'Vom Tempel der Kunst zum Tempel der Besucher?'
Die Rolle des Besuchers für das museale Handeln um 1900 im Vergleich zu heute. Eine Studie zur Berliner Museumslandschaft
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Alena Salsa
- Abgabedatum: Juli 2008
- Umfang: 133 Seiten
- Dateigröße: 21,5 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- Bibliografie: ca. 164
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3089-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Salsa, Alena Juli 2008: 'Vom Tempel der Kunst zum Tempel der Besucher?', Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Besucher, Museum, Kunst, Berlin, Kunstwissenschaft
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Magisterarbeit von Alena Salsa
Einleitung:
‘Was wir in Deutschland von Großbritannien lernen können, ist, den Künsten mehr zuzutrauen und sie nicht in Kunsttempeln zu isolieren, sondern in den Alltag der Menschen einzubringen’.
Welche Rolle spielt der Besucher im Museum von 1900? Und welche Bedeutung hat er heute? Diese Magisterarbeit erörtert die These, ob die Museen von Tempeln der Kunst zu Tempeln der Besucher geworden sind.
Der erste Teil des Hauptteiles der Magisterarbeit beschäftigt sich mit dem Museum um 1900. Zu diesem Zeitpunkt haben die Museen eine institutionelle Identität und eine Autonomie erreicht. Dieses Selbstverständnis wird anhand der lexikographischen Nachweise des Begriffes ‘Museum’ nachgewiesen, welcher sich ab dem Ende des 18. Jahrhunderts verändert hat. Im Rahmen der Museumsreformbewegung erfolgte um 1900 eine Verschiebung vom Vermittlungsziel der historischen Bildung zur ästhetischen Erfahrung, die sich in der Präsentations- und Inszenierungsstrategie niederschlug. Die Ursachen dieser Reformbewegung waren der veränderte Kunstbegriff, das Präsentieren der Sammlungsstücke in einem bestimmten Dekorationsrahmen und das veränderte Publikum. Wie sich dieses Publikum zusammensetzte, wird im darauf folgenden Kapitel analysiert. Mit der zunehmenden Institutionalisierung des Museums gewann die Person des Museumsdirektors an Bedeutung, da dieser maßgeblich die Museumspolitik, die Einstellung gegenüber dem Publikum und die Museumsreformbewegung mitbestimmte. Die Museumsrauminnenarchitektur passte sich den Veränderungen der Museumspraxis an. Die Rauminszenierungsstrategien um 1900 und deren Wirkung auf den Besucher bilden das vorletzte Kapitel des ersten Hauptteiles. Eine abschließende Einschätzung der Rolle des Besuchers für das museale Handeln um 1900 wird im letzten Kapitel des ersten Teiles dieser Magisterarbeit vorgenommen.
Der zweite Teil der Magisterarbeit beschäftigt sich mit der Institution Museum im 21. Jahrhundert und der Rolle des Besuchers. Zunächst werden im ersten Kapitel die Bedeutung der Museen anhand von Besuchszahlen und der sogenannte Museumsboom erläutert. Das Problem der Definition des Begriffes Museum in Deutschland, die ICOM-Standards für Museen und die Notwendigkeit der Registrierung der Museen bilden das nächste Kapitel. Die Museen sind Institutionen der Öffentlichkeit und Kultureinrichtungen, die Teil einer sich wandelnden Gesellschaft sind. Mit dem Problem des Gleichgewichts der Museen zwischen einer Bildungs- und Unterhaltungsfunktion beschäftigt sich das nächste Kapitel. Die Museen als öffentliche Einrichtungen sind von den finanziellen Mitteln des Staates abhängig, die gekürzt werden. Somit sind sie immer mehr gezwungen, ökonomisch zu handeln. Sie sind auch dem Besucher zur Rechenschaft und Offenlegung verpflichtet, der sie letztendlich als Steuerzahler finanziert. Ob in diesem Zusammenhang die Funktion des Verkaufens in die Definition des Museums eingebracht werden soll, ist Thema des Kapitels 2.2.4. Ein Kapitel ist der Museumsarchitektur im Dienste des Besuchers gewidmet. Schließlich werden der Besucher als Mittelpunkt des musealen Handelns, die Besucherforschung und Besucherevaluation, die zukünftigen Aufgaben des Museums, das Problem der zukünftigen Vermittlungsmethoden und das große Problem der Erreichung neuer Publikumschichten näher erläutert. Ein Exkurs über das Eintrittsgeld als Mittel der Preispolitik und als Mittel der Bildung einer elitären Besucherschaft, die im Widerspruch zum Museum als Tempel aller Besucher steht, schließt das Kapitel ab.
