Absicherungs- und Stornokosten und ihr Einfluss auf den Gewinn des Anbieters von Finanzprodukten mit Kapitalgarantie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Manuel Herold
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 60 Seiten
- Dateigröße: 436,2 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9181-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9181-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9181-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Herold, Manuel September 2005: Absicherungs- und Stornokosten und ihr Einfluss auf den Gewinn des Anbieters von Finanzprodukten mit Kapitalgarantie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Optionskosten, strukturierte Produkte, Riesterprodukt, Derivate, Black & Scholes
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Diplomarbeit von Manuel Herold
Zusammenfassung:
Grundlage dieser Arbeit bildet ein Riester-Finanzprodukt im Rahmen der privaten Altersvorsorge, bei dem das angelegte Kapital garantiert wird. Um diese Zinsgarantie mit den Renditechancen der Kapitalmärkte zu verbinden, haben viele Anbieter ihr Produktsortiment um fondsgebundene Vorsorgeprodukte mit einer Kapitalgarantie erweitert. Anders als bei klassischen Fonds bleibt das eingezahlte Kapital durch Kurssicherungsmaßnahmen des Produktanbieters erhalten.
Die Kosten dieser Maßnahmen werden in der vorliegenden Arbeit mit der Optionspreistheorie quantifiziert. Auf Grundlage eines einfachen Unternehmensmodells werden Kosten und Erlöse aus dem Vertrieb eines kapitalerhaltenden Finanzprodukts denen eines garantielosen Fonds gegenübergestellt. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Betrachtung von Absicherungs- und Stornokosten. Beide werden vom Produktanbieter getragen. Die Entscheidung des Anbieters über die Zusage einer Nominalkapitalerhaltung wird somit vom Gewinn abhängig gemacht, der durch den Vertrieb des Garantieprodukts entsteht. Aus Kundensicht dominiert stets das Finanzprodukt mit Kapitalgarantie, da es neben dem Garantiezins auch die Partizipation an Renditechancen eines Fonds bietet.
Die beiden Produktvarianten unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer Stornoquoten, bedingt durch die Möglichkeit zu staatlicher Förderung für Garantieprodukte im Rahmen der Riester-Vorsorge. Da für Sparverträge ohne Garantie keine Förderung bezogen werden kann, werden diese vor Ende der Laufzeit häufiger storniert, was zu höheren Stornokosten führt. So kann durch den Vertrieb des Riester-Produkts dann ein höherer Gewinn ausgewiesen werden, wenn die Stornokosten des Fonds ohne Kapitalerhaltung höher sind, als die Summe von Absicherungs- und Stornokosten beim Garantiefonds.
Im Laufe der Untersuchung wird deutlich, dass die ausgewiesenen Absicherungskosten und damit indirekt auch der Gewinn, sehr sensibel auf kleinste Änderungen der bei der Optionspreisberechnung zugrunde gelegten Parameter reagieren. Insbesondere die Volatilität und der Basispreis spielen eine entscheidende Rolle. Durch Annahme entsprechender Werte für diese beiden Variablen, kann der Vertrieb von Garantieprodukten gegenüber Finanzprodukten ohne Kapitalgarantie tatsächlich als vorteilhafter dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Executive Summary | II | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Symbolverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| Tabellenverzeichnis | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 3 |
| 2. | Theoretische Grundlagen der Arbeit | 3 |
| 2.1 | Grundlagen der Indexfonds | 3 |
| 2.2 | Grundlagen strukturierter Produkte | 4 |
| 2.3 | Grundlagen der Optionen | 4 |
| 2.4 | Grundlagen der Theorie von Black & Scholes | 5 |
| 2.5 | Eine Definition des Begriffs Hedging | 7 |
| 2.6 | Grundlagen zur Prozesskostenrechnung | 8 |
| 2.6.1 | Der Aufbau der Prozesskostenrechung | 8 |
| 2.6.2 | Anwendbarkeit in Dienstleistungsunternehmen | 9 |
| 3. | Absicherungs- & Stornokosten und Ihr Einfluss auf den Gewinn | 10 |
