Absentismus, Möglichkeiten zur Reduzierung
Eine empirische Untersuchung am Beispiel öffentlichen Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Carsten Müller
- Abgabedatum: Oktober 2002
- Umfang: 137 Seiten
- Dateigröße: 6,7 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Märkische Fachhochschule Iserlohn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6409-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6409-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6409-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Müller, Carsten Oktober 2002: Absentismus, Möglichkeiten zur Reduzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fehlzeiten, Arbeitsunfähigkeit, Fehlzeitenmanagement
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Diplomarbeit von Carsten Müller
Einleitung:
Die Fehlzeitenproblematik ist in vielen Unternehmen im Laufe der Jahre zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. Das gilt grundsätzlich in jeder Branche und in zunehmendem Maße auch für den Sektor des öffentlichen Dienstes. Am Beispiel des im Umbruch befindlichen Unternehmens des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), der Dortmunder Stadtwerke AG, wird die Fehlzeitenproblematik deutlich. Hier zeigen sich in der Vergangenheit über dem Bundesdurchschnitt liegende Arbeitsunfähigkeitsquoten, die besonders im Bereich der gewerblichen Mitarbeiter und hier wiederum bei Fahrdienstmitarbeitern zum Teil im zweistelligen Prozentbereich liegen. Aufgrund der bevorstehenden bzw. bereits begonnenen Öffnung des Marktes des ÖPNV für den freien Wettbewerb, begründet durch entsprechende EURichtlinien und -Verordnungen, rückt diese Problematik mehr und mehr als ein Feld erheblicher Einsparungsmöglichkeiten ins Bewusstsein.
Die Bedeutung für den Wettbewerb vor allem unter Kostengesichtspunkten wird in Kapitel 2 noch einer näheren Betrachtung unterzogen. Aufgrund der enormen Einsparmöglichkeiten im Bereich der Fehlzeiten soll mit der vorliegenden Arbeit ergründet werden, welche beeinflussbaren Fehlzeiten bei den Mitarbeitern vorliegen. Es sollen hier nicht primär die Reduzierungsmöglichkeiten gesundheitlich bedingter Fehlzeiten herausgearbeitet werden, sondern die Gründe für z.B. motivational bedingte Abwesenheiten vom Betrieb. Erst wenn Erkenntnisse darüber vorliegen, welche Faktoren zu diesen Abwesenheiten beitragen, kann versucht werden, durch geeignete Maßnahmen eine Reduzierung derselben herbeizuführen.
Gang der Untersuchung:
Diese Arbeit gliedert sich in zwei Hauptbestandteile, zum einen in einen Teil auf Basis einer umfassenden literarischen Recherche, zum anderen in einen empirischen Teil. Der empirische Teil beinhaltet zwei verschiedene Fragebögen zur eingangs aufgezeigten Thematik. Ein Fragebogen wurde an insgesamt 906 Fahrdienstmitarbeiter der Dortmunder Stadtwerke AG verteilt, der andere wurde an 23 Personalbereiche weiterer ÖPNV-Unternehmen in Nordrhein-Westfalen versandt. Inhaltlich werden die Fragebögen in Kapitel 4 eingehend erläutert. Mit den an die Fahrdienstmitarbeiter verteilten Fragebögen sollten vor allem motivational bedingte Bestandteile des Fernbleibens von der Arbeit herausgearbeitet werden. Die Fragebögen, die an die anderen ÖPNV-Unternehmen verschickt wurden, fragten primär Kennzahlen und betriebliche Maßnahmen gegen Fehlzeiten ab. Insgesamt hat diese Arbeit zum Ziel, durch die gewonnenen Erkenntnisse aus der empirischen Untersuchung sowie der Literaturrecherche, Konturen eines Fehlzeitenmanagements darzustellen sowie auf dieser Basis zielgerichtete Empfehlungen zu unterbreiten.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 7 |
| 1.1 | Problemstellung | 7 |
| 1.2 | Zielsetzung | 7 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 8 |
