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Selbst- und Mitkandidatenurteile im Entwicklungs-Assessment-Center

Eine Untersuchung zu Validität und Urteilstendenzen

Selbst- und Mitkandidatenurteile im Entwicklungs-Assessment-Center
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ulrich Walbrühl
  • Abgabedatum: Dezember 1998
  • Umfang: 165 Seiten
  • Dateigröße: 8,4 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1246-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1246-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1246-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Walbrühl, Ulrich Dezember 1998: Selbst- und Mitkandidatenurteile im Entwicklungs-Assessment-Center, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Potentialanalyse, Selbsturteile, Validität, Verzerrungstendenzen, Kollegenurteile

Diplomarbeit von Ulrich Walbrühl

Gang der Untersuchung:

Die empirische Arbeit vermittelt ein Bild von der Qualität differenzierter, auf Anforderungsdimensionen bezogener Selbst- und Mitkandidatenurteile im Assessment-Center.

Es wurden die Ratings von 60 AC-Teilnehmern (vorwiegend Ingenieure) systematisch hinsichtlich ihrer Validität und auftretender Urteilstendenzen ausgewertet und gleichzeitig erhobenen Beobachterurteilen gegenübergestellt. Neben der Konstruktvalidität wurde die kriteriumsorientierte Validität ermittelt. Verfahren wie Faktorenanalyse und Bildung von Multi-Trait-Multi-Method-Korrelationen gelangten zur Anwendung.

Zusätzlich zur Validität wurden Verzerrungstendenzen wie Halo-Effekt, Milde-Tendenz und Zentrale Tendenz berechnet. Die in den letzten Jahren immer stärker beachtete Soziale Validität wurde zusätzlich erhoben.

Derzeit ist es zwar durchaus üblich, im Assessment Center Selbsturteile zu erheben. Diese dienen aber in erster Linie der Einschätzung der Fähigkeit zur Selbstbewertung und gehen nicht in das Gesamturteil ein.

Ähnliches kann über Mitkandidaten- oder Peerurteile berichtet werden. Ungeachtet der Tatsache, daß mit den beim Entwicklungs-Assessment Center anwesenden Kollegen ein Pool von potentiellen Beobachtern zur Verfügung steht, deren Aussagen kaum weniger valide sind als die der meist nur einem dürftigen Beobachtertraining unterzogenen anwesenden Führungskräfte, werden Peerurteile nur in wenigen Fällen beim Erstellen des Gutachtens berücksichtigt und oft im Hinblick auf möglicherweise auftretende Widerstände gar nicht erhoben. Dies steht dem Befund von Thornton et al. gegenüber, die ermittelten, daß die Berücksichtigung von Mitkandidatenurteilen die Validität der Beobachterurteile erhöht.

Organisationen, die die Selbstverantwortung ihrer Mitarbeiter stärken und einen kooperativen Führungsstil nicht nur in ihren auf Glanzpapier gedruckten Unternehmensleitbildern propagieren, sondern im Unternehmensalltag leben wollen, müssen sich von einer Mitarbeiterbeurteilung verabschieden, in der sich der Mitarbeiter als lediglich beurteiltes Subjekt ohne Partizipationsmöglichkeit wiederfindet.

