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'Thought Self Leadership' und Mentales Training für das Management

'Thought Self Leadership' und Mentales Training für das Management
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Albert Griesmayr
  • Abgabedatum: November 2008
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 2,9 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
  • Bibliografie: ca. 79
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2713-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Griesmayr, Albert November 2008: 'Thought Self Leadership' und Mentales Training für das Management, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Mentales Training, Gehirnforschung, Autogenes Training, Künstliche Intelligenz, Ideomotorisches Prinzip

Magisterarbeit von Albert Griesmayr

Einleitung:

„ Puff, puff, chug, chug, went the Little Blue Engine. `I think I can – I think I can – I think I can – ` Up, up, up. Faster and faster the little engine climbed, until at least they reached the top of the mountain. And the Little Blue Engine smiled and seemed to say as she puffed steadily down the mountain. `I thought I could. I thought I could. I thought I could …”. Diese Textstelle aus dem bekannten Kinderbuch „Little Blue Engine“ von Watty Piper steht am Beginn dieser Arbeit, weil sie den Gegenstand der Untersuchung treffend beschreibt. „… I think I can – I think I can …”, die Art wie die Lokomotive zu sich selbst spricht beschreibt eine kognitive Strategie. Die Strategie einer selbst-bestätigenden Aussage, in diesem Fall mit dem Ziel den Berg zu erklimmen, steht stellvertretend für die Strategien welche viele Leistungsträger in Organisationen heute verwenden oder zumindest empfehlen, um ihre Leistung zu erhöhen und ihre Ziele zu erreichen.

Der Einsatz von kognitiven Strategien wie der eben angeführte Selbstdialog (auch self talk und inner dialogue) oder die mentale Visualisierung (auch mental imagery) soll die Leistung beeinflussen. Positive und negative Effekte konnten in zahlreichen Studien über die verschiedensten Disziplinen hinweg aufgezeigt werden. Die Spannbreite der Studien reicht von der Sportpsychologie über die klinische und beratende Psychologie, der Kommunikation bis hin zu Bereichen, welche sich mit dem Verhalten in Organisationen und dem Management beschäftigen.

Die ermittelten Effektgrößen, vor allem in einigen Studien der Sportpsychologie, sind beeindruckend. Doch wie lassen sich diese Ergebnisse erklären? Was steckt hinter dem Begriff „Mentales Training“ und welche kognitiven Strategien werden verwendet? Wie kann das Management aus diesen Strategien Nutzen ziehen? Um diese Fragen zu beantworten, werde ich als Ausgangspunkt ein Modell aus der kognitiven Psychologie heranziehen, nämlich das Thought Self-Leadership Modell.

Dieses Modell verwendet zwei kognitive Strategien: self-talk und mental imagery. Diese beiden Strategien sind für das Spektrum der in der Literatur vorkommenden Anwendungen des Mentalen Trainings sehr relevant. Auf dem Verständnis dieser Strategien aufbauend, lässt sich in der Folge ein guter Überblick über Möglichkeiten des Mentalen Trainings und dem Thought Self-Leadership Modells in Sport und Management beschreiben.