Der zweite Hauptteil der Magisterarbeit über das Museum um 2000 ist sehr ausführlich. Es wurde bereits eine Auswahl an Literatur getroffen, das Anliegen der Verfasserin ist es jedoch, die Theorie durch möglichst viele praktische Beispiele zu belegen. Diese sollen den sich vollziehenden Wandel der Museen in Deutschland verdeutlichen.
Der dritte Teil der Magisterarbeit versucht anhand eines Vergleichs von fünf ausgewählten Museen in Berlin die These zu hinterfragen, ob die Museen heute zu Tempeln der Besucher geworden sind, d.h. ob der Besucher der Mittelpunkt des musealen Handelns ist. Basis der Auswertung bilden Gespräche mit Angestellten dieser fünf Berliner Museen, mit Angestellten des Senats für kulturelle Angelegenheiten, die Informationen der Haushalte des Landes Berlin 2008/2009 und des Bundes und die Informationen des Internetauftrittes.
Die Magisterarbeit schließt mit einer zusammenfassenden Gegenüberstellung des Museums um 1900 und 2000 und der Beantwortung der Frage, ob die Museen von Tempeln der Kunst zu Tempeln der Besucher geworden sind.
Der Begriff ‘Museum’ wurde in der jeweiligen Zeit, um 1900 und im 21. Jahrhundert, unterschiedlich verwendet. Diese Verwendung wird in dieser Magisterarbeit erläutert, die Begriffe werden aber nicht direkt miteinander verglichen. Vielmehr werden sie als Einblick in die jeweiligen Deutungen und Vorstellungen gesehen, die in die Begriffe eingeflossen sind. Auch ist ein Vergleich von zwei Begriffen oft nicht notwendig, da z.B. um 1900 eher vom Publikum gesprochen wurde, heute eher vom Besucher.
Es wurden unterschiedliche Themenschwerpunkte in den verschiedenen Zeiten ausgewählt, sofern sie für die Rolle des Besuchers Bedeutung hatten. So war die Persönlichkeit des Museumsdirektors um 1900 bedeutend, im 21. Jahrhundert ist eher das unternehmerische Handeln der Institution Museum von Bedeutung. Ein Vergleich von verschiedenen Museumsarten erwies sich überflüssig, weil das Museum als Institution betrachtet wurde.
Ein Vergleich der heutigen Museen führte zu keinen Problemen, da Aspekte miteinander verglichen wurden, die entweder quantifizierbar waren (z.B. Eigenfinanzierungsanteil) oder Aspekte, deren Vorhanden oder Nichtvorhandensein den Schwerpunkt bildeten (z.B. Verankerung der Besucherorientierung im Leitbild). Bestimmte schwer erfassbare Faktoren (z.B. Stimmung des Museums, Person des Museumsdirektors) wurden nicht untersucht, es wurde aber auf das Problem der Messbarkeit von Qualitätskriterien der Museen hingewiesen.
Das größte Problem für den historischen Teil der Magisterarbeit war die fehlende Literatur zum Thema Publikum und Besucher um 1900. Diese Informationen wurden zum Teil der allgemeinen Literatur entnommen oder es wurden Ansätze beschrieben, wie man sich der schwer fassbaren Größe ‘Publikum’ über Abbildungen des Museumspublikums und über schriftliche Nachweise, wie Museumsführer und Besucherberichte, nähern könnte. Für die Berliner Studie stellte die fehlende Bereitschaft der Museen zur Kooperation und zum Zurverfügungstellen der Daten das größte Problem dar. Eine Ausnahme bildete das Jüdische Museum mit ihrem Geschäftsführer Herrn Dr. Klopsch, welchem an dieser Stelle mein besonderer Dank gilt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 2. | Hauptteil | 6 |
| 2.1. | Tempel der Kunst: Museum um 1900 | 6 |
| 2.1.1 | Institutionelle Identität und Autonomie des Museums um 1900 | 6 |
| 2.1.2 | Von der historischen Bildung zur ästhetischen Erfahrung: Museumsreformbewegung um 1900 | 10 |
| 2.1.3 | Das Museumspublikum um 1900 | 12 |
| 2.1.4 | Museumsdirektoren als Museumsreformer | 18 |
| 2.1.5 | Museumsrauminnenarchitektur und das Publikum um 1900 | 22 |
| 2.1.6 | Rauminszenierungsstrategien um 1900 und ihre Wirkung auf den Besucher | 24 |
| 2.1.7 | Die Rolle des Besuchers für das museale Handeln um 1900 | 27 |
| 2.2 | Tempel der Besucher: Museum um 2000 | 29 |
| 2.2.1 | Institution Museum und ihr gesellschaftlicher Auftrag um 2000 | 29 |
| 2.2.2 | Museumsbegriff, die Kernaufgaben und die Standards | 32 |
| 2.2.3 | Die Funktion der Unterhaltung und die Erlebnisgesellschaft | 36 |
| 2.2.4 | Funktion des Verkaufens und die Ökonomisierung der musealen Tätigkeit | 41 |
| 2.2.5 | Museum im Internet | 51 |
| 2.2.6 | Die Museumsarchitektur im Dienste des Besuchers | 51 |
| 2.2.7 | Das besucherorientierte Museum | 55 |
| 2.2.8 | Exkurs I: Eintrittsgeld als Mittel der Bildung einer elitären Besucherschaft | 72 |
| 2.3 | Berliner Studie | 75 |
| 3. | Schlussteil | 85 |
| 4. | Literaturverzeichnis | 88 |
| 5. | Abbildungsverzeichnis | 97 |
| Abbildungen | 98 | |
| Abbildungsnachweis | 109 | |
| 6. | Tabellenverzeichnis | 110 |
| Anhang | 120 |
Textprobe:
Kapitel 2.2.6, Die Museumsarchitektur im Dienste des Besuchers:
Die neuen Tätigkeitsfelder der Museen und ihre neue Organisation stellen neue Anforderungen an den Museumsbau. Ob dieser im Dienste des Besuchers steht, ist das Thema dieses Kapitels. Das Museum von heute ist nicht mehr nur ein Ort, wo Kunstwerke aufbewahrt und ausgestellt werden, sondern muss nach von Moos folgende drei Funktionen erfüllen: 1. Auffangstrukturen (Empfang des Publikums, Eingangshalle, Garderobe, Restaurants, Cafeteria usw.), 2. Präsentationsräume (Galerien, Ausstellungsräume) und 3. Büros, Werkstätten und Depots für Verwaltung, Konservierung usw. Venturi weist darauf hin, dass sich seit den klassischen Exempeln des 19. Jahrhunderts das Verhältnis von Ausstellungs- zur sonstiger Fläche im Museum von 9:1 auf bis etwa 1:2 verschoben habe, d.h. etwa nur ein Drittel des gesamten Raumes ist Ausstellungsfläche. Von Moos macht darauf aufmerksam, dass es keinen Katalog architektonischer Formen gibt, der die drei Funktionen erfüllen würde.
Maier-Solgk ist der Meinung, dass der Museumsboom veränderte Räume für ein verändertes kulturelles Verhalten zu schaffen versucht hat. Die Funktion des Aufbaus der Sammlung tritt in den Hintergrund und das wechselnde Ausstellen geht einher mit dem Interesse des Publikums nach Abwechslung. Diese Veränderungen spiegeln sich im Museumsbau wieder. ‘Anders als im 19.Jahrhundert, als die Musentempel der enzyklopädischen Sammelleidenschaft der Nationen repräsentativen Ausdruck verliehen, ziehen die Bauten der letzten rund 20 Jahre als eine Art übergreifendes Ausstellungsobjekt die Aufmerksamkeit auf sich selbst – und zuletzt auf ihre Erbauer.’ Das Museum ist nicht nur Zweckbau, sondern Gesamtkunstwerk. Maier-Solgk vertritt die Meinung, dass die ausgestellte Kunst auch im Museumsbau zu sehen ist. So bevorzugen die Museen, die Kunst der alten Bestände ausstellen, farbige Wandbespannungen und hohe Voutendecken, die Museen jedoch, die Kunst ab den siebziger Jahren ausstellen, teilen mit dieser Kunst die ästhetische Zielsetzung.
Einen Überblicksartikel zur Entwicklung der Funktionen der Museumsarchitektur hat der Architekt Ian Ritchie 1994 verfasst. Er unterscheidet bei der Museumswahrnehmung drei Wahrnehmungsstufen, die an Intensität abnehmen: 1. Inhalte der Ausstellungen und Sammlungen während des Museumsbesuches, 2. Wahrnehmung der Außenhülle, die Museumsarchitektur, der Behälter (container) und 3. das öffentliche Image des Museums. Kirchberg beschreibt die Entwicklung des Museumsbaus, von inhaltsgestaltend in den 1970er Jahren, über die 1980er Jahre, in denen der Museumsbau als Imageträger der Stadt entdeckt wurde und die Museumsgestaltung nicht mehr primär inhaltsgestaltend war, bis zu den 1990ger Jahren, in denen der Besucher an Bedeutung gewann. Es entstanden neue Ansprüche an die Museumsbauten, welche jedoch nicht zum Paradigmenwechsel führten. Nach Ritchie dominiert die (Außen-) Form des Behälters über die (Innen-) Funktionen des Museums nicht nur bei Neubauten sondern auch beim Umbau alter Gebäude für Museumszwecke. Kirchberg führt als Beispiel das Jüdische Museum in Berlin auf, welches eine spektakuläre Hülle besitzt und bei dem erst später die inhaltliche Gestaltung überlegt worden ist. Ritchies Ausführungen werden durch Crouwel dahingehend ergänzt, dass in der Diskussion um Dominanz der Form und Funktion die Museumstypen unterschieden werden müssen. Oechslin stellt den Höhepunkt der öffentlichen Museumsbauten um 1900 dem Museumsboom von heute gegenüber. Er bezweifelt die rege Sammlungstätigkeit und das zunehmende Bedürfnis nach Kunst als Gründe für den Museumsbauboom und stellt die provokante Frage: ‘Oder verdeckt sie skulpturale Architekturhülle ein Kunst- und Sammlungsproblem?’ Thierry Greub betont, dass Museumsbauten überregionale Ausstrahlung besitzen können, ein Katalysator des ökonomischen Aufschwungs sein können und sogar statt der Kunst selbst die Hauptattraktionen sein können. Er beschreibt zwei Pole der Museumsarchitektur seit den 1990er Jahren. Auf der einen Seite steht die expressiv-dekonstruktivistische Bauweise, die die Dominanz der Architektur über die Kunst darstellt (z.B. Zaha Hadid, Daniel Libeskind, Frank O. Gehry). Auf der anderen Seite stellt sich die minimalistische Architektur dar (z.B. Peter Zumthor, Morger & Degelo), die eine völlig neutrale und demokratische Ausgangsposition für die ausgestellte Kunst sein will. Greub betont jedoch, dass letztendlich die Erfahrung eines einzelnen Besuchers über die gelungene oder misslungene Definition des Raumes entscheidend ist. ‘Die Zukunft des Museums liegt darin, ob es sich als ein komplexer Raum für neue, bleibende Erfahrungen und nicht nur für opulente Kurzschlüsse bewähren kann.’ Er stellt fünf Tendenzen für die Museen seit 2000 auf: 1. Klassische Bescheidenheit der Museumsbauten als Antwort auf die Anforderungen des Museums, eine normsetzende Institution zu sein und sich doch dem Alltag zu öffnen (z.B. Pinakothek der Moderne des Architekten Stephan Braunfeld). 2. Neue Transparenz als Nivellierung von Innen- und Außenbereich (z.B. University of Michigan Museum of Art. Die Kunst betritt die Straße, die Straße das Gebäude. 3. Neuen Aufgaben stellt das Museum für Hellenische Geschichte in Athen dar, welches ein Museum ganz ohne Objekte sein wird, in dem die Architektur für die fehlenden Artefakte einstehen und sich selbst artikulieren muss. 4. Neuer Symbolismus der Dauer (aeternitas) tritt in die Architektur wieder ein (z.B. Mercedes-Benz Museum in Stuttgart). Neuer Körperbezug zeichnet sich in der Form der Einbeziehung und Aktivierung des Besuchers am Baukörper. ‘Diese neue, gesteigerte Intensität nicht nur des Außenhauses, sondern auch des Außenbezugs und der Besucheraktivierung scheint die Überlebensstrategie des neuen Museums zu sein.’ Es geht um eine Intensität die sich auf den Besucher überträgt und ihm eine neue Wahrnehmung ermöglicht. Das Museum würde dann Raum für ‘Spekulationen’ lassen, im Sinne von: ‘die höchste Form der Bewegung des menschlichen Denkens, ein Schauen, das im Hinausgehen aus sich selbst, und gerade nicht in der Introspektion, zur Anschauung seiner selbst gelangt…’ ‘Das Museum wäre dann wirklich ein Ort der ‘Verquickung von Schauen, Spiegeln und Erkennen’.
Knapp beschreibt 14 neue europäische Museumsbauten des 21. Jahrhunderts und ist der Meinung, dass bei den fünf Kunstmuseen die formalen und funktionalen Spielmöglichkeiten derzeit weitgehend ausgereizt sind, bei den Technischen, den Historischen und den Archäologischen Museen noch Wirkungsmöglichkeiten bestehen. So bietet das Centre Pompidou in Merz eine Menge Platz für den Erlebnisraum, das Neue Akropolis Museum in Athen leitet den Besucher durch die Ausstellungsgeschosse und wieder zurück. Ihre architektonische Zusammenführung und ein Servicetrakt entsprechen den neuen Anforderungen an die Museen (z.B. das zentrale Eingangs- und Servicebauwerk von David Chipperfield). In den vorgegebenen Wege- und Ausstellungsrouten sieht Kirchberg einen modernen Kontrollmechanismus des Besuchers, der der McDonaldisierung These folgt. Der Ausstellungskatalog ‘Museen im 21. Jahrhundert’ widmet ein ganzes Kapitel der Planungsgruppe Museumsinsel Berlin. Die Museumsinsel in Berlin verdeutlicht, wie sich der Umgang mit der Kunst seit den ersten öffentlichen Museumsbauten gewandelt hat. Heute besteht das zentrale Problem, den ursprünglichen Charakter der Bauten zu erhalten und sie dabei den Anforderungen der Besucher und wissenschaftliche Präsentation anzupassen. Den einzelnen Häusern fehlende bzw. nicht ausreichende Infrastruktur (Restaurants, Shops, Garderoben, Vortragssäle usw.) wird in ein zentrales, dem Neuen Museum vorgelagertes neues Eingangsgebäude übernommen. Greub gibt in seinem Beitrag über die Museen des 21. Jahrhunderts ein Zitat von Markus Lüpetz aus dem Jahr 1984 wieder, dem auch ich zustimmen und das folgende Kapitel abschließen möchte: ‘Die Architektur sollte die Größe besitzen, sich selbst so zu präsentieren, dass die Kunst in ihr möglich wird, dass die Kunst nicht durch den Eigenanspruch der Architektur, Kunst zu sein, vertrieben wird und ohne – was noch schlimmer ist -, dass die Kunst von der Architektur als ´Dekoration´ ausgebeutet wird’.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836630894
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Salsa, Alena Juli 2008: 'Vom Tempel der Kunst zum Tempel der Besucher?', Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Besucher, Museum, Kunst, Berlin, Kunstwissenschaft



