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Die Abgeltungssteuer

Auswirkungen auf die Altersvorsorge

Die Abgeltungssteuer
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Günther-Alexander Unterlindner
  • Abgabedatum: Oktober 2007
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 751,5 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Amberg-Weiden Deutschland
  • Bibliografie: ca. 38
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0875-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Unterlindner, Günther-Alexander Oktober 2007: Die Abgeltungssteuer, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Abgeltungssteuer, Unternehmenssteuerreform 2008, Altersvorsorge, Einkunftsarten, Anlagestrategie

Diplomarbeit von Günther-Alexander Unterlindner

Einleitung:

Sind die ehemaligen Finanzminister Waigel (CDU) und Eichel (SPD) mit ihren Bundesregierungen noch vor ein paar Jahren an der jeweiligen Oppositionsmehrheit im Bundesrat gescheitert, so hat es die „große Koalition“ jetzt gemeinsam bewerkstelligt. Am 06. Juli 2007 hat der Bundesrat die Unternehmensteuerreform 2008 endgültig beschlossen, und mit ihr, die Einführung einer Abgeltungsteuer. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Reformpakets und bedeutet eine umfassende Änderung der Besteuerung von Erträgen aus Finanzanlagen im Privatvermögen. Zuzüglich zur Abgeltungsteuer i. H. v. 25 % ist Solidaritätszuschlag (SolZ) und ggf. Kirchensteuer (KiSt) zu entrichten. Steuerbar sind alle Einkünfte aus Kapitalvermögen, Zinserträge aus Geldeinlagen von Kreditinstituten, Kapitalerträge aus Forderungswertpapieren, Dividenden, Erträge aus Investmentfonds oder Termingeschäften und auch Zinsen.

Ferner fallen auch Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften, insbesondere bei Wertpapieren, Investmentanteilen und Beteiligungen an Kapitalgesellschaften unter die Abgeltungsteuer. Eine Ausnahme bildet in diesem Zusammenhang die Immobilie.

Damit will der Gesetzgeber einerseits den Begriff der Kapitaleinkünfte erweitern und andererseits eine umfängliche Veräußerungsgewinnbesteuerung von Kapitalanlagen erreichen.

Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren unter anderem durch die Rentenreform 2001 sowie die Einführung des Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) 2005, indirekt aber auch direkt, massiv auf das Sparverhalten der Deutschen eingewirkt. Es ergaben sich neue Anlageformen, wie z.B. die Riester-Rente oder die Rürup-Rente, und es wurde kräftig an der Besteuerung der verschiedenen Finanzanlagen, besonders für Altersvorsorgeprodukte, gefeilt. So ist der Unterschiedsbeitrag zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der auf sie entrichteten Beiträge, bei nach dem 31.12.2004 abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen, steuerpflichtig. Wird die Versicherungsleistung nach Vollendung des 60. Lebensjahres des Steuerpflichtigen und nach Ablauf von zwölf Jahren seit dem Versicherungsabschluss ausbezahlt, ist nur die Hälfte des Unterschiedsbeitrags anzusetzen (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 S.1 u. 2 EStG).

„Die Rente ist sicher“ behauptete Norbert Blüm, nur wie viel davon, dass hat er nicht erwähnt. Der Staat hat mit dem RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz vom 20.4.2007 ein Gesetz geschaffen, welches die schrittweise Erhöhung der Altergrenze zum zukünftigen Renteneintritt mit 67 beinhaltet. Dies war wichtig, um der demographischen Entwicklung und dem Verhältnis aus Beitragszahler und Leistungsempfänger aus der gesetzlichen Rentenversicherung Rechnung zu tragen.

In den letzten Jahren wurde die Bedeutsamkeit der privaten Vorsorge fürs Alter immer größer geschrieben; es wurden staatlich geförderte Altersverträge mit ins Portfolio aufgenommen, und nach Möglichkeit auch noch etwas in Sparverträge investiert. Nachdem sich das Gros der Deutschen halbwegs an diese veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst hat wartet der Gesetzgeber nun mit einer neuen Steuer auf, welche besonders für private Kapitalanleger zu spüren sein wird.

Die beschlossene Abgeltungsteuer zum 1. Januar 2009 birgt für die Mehrheit der Bevölkerung große Unsicherheit, da der Steuer, wie so oft in Deutschland, Sonderregelungen und Ausnahmen anhaften. Diese Regelungen und Ausnahmen gilt es zu erkennen, zu analysieren und sie auszunutzen. Ein bestmöglicher Übergang ins „Zeitalter der Abgeltungsteuer“ soll damit gewährleistet sein. Viele Fachzeitschriften und Internetportale lassen ihrer Meinung über die Abgeltungsteuer freien Lauf, nennen Gewinner und Verlierer der Steuer, berücksichtigen aber oftmals nicht, dass es ab 1. Januar 2009 nur noch ein „mit“ Abgeltungsteuer gibt. In den folgenden Ausführungen wird erklärt wie es in Deutschland zu dieser Steuer kam und welche Versprechungen sich die deutsche Politik davon erhofft. In einem weiteren Schritt werden die noch bestehenden Besteuerungsregelungen von Kapitalerträgen und deren Besonderheiten kurz aber präzise analysiert und erläutert. Darauf aufbauend erfolgt eine Analyse der Eckpunkte der Abgeltungsteuer. Es wird das System der Steuer beleuchtet und das eigentliche Abgeltungsverfahren begreiflich gemacht.

Ausgehend von den erlangten Kenntnissen lassen sich nunmehr die Auswirkungen auf gängige Anlageprodukte ableiten und Änderungen für altersvorsorgegeeignete Produkte herausstellen. Abschließend werden konkrete Handlungs- und Gestaltungsempfehlungen für die zukünftige Geldanlage, gerade im Hinblick auf das Altersvorsorge-Sparverhalten gemacht.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
A. Einleitung 1
I. Ausgangssituation 1
II. Ziel der Diplomarbeit 1
B. Vergleich der bestehenden mit der zukünftigen Rechtslage 2
I. Steuerpolitischer Kontext 2
II. Bestehende Besteuerung von Kapitalerträgen 3
1. Die Einkunftsarten 3
2. Halbeinkünfteverfahren 4
3. Private Veräußerungsgeschäfte 4
4. Sparer-Freibetrag 4
5. Ausländische Kapitalerträge 5
III. Eckpunkte der neuen Abgeltungsteuer 5
1. Das neue System 5
a) Bedeutung für die anderen Einkunftsarten 5
b) Wegfall des Halbeinkünfteverfahrens 6
c) Einführung eines Teileinkünfteverfahrens 7
d) Sparer-Pauschbetrag 7
e) Werbungskostenabzugsverbot 8
f) Wegfall der Spekulationsfrist 9
g) Verlustverrechnung 10
h) Depotübertrag 13
i) Einschränkung des Kontenabrufs 13
2. Das neue Abgeltungsverfahren 14
a) Der neue Abgeltungsteuersatz 14
b) Ausländische Kapitalerträge 15
c) Ausnahmen von der Abgeltungsteuer 16
d) Veranlagungsoptionen 17
i Verpflichtung zum pauschalen Steuersatz 18
ii Verpflichtung zum individuellen Steuersatz 18
iii Freiwillig zum pauschalen Steuersatz 18
iv Freiwillig zum individuellen Steuersatz (Günstigerprüfung) 19
e) Der Abgeltungsteuer unterliegende Kapitalerträge 19
f) Gewinnermittlung für Veräußerungsfälle 21
3. Erhebung der Kirchensteuer 23
4. Der neue § 23 EStG 24
5. Steuerabzug vom Kapitalertrag 24
6. Inkrafttreten der Abgeltungsteuer und Übergangsregelungen 25
C. Auswirkung auf Anlageprodukte und Anlagestrategie 26
I. Änderungen auf gängige Anlageprodukte 26
1. Aktien 27
2. Investmentfonds 27
3. Offene Immobilienfonds 28
4. Geschlossene Fonds 28
5. GmbH-Anteile 28
6. Genossenschaftsanteile 28
7. Genuss-Scheine 28
8. Termingeschäfte 29
9. Finanzinnovationen 29
10. Zertifikate 29
11. Real Estate Investment Trust (REIT) 29
12. Spar- und Termineinlagen bei Kreditinstituten 29
13. Verzinsliche Papiere des Kapitalmarktes 30
14. Lebens- und Rentenversicherungen 30
15. Staatlich geförderte Altersvorsorge 30
a) Zertifizierte Altersvorsorgeverträge 31
b) Betriebliche Altersvorsorge 31
II. Änderungen der Anlagestrategien der Anleger 31
1. Sparpläne im Vergleich 32
a) Aktienfonds 32
b) Rentenfonds 34
c) Banksparpläne 35
2. Einmalanlagen im Vergleich 36
a) Aktienfonds 37
b) Rentenfonds 38
c) Aktien 39
d) Zinspapiere 40
3. Vergleich verschiedener Anlagen 41
a) Fondssparen oder fondsgebundene Rentenversicherung 41
b) Aktienfonds oder Dachfonds 43
c) Lebenszyklusfonds (Life Cycle Funds) 43
d) Millionärsfonds 44
4. Zwischenfazit 44
III. Handlungsempfehlungen 45
1. Allgemeine Empfehlungen 45
2. Empfehlungen nach Altersklassifizierung 45
a) 20 Jähriger 46
b) 30 Jähriger 48
c) 40 Jähriger 49
d) 50 Jähriger 50
e) 60-Jähriger 51
3. Empfehlungen im Blickwinkel der Generationenvorsorge 51
4. Terminliche Empfehlungen 52
IV. Zusammenfassende Betrachtung der Auswirkungen auf die Anleger 54
D. Fazit 55
Literaturverzeichnis 57
Internetverzeichnis 59
Rechtsquellenverzeichnis 61
Anhang 62

Textprobe:

Kapitel 2, Änderungen der Anlagestrategien der Anleger:

Fast jeder hat einen anderen Grund ein „Stück vom Kuchen“ i. S. d. Nettoverdiensts abzuschneiden, und zu sparen. Dabei liegt die Sparquote für unvorhergesehene Dinge sicherlich höher, als für den Urlaub oder die Anschaffung diverser Luxusgüter. Wie oben bereits angesprochen, hat die Nation aber auch verstanden, Geld für das Alter zurückzulegen. Die Sicherung des Lebensstandards im Alter dürfte schon jetzt, und sollte auch in Zukunft, einer der wichtigsten Spargründe von Privatpersonen sein.

Durch die Einführung der Abgeltungsteuer zum 1.1.2009 rückt die richtige Auswahl der Produkte für die Anleger noch stärker in den Vordergrund. Die Entscheidung für das eine oder das andere Produkt kann erhebliche Renditeunterschiede bringen. Während Steuerpflichtige mit einem hohen Steuersatz durch die 25 % Abgeltungsteuer bei vielen Anlageprodukten (insbesondere mit Zinsanteil) in den Genuss eines Vorteils kommen, ist dies bei einem Steuersatz nahe oder unter 25 % nicht mehr gegeben. Die Anleger hingegen, die aus gutem Grund mit langfristigen Ratensparplänen in Aktienfonds eine zusätzliche individuelle Altersvorsorge aufbauen, gelten infolge des Verlustes des Halbeinkünfteverfahrens und der unbefristeten Besteuerung von Veräußerungsgewinnen als „Verlierer“.

Es gilt somit die Anlagestrategien neu zu überdenken. Im Folgenden werden nun die Auswirkungen der Abgeltungsteuer, insbesondere bzgl. des Altersvorsorgesparverhaltens, untersucht. Dazu erfolgt zuerst eine gegenüberstellende Betrachtung ausgewählter Produkte. Der Sparer-Freibetrag/Sparer-Pauschbetrag gilt in den Vergleichen als bereits ausgeschöpft. Ferner wird die individuelle Steuer bei verschiedenen Gehaltsklassen eines Singles berücksichtigt.

Sparpläne im Vergleich:

Ein beliebtes Mittel, sich Geld für das Alter auf die Seite zu legen, sind Fondssparer und Banksparpläne. Hier kommt es allerdings auf die Risikoneigung, das Alter und den Steuersatz des jeweiligen Sparers an.

Aktienfonds:

Als erstes soll bei einem Aktiensparplan die geltende mit der zukünftigen Rechtssprechung verglichen werden. Die Anlage erfolgt in einen thesaurierenden Aktienfonds mit einer Durchschnittsrendite von 7,5 % p.a., wovon auf ausschüttungsgleiche Erträge 25 % der Rendite entfallen. Bezogen auf die oben beschriebenen Gehaltsklassen wird die Nettorendite (Rendite nach Steuer) ausgewiesen.

Arbeit zitieren:
Unterlindner, Günther-Alexander Oktober 2007: Die Abgeltungssteuer, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Abgeltungssteuer, Unternehmenssteuerreform 2008, Altersvorsorge, Einkunftsarten, Anlagestrategie

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