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Die Ablösung von Notenbankgeld durch Cybermoney

Die Ablösung von Notenbankgeld durch Cybermoney
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marco Klumpers
  • Abgabedatum: Juni 1999
  • Umfang: 81 Seiten
  • Dateigröße: 469,8 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2279-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2279-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2279-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Klumpers, Marco Juni 1999: Die Ablösung von Notenbankgeld durch Cybermoney, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Geldtheorie, Free Money, Geldausgabemonopol, Geldsteuerung

Diplomarbeit von Marco Klumpers

Einleitung:

Ein kurzer Blick in die Kamera und die Geldkarte wird aufgeladen oder die Bezahlung für den Download der neusten Wordversion wird freigegeben.

Fiktion oder Realität?

Geld ist essentiell für eine funktionierende Wirtschaft und wird es auch in Zukunft sein, doch seine Gestalt wird sich ändern. Ob so, wie oben beschrieben oder ganz anders wird sich zeigen. Ansätze zur Identifizierung per Netzhautscan sind vorhanden, aber es ist auch vorstellbar, daß in Zukunft Großunternehmen wie etwa IBM oder Microsoft digitales Geld ausgeben, ohne daß Zentralbanken daran beteiligt sind. Für die Zentralbanken, aber auch für Geschäftsbanken könnten diese Visionen eine Bedrohung ihrer Existenz darstellen.

Somit stellt sich auch die Frage nach der Existenzberechtigung des bisherigen Systems, vor allem angesichts einer sich rapide verändernden Umwelt und Wirtschaft, in der Ländergrenzen immer weniger zählen.

Um Antworten auf die oben aufgeworfenen Fragen finden zu können, erscheint es sinnvoll, die Untersuchung mit einem Blick in die Geschichte des Geldes zu beginnen. Danach können, ausgehend vom bisherigen Geldwesen, der Stand der Entwicklung bei Cybermoney dargestellt und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten diskutiert werden. Die möglichen Konsequenzen für die Geldpolitik werden aus geldtheoretischer Sicht aufgezeigt, dabei ist auch die Frage nach dem Sinn eines Notenbankmonopols und seiner Gefährdung von Bedeutung. Politische und gesellschaftliche Fragestellungen, die sich aus der Weiterentwicklung des Geldes ergeben, ergänzen die Untersuchung.

Auf eine ausführliche Darstellung des Internets und Fragen technischer Natur, wie z. B. kryptographische Verfahren wird verzichtet, da dies für das Thema nicht relevant ist. Aus dem gleichen Grund werden auch nicht alle vorhandenen Cybermoneysysteme vorgestellt und bewertet, sondern nur eine Auswahl beschrieben. Da seit dem 01.01.1999 die Europäische Zentralbank (EZB) die Kontrolle über das Geldwesen in der EU übernommen hat, erscheint die Darstellung der Geldpolitik der Deutschen Bundesbank nicht mehr zeitgemäß. Im folgenden liegt daher der Schwerpunkt auf Definitionen und Instrumenten der EZB.