Abschließend werden auch Erkenntnisse der Gehirnforschung in diese Arbeit einfließen, um ein besseres Verständnis der Wirkungsweise von kognitiven Strategien zu ermöglichen. Auch wenn es im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist, alle Aspekte mentaler Trainingsformen aus Sicht der Gehirnforschung zu beleuchten und aufzuzeigen, welche exakten Vorgänge bei bestimmten kognitiven Strategien im menschlichen Gehirn ablaufen, so sollen die Ausführungen dem Leser dennoch helfen, ein Grundverständnis für diese Thematik zu erhalten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Motivation 5
2. Bereiche der Psychologie und Kognitive Wende 7
2.1 Überblick über die Bereiche der Psychologie 8
2.2 Kognitive Wende 11
3. TSL Modell 13
3.1 Self Talk und Mental Imagery 16
3.2 Weitere Variablen und Wirkungszusammenhänge des TSL Modells 19
3.3 Das Gesamtmodell an Hand eines Beispiels 23
4. Mentaltraining (MT) 25
4.1 Definition von MT 25
4.2 Ziele von MT 27
4.3 Voraussetzungen für MT 29
4.4 Wirkungen von MT 30
4.5 Anwendungsmöglichkeiten von MT 32
4.6 Die fünf Schritte von MT 35
4.7 Wirkungsweise von MT 37
4.8 Abgrenzung zu TSL 38
5. Anwendungen von TSL und MT 40
5.1 TSL und MT im Sport 40
5.1.1 Fallbeispiel im Sport: Hürdenlaufen - Auf dem Weg zur Olympiamedaille 44
5.2T SL und MT im Management 46
5.2.1 Fallbeispiel im Management: Statement des Abteilungsleiters 50
5.2.2 Weitere Anwendungsmöglichkeiten von self talk und mental imagery 52
5.2.3 Das Autogene Training 55
6. Wirkungsweise von TSL und MT 60
6.1 Grundlagen des menschlichen Gehirns 60
6.1.1 Grundlagen der Gehirnforschung 61
6.1.2 Der mentale Dreiklang - Kognition, Emotion, Motivation 67
6.2 Hypothesen zur Wirkungsweise von TSL und MT 70
6.2.1 Mentales Training und das ideomotorische Prinzip 70
6.2.2 TSL - mental imagery 72
6.2.3 TSL - self talk 75
6.2.4 Exkurs: Eine Sichtweise aus der Künstlichen Intelligenz 83
7. Kritische Betrachtung der Konzepte 90
7.1 Kritik am TSL Modell und am Mentaltraining 90
7.2 Gedanken zum Ausmaß von kognitiven Strategien 95
7.3 Gedanken zur organisatorischen Einbettung von MT und TSL 97
7. Schlussbetrachtung 101
8. Quellen 103
8.1 Literaturverzeichnis 103
8.2 Internetquellen 108
8.3 Abbildungsverzeichnis 109

Textprobe:

Kapitel 5.2.2, Weitere Anwendungsmöglichkeiten von self talk und mental imagery: Im Folgenden möchte ich auch die Ausführungen von zwei in den USA sehr bekannten Psychologen und Managementberatern zu den Themen self talk und mental imagery erwähnen, da ihre Arbeiten einen noch tieferen Blick in die Anwendungsmöglichkeiten für das Management ermöglichen. So findet sich die von Weinberg et. al beschriebene Technik des Gedankenstopps auch bei Anthony Robbins, einem erfolgreichen amerikanischen Managementberater der letzten Jahrzehnte.

Er beschreibt die Methode des Gedankenstopps mittels Focus und Incarnations. Focus ist für Robbins die Bewusstmachung eines unangenehmen Gefühlszustand oder eines nicht erwünschten Gedankenmusters. Durch Focus auf diesen Zustand kann der negative Prozess aufgehalten und in eine neue Richtung gelenkt werden. Dieser Focus kann mittels eines Stopp-Worts, wie von Weinberg et. al beschrieben, eingeleitet werden. Robbins betont im Zusammenhang mit Focus auch das Training, das notwendig ist, um sich selbst bei unerwünschten Gedankenmustern ertappen zu können.

Incarnations sind nun Sätze, welche einen neuen Prozess einleiten oder ihn verstärken können. Diese Sätze sollen wiederholt geistig oder tatsächlich gesprochen werden. Als konkretes Beispiel führt Robbins an, dass ein Manager vor einem bestimmten wichtigen Meeting sich den Satz „Ich bin stark“ vorsagen kann. Das Sprechen dieses Satzes wird in der Regel instinktiv physiologisch begleitet, zum Beispiel durch Ballen der Fäuste, wodurch die Wirkung noch verstärkt wird.

Als weiteres Beispiel für das Zusammenspiel von Focus und Incarnations führt Robbins an: Ein Mann öffnet einer Frau die Tür und erhält dafür eine ablehnende Geste der Frau. Die meisten Männer würden in der Folge das negative Gefühl der Ablehnung verspüren und sich etwas denken wie: „Ich habe es ja nur nett gemeint, aber bitte, wenn diese Dame so stur ist …“ Laut Robbins ist es möglich, durch den Focus auf das Gefühl eine automatisierte Folgereaktion aufzuhalten und stattdessen die Situation zu analysieren und die Reaktion zu verändern. Nach Robbins müssen zwei Aspekte untersucht werden, erstens wie man über eine Situation denkt und zweitens wie man sich auf Grund der Situation verhält.