| 3.1 | Model der Fondsgesellschaft | 10 |
| 3.1.1 | Annahmen zum Modell | 11 |
| 3.1.2 | Eigenschaften der Fondssparpläne | 11 |
| 3.1.3 | Erlös- und Kostenstruktur der Gesellschaft | 13 |
| 3.2 | Quantifizierung der Garantiekosten | 15 |
| 3.2.1 | Die Absicherung im vorliegenden Modell | 16 |
| 3.2.2 | Hedging mit Long Put Optionen | 16 |
| 3.2.3 | Berechnung der Optionspreise | 17 |
| 3.3 | Quantifizierung der Stornokosten | 21 |
| 3.3.1 | Die Prozesskostenrechnung in der Fondsgesellschaft | 22 |
| 3.3.2 | Definition von Teilprozessen der Vertragsstornierungen | 24 |
| 3.3.3 | Ermittlung der Kosten des Hauptprozesses Vertragsstornierung | 26 |
| 3.3.4 | Berücksichtigung von Stornoquoten der Produktalternativen | 26 |
| 3.4 | Zusammenfassung der untersuchten Kosten | 27 |
| 3.4.1 | Der Gewinn ohne Vereinbarung einer Kapitalgarantie | 27 |
| 3.4.2 | Der Gewinn bei Zusage einer Kapitalgarantie | 27 |
| 4. | Sensitivitätsanalyse | 28 |
| 4.1 | Diskussion der Ergebnisse | 28 |
| 4.2 | Ermittlung kritischer Werte | 29 |
| 4.2.1 | Senkung der Optionskosten | 29 |
| 4.2.1.1 | Verringerung der Optionskosten über die Volatilität | 30 |
| 4.2.1.2 | Verringerung der Optionskosten über die Sparrate | 30 |
| 4.2.2 | Erhöhung des Stornokostensatzes | 32 |
| 4.2.3 | Erhöhung der Stornoquote beim garantielosen Produkt | 33 |
| 4.2.4 | Kritische Werte bei Änderung von zwei Parametern | 34 |
| 4.2.4.1 | Kritische Werte bei einer Volatilität von 15% | 34 |
| 4.2.4.2 | Kritische Werte bei einem Netto-Sparbetrag von 100 EUR | 36 |
| 4.3 | Prämissenkritik | 38 |
| 4.3.1 | Kritik an den Prämissen des Unternehmensmodells | 38 |
| 4.3.2 | Kritik an den Prämissen zur Optionspreisermittlung | 40 |
| 4.3.3 | Kritik an der Ermittlung der Stornokosten | 42 |
| 5. | Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick | 44 |
| Literaturverzeichnis | VIII | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | XV |
23 die vom Fondsmanagement für den Fonds innerhalb eines Jahres erbrachte Dienstleistung definiert. Schließlich begegnet man in Kapitalanlagegesellschaften noch Subsidiärkostenträgern, also Kostenträgern, die sich auf den Hauptkostenträger Fonds als Vorprodukt stützen.115 Dies können Depots sein, für die Kunden ausschließlich Produkte der jeweiligen Fondsgesellschaft erwerben können. Als Dienstleistungsunternehmen weist die Fondsgesellschaft116 einen hohen Gemeinkostenanteil (z.B. Personalkosten), einen geringen Anteil an Kosten, die mit dem Leistungsvolumen der Kostenstellen schwanken, eine Vielzahl heterogener Leistungen in den einzelnen Kostenstellen, häufig nur eine indirekte Beziehung zwischen den Leistungen einer Kostenstelle und den Kostenträgern des Betriebes aus. Einen wesentlichen, strukturellen Cost Driver stellt der verfolgte Investmentstil dar.117 Als Beispiel hierfür sind die unterschiedlichen Prozessabläufe und Ressourceneinsätze bei aktivem oder passivem Investmentstil zu erwähnen, die sich auf die Organisationsform des Portfoliomanagements auswirken. Bei einem Indexfonds entfallen durch den passiven Investmentstil die Research-Aufgaben des Fondsmanagers was dazu führt dass die Kosten hier niedriger sind als bei einer aktiven Anlagestrategie.118 Bei Kapitalanlagegesellschaften können Kosten in Personal- und Informationskosten gegliedert werden, da Material- und Anlagenkosten fast vollständig fehlen. Informationskosten sind die eigentlichen Materialkosten und umfassen insbesondere Kosten, die mit der Bereitstellung von Informationen zusammenhängen, wie die Kosten von Informationssystemen. Unter den allgemeinen Kostenblock fallen Kosten wie Büromaterial. In den theoretischen Grundlagen wurde gezeigt, dass lmi- von lmn-Prozessen zu unterscheiden sind.119 Für die lmi-Prozesse sind Maßgrößen zu identifizieren, die den Output der Kostenstelle bezeichnen. Für den Hauptprozess Portfoliomanagement kann der Teilprozess „Handelsaufträge ausführen“ mit einer [...]
