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Accruals als Bestandteil von Gewinnen - Systematisierung und Beurteilung

Accruals als Bestandteil von Gewinnen - Systematisierung und Beurteilung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dirk Merten
  • Abgabedatum: März 2006
  • Umfang: 86 Seiten
  • Dateigröße: 997,6 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9619-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9619-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9619-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Merten, Dirk März 2006: Accruals als Bestandteil von Gewinnen - Systematisierung und Beurteilung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Accounting Standards, Publizität, Informationsqualität, Rechnungswesen, Rechnungslegung

Diplomarbeit von Dirk Merten

Einleitung:

Der Prognose zukünftiger Überschüsse kommt im Rahmen der Bewertung von Unternehmen eine zentrale Rolle zu. Im Rahmen der externen Finanzanalyse wird dabei versucht, aus Informationen der Geschäftsberichte und besonders den Daten des externen Rechnungswesens zukünftig erwartete Überschussgrößen (Gewinne, Cash Flows) unter Verwendung der Zeitreiheneigenschaften („Persistenz“) solcher Größen sowie deren Komponenten zu schätzen.

Nach der gängigen Literatur lassen sich Gewinne in zwei Komponenten zerlegen, zahlungswirksame Cash Flows und zahlungsunwirksame Accruals. Während Analysten in ihren Prognosen zumeist auf den Gewinn als Aggregat von Accruals und Cash Flow, sowie mit wachsender Bedeutung auf den Cash Flow selbst fokussieren, werden Accruals, im Gegensatz zur akademischen Forschung, weitaus weniger beachtet. Dies mag daran liegen, dass Ansätze zur Bestimmung von Accrual Größen sehr verschiedenartig mit unterschiedlichen Qualitäten ausfallen. Die mangelnde Berücksichtigung von Accruals hat jedoch Auswirkungen auf die Prognosegüte von Gewinnschätzungen, weil beide Komponenten recht deutliche Unterschiede hinsichtlich ihrer Persistenzeigenschaft aufweisen. Damit verbunden ergeben sich zudem entsprechende Implikationen für eine angemessene Kapitalmarktbewertung von Accruals.

In Anbetracht dessen hat sich ein großer wirtschaftswissenschaftlicher Forschungszweig, insbesondere seit der Pionierstudie von Sloan (1996), mit einer Vielzahl empirischer Forschungsarbeiten entwickelt, wobei sich der Fokus dieser Studien nicht allein auf die Persistenz von Accruals beschränkt, sondern auch auf bilanzpolitische Aspekte erstreckt. In dem Zusammenhang wird versucht, leistungsfähige Accrual Modelle so zu gestalten, um Bilanzpolitik bzw. Earnings Management adäquat identifizieren und quantifizieren zu können.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen Accruals als Bestandteil des Gewinns charakterisiert und beurteilt sowie deren Bewertungsrelevanz aus finanzwirtschaftlicher und bilanzpolitischer Perspektive erörtert werden. Versuche, diesen Themenkomplex allein konzeptionell-theoretisch abzuleiten, stoßen allerdings in einigen Punkten an ihre Grenzen, sodass dies mithilfe empirischer Untersuchungen erfolgen soll.

Gang der Untersuchung:

Der Gliederung dieser Arbeit folgend, werden in Abschnitt zwei zunächst beide Gewinnkomponenten detailliert charakterisiert und danach herkömmliche als auch alternative Herleitungsmethoden vergleichend dargestellt werden.

Daran anschließend soll in Kapitel drei anhand empirischer Studien von Sloan und Richardson et al. untersucht werden, inwieweit Accruals und Cash Flows sich in ihren Persistenzeigenschaften hinsichtlich künftiger Gewinne voneinander unterscheiden, wobei diesbezüglich auch auf einzelne Accrual Bestandteile eingegangen wird. Hinzu kommen Analysen über mögliche Fehlbewertungen am Kapitalmarkt aufgrund unzureichender Antizipation dieser Erkenntnisse und daraus zu schließender fehlender Markteffizienz, um nachfolgend zu demonstrieren, wie eine „Accruals orientierte“ Investitionsstrategie zu Überrenditen am Kapitalmarkt führen kann. Bevor jeweils konkrete Forschungsergebnisse aufgezeigt werden, wird in den einzelnen Kapiteln eine kurze Darstellung der in den Studien zugrunde gelegten Methodik voran gestellt. Abschließend werden weitergehende Arbeiten diskutiert, die Gründe für die dargelegten Persistenzeigenschaften von Accruals zu ermitteln versuchen.