Zum Beispiel kann der Mann in der von Robbins beschriebenen Situation zu dem Entschluss kommen, dass es einfach Ausdruck der kulturellen Prägung der Frau ist, sich nicht die Tür aufhalten zu lassen, da für sie dieses Angebot eine überalterte männliche Bevormundung ausdrückt, und in der Folge nicht harsch auf die Reaktion der Frau reagieren. Selbstverständlich sind in dieser Beispielsituation viele weitere Varianten möglich, wie eine Person durch Focus sein Verhalten oder seine Art zu denken verändern kann, nicht nur für die bestimmte Situation sondern selbstverständlich auch für Folgesituationen.

Es ist wichtig an diesem Punkt zu erwähnen, dass Focus und die von Weinberg et. al beschriebene Stopp-Strategie mit dem Ziel Gedanken umzulenken bzw. die Möglichkeit eröffnen, Situationen zu analysieren, ihre größte Anwendung in der Trainingsvorbereitung finden.

Zum einen, weil Um-Bewertungen von Situationen Zeit und systematisch wiederholtes Training erfordern und zum anderen, weil es ja gerade viele Situation erfordern, dass wir zügig und flüssig handeln. Eberspächer sagt: „Vor und nach einer Aktion sind Bewertungen und Gedanken um Anforderungen, Ansprüche und Konsequenzen unabdingbar, während der Ausführung dagegen sind die meisten kontraproduktiv und bringen uns keinen Schritt weiter … Vor diesem Hintergrund erscheint die Trennung von Handeln und Konsequenzen-Denken als fundamentale Voraussetzung fürs Gelingen.“ Selbstverständlich kann Incarnation auch mit Bildern arbeiten, wie bei mental imagery beschrieben. Zum Beispiel kann die Incarnation „Ich bin stark“ mit einem selbst produzierten geistigen Bild noch verstärkt werden. Zum Beispiel könnte das Vorstellen eines Samurai Kämpfers die Inkarnation verstärken.

Robbins Begriff des Envisioning ist weitgehend gleichbedeutend mit mental imagery. Robbins, sowie Waitley behaupten, dass mental imagery nicht nur simultane physiologische Veränderungen bewirkt, sondern darüber hinaus sich neuronal verankern und dadurch die Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Verwendung dieser neuronalen Strukturen erhöht.

Will eine Führungskraft zum Beispiel eine Verhandlung mit einem gewünschten Ziel abschließen, so sollte die Vorbereitung der Situation durch Envisioning (auch „Visualisierung“) zu einem besseren Verhandlungsergebnis führen. Dabei ist es wichtig, Ziele und Situationen so präzise und naturgetreu wie möglich zu visualisieren und sie zu erleben als wäre das Erreichen gerade eingetreten.

Waitley sagt in diesem Zusammenhang zur Wirkung von mental imagery: „Denn unser Gehirn erkennt nicht den Unterschied zwischen dem was wirklich passiert und dem was wir uns vorstellen.“ Waitley und Robbins stellen diese Behauptungen auf, ohne auf eine empirische Grundlage zu verweisen. Punkt 6 dieser Arbeit wird sich der Frage widmen, wie das menschliche Gehirn lernt und einen Blick hinter die Behauptungen von Robbins und Waitley ermöglichen.

Kapitel 5.2.3, Das Autogene Training: Schließlich ist noch das Autogene Training zu erwähnen, da in dieser Methode eine interessante Kombination von mental imagery und self talk Anwendungen gesehen werden kann. Die ursprünglich vom Psychiater J. H. Schultz entwickelte Entspannungstechnik beruht auf Autosuggestion und stellt eine weit verbreitete und anerkannte Technik dar, um Stress, Schmerzen und psychosomatische Störungen zu behandeln. Auch auf Krankheiten wie Asthma, Rheuma, Migräne und Magen-Darm Erkrankungen hat das Autogene Training nachweislich eine positive Wirkung.

Wie wirkt das Autogene Training? Der Psychotherapeut und Mediziner Dietrich Langen sagt: „Mit Hilfe des Autogenen Trainings wird ein gewisser Einfluss auf zuvor unwillkürlich ablaufende Vorgänge im vegetativen Nervensystem ausgeübt. Dieser Einfluss wird möglich durch eine bewusste Entspannung von Muskelfasern, welche die Entspannung über Nervenimpulse bestimmten Gehirnregionen mitteilen. Von dort aus werden verschiedene Funktionen zentral gesteuert, so dass sich - sehr vereinfacht ausgedrückt - die Entspannung nun auch auf diese anderen Körperfunktionen überträgt.“ Autogenes Training bewirkt eine tief reichende Entspannung und eine bessere Durchblutung des Körpers.

„Die Grundlage des Autogenen Trainings bildet ein Gedanke (Konzentration), der zu körperlichen Veränderungen führen soll, die wir beispielsweise als Schwere oder Wärme empfinden.“ Bereits der Mediziner Peter Polzien konnte belegen, dass durch Autogenes Training die Körpertemperatur an den Händen zu-, während gleichzeitig die restliche Körperkerntemperatur abnahm. Dadurch gelang ihm der Nachweis, dass durch eine Gefäßerweiterung in den Händen verstärkt Blut aus dem wärmeren Körperinneren in die kühlere Peripherie fließt.

Aber nicht nur Veränderungen von Körperfunktionen wie Temperatur oder Puls wurden mittlerweile belegt, sondern auch psychische Veränderungen. So konnten z.B. Schrapper & Mann nachweisen, dass sich regelmäßiges Autogenes Training positiv auf das allgemeine Wohlbefinden und die Leistungsorientiertheit auswirkt. Als Kontrollgruppe dienten die Teilnehmer einer Schulungsmaßnahme der Industrie- und Handelskammer. Um das Befinden beider Gruppen (Versuchs- und Vergleichsgruppe) vor und nach den jeweiligen Gruppensitzungen zu vergleichen, wurde mit einer Eigenschaftswörterliste gearbeitet, die alle Personen ausfüllen mussten. „Dabei zeigte sich, dass es zu Beginn der Stunde noch keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Gruppen gab. Im zeitlichen Verlauf jedoch kam es zu messbaren Veränderungen im Befinden - wobei bei der Vergleichsgruppe Aktiviertheit und Empfindlichkeit signifikant abnahmen. Im Gegensatz dazu fanden sich mehr als doppelt so viele positive Veränderungen der Befindlichkeit bei den Teilnehmern der Versuchsgruppe.“ Die Lehre des Autogenen Trainings beruht wesentlich auf dem ideomotorischen Gesetz (Carpenter Effekt), welches auch bei MT eine wesentliche Rolle spielt und besagt, dass das Sehen oder auch ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Konzentration auf eine Bewegung im Gehirn stattfinden und dort auch die Tendenz zur Ausführung eben dieser Bewegung auslöst. Der Carpenter Effekt lässt sich heute in Ansätzen bereits nachweisen. (mehr dazu unter Punkt 6) Wie lässt sich das Autogene Training nun anwenden? Grundlegend sind zwei Formen zu unterscheiden: Unter- und Oberstufe.

Die Unterstufe, auch Grundform genannt, dient vor allem der Entspannung und besteht üblicherweise aus sieben Übungen, die nacheinander Ruhe, Schwere und Wärme in den Armen und Beinen, eine Beruhigung des Pulses und der Atmung, Wärme im Sonnengeflecht und Kühle der Stirn durch Selbst-Suggestion hervorrufen.

Die Übungen bestehen aus kurzen formelhaften Vorstellungen, welche sich der Übende mehrere Male im Geist vorstellt (bzw. vorsagt). Diese Vorstellungen nützen sowohl sprachliche Elemente (self talk) als auch bildliche Elemente (mental imagery). Leitsätze (self talk) wie „Ich bin ruhig und entspannt“ oder „Meine Beine werden schwer und warm“, werden mit bildlichen Vorstellungen wie z.B. „der Vorstellung von schweren Beinen“ kombiniert.

Die Unterstufe wird häufig auch noch um die formelhafte Vorsatzbildung ergänzt. Darunter versteht man individuelle Leitsätze, mit denen störende Reiz ausgeschaltet und bestimmte Ziele gesetzt werden können. Die individuellen Formeln bestehen in der Regel aus drei Teilen.