Für den Begriff Cybermoney wird auch digitales Geld, elektronisches Geld, eMoney und E-Geld synonym benutzt. Bei eCash, DigiCash und CyberCash handelt es sich dagegen um geschützte Produkt- bzw. Firmennamen. Anstelle von A und B - Sender und Empfänger von elektronischem Geld - wird hier, aus Gründen der besseren Lesbarkeit, die in der gängigen amerikanischen Literatur verwendete Bezeichnung Alice und Bob übernommen.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
TABELLENVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
EINFÜHRUNG 1
1. KAPITEL: GELD UND CYBERMONEY - GRUNDLAGEN 2
1.1 Reales Geld 2
1.1.1 Geschichte des Geldes 2
1.1.2 Die drei Funktionen des Geldes 4
1.2 Cybermoney 5
1.2.1 Systematisierung von Cybermoney 6
1.2.2 eCash, Mondex, CyberCash 8
1.2.3 Anforderungen an Cybermoney 11
1.3 Erste Beurteilung 13
1.3.1 Einschätzung des Marktes 14
1.3.2 Erfüllung der Geldfunktionen 16
1.3.3 Kosten von realem Geld gegenüber Cybermoney 17
1.3.4 Sicherheit von Cybermoney 18
2. KAPITEL: GELDAUSGABE 20
2.1 Monopolisierte Geldausgabe 21
2.1.1 Wettbewerb im Geldwesen nach Hayek 21
2.1.2 Notwendigkeit eines Monopols 25
2.2 Zukünftiges System - Free Money? 28
2.2.1 Geldausgabe durch Notenbanken 28
2.2.2 Geldausgabe durch Geschäftsbanken 29
2.2.3 Geldausgabe durch Nichtbanken 31
2.3 Beurteilung der Emissionsmöglichkeiten 32
3. KAPITEL: GELDTHEORIE UND GELDPOLITIK 34
3.1 Heutiges System - Bundesbank und EZB 34
3.1.1 Geldbasis, Geldmultiplikator und Geldmengen 35
3.1.2 Geldpolitische Instrumente 36
3.1.2.1 Offenmarktpolitik 36
3.1.2.2 Ständige Fazilitäten 37
3.1.2.3 Mindestreservepolitik 37
3.2 Steuerungsmöglichkeiten in der Zukunft 38
3.2.1 Generelle Auswirkungen 39
3.2.2 Steuerungsmöglichkeiten in einem Notenbankmonopol 40
3.2.3 Steuerungsmöglichkeiten bei Geschäftsbankengeld 41
3.2.3.1 Mindestreservepflicht für Cybermoney 43
3.2.3.2 Keine Mindestreservepflicht für Cybermoney 43
3.2.4 Steuerungsmöglichkeiten bei Nichtbankengeld 44
3.2.4.1 Geldausgabe ohne Kreditvergabe 45
3.2.4.2 Geldausgabe mit Kreditvergabe 45
3.3 Beurteilung 47
4. KAPITEL: WEITERENTWICKLUNG 48
4.1 Zukünftige Geldmodelle 49
4.1.1 Bargeld mit Zinsen? 50
4.1.2 Totale Überwachung oder völlige Freiheit 51
4.1.3 Technische Neuerungen und Standardisierung 53
4.2 Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur 54
5. KAPITEL: MÖGLICHE PROBLEME 56
5.1 Stabilität von Nichtbankengeld 56
5.2 Probleme politischer und rechtlicher Natur 57
5.2.1 Wer bezahlt noch Steuern? 58
5.2.2 Privatsphäre und Kryptographie 60
5.2.3 Mißbrauch von Cybermoney 61
5.3 Gesellschaftliche Probleme 62
SCHLUSSBETRACHTUNG 64
LITERATURVERZEICHNIS 67

Automatisiert erstellter Textauszug:

Geldausgabe ist Vertrauenssache, demnach könnten prinzipiell auch Nichtbanken Geld ausgegeben. Bei internationalen Anleihen kann man sehen, daß Unternehmen mehr Vertrauen genießen als so manche Regierung.139 Der Bankschriftsteller Otto Hübner hat schon 1854 versucht, die Angst vor einer Anarchie im Finanzbereich zu mildern:140 Auch wenn jeder Banknoten ausgeben dürfte, würde nichts passieren, da man erst jemand finden muß, der das Geld annimmt. Da es kein gesetzliches Zahlungsmittel ist, muß es niemand nehmen. Ebenso wie man heute nicht von jeder beliebigen Person einen Scheck akzeptiert, würde man dieses Geld nur bei entsprechendem Vertrauen annehmen. Die EZB hat mehrere Möglichkeiten in das Cybermoneysystem einzugreifen, um ihr Ziel der Geldwertstabilität durchzusetzen:141 Die erste Möglichkeit, ein Notenbankmonopol, verbunden mit einer Einschränkung der Cybermoneyausgabe, ist nicht wünschenswert, nicht einmal für die EZB selbst, denn sie hält fest: „Zentralbanken sind generell daran interessiert, die Effizienz von Zahlungsverkehrssystemen zu steigern.“142 In einem globalen Finanzsystem, wie wir es in Zukunft noch mehr als heute haben werden, ist solch eine restriktive Politik auch nicht durchsetzbar, es gibt zu viele Ausweichmöglichkeiten. Als zweite Möglichkeit könnte die EZB selber digitales Geld emittie138 139 [...]