Im vierten Kapitel sollen Accruals unter bilanzpolitischen Aspekten erläutert werden. Nach einer kurzen Charakterisierung von Bilanzpolitik sowie der Rolle von Accruals hierbei, wird insbesondere auf derzeitige Modelle zur Ermittlung nicht-diskretionärer Anteile am Gewinn eingegangen und deren Stärken und Schwächen miteinander verglichen, um sie im Anschluss einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

Kapitel fünf beschließt vorliegende Arbeit mit einem zusammenfassenden Fazit verbunden mit einem Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
Notationsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Charakterisierung und Definitionen der Gewinnkomponenten 2
2.1 Cash Flow 2
2.1.1 Begriff und Funktionen 2
2.1.2 Gesetzliche Grundlagen 4
2.1.3 Darstellung und Ermittlung im Rahmen der Rechnungslegung 5
2.1.3.1 Allgemeine Herleitung und Darstellung 5
2.1.3.2 Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit 7
2.1.3.3 Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 9
2.1.3.4 Cash Flow aus der Investitionstätigkeit 9
2.1.3.5 Cash Flow nach DVA/SG 10
2.1.4 Ermittlung des Free Cash Flow 11
2.2 Accruals 12
2.2.1 Das Accrual Accounting Prinzip 12
2.2.2 Begriffsbestimmung und –abgrenzung 15
2.2.3 Typisierung von Accruals 16
2.2.3.1 Kurz- und Mittel-/Langfristige Accruals 17
2.2.3.2 Diskretionäre und Normale Accruals 18
2.2.4 Ermittlung von Accruals 19
2.2.4.1 Der Cash Flow Ansatz 19
2.2.4.2 Der traditionelle Bilanz-Ansatz 19
2.2.4.3 Messqualität des Bilanzansatzes- Empirische Erkenntnisse 21
2.2.4.4 Cash-Flow- und Bilanzansatz im Vergleich -Eine Beispielrechnung 23
2.2.4.5 Der erweiterte Bilanzansatz nach Richardson et al. 24
3. Bewertungsrelevanz von Accruals- Erkenntnisse empirischer Studien 26
3.1 Gewinn- Persistenz von Accruals 26
3.1.1 Untersuchungsansatz nach Sloan 26
3.1.2 Accrual-Reliabilitäts Kategorisierung 28
3.1.3 Untersuchungsansatz nach Richardson et al. 30
3.1.4 Deskriptive Befunde 32
3.1.5 Empirische Befunde 34
3.2 Kapitalmarktbewertung von Accruals 36
3.2.1 Untersuchungsmethodik 36
3.2.2 Ergebnisse 38
3.3 Überrenditen aus einer Accruals-Hedging-Strategie 40
3.4 Mögliche Ursachen für die verminderte Reliabilität von Accruals 42
4. Accruals als Indikator für Bilanzpolitik 47
4.1 Begriff, Ziele und Voraussetzungen von Bilanzpolitik 47
4.2 Discretionary Accruals als Schätzer für Bilanzpolitik 49
4.3 Non-Discretionary Accruals Modelle zur Bestimmung diskretionärer Anteile 50
4.3.1 Herkömmliche NDA-Modelle 50
4.3.2 Alternative und neuere NDA Modelle 54
4.3.3 Kritische Würdigung bestehender NDA-Modelle 58
5. Fazit 59
Anhang 62
Literaturverzeichnis 72

Automatisiert erstellter Textauszug:

