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„Warum hast du das getan?“ Zur moralischen Begründung von deviantem Verhalten von Heimkindern

Oder wie Sozialarbeiter sie besser verstehen können

„Warum hast du das getan?“ Zur moralischen Begründung von deviantem Verhalten von Heimkindern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Fechner
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 607,3 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5761-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5761-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5761-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fechner, Andreas März 2002: „Warum hast du das getan?“ Zur moralischen Begründung von deviantem Verhalten von Heimkindern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Entwicklungspsychologie, Heimerziehung, Moral, Sozialarbeit, Devianz

Diplomarbeit von Andreas Fechner

Einleitung:

Eine Frage habe ich mir in meinem Leben, bei verschiedensten Gelegenheiten immer wieder gestellt. Sie ergab sich im Freundeskreis, in der Familie oder in der Partnerschaft, in der Schule im Studium oder im Beruf.

Diese Frage findet sich im Titel der Arbeit wieder „Warum hast Du das getan?“.

Gestellt habe ich mir diese Frage immer wieder im Zusammenhang mit von der Norm abweichenden Handlungen meiner Mitmenschen. Diese Handlungen sind nicht zwangsläufig als kriminell zu bezeichnen aber sie können in gewisser Weise eine kriminelle Karriere vorbereiten.

Die Frage, die ich mir gestellt habe ist nicht meine Frage, denn auch Eltern, Lehrer oder Schüler stellen sich die Frage nach dem Warum, wenn das Verständnis für die Handlung des Sohnes, Schülers oder des Freundes nicht mehr ausreicht.

Im Zuge der Arbeit soll die Frage nach dem Warum in bezug auf Heimkindern beantwortet werden. Heimkinder sind in der Arbeit aber nur das Synonym für Kinder die mit Problemen im Leben zu kämpfen haben.

Zum besseren Verständnis werden die verschiedenen Theorien der Entstehung von abweichenden Verhalten vorgestellt.

Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage wie durch moralische Erziehung deviantem Verhalten vorgebeugt werden kann.

Ich gehe auf die gesellschaftlichen, familiären und wirtschaftlichen Probleme ein, welche die Heranwachsenden zu abweichenden Taten bewegen.

Die Idee meine Arbeit im Internet auszustellen ergab sich durch die Idee Anderen bei der Suche nach dem Warum zu helfen!!!

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung 4
1. Begriffsklärungen 7
1.1 Heimkinder 7
1.2 Jugend 7
1.3 Moral 8
1.3.1 Normen 9
1.3.2 Werte 9
1.3.3 Konventionen 10
1.4 Devianz 10
2. Heimkinder 11
2.1 Institution Heim 12
2.2 Zielgruppe: Heimkind 12
2.3 Gefährdungslagen 14
2.3.1 Der Leidensweg 15
2.3.2 Fallbezug 15
3. Die Entwicklung zur individuellen Persönlichkeit 16
3.1 Entwicklungsphasen 17
3.1.1 Jugendalter/Heranwachsen 17
3.1.2 Adoleszenz 17
3.2 Entwicklungsaufgaben 19
3.2.1 Der Überbegriff: Jugend 19
3.2.2 Der Weg zur Selbstständigkeit 20
3.2.3 Das biologische Reifen 22
3.2.3.1 Pubertätswachstumsschub 22
3.2.3.2 Geschlechtsreifung 23
3.2.4 Die Entwicklung von Beziehungen 23
3.2.4.1 Endogen-organismische Modell 24
3.2.4.2 Exogen-kontextuelles Modell 24
3.2.4.3 Handlungstheoretisch- konstruktivistische Modell 25
3.2.4.4 Peergroups-Elternbeziehungsmodell 26
3.2.5 Die Entwicklung von Identität 28
3.2.5.1 Identitätstheorie nach Erikson 28
3.2.5.2 Berufliche Identität/ ein Problem für Heimkinder 31
3.3 Entwicklungsaufgaben und Krisen des Adoleszenten 32
3.4 Belastungsfaktoren 34
3.4.1 DSM-III R 34
3.4.2 MAS 35
4. Moralische Entwicklung 37
4.1 Entwicklung eines moralischen Urteils 37
4.1.1 Klugheit 37
4.1.2 Moral 37
4.1.3 Abwehrstrategie oder um Lösung bemühen 38
4.1.4 Das Kind ist kein schlechter Erwachsener 38
4.2 Entwicklungstheorie 39
4.2.1 Stufen der Entwicklung 40
4.2.3 Zwischenstufen 42
4.2.4 Entwicklungsfaktoren 42
4.3 Vergleich zwischen Moral, Kognition und Perspektivenübernahme 43
5. Devianz 46
5.1 Erklärungsmodelle von Devianz 46
5.1.1 Die Anomietheorie 46
5.1.2 Theorie der Ziel-Mittel Diskrepanz 47
5.1.3 Die Subkulturtheorie 48
5.1.4 Die Theorie des differentiellen Lernens 49
5.1.5 Die Zuschreibungsansätze 50
5.1.6 Das Teufelskreismodell 52
6. Prävention- oder Handlungsansätze 54
6.1 Gefährdungslagen 54
6.2 Deviantes Verhalten moralisch begründen 56
6.2.1 Fallbeispiel Daniela 56
6.2.2 Fallbeispiel Marijan 58
6.3 Pädagogische Grundmodelle der moralischen Erziehung 59
6.3.1 Die romantische Erziehungsphilosophie 59
6.3.2 Der werteübermittlungs oder technologische Ansatz 60
6.3.3 Der progressive Ansatz 61
6.3.4 Der Disskursansatz 62
6.4 Prävention durch Sozialarbeiter oder Betreuer 62
6.4.1 Stimulierung der moralischen Entwicklung/ Nachholtheorie 62
6.4.2 Messen der moralischen Urteilsfähigkeit 63
6.4.3 Entwicklungsförderung betreiben 65
6.5 Prävention von Seiten des Staates 66
6.5.1 Die Polizei 66
6.5.2 Das Gesetz 68
6.5.3 Die Schule 69
7. Schlußbetrachtung 71
Literaturverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

