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ADHD (Attention-deficit-hyperactivity-disorder) vom Blickwinkel der Heilpädagogik

Relevanz, Anliegen und Vorgehensweise bei unruhigen Kindern mit Konzentrationsproblemen

ADHD (Attention-deficit-hyperactivity-disorder) vom Blickwinkel der Heilpädagogik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Iris Menzel
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 153 Seiten
  • Dateigröße: 723,7 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4307-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4307-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4307-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Menzel, Iris September 2000: ADHD (Attention-deficit-hyperactivity-disorder) vom Blickwinkel der Heilpädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: HKS, Hyperaktivität, hyperkinetisch, Syndrom

Diplomarbeit von Iris Menzel

Einleitung:

In dieser Diplomarbeit wird das als ADHD, Hyperkinetisches Syndrom oder landläufig als Hyperaktivität bezeichnete Störungsbild aus der (heil-)pädagogischen Perspektive betrachtet. Diese Arbeit gibt einen Überblick über die schwer überschaubare Menge von Theorien und Erklärungsansätzen und bietet somit Orientierung in diesem bis zur Unübersichtlichkeit erforschten Thema.

Es wird auf Terminologie, Symptomatik, Diagnostik, Ursachenanalyse, Erklärungsansätze und die Auswirkungen des Störungsbildes auf das Kind und seine sozial Umwelt eingegangen. Desweiteren wird die heilpädagogische Arbeit mit betroffenen Kindern und deren Familien dargestellt. Verschiedene für die Heilpädagogik relevante Methoden werden diskutiert und bezüglich ihrer Effektivität speziell bei diesem Störungsbild eingeschätzt.

Der Autorin geht es darum, die Problematik vom Blickwinkel eines komplexen, ganzheitlich orientierten Erklärungsansatzes zu betrachten, so dass einseitige Sichtweisen bzw. unzulässige Verallgemeinerungen abgelehnt werden. Aufgrund der Erkenntnis, dass die Umwelt für die Entwicklung der betroffenen Kinder sehr wichtig ist, werden schwerpunktmäßig psycho-soziale Aspekte angesprochen.

Vordringliche Aufgabe der heilpädagogischen Arbeit sei, auf die neurotisierende Wechselwirkung zwischen den Kindern und ihrer sozialen Umwelt durch mehr Verständnis und insbesondere auch mehr Sachkenntnis positiv einzuwirken, was somit günstige Bedingungen für eine positive kindliche Gesamtentwicklung schafft.