Daß die Einbeziehung von Selbst- und Kollegenurteilen auch von der testtheoretischen Seite her zu rechtfertigen ist, wird in dieser Arbeit gezeigt. Neben der aktuellen Untersuchung, die im organisationalen Setting entstanden ist, werden Untersuchungen zu Selbst- und Fremdurteilen on-the-job sowie im Assessment-Center referiert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Beobachtung und Beurteilung von Verhalten in Unternehmen 7
2.1 Beurteilungsverfahren 7
2.2 Prozeß der Urteilsbildung 8
2.2.1 Das Beobachtungs-Bewertungs-Gewichtungs-Modell von Borman 8
2.2.2 Die Theorie von Wherry und Bartlett (1982) 10
2.2.3 Ansatz von Schuler (1982): Beurteilen als Messen und Interpretieren 10
2.2.4 Verhaltens-Eindrucks-Aussage-Modell von Brandstätter (1969, 1983) 12
2.2.5 Das Modell von Ilgen und Feldman (1983) 14
2.2.6 Das kognitive Modell von DeNisi, Cafferty & Meglino (1984) 15
2.2.7 Das Modell der Leistungsbewertung von Campbell und Lee (1988) 16
2.2.8 Zusammenfassung 19
3. Assessment Center-Verfahren 20
3.1 Geschichte der Assessment Center-Verfahren 20
3.2 Das Assessment Center im Rahmen der Personalentwicklung 21
3.3 Das Entwicklungs-Assessment Center 22
3.3.1 Elemente des Assessment Centers 24
3.3.2 Teilnehmer und Beobachter 24
3.3.3 Urteilsdimensionen 25
Exkurs: Diagnostik von Persönlichkeitsmerkmalen 26
3.4 Testtheoretische Qualität des Assessment Center 27
3.4.1 Objektivität 27
3.4.2 Reliabilität 28
3.4.3 Validität 29
3.4.3.1 Konstruktvalidität 29
3.4.3.1.1 Konstruktvalidierung nach Campbell und Fiske 30
3.4.3.1.2 Faktorenanalytische Auswertung 32
3.4.3.1.3 Moderatoren der Konstruktvalidität 34
3.4.3.2 Kriteriumsbezogene Validität 37
3.4.3.2.1 Moderatoren der kriteriumsbezogenen Validität 39
3.5 Urteilstendenzen 40
3.5.1 Korrelationstendenzen: Der Halo-Effekt 41
3.5.2 Mittelwertstendenzen: Der Milde- bzw. Strenge-Effekt 42
3.5.3 Streuungstendenzen: Zentrale Tendenz 42
3.5.4 Ähnlichkeits-, Kontrast-, Eindrucks- und Erwartungseffekte 43
3.5.5 Vermeidung von Urteilstendenzen 43
3.6 Soziale Validität 44
3.7 Zusammenfassung zur Qualität der Beobachterurteile im AC 48
4. Nutzung von Selbst- und Kollegenurteilen in Organisationen 49
4.1 Selbst- und Mitkandidatenurteile im Assessment Center 49
4.1.1 Das planspielgestützte AC 49
4.1.2 Das Lernpotential-AC 50
4.1.3 Das Orientierungs-Center 51
4.1.4 Zusammenfassung 52
4.2 Selbstbeurteilung 53
4.2.1 Theoretische Begründung des Selbstbeurteilungsprozesses 54
4.2.2 Einsatz und Verfahren zur Erhebung von Selbsturteilen 55
4.2.3 Testtheoretische Qualität 56
4.2.3.1 Reliabilität 57
4.2.3.2 Validität 57
4.2.3.2.1 Konstruktvalidität 57
4.2.3.2.2 Kriteriumsbezogene Validität 57
4.2.3.2.3 Moderatoren der Validität 58
4.2.4 Urteilstendenzen 61
4.2.5 Selbstbeurteilung im Assessment Center 62
4.2.6 Potentieller Nutzen von Selbsturteilen für Unternehmen 66
4.2.7 Zusammenfassung 67
4.3 Kollegen- und Mitkandidatenbeurteilung 68
4.3.1 Verfahren der Kollegenbeurteilung 70
4.3.2 Testtheoretische Qualität 71
4.3.2.1 Reliabilität und Validität 72
4.3.2.2 Moderatoren der Validität 73
4.3.3 Urteilstendenzen 73
4.3.4 Mitkandidatenbeurteilung im Assessment Center 74
4.3.5 Zusammenfassung 75
5. Der soziale Urteilsprozeß im Assessment Center 77
5.1 Ebene des Verhaltens 77
5.2 Ebene des Eindrucks 78
5.3 Ebene der Aussage 82
5.4 Zusammenfassung 83
5.5 Untersuchung von Selbst- und Mitkandidatenurteilen 84
5.6 Hypothesen 85
6. Untersuchungsablauf 87
6.1 Ablauf des Assessment Center 88
6.2 Im Assessment Center eingesetzte Verfahren 91
6.2.1 Präsentation 91
6.2.2 Gruppendiskussion 91
6.2.3 Rollenspiel 93
6.3 Datenerhebung 94
6.4 Kritische Betrachtung des Untersuchungsdesigns 94
6.5 Auswertungsmethoden 95
7. Ergebnisdarstellung 98
7.1 Multi-Trait-Multi-Method-Matrizen der Beobachtergruppen 98
7.1.1 Konstruktvalidität bei Selbsturteilen 98
7.1.2 Konstruktvalidität bei Mitkandidatenurteilen 101
7.1.3 Konstruktvalidität bei Beobachterurteilen 103
7.2 Kriteriumsbezogene Validität 107
7.3 Korrelationstendenzen: Der Halo-Effekt 114
7.4 Mittelwertstendenzen: Der Milde- bzw. Strenge-Effekt 115
7.5 Streuungstendenzen: Zentrale Tendenz 119
7.6 Soziale Validität 120
7.6.1 Itemanalyse 121
7.6.2 Auswertung der Ergebnisse 123
7.6.3 Zusammenfassung 126
8. Diskussion 127
8.1 Selbsturteile 127
8.2 Mitkandidatenurteile 130
8.3 Zur Fragestellung der Studie 132
8.4 Ausblick 133
Literaturverzeichnis 135
Anhang
Urteilsdimensionen und ihre Operationalisierung für die Selbstbeurteilung A
Urteilsdimensionen und ihre Operationalisierung für die Mitkandidaten- bzw. Beobachterbeurteilung B
Fragebogen zur Sozialen Validität C
Hauptkomponentenanalyse der Kollegen D

Arbeit zitieren:
Walbrühl, Ulrich Dezember 1998: Selbst- und Mitkandidatenurteile im Entwicklungs-Assessment-Center, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Potentialanalyse, Selbsturteile, Validität, Verzerrungstendenzen, Kollegenurteile

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