| 1.4 | Terminologische Grundlegungen und Abgrenzungen | 8 |
| 1.4.1 | Fehlzeiten | 8 |
| 1.4.2 | Arbeitsunfähigkeit | 9 |
| 1.4.3 | Absentismus | 10 |
| 2. | Fehlzeiten als Wettbewerbsfaktor | 11 |
| 2.1 | Kosten der Arbeitsunfähigkeit | 11 |
| 2.2 | Indirekte Kosten (Das Eisbergmodell) | 12 |
| 2.3 | Fehlzeitenvergleich zwischen öffentlichen und privaten Unternehmen in Deutschland | 13 |
| 3. | Mögliche Ursachen von Absentismus | 14 |
| 3.1 | Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und weitere über die gesetzliche Regelung hinausgehende tarifliche und übertarifliche Leistungen des Arbeitgebers | 14 |
| 3.2 | Organisationsstruktur des Unternehmens | 15 |
| 3.3 | Führungsverhalten | 16 |
| 3.4 | Betriebsklima | 18 |
| 3.5 | Innere Kündigung | 19 |
| 3.6 | Weitere Ursachen | 22 |
| 3.7 | Exkurs: Zusammenhang zwischen Absentismus und Fluktuation | 25 |
| 4. | Empirische Untersuchung zum Absentismus anhand von Fragebögen | 25 |
| 4.1 | Erläuterung der Fragebögen | 25 |
| 4.1.1 | Erläuterung des Arbeitnehmer-Fragebogens (Arbeitsanamnese) | 25 |
| 4.1.2 | Erläuterung des Arbeitgeber-Fragebogens | 32 |
| 4.2 | Auswertung der Fragebögen | 38 |
| 4.2.1 | Auswertung des Arbeitnehmer-Fragebogens (Arbeitsanamnese) sowie Darstellung und Erläuterung der Ergebnisse | 38 |
| 4.2.2 | Auswertung des Arbeitgeber-Fragebogens sowie Darstellung und Erläuterung der Ergebnisse | 77 |
| 5. | Reduzierungsmöglichkeiten von Absentismus durch den Arbeitgeber | 91 |
| 5.1 | Reaktive Maßnahmen | 91 |
| 5.1.1 | Rückkehrgespräche | 91 |
| 5.1.2 | Wiedereingliederungsmaßnahmen | 93 |
| 5.1.3 | Erweiterte Nachweispflicht des Arbeitnehmers | 93 |
| 5.1.4 | Medizinischer Dienst der Krankenkasse | 94 |
| 5.1.5 | Verweigerung der Entgeltfortzahlung | 95 |
| 5.2 | Präventive Maßnahmen | 96 |
| 5.2.1 | Kontroll- und Kennzahlensysteme | 96 |
| 5.2.2 | Prämiensysteme | 98 |
| 5.2.3 | Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung | 101 |
| 5.2.4 | Betriebliches Gesundheitswesen | 103 |
| 5.2.5 | Führungsstruktur und -verhalten | 106 |
| 5.3 | Weitere Maßnahmen | 108 |
| 5.4 | Konturen eines Fehlzeitenmanagements | 110 |
| 6. | Schlussbetrachtung und Zusammenfassung | 113 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 116 |
| 8. | Erklärung über die selbstständige Bearbeitung der Diplomarbeit | 140 |
2.3.4. und 2.3.5. befassen sich mit dem Vorhandensein eines Betriebs- bzw. Werksarztes und eines für Arbeitsschutz und Gesundheitswesen zuständigen Fachbereiches. In 2.3.6. wird nach den gesundheitspolitischen Maßnahmen gefragt, wobei auch hier eine Reihe von Maßnahmen vorgegeben wurde. Der Fragenkomplex 3. befasst sich mit speziellen betrieblichen Maßnahmen, die sehr konkret auf die Fehlzeitenproblematik zugeschnitten sind. So wird in 3.1. nach Krankengesprächen gefragt, und in 3.2. nach niedergelassenen Ärzten, die hinsichtlich des häufigen Ausstellens von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auffällig geworden sind. In 3.3. wird nach Maßnahmen gefragt, die bei Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit durchgeführt werden. Die Fragen 3.4. und 3.5. befassen sich primär mit monetären Aspekten und zwar mit Anwesenheitsprämien und der Kürzung von Vergütungsbestandteilen. Bei der Frage 3.6. sollen durch den Fragenkatalog nicht erfasste, aber dennoch durchgeführte Maßnahmen aufgezählt werden. 3.7. und 3.8. fragen nach einer Einschätzung bezogen auf besonders geeignete und ungeeignete Maßnahmen sowie den jeweiligen Begründungen dafür. In 3.9. wird abschließend die Frage nach einem Fehlzeitenmanagement und dessen tatsächliche oder mögliche Bestandteile gestellt. Unter Punkt 4. wird die Möglichkeit für sonstige Anmerkungen gegeben. [...]