ist, verfügen die Banken über unverzinstes Geld, das sie zinsbringend anlegen können.134 2.2.3. Geldausgabe durch Nichtbanken Heutzutage geben schon viele Unternehmen ein Art Ersatzgeld aus, wie z. B. General Electric, IBM (IBM Blue Dollar) oder Fluggesellschaften mit ihren Bonusmeilen.135 Dieser Geldersatz erfüllt gewisse Geldfunktionen, aber sein Einsatzbereich ist begrenzt. Die Vision von multinationalen Konzernen (MNC), die Geld emittieren ist also teilweise schon Realität. In Zukunft soll sich dieses Geld positiv weiterentwickeln und, da es viel stabiler als staatliches Geld ist, auch fast überall akzeptiert werden. MNC-Geld scheint - so die Vision - nicht so starken Wechselkursschwankungen ausgesetzt zu sein, wie das Geld der „hochverschuldeten Nationalstaaten“.136 Nichtbanken haben theoretisch zwei Möglichkeiten, digitales Geld zu emittieren. Sie können Geld in nationaler Währung emittieren, was man gemeinhin als Fälschung bezeichnet und unter Strafe stellt, oder sie können ein eigenes, unterscheidbares Geld anbieten. Im zweiten Fall sieht sich die Zentralbank eventuell gezwungen, ein Nichtbankversagen verhindern zu müssen, etwa durch das Einlagensicherungssystem. Catherine England, Ökonomin des Graduate Business Institute der George Mason University vertritt die Meinung, daß Nichtbanken gerade nicht in diesem System vertreten sein sollten, sie sollten vielmehr die Chance haben, sich ohne Versicherung zu entwickeln, um eine echte Alternative zu werden.137 Kartengeld können Nichtbanken nur dann sinnvoll anbieten, wenn sich die Geldkarten schnell und ohne großen Aufwand aufladen lassen, sei es über Telefon, wie bei Mondex, oder über Internet, wenn man an seinem PC ein Kartenlesegerät hat. Nichtbanken sind hier gegenüber Banken im Nachteil, da ihnen die nötige Infrastruktur für den Zahlungsverkehr fehlt. Auch bei Netzgeld entsteht für den Emittenten das Problem, daß er eine Verbindung zum Kunden benötigt. Dieser müßte - vereinfacht ausgedrückt - dem Emittenten Geld überweisen, woraufhin er das Netzgeld zugeschickt bekommen würde. Für den Verbraucher besteht das Risiko, daß die Emittenten nicht der [...]

delt.130 Nach dieser Definition fällt ein E-Geld-Institut auch unter die Kontrolle der EZB, wobei es allerdings geringeren Anforderungen unterworfen ist, um den Wettbewerb anzuregen und neue Marktteilnehmer nicht abzuschrekken.131 Dieser Einteilung folgend, werden Kreditinstitute und E-Geld-Institute als Banken betrachtet, alle privaten Institutionen, die nicht einen solchen Status haben, sind demnach Nichtbanken. Daß eine Nichtbank (elektronisches) Geld ausgibt ist in der EU nicht möglich, da nach einer Richtlinie des Europäischen Parlamentes jeder Emittent von elektronischem Geld, der kein Kreditinstitut ist, als E-Geld-Institut klassifiziert wird.132 Die USA sind in ihrer Haltung nicht so streng, man will nicht durch zu viele und zu komplexe Regelungen die Entwicklung von Cybermoney behindern oder gar verhindern. Erst wenn sich Probleme zeigen, soll regulierend eingegriffen werden.133 Bei Kartengeld verkauft die Bank ihre eigenen Geldkarten oder Geldkarten von Finanzinstitutionen, so wie heute auch Kreditkarten über Banken ausgegeben werden. Wenn der Kunde seine Karte auflädt, wird sein Konto entsprechend belastet oder er nimmt eine Baraufladung vor. Netzgeld wird in Kooperation zwischen Banken und Entwicklern ausgegeben. Die Emission erfolgt in beiden Fällen in der jeweiligen nationalen Währung, da nach den herrschenden Gesetzen die Emission von Geld in einer eigenen Währung nicht möglich ist. Da die Banken von der Zentralbank kontrolliert werden, fällt auch die Emission digitalen Geldes unter die Zentralbankkontrolle. Sowohl die Ausgabe von Karten für Kartengeld, wie auch die Ausgabe von eigenem Netzgeld machen für die Banken und den Verbraucher im Gegensatz zu dem vorigen Abschnitt Sinn. Hersteller von Cybermoney können mit den Banken zusammenarbeiten, wie es schon DigiCash und Deutsche Bank, bzw. CyberCash und Dresdner Bank tun. Für die Banken entsteht durch neue Gebühren auch eine weitere Einnahmequelle. Außerdem ziehen sie Nutzen aus dem Float: Die Banken geben gegen Belastung des Kontos oder gegen Bareinzahlung digitales Geld aus, das dem Benutzer (noch) keine Zinserträge bringt. Da immer ein gewisser Betrag auf den Karten gespeichert [...]

Arbeit zitieren:
Klumpers, Marco Juni 1999: Die Ablösung von Notenbankgeld durch Cybermoney, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Geldtheorie, Free Money, Geldausgabemonopol, Geldsteuerung

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