Der Praxisbezug nimmt in der Arbeit eine wichtige Stellung ein, da konkrete (Erziehungs-)Hilfen angeboten werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Zur Terminologie 8
2. Zur Symptomatik/Diagnostik 12
2.1 Definitionsversuch 12
2.2 Das Störungsbild/Symptomatik 13
2.3 Das US-amerikanische Klassifikationsschema DSM 17
2.4 Das internationale Diagnoseschema ICD 18
2.5 Vergleich der beiden Klassifikationsschemata 19
2.6 Kritische Anmerkungen zu Klassifikationsschemata allgemein 20
2.7 Zur Diagnosestellung 22
2.8 Heilpädagogische Förderdiagnostik 25
2.9 Differentialdiagnose 26
2.10 Prävalenz 29
3. Faktorenanalyse/Ursachen 30
3.1 Organische Faktoren 30
3.2 Genetische Faktoren 30
3.3 Ökologische Faktoren 31
3.3.1 Diät nach BEN FEINGOLD (Farbstoffhypothese) 31
3.3.2 Diät nach HERTHA HAFER (Phosphathypothese) 32
3.3.3 Bewertung 32
3.4 Psycho-soziale Faktoren 33
3.5 Abschließende Bemerkungen 38
4. Erklärungsansätze zur Genese des ADHD 41
4.1 Die Neurophysiologie/Neuropsychologie 41
4.2 Tiefenpsychologische Ansätze 45
4.2.1 Psychoanalytischer Ansatz 46
4.2.2 Individualpsychologischer Ansatz 47
4.3 Interaktionstheoretisch-sozialwissenschaftliche Ansätze 49
4.3.1 Symbolischer Interaktionismus 49
4.3.2 Labeling-Theorie 49
4.4 System-ökologischer Ansatz nach BRONFENBRENNER 51
4.5 Lerntheoretische Ansätze 54
4.5.1 Modellernen (BANDURA) 54
4.5.2 Lernen durch Konditionieren 55
4.6 Abschließende Bemerkungen 56
5. Die Auswirkungen von ADHD auf das Kind und die Umwelt 57
6. Zum Selbstverständnis der Heilpädagogik 61
6.1 Allgemeine Erklärungen zur Heilpädagogik 61
6.2 Zum Begriff der Heilpädagogik/Definitionsversuch 61
6.3 Elemente der Heilpädagogik 63
6.4 Merkmale heilpädagogischen Arbeitens 64
6.5 Ziele des heilpädagogischen Arbeitens 67
7. Heilpädagogisches Arbeiten mit Kindern mit ADHD und deren Familien 70
7.1 Relevanz der Heilpädagogik bei diesem Personenkreis 70
7.2 Anliegen der Heilpädagogik 73
7.3 Elementare heilpädagogische Aspekte 76
7.4 Pädagogik versus Therapie 83
7.5 Empfehlungen für den Umgang mit Kindern mit ADHD 86
8. Für die Heilpädagogik relevante Methoden bei Kindern mit ADHD 87
8.1 Vorbemerkungen 87
8.2 Bewegungspädagogische Förderung 90
8.3 Sensorische Integrationsbehandlung nach J. AYRES 91
8.4 Autogenes Training/Phantasiereisen 94
8.5 Spieltherapeutische Verfahren 95
8.6 Verhaltenstherapie 96
8.7 Elternarbeit 98
8.8 Elterntraining 99
8.9 Systemische Familientherapie 101
8.10 Beratung für Kontaktpersonen des Kindes 102
8.11 Pharmaka- oder Stimulantienbehandlung 104
9. Abschließende Bemerkungen 107
Literatur 108
Anhang 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im DSM-IV werden folgende Diagnosekriterien f¨ r ADHD gefordert: u A. Entweder (1) oder (2) (1) Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome von Unaufmerksamkeit sind w¨ ha rend der letzten sechs Monate konstant in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmaß vorhanden gewesen: Unaufmerksamkeit (A) Beachtet h¨ ufig Einzelheiten nicht oder macht Fl¨ chtigkeitsfehler bei den a u Schularbeiten, bei der Arbeit oder bei anderen T¨ tigkeiten. a (B) Hat oft Schwierigkeiten, l¨ ngere Zeit die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder a beim Spielen aufrechtzuerhalten. (C) Scheint h¨ ufig nicht zuzuh¨ ren, wenn andere ihn/sie ansprechen. a o (D) F¨ hrt h¨ ufig Anweisungen anderer nicht vollst¨ ndig durch und kann Schulu a a arbeiten, andere Aufgaben oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht zu Ende bringen (nicht aufgrund von oppositionellem Verhalten oder Verst¨ ndigungsschwierigkeia ten). (E) Hat h¨ ufig Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivit¨ ten zu organisieren. a a (F) Vermeidet h¨ ufig, hat eine Abneigung gegen oder besch¨ ftigt sich nur wia a derwillig mit Aufgaben, die l¨ nger andauernde geistige Anstrengungen erfordern a (wie Mitarbeit im Unterricht oder Hausaufgaben). (G) Verliert h¨ ufig Gegenst¨ nde, die er/sie f¨ r Aufgaben oder Aktivit¨ ten ben¨ tigt a a u a o (z. B. Spielsachen, Hausaufgabenhefte, Stifte, B¨ cher oder Werkzeug). u (H) L¨ ßt sich durch außere Reize leicht ablenken. a ¨ (I) Ist bei Alltagst¨ tigkeiten h¨ ufig vergeßlich. a a (2) Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome von Hyperaktivit¨ t sind w¨ hrend a a der letzten sechs Monate konstant in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmaß vorhanden gewesen: Hyperaktivit¨ t a (A) Zappelt h¨ ufig mit H¨ nden oder F¨ ßen oder rutscht auf dem Stuhl herum. a a u (B) Steht in der Klasse oder in Situationen, in denen Sitzenbleiben erwartet wird, h¨ ufig auf. a (C) L¨ uft herum oder klettert exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist a (bei Jugendlichen oder Erwachsenen kann dies auf ein subjektives Unruhegef¨ hl u beschr¨ nkt bleiben). a (D) Hat h¨ ufig Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit Freizeitaktivit¨ ten a a ruhig zu besch¨ ftigen. a (E) Ist h¨ ufig auf Achse“ oder handelt oftmals, als w¨ re er/sie getrieben“. a a ” ” (F) Redet h¨ ufig uberm¨ ßig viel. a ¨ a [...]

