'Der Führer des kommenden Deutschlands'
Die nationalsozialistische Propaganda als 'Antwort'
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Uwe Mühlenmeier
- Abgabedatum: September 2007
- Umfang: 34 Seiten
- Dateigröße: 333,9 KB
- Note: 2,8
- Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
- Bibliografie: ca. 35
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3336-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mühlenmeier, Uwe September 2007: 'Der Führer des kommenden Deutschlands', Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Weimarer Republik, Krise, 'Führersehnsucht', NS-Propaganda, Soziale Fragmentierung
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Bachelorarbeit von Uwe Mühlenmeier
Einleitung:
Der „Führer des kommenden Deutschlands“ wollte und sollte Adolf Hitler werden. Lange vor den spektakulären Wahlerfolgen der NSDAP und ihrer Propagandamaschinerie ab 1930 hatten sich autoritäre Erwartungsstrukturen und eine Führersehnsucht in Deutschland entwickelt. Es gelang der „Bewegung“ diese Hoffnungen, Sehnsüchte und Erwartungen zu bedienen und zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Die NS-Propaganda transportierte ein gesellschaftliches und politisches Gegenbild zur Weimarer Republik. Die Propaganda des „Führers“ und seine Agitation nutzten bewusst tief sitzende Ängste, Vorurteile und Ressentiments aus, und bauten damit ein Gegenbild zur Republik auf. Der NS-Bewegung gelang es, die öffentliche Wahrnehmung der Republik als krisenhaft und ausweglos darzustellen, und an die latent vorhandene Krisenwahrnehmung und Panikstimmung anzuknüpfen. Wie konnte es ihr gelingen, mittels Propaganda das Bild zu vermitteln, die einzige Lösung bereit zu halten? Der NSDAP und ihrer Propaganda gelang es, den „Führer als alleinigen Erretter aus der Not“ zu stilisieren und damit für viele Wähler und Anhänger eine „Antwort“ auf die „Krise“ zu geben.
Gang der Untersuchung:
Diese BA-Arbeit gliedert sich in 10 Kapitel. An diese Einleitung schließen sich die Abschnitte „Die Krise der Weimarer Republik“ (2.1.) und „Erwartungshaltung und Führersehnsucht“ (2.2.) an. Nach „Der Führer und die Gewalt“ (3.), „Einheitssehnsucht und Gemeinschaft“ (4.) folgt „Die totale Krise“ (5.). Kapitel 6. „Ideologische Anknüpfungspunkte“ markiert den Übergang zum zweiten Bereich dieser Arbeit, in der es nach den geistigen und ideologischen Vorraussetzungen um die „praktische“ Durchführung der Propagandatätigkeit gehen soll: (7.) „Inszenierung und Darstellung der NS-Propaganda und die Rolle Hitlers“, sowie (8.) „Ablauf, Inhalt und Organisation einer Kundgebung“). Zum Abschluss erfolgt ein zusammenfassender Ausblick (9.).
Diese Arbeit versucht die NS-Propaganda vor dem Hintergrund der Wahrnehmungsmuster, der Realitätsdeutung und deren Konstruktion durch Zeitgenossinnen und Zeitgenossen zu betrachten. Dabei soll das allgegenwärtige Krisenparadigma kritisch betrachtet werden. Es kann dabei nicht zu einer Diskursanalyse, oder zu einer umfassenden Betrachtung der Propagandatätigkeit kommen. Der Verfasser versucht vielmehr eine Deutung des Zusammenhangs zwischen der Wahrnehmung einer „totalen Krise“ von Republik, Demokratie und Gesellschaft, sowie den Erfolg der Propaganda aufzuzeigen und zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Soziale Fragmentierung und die „Krise“ - Erwartungshaltung und „Führersehnsucht“ | 5 |
| 2.1 | Die „Krise“ der Weimarer Republik | 5 |
| 2.2 | Erwartungshaltung und „Führersehnsucht“ | 8 |
| 3. | Der „Führer“ und die Gewalt | 13 |
| 4. | Einheitssehnsucht und „Gemeinschaft“ | 16 |
| 5. | Die „totale Krise“ | 17 |
| 6. | Ideologische Anknüpfungspunkte der NS-Propaganda | 20 |
| 7. | Inszenierung und Darstellung der NS-Propaganda und die Rolle Hitlers | 22 |
| 8. | Ablauf, Inