Cluster Sampling und der einfachen Zufallsstichprobe 58
11. Alternative Auswahltechniken und Schätzer des Adaptive Cluster Sampling 59
11.1 Stratified Adaptive Cluster Sampling 60
11.2 Adaptive Cluster Sampling Based on Order Statistics 63
11.3 Adaptive Cluster Sampling mit einer Anfangsstichprobe mit ungleichen Ziehungswahrscheinlichkeiten 65
12. Zusammenfassung und Ausblick 66
Anhang 68
Literaturverzeichnis 99
Eidesstattliche Versicherung 103

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ziehung und Hochrechnung der einfachen Zufallsstichprobe und des Adaptive Cluster Sampling werden in diesem zweiten Beispiel an einer sehr kleinen Grundgesamtheit gezeigt. Die Grundgesamtheit besteht aus fünf Elementen, dessen y -Werte die folgenden sind: y = (1,0,2,10,1000) . In diesem zweidimensionalen Fall69 seien die an ein Element angrenzenden Elemente als Nachbarn definiert. Beispielsweise hat das Element mit y = 10 die Nachbarn y = 2 und y = 1000 . Jedes gezogene Element hat in diesem Beispiel folglich mindestens ein und höchstens zwei Nachbarelemente. Die Bedingung C sei definiert als C = {y : y ≥ 5}. Der Umfang der Anfangsstichprobe sei n1 = 2 . Wird die Anfangsstichprobe mit der einfachen Zufallsstichprobe ohne Zurücklegen gezogen, [...]

Dabei bezeichnet f i die Zahl der Elemente aus der Anfangsstichprobe, die zu Netzwerk Ai gehören. Wenn man die Randelemente der Klumpen bei der Schätzung ignoriert, dann bezeichnet f i die Zahl der Fälle, in denen das i -te Element aus der Endstichprobe im Schätzer vorkommt. Für den Fall, daß kein Element der Anfangsstichprobe das Netzwerk Ai auswählt, ist f i = 0 . Da f i Elemente von den mi Elementen aus Ai gezogen werden, ist f i hypergeometrisch verteilt mit Hyper ( N , mi , n1 ) . Aus E [ f i ] = n1mi folgt: N (6-15) [...]

Ein Element, welches zu einem großen Netzwerk gehört, hat, bedingt durch die adaptive Auswahltechnik, eine höhere Wahrscheinlichkeit in die Endstichprobe zu gelangen, als ein Element, welches ein Netzwerk der Größe 1 darstellt. Die Auswahlwahrscheinlichkeit eines Elementes steigt mit der Größe des Netzwerkes, zu dem es gehört. Die unterschiedlichen Auswahlwahrscheinlichkeiten der Elemente sind die Ursache dafür, daß herkömmliche Schätzer wie beispielsweise die freie Mittelwertschätzung, beim Adaptive Cluster Sampling verzerrt sind. Bei „geklumpter“ Grundgesamtheit führt die hohe Ausbeute des Adaptive Cluster Sampling an Beobachtungsmerkmalen dazu, daß die freie Mittelwertschätzung in Verbindung mit der Auswahltechnik des Adaptive Cluster Sampling die Tendenz zur Überschätzung der Gesamtmerkmalswerte der Grundgesamtheit hat. In den folgenden Kapiteln 6.5 und 6.6 werden unverzerrte Schätzer für das Adaptive Cluster Sampling vorgestellt. [...]

Arbeit zitieren:
Garcia Moreno, Oscar September 1998: Adaptive Sampling - ein Fortschritt in der Revisionstechnik?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftsprüfung, Stichprobe, Inventur, Excel, Revision

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren