Abbildung von Stock Options Programmen nach IAS und US-GAAP bei den Unternehmen am Neuen Markt
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anatoliy Matviychuk
- Abgabedatum: September 2001
- Umfang: 84 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4650-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4650-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4650-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Matviychuk, Anatoliy September 2001: Abbildung von Stock Options Programmen nach IAS und US-GAAP bei den Unternehmen am Neuen Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalaufwand, US-GAAP, Mitarbeiterbeteiligung, Stock Options, Neuer Markt
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Diplomarbeit von Anatoliy Matviychuk
Einleitung:
Immer mehr deutsche Unternehmen neigen dazu, für ihre Mitarbeiter – zumeist dem Führungspersonal – die Vergütungsmodelle auf Aktienbasis einzuführen. Diese Art der Entlohnung ist in den USA seit langem eine Tradition. Besonders die Unternehmen, die einen Zugang zum US-amerikanischen Kapitalmarkt anstreben, müssen den Erwartungen der dortigen institutionellen Anleger stellen, die ihre Investitionsentscheidungen u.a. vom Vorhandensein solcher Entlohnungssysteme abhängig machen. Durch eine an den Aktienkurs gekoppelte Vergütung von Führungskräften soll der bei Kapitalgesellschaften befürchtete Principal-Agent-Konflikt entschärft und den berechtigten Interessen der Anteilseigner an einer Steigerung des Unternehmenswerts Rechnung getragen werden.
Mit Erlass des KonTraG haben sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für solche Aktionspläne grundlegend gewandelt, so dass heutzutage Top-Manager dieser Form der Vergütung voraussetzt. Die deutschen Gesellschaften können sich diesem Trend faktisch nicht mehr entziehen. Allerdings ist die wissenschaftliche Diskussion noch im Gange, da es noch vieles ungeklärt ist. Auch in Deutschland bestehen weder verbindliche Rechnungsgrundsätze, noch wurde eine herrschende Meinung etabliert.
Zwischenzeitlich verfügen fast alle namhaften großen Unternehmen über Long-Term Incentive Pläne und bei Gründungsunternehmen der New Economy stellen begleitende Beteiligungsmodelle einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Insbesondere junge wachstumsstarke, jedoch liquiditätsschwächere Unternehmen des Neuen Marktes setzen Stock-Options-Pläne dazu ein, dringend benötigte Mitarbeiter und ihr Know-how im Unternehmen zu gewinnen, ohne große Gehälter zahlen zu müssen und stattdessen das Geld für Unternehmensinvestitionen verwenden zu können.
Aufgrund der damit gestiegenen Bedeutung von Aktienoptionen im allgemeinen und bei Neuen-Markt-Unternehmen im besonderen soll ein Bilanzierungsstandard geschaffen werden, der die Vergleichbarkeit der Abschlüsse herstellt. Außerdem werden die Angemessenheit und Marktüblichkeit sichergestellt, um über die Höhe der Vergütung urteilen zu können.
Die hiermit verbundenen Vorschriften nach internationalen Rechnungslegungen wie US-GAAP- und IAS, die 1997 durch die Deutsche Börse AG als Pflichtbilanzierungsrichtlinien für Unternehmen am Neuen Markt festgelegt wurden, gewinnen angesichts der Anforderungen des Regelwerks des Neuen Markts, der Aufstellung befreiender internationaler Konzernabschlüsse nach § 292 HBG i.V.m. DRS 1, und dem Vorschlag der EU-Kommission für eine Verordnung des europäischen Parlaments und des Rats betreffend die Anwendung von internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen bis spätestens 2005, zunehmend an Bedeutung. „The impact could be significant when options are key elements in the overall compensation package, as often is the case with start-up or high-technology companies.“ Der Zusammenbruch des Neuen Marktes in den letzten Monaten hat gezeigt, wie stark solche Programme vom Markt abhängig sind. Viele Unternehmen haben auf den Kursrutsch am Aktienmarkt mit der Ausgabe neuer Optionen zu einem niedrigeren Kurs reagiert. Die Korrektur von Preisen bei bestehenden Optionen ist aber nicht so attraktiv, da sie in der Bilanz auftauchen muss. Das wollen die Firmenchefs vermeiden. Mit sog. Evergreen-Plänen haben sie stattdessen einen Automatismus erfunden, der jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Aktien für Vergütungspakete reserviert. Die Folge ist ein Verwässerungspotenzial: die Aktienanzahl steigt, aber die damit beanspruchten Gewinne bleiben konstant. Bei manchen Unternehmen nimmt es bedrohliche Ausmaße an, so dass Aktualität und Bedeutung des Themas besonders hervorgehoben werden.
Der Schwerpunkt dieser Abhandlung befasst sich mit der Frage, wie die Unternehmen am Neuen Markt die Stock Options-Programmen in ihren Jahresabschlüssen abbilden und wie sie hier ihr primäres Ziel der Informationslieferung erfüllen.
In diesem Rahmen wird auch untersucht, inwiefern die Stock-Options-Praxis mit den Anforderungen konform geht.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 1.1 | Problemstellung und Abgrenzung der Thematik | 4 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit und Methodik des Vorgehens | 6 |
| 2. | Die bilanzrechtlichen Rahmenbedingungen von Aktienoptionsprogrammen | 7 |
| 2.1 | Begriffe und Definitionen | 7 |
| 2.2 | Herkunft der Aktien | 9 |
| 2.2.1 | Allgemeiner Vormerk | 9 |
| 2.2.2 | Bedingte Kapitalerhöhung | 10 |
| 2.2.3 | Erwerb eigener Aktien | 11 |
| 2.2.4 | Einschalten von Dritten | 13 |
| 2.3 | Gestaltungsparameter | 14 |
| 2.4 | Bewertungsmassstäbe | 17 |
| 3. | Grundkonzepte der Bilanzierung von Stock-Options nach US-GAAP | 19 |
| 3.1 | Grundlagen | 19 |
| 3.2 | APB Opinion No. 25 | 20 |
| 3.2.1 | Bilanzansatz und Bewertung | 20 |
| 3.2.2 | Anpassungen und Änderungen | 22 |
| 3.3 | SFAS No. 123 | 23 |
| 3.3.1 | Bilanzansatz und Bewertung | 23 |
| 3.3.2 | Anpassungen und Änderungen | 27 |
| 3.4 | Angaben im Anhang | 28 |
| 3.5 | Kritische Würdigung | 31 |
| 4. | Behandlung von Stock-Options nach IAS | 33 |
| 4.1 | Zielsetzung und Anwendungsbereich | 33 |
| 4.2 | Bilanzansatz und Bewertung | 34 |
| 4.3 | Angaben im Anhang | 35 |
| 4.4 | Kritische Würdigung | 37 |
| 5. | Alternative Ausgestaltungsformen von Aktienoptionsplänen | 38 |
| 5.1 | Allgemeiner Vormerk | 38 |
| 5.2 | Premium Modell | 39 |
| 5.3 | Accelerated Vesting Model | 40 |
| 6. | Feststellungen der Untersuchung und Analyse der Ergebnisse | 41 |
| 6.1 | Allgemeine Feststellungen | 41 |
| 6.2 | Kennzahlenanalyse | 42 |
| 6.3 | Besonderheiten | 44 |
| 6.4 | Modellenanalyse | 45 |
| 6.5 | Analyse in Hinblick auf Informationsgehalt | 49 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 52 |
| Abbildungsverzeichnis | 55 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 65 | |
| Gesetzestextverzeichnis | 68 | |
| Literaturverzeichnis | 69 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 78 |
wie sich die Kurse tatsächlich entwickeln, sind diese Werte als harte Zahlen für die GuV bzw. die Bilanz ungeeignet.152 Selbst die Verdrängung, die Verbuchung von Mitarbeiteroptionen zum „fair value“ vorzuschreiben, löst die entstandenen Schwierigkeiten sowohl bei der Gestaltung des Optionsprogramms als auch bei der Gewinnung der Information für die Investoren wenig, denn bei einer Bilanzierung nach FAS 123 ist die korrekte Abbildung der tatsächlichen Optionskosten noch nicht gewährleistet. Streng genommen müsste der Personalaufwand entsprechend der Wertentwicklung der Aktienoption angepasst werden, ebenso wie dies im Fall einer an den Aktienkurs gekoppelten Bonuszahlung erfolgt.153 Allerdings könnte man die FAS 123-Vorschriften als Mindeststandard zur Diskussion heranziehen. Die Abbildung 5 illustriert die Grundkonzepte beider Regelungen und die Abbildung 6 gibt einen Überblick über mögliche Buchungssätze. [...]