5 Devianz zelgesprächen immer wieder die Erfahrungen mit ihrer medikamentenabhängigen Mutter zum Thema machen. Jetzt, wo sie Zeit für sich hatte, holte ihre Vergangenheit sie ein, und sie fand nachts keinen Schlaf. Ihre Berater lehnten die Thematisierung ihrer Vergangenheit ab. Argumente der Betreuer: Das ist ein Thema für eine Psychotherapie, wir haben hier einen anderen Auftrag, leb nicht in der Vergangenheit. Du hast keine Zeit dich mit diesem Thema zu befassen. Durch den fehlenden Schlaf wurde Daniela anfällig für Krankheiten und ließ sich öfter krankschreiben. Ihre Krankheiten wurden als Simulation abgeurteilt. Sie wurde von Lehrern, Schuldirektor und Betreuern als Simulantin und Schwänzerin etikettiert. Die anderen Bewohner des Heims und ihre Mitschüler schlossen sich dem an. Sie bezeichneten Daniela als Psychotante und mieden sie mit der Begründung sie wäre sowieso immer krank. Die sekundäre Devianz war, dass sie begann unentschuldigt die Schule zu schwänzen. Sie traf sich mit Freunden, bei denen sie über ihre Probleme reden konnte. Sie hatte sich mit der Etikettierung identifiziert. Ihre sekundäre Devianz wurde mit den Rausschmiß aus der Schule und schlußendlich auch mit dem Rausschmiß aus dem Haus durch das Jugendamt bestraft. 5.2.6 Das Teufelskreismodell Das Teufelkreismodell lässt sich als Spirale sehen, die im Gefängnis endet. Sie besteht aus acht Stufen. 1. Einmalig deviantes Verhalten, ohne negative Folgen 3. kontinuierliches deviantes Verhalten, mit der Folge von einer leichten Sanktionsmaßnahme. 4. Deviantes Verhalten verbunden mit dem Lob von Freunden. 5. Durch weitere und häufigere Devianz vertieft sich das Problem und mögliche Sanktionen werden härter. 6. Der Status der Delinquenz ist erreicht und eine Identifikation mit der Etikettierung erfolgt. 7. Negative Folgen treten auf z.B. Ausbildungsplatz bleibt verwehrt, Außenseiterposition -> delinquente Techniken verfestigen sich. 8. Strafrechtliche Folgen treten ein, oder es erfolgt eine Heimunterbringung. [...]