Der vorliegende Fragebogen für die Arbeitgeber wurde insgesamt an 23 verschiedene Unternehmen des ÖPNV in Nordrhein-Westfalen verschickt und sollte primär ergründen, ob es in diesen Unternehmen implementierte Maßnahmen zur Fehlzeitenreduzierung gibt. Zunächst wurden allgemeine Angaben zum Unternehmen abgefragt, unter anderem auch die Anzahl der Mitarbeiter, unterteilt in Arbeiter und Angestellte. Frage 1.1. versucht herauszufinden, ob es eine bestimmte Mitarbeitergruppe gibt, die hinsichtlich der Fehlzeiten besonders auffällig ist. Frage 1.2. beinhaltet die Fehlzeitenquote von 1996 bis 2001 und zwar unterteilt in Gesamt, Arbeiter, Angestellte und Fahrdienst. In 1.3. sollten Probleme genannt werden, die durch die Fehlzeiten verursacht werden, hier waren verschiedene Möglichkeiten vorgegeben. 1.4. fragt nach dem Ziel des Unternehmens hinsichtlich der Fehlzeitenquote für die nahe Zukunft. In 1.5. wird nach dem Einsparungspotenzial pro verringertem Prozentpunkt der Fehlzeitenquote gefragt und in 1.6. sollte eine Einschätzung hinsichtlich der Bedeutung der Fehlzeitenquote für die Wettbewerbsfähigkeit abgegeben werden. Die letzte Frage des Komplexes 1., 1.7., erfasst Auffälligkeiten hinsichtlich der Kurzerkrankungen bis zu einer Dauer von 3 Tagen. Der Fragenkomplex 2. befasst sich mit Maßnahmen zur Reduzierung der Fehlzeiten und beginnt in 2.1. mit der Frage, ob überhaupt entsprechende Maßnahmen im Unternehmen durchgeführt werden. Frage 2.2.1. befasst sich mit der noch vor einigen Jahren im Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer (Bundesurlaubsgesetz) gesetzlich verankerten Möglichkeit, in bestimmten Fällen Krankheitstage auf den Erholungsurlaub anrechnen zu können. 2.2.2. fragt nach der Nachweispraxis im jeweiligen Unternehmen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bzw. des ärztlichen Attests im Normalfall und bei auffälligen Mitarbeitern. In 2.3.1. wird nach einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen vorgegeben wurde. gefragt, In wobei eine geht Reihe es um von Möglichkeiten der 2.3.2. Schulungen [...]
wurden bewusst nicht direkt an die Mitarbeiter gerichtet, sondern es sind Einschätzungen gefordert, um so bei diesem sensiblen Thema verbindlichere bzw. überhaupt Antworten zu erhalten. 3.3. fragt nach fehlender Motivation als Ursache und Frage 3.4. nach ungünstigen Arbeitsbedingungen. Frage 3.5., die auf die Anonymität des Einzelnen eingeht, kommt im Fahrdienstbereich besonders zum Tragen, da hier eine sehr große Anzahl an Mitarbeitern in jeweils einem Organisationsbereich beschäftigt ist. In 3.6. wird danach gefragt, ob hohe Fehlzeiten vermutlich zu Unmut und Problemen bei den Kollegen führen. Frage 3.7. versucht herauszufinden, ob die Mitarbeiter sich untereinander dazu ermuntern, „krankzufeiern“. Die letzte Frage in diesem Bereich, 3.8., greift ein bekanntes Problem auf, nämlich, dass es Ärzte gibt, die auffällig oft Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen und sich dieser Umstand bei den Mitarbeitern entsprechend herumspricht und auch ausgenutzt wird. Die letzten drei Fragen, 4.1., 4.2. und 4.3., zielen auf den persönlichen Bereich ab und beinhalten Aussagen über den Zufriedenheitsgrad hinsichtlich der Freizeitgestaltung, der sozialen Kontakte und der eigenen Person. Diese Fragen wurden vor dem Hintergrund gestellt, dass die Arbeitszufriedenheit nicht abgekoppelt werden kann von der allgemeinen Zufriedenheit, es handelt sich hierbei um sich gegenseitig beeinflussende Faktoren.75 Unter Punkt 5. wurde schließlich Gelegenheit zu einer freien Anmerkung jeglicher Art gegeben. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464097
Arbeit zitieren:
Müller, Carsten Oktober 2002: Absentismus, Möglichkeiten zur Reduzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Fehlzeiten, Arbeitsunfähigkeit, Fehlzeitenmanagement