„wahre Wert“ in jedem fall unterschätzt wurde.145 Die entwickelten Standards sollten vielmehr neutral sein und die betrieblichen Entscheidungen nicht beeinflussen.146 Bei FAS 123 erfolgt die Wertermittlung der Optionen auch für Pläne mit variablen Vertragsbedingungen schon zum Zeitpunkt der Optionszusage und ist somit vom tatsächlichen Wertverlauf der Option völlig unabhängig. Dies bedeutet mehr erhöhte Planungssicherheit und sollte das entscheidende Argument dafür sein, bei der Ausgestaltung eines variablen Aktienoptionsplans sich bei der Bilanzierung für FAS 123 anstatt für APB 25 zu entscheiden.147 Die FAS 123 bietet die Vorteile für die variable Pläne, da hier sowohl für variable als auch für fixe Pläne der fair value zu ermitteln ist und somit diese Unterscheidung gleich eliminiert wird. „[...] this would result in greater expence regognition for most fixed options, but the expence for most variable awards would be considerably less and would not fluctuate due to subsequent stock price changes.“148 Diese Entscheidung ist besonders für Deutschland relevant, denn, falls eine bedingte Kapitalbeschaffung erfolgt, ist die Einführung von fixen Plänen ausgeschlossen.149 Die Kritik bei der Einführung der FAS 123 war so massiv, dass das endgültige FAS 123 deshalb einen Kompromiss zwischen den in der Auseinandersetzung vertretenen Standpunkten darstellt, die als ein Ergebnis des enormen Drucks der öffentlichen Meinung zustande gekommen ist.150 Das FASB hat den Unternehmen deshalb ein Wahlrecht zwischen verschiedenen Optionsbewertungsverfahren überlassen und lediglich bestimmt einzubeziehende Bewertungsparameter festgelegt. „The Board encourages entities to adopt the fair value based method of accounting, which is preferable to the Opinion 25 method for purposes of justifying a change in accounting principle under APB Opinion No. 20, Accounting Changes. However, an entity may continue to apply Opinion 25 in accounting for its stock-based employee compensation arrangements.”151 Ob der Bewertungsfehler der einfachen Formel nach Black/Scholes für die Zwecke der externen Rechnungslegung angesichts der erhöhten Komplexität einer genaueren numerischen Bewertung tolerierbar ist, wird bezweifelt, da es keiner voraussagen kann, [...]
Vermögensgegenstand in Form der von den Arbeitnehmern erbrachten Arbeitsleistung geschaffen wird, dieser jedoch gleichzeitig mit seiner Schaffung bereits genutzt wird und aus diesem Grund nicht in der Bilanz auszuweisen ist. Dennoch begründe der Verbrauch des Vermögensgegenstandes „Arbeitsleistung“ Aufwand.141 Das deutsche Aktiengesetz trennt strikt die Gesellschafts- und Gesellschafter Ebenen, ordnet die Ausgabe von Stock Options der Gesellschaftersphäre zu und lässt daher beim Unternehmen die Aufwendungen gar nicht aufwandswirksam werden.142 Das FASB weist aber ausdrücklich zurück, dass die Arbeitnehmer ihre Arbeitsleistung unmittelbar dem Unternehmen und nicht dessen Gesellschaftern erbrächten.143 Grundsätzlich, zeichnen sich die fixen plans nach APB 25 und die Aktienoptionspläne nach FAS 123 gegenüber variablen Plänen nach APB 25 durch eine gewisse Planungssicherheit für das Unternehmen aus.144 Will ein Unternehmen den Ausweis von zusätzlichen Personalaufwand verhindern, soll es weiterhin die APB 25 für fixen plan anwenden. Allerdings wollte das FASB die Attraktivität von fixen Plänen nicht ohne Grund reduzieren. Denn diese erfüllen ihr primäres Ziel einer leistungsorientierten Zusatzentlohnung nicht. Die Intrinsic Value Method wurde heftig kritisiert, da der [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832446505
Arbeit zitieren:
Matviychuk, Anatoliy September 2001: Abbildung von Stock Options Programmen nach IAS und US-GAAP bei den Unternehmen am Neuen Markt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalaufwand, US-GAAP, Mitarbeiterbeteiligung, Stock Options, Neuer Markt