33 Während Sloan einen durchschnittlich negativen Gesamtkoeffizienten für den Anteilswert der Accruals ermittelt (der Durchschnitt aller 10 Portfolios beträgt -2,2%), erreicht dieser bei RSST einen durchschnittlichen Wert von + 5,2% (bezogen auf Total Assets). Dies ist auf die jeweils unterschiedlich angewandten Bilanzansätze zurückzuführen. Im erweiterten Bilanzansatz von RSST werden, im Gegensatz zur traditionellen Definition, Abschreibungen nicht berücksichtigt, stattdessen werden Wertänderungen der Posten erfasst, auf die sich Abschreibungen im Allgemeinen beziehen (Gebäude, Maschinen). Diese finden Eingang in die NCO-Komponente (im Gegensatz zur traditionellen Messung) und führen somit zu einem erhöhenden Einfluss auf die Accruals.131 Ebenso positive Ausprägungen zeigen jeweils die WC- und NCO Koeffizienten, [...]

30 Währenddessen ist die Reliabilität der NCOL-Posten eher von mittlerer Qualität gekennzeichnet, da einerseits längerfristige operative Verbindlichkeiten zwar als sicher einzustufen sind, aber andere Bestandteile, wie z.B. Pensionsverpflichtungen doch relativ hoher Subjektivität ausgesetzt sind. Demnach ist die übergeordnete Kategorie (NCO) als gering bis mittel zu charakterisieren.121 Die Reliabilität bzgl. Finanzieller Abgrenzungen (FIN) ist zum überwiegenden Teil als hoch einzustufen, da sie naturgemäß ein nahes Verhältnis zu Cash aufweisen. Kurzwie auch langfristige Finanzanlagen (insbesondere Wertpapiere bei der STI und LTI Komponente) sind auf Grund Ihrer Fungibilität und eines daraus resultierenden Marktpreises mit einer hohen Verlässlichkeit ausgestattet und daher in ihrem zukünftigen Wert sehr gut einschätzbar. Ebenso verhält es sich mit langfristigen finanziellen (verzinslichen) Schulden (FINL), wie z.B. Bankdarlehen, deren Höhe sehr gut kalkulierbar ist. Lediglich die Höhe langfristiger Forderungen innerhalb der LTI–Komponente ist aus denselben Gründen wie auch bei den kurzfristigen Forderungen aus L.u.L. mit Unsicherheit behaftet, so dass diese Kategorie insgesamt ein gemischtes Bild abgibt.122 [...]

COA (Current Operating Assets) wird hauptsächlich durch die Posten Forderungen aus L.u.L. und Vorräte bestimmt, die teilweise hohen subjektiven Bewertungen seitens des Managements unterliegen. Kurzfristige Forderungen beispielsweise werden oftmals zu frühzeitig mit einem hohen Grad an Unsicherheit verbucht (z.B. Anteil uneinbringlicher Forderungen ungewiss) und gewähren somit Raum für Bilanzpolitik oder gar Gewinnmanipulationen. Ebenso verhält es sich bei Vorräten, die auf sehr unterschiedlichen subjektiven Bewertungsverfahren basieren können (LIFO, FIFO, Art der Abschreibung, Verteilung der fixen Kosten).119 Im Gegensatz dazu sind kurzfristige Forderungen (COL) von einem relative hohen Maß an Verlässlichkeit für künftige Gewinne geprägt, da diese im Allgemeinen auf feststehenden Verpflichtungen beruhen, die das Unternehmen erfüllen muss, falls es an einer erfolgreichen Fortsetzung der operativen Tätigkeiten interessiert ist (Going Concern-Prinzip). Insgesamt ist somit die Reliabilität der WC-Komponente als Mittel einzustufen.120 Ähnlich wie bei COA ist die Verlässlichkeit der längerfristigen Vermögensgegenstände (NCOA) ebenfalls als gering einzustufen. Dies ist z.B. auf verschiedene zulässige Abschreibungsmethoden, Aufbau Stiller Reserven, Höhe der aktivierten Kosten von immateriellen Vermögensgegenständen, oder auch möglichen Sonderabschreibungen zurückzuführen. [...]

Arbeit zitieren:
Merten, Dirk März 2006: Accruals als Bestandteil von Gewinnen - Systematisierung und Beurteilung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Accounting Standards, Publizität, Informationsqualität, Rechnungswesen, Rechnungslegung

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