– Zappeleien“, die nicht so sehr st¨ ren, dulden, denn durch den zus¨ tzo a ” lichen Stimulationsgehalt dienen sie der Konzentration – beim Bemerken zunehmender Unruhe bei einem Kind einen Bewegungsanlaß suchen, z. B. die Tafel putzen lassen, etwas holen lassen bzw. sich die ganze Gruppe bewegen lassen – Geheimsprache“ (z. B. sanfte Ber¨ hrung, K¨ rtchen, Geste) mit dem u a ” betreffenden Kind vereinbaren, die ihm zeigt, daß es aufpassen soll – laufende, gezielte Ansprache/gezielter Blick- und K¨ rperkontakt o – Hilfsmittel z. B. Lesefenster bzw. Notizen beim Kopfrechnen zulassen – etc. Obwohl es zahlreiche Strategien gibt, Problemen vorzubeugen bzw. sie zu entsch¨ rfen, ist es sicherlich f¨ r Lehrer keine leichte Aufgabe, ein extrem unruhiges a u Kind mit Konzentrationsproblemen in den Klassenverband zu integrieren. Insbesondere wenn mehrere schwierige“ Kinder in der Klasse sind, keine zweite Lehr” kraft zur Verf¨ gung steht und die R¨ umlichkeiten kein time-out ohne Verletzung u a der Aufsichtspflicht zulassen, ist die Situation f¨ r Lehrer besonders schwierig. u Wenn sie auf unangemessenes Verhalten eines Sch¨ lers reagieren, kann das nur u vor versammelter Mannschaft“ geschehen, was sehr ung¨ nstig ist. u ” Abschließend m¨ chte ich anmerken, daß eine Information des Lehrers uber die o ¨ besondere Problematik unserer Zielgruppe entscheidend zu einer Verbesserung der Sch¨ ler-Lehrer-Interaktion beitragen kann, nicht zuletzt deshalb, weil der Lehu rer erkennen kann, daß das provokative Verhalten des Kindes nicht pers¨ nlich geo meint ist. Beratung kann dementsprechend dazu beitragen, bei Kontaktpersonen mehr Verst¨ ndnis f¨ r diese Kinder zu wecken. a u [...]

Der Beratung von Kontaktpersonen des Kindes kommt gerade bei unruhigen Kindern mit Konzentrationsproblemen eine Schl¨ sselfunktion zu. Sie ist ein absolut u unverzichtbarer Bestandteil der Hilfsangebote5 und verfolgt das Ziel, die Handlungskompetenz der Ratsuchenden zu st¨ rken und Selbstgestaltungskr¨ fte zu aka a tivieren (Empowerment-Ansatz). Die Beratung soll ermutigen und unterst¨ tzen, u nicht manipulieren, setzt auf partnerschaftliche, gleichberechtigte Kooperation, so daß ein Belehren“, Ermahnen“, Verwarnen“, Beharren auf wissenschaftlichen ” ” ” ” Standpunkten“, Besserwisserei“ unangebracht sind. ” Aufgrund des besonderen Konfliktpotentials in der Schule m¨ chte ich im folo genden exemplarisch konkret auf die Lehrerberatung eingehen. Um eine verbesserte F¨ rderung des Kinder im Alltag zu erreichen, werden auch die Lehrer o uber die Aufmerksamkeitsst¨ rung, ihre (vermutliche) Entstehung und Folgen in¨ o formiert und angeleitet, in der Schule gezielter auf die besonderen Bed¨ rfnisse u aufmerksamkeitsgest¨ rter Kinder einzugehen. Da konkrete (Schul-)Bedingungen o (z. B. Kopflastigkeit, geforderte Aufmerksamkeitsspanne, geforderte Bewegungseinschr¨ nkung: also Stillsitzen) insbesondere hyperaktive“ Kinder uberfordern, a ¨ ” ist u. a. die Frage zu kl¨ ren, inwieweit die Schule sich andern kann (und will), um a ¨ [...]

Arbeit zitieren:
Menzel, Iris September 2000: ADHD (Attention-deficit-hyperactivity-disorder) vom Blickwinkel der Heilpädagogik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
HKS, Hyperaktivität, hyperkinetisch, Syndrom

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