5 Devianz Nach dem Modell der Theorie des differentiellen Lernens sind für den Zugang zur Illegitimität folgende Momente und Variablen entscheidend .Ich möchte den Zugang zur Devianz am Beispiel von Marian nach diesem Modell erläutern. -Er hätte durch einmaliges, illegitimes Verhalten sein Ziel erreicht-> keine hohe zeitliche Kontinuität. - Der Kontakt zur illegitimen Gruppe wäre nach dem Wochenende wieder abgebrochen-> keine häufigen kriminellen Kontakte. - Im Heim ist eine legitime, normgerechte Struktur, und seine Peergroup neigt auch nicht zu illegitimen Verhalten.-> keine krimogene sondern normgerechte Struktur von Wohnort, Familie, Verwandtschaft, und sonstigem sozialen Umfeld. - Das Problem ist der, in dieser Theorie als „die eigene Definition von legitimen und illegitimen Verhalten“ bezeichnete Punkt. Nach der Ansicht von Marian ist das einmalige Verteilen von Waffen kein illegitimes Verhalten. Sonst würde es ja jemand anderes machen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einstellung des Individuums dieses legitim oder illegitim handeln lässt. „Entscheidend für ein abweichend- kriminelles Verhalten bei einem Individuum ist somit die Hochwertung von: illegitimen Verhaltensmustern; illegitimen Einstellungen sowie von Trägern illegitimer Handlungen.“(Soziale Beziehungen, Witterst.,S.166), nach Edwin Sutherland , Kriminologie, 1968) 5.2.5 Die Zuschreibungsansätze Die Zuschreibungsansätze versuchen, deviantes Verhalten anhand von Reaktionen der Umwelt und der Gesellschaft zu erklären. Wirklichkeit ist in dieser Theorie nicht das abweichende Verhalten, sondern das Bild, das sich der Beobachtende davon macht. Die Sicht des Beobachters ist orientiert an gesellschaftlichen Normen. Daher drückt der Beobachter dem Handelnden ein Schlagwort, Etikett oder Label auf z.B. Punk, Faschist, Ausländer, Dieb oder auch Schulschwänzer. Aufgrund dieses Labels können Strafmaßnahmen am 50 [...]

5.1 Erklärungsmodelle von Devianz 5.1.1 Die Anomietheorie Emile Durkheim hat den Begriff Anomie erstmals zur Erklärung von Selbsttötungen gebraucht. Robert Merton hat das Anomie Konzept des abweichenden Verhaltens weitergeführt. Merton beschäftigt sich in seinem Konzept mit der Ziel-Mittel-Diskrepanz. In westlichen, industrialisierten Gesellschaften ist das Streben nach Höherem vor allem auf das Materielle, ausgerichtet. Ausgehend von verschiedenen gesellschaftlichen Schichten beurteilt er das Streben nach materieller Verbesserung durch höherwertige Güter. Er unterscheidet dabei zwischen fünf verschiedenen Reaktionsformen. Ein legitimes Mittel der gesellschaftlichen Norm, um zum Ziel zu kommen, ist Arbeit. Das dadurch verdiente Geld ermöglicht den Zugang zu höheren Gütern. Reaktionsformen 1.Bejahen die Mitglieder der Gesellschaft die kulturell vorgegebenen Ziele und die ihnen zu Verfügung stehenden Mittel legen sie kein abweichendes Verhalten vor. Es besteht Konformität. 2.Bejahen die Mitglieder der Gesellschaft die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, geben aber das Ziel der materiellen Besserstellung auf, tritt kein deviantes Verhalten ein. Die Gruppe der Ritualisten löst ihre Ziel-Mittel Diskrepanz durch extrem übertriebenen Arbeitseifer oder Geiz. 3.Bejahen die Mitglieder der Gesellschaft weder die kulturell vorgegebenen Ziele, noch die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, gehören sie zur Gruppe der Rückzügler. Sie neigen dazu, sich aus dem gesellschaftlichen System zurück zu ziehen, ähnlich wie die Nichtseßhaften. 4.Entwickeln die Mitglieder der Gesellschaft Alternativen zur kulturellen Struktur gehören sie zur Gruppe der Rebellen. Sie haben einen starken Veränderungsdrang in Hinblick auf die gesellschaftlichen Strukturen. [...]

Arbeit zitieren:
Fechner, Andreas März 2002: „Warum hast du das getan?“ Zur moralischen Begründung von deviantem Verhalten von Heimkindern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Entwicklungspsychologie, Heimerziehung, Moral, Sozialarbeit, Devianz

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