Ich möchte die formelhafte Vorsatzbildung an einem Beispiel verdeutlichen. Eine Person, die an einer Sprachstörung („Stottern“) leidet, kann folgendermaßen vorgehen: Im ersten Teil der formelhaften Vorsatzbildung geht es darum, eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Problem zu entwickeln, um die Aufmerksamkeit von der Sprachstörung weg zu lenken. Der erste Teil der Formel lautet dann: „Sprechen in jeder Situation gleichgültig.“ Im zweiten Teil wird nun die Aufmerksamkeit auf ein positives Ziel gelenkt. Dies kann zum Beispiel der Inhalt des Gesprochenen sein. Der Leitsatz lautet dann: „Sprechen gleichgültig - Inhalt wichtig“. Der dritte Teil drückt nun aus, wie eine Person zu einem neuen Verhalten kommen solle, welche Eigenschaften sie benötige und einsetzen möchte. Möchte die Beispielperson ihre Sprachstörung durch mehr Selbstsicherheit besiegen, könnte die Formel lauten: „Sprechen gleichgültig - Inhalt wichtig - durch Mut, Sicherheit, Selbstvertrauen“.

Ein wesentlicher Punkt bei der formelhaften Vorsatzbildung ist, sie erst dann anzuwenden, wenn die Grundübungen des Autogenen Trainings beherrscht werden. „Sie wird nämlich erst dann voll wirksam, wenn die Entspannung von Muskeln, Gefäßen und Psyche durch die Ruhe-, Schwere-, Wärme- und Atem-Übungen eingetreten ist.“ Das Selbe trifft auf die Oberstufe zu. Um sie erfolgreich anzuwenden müssen die Unterstufe und die formelhafte Vorsatzbildung ausgiebig trainiert worden sein.

In der Oberstufe des Autogenen Trainings soll ein Problem mittels Suggestion so weit gelöst werden, dass die Person Heilung oder zumindest Linderung erfährt. Ziel der Oberstufe ist Selbsterkenntnis und Persönlichkeitsbildung.

Für den Managementbereich ist die Anwendung der Grundstufe inklusive der formelhaften Vorsatzbildung ausreichend. Da die Übungsdauer relativ kurz ist (je nach Erfahrung und Konzentrationsfähigkeit zwischen zwei und sechs Minuten), eignet sich das Autogene Training hervorragend für Arbeitspausen.

Die Übungen des Autogenen Trainings können auch im Sitzen, der sogenannten Droschkenkutscherhaltung, durchgeführt werden, wodurch spezielle Ruheräume mit Liegemöglichkeiten für die Mitarbeiter nicht unbedingt notwendig sind. Ruhe und die Abwesenheit von Störfaktoren wie klingelnde Telefone oder Bürobesuche sind jedoch wichtige Voraussetzungen für den Erfolg des Autogenen Trainings, vor allem für Anfänger.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, im Büro das Telefon auszuschalten, die Türe zu schließen und eine Notiz anzubringen, dass man nicht gestört werden wolle.

Durch Autogenes Training kann also häufigen Problemen in Organisation wie Stress und Konzentrationsschwächen wirksam entgegen gewirkt werden. Zusätzlich zu den Entspannungswirkungen kann sich eine Person durch die formelhafte Vorsatzbildung individuell und speziell auf bestimmte herausfordernde Situationen vorbereiten.

Ich habe bereits das Beispiel einer Person mit einer Sprachstörung vorgestellt, aber die Anwendungsbereiche der formelhaften Vorsatzbildung sind vielfältig. Denn störendes Verhalten, welches geändert werden soll, kann sehr mannigfaltig sein und von schlechten Angewohnheiten wie „Nägelbeissen“ oder Rauchen über Schwierigkeiten mit anderen Menschen bis hin zu Ängsten reichen.

Somit kann der Managementbereich nicht nur von den Entspannungswirkungen der Übungen der Grundstufe profitieren, sondern auch von der formelhaften Vorsatzbildung. Zum Beispiel kann durch Autogenes Training und formelhafte Vorsatzbildung bereits im Vorfeld die Aufmerksamkeit von einer störenden Person, die in einer Sitzung anwesend sein wird, weg gelenkt werden.

Mit dem Autogenen Training möchte ich nun auch die praktischen Anwendungen von MT und TSL im Managementbereich schließen. Im nun folgenden Abschnitt werde ich näher auf die Wirkungsweisen von TSL und MT eingehen und auch einen näheren Blick auf die Grundlagen des menschlichen Gehirns werfen.

Arbeit zitieren:
Griesmayr, Albert November 2008: 'Thought Self Leadership' und Mentales Training für das Management, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Mentales Training, Gehirnforschung, Autogenes Training, Künstliche Intelligenz, Ideomotorisches Prinzip

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