22 Sondervermögens.108 Mit großen Schwankungen im Mittelaufkommen sind auch höhere Verwaltungskosten verbunden. In diesem Abschnitt soll versucht werden, unter Anwendung der Prozesskostenrechnung, zunächst den Vorgang der Vertragsstornierung in einem Prozess zu definieren, um damit die Kosten einer Stornierung für die weitere Analyse zu quantifizieren. Die Stornokosten stellen in der vorliegenden Arbeit eine entscheidende Größe dar, denn zwischen den beiden Fondsalternativen bestehen unterschiedliche Stornoquoten und damit auch unterschiedlich hohe Stornokosten. So liegt die Stornoquote für das Strukturierte Produkt deutlich unter der des Fonds ohne Kapitalgarantie. Grund hierfür ist die Eignung des Garantieprodukts für staatliche Förderung im Rahmen des Riester-Rentenkonzepts.109 Staatlich geförderte Altersvorsorgeverträge werden vor Ende der Laufzeit seltener storniert als ungeförderte Verträge. Weiterhin wird unterstellt, dass Stornierungen erst zur Hälfte der Vertragslaufzeit stattfinden (nach 15 Jahren Laufzeit), am 31.12.2020. Verträge die nach diesem Zeitpunkt noch bestehen, werden vom Kunden bis zum Ende der Laufzeit eingehalten und vollständig angespart. [...]
20 Höhe von 5% p.a. unterstellt. Dieser Wert orientiert sich am Kupon deutscher Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit.99 Als Volatilität (σ - auf Jahresbasis) wird die stetige Rendite Standartabweichung des Fonds-Underlyings, also des DAX herangezogen.100 Die Volatilität des DAX wurde gewählt, da die Rendite des Fonds mit der des Deutschen Aktienindex vollständig positiv korreliert. Eine Voraussage der künftigen Kursschwankungen ist nicht möglich. Deshalb liegt es nahe, eine historische, d.h. eine aus Vergangenheitswerten berechnete Volatilität für die Betrachtung heranzuziehen.101 Der größte Nachteil dieser Vorgehensweise besteht darin, dass zeitlich ältere Daten mit denselben Gewichten in die Berechnung eingehen wie zeitlich jüngere.102 Diese Vorgehensweise geht davon aus, dass auch in Zukunft plausible ökonomische Zusammenhänge nicht ihre Gültigkeit verlieren.103 Zwar kann ein Abweichen von solchen Zusammenhängen, z.B. durch psychologische Einflüsse auf die Aktienperformance, über kurz- oder mittelfristige Zeiträume möglich sein, über die im Vordergrund dieser Ausarbeitung stehenden, sehr langen Zeiträume, ist die Wahrscheinlichkeit hierfür jedoch gering. In dieser Arbeit soll daher auf die Verwendung alternativer und komplexerer Prognosemethoden verzichtet werden, nicht zuletzt da diese Verfahren unter Umständen Ergebnisse liefern, die sich nicht signifikant von Prognosewerten aus historischen Schätzungen unterscheiden.104 Hinzu kommt, dass der Einsatz komplexerer Methoden die Ermittlung weiterer Parameter erfordert, wodurch es für diese Analyse angemessen erscheint, die künftige Volatilität mit historischen Daten zu prognostizieren. Für die konstante Standartabweichung der Rendite des DAX während der Optionslaufzeit wird ein Wert von 20% p.a. unterstellt. Dieser orientiert sich an der Volatilität des DAX in den vergangenen 30 Jahren.105 Eine Volatilität von 20% p.a. impliziert Kursschwankungen im betrachteten Jahr zwischen 80% und [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491819
Arbeit zitieren:
Herold, Manuel September 2005: Absicherungs- und Stornokosten und ihr Einfluss auf den Gewinn des Anbieters von Finanzprodukten mit Kapitalgarantie, Hamburg: Diplomica Verlag
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Optionskosten, strukturierte Produkte, Riesterprodukt, Derivate, Black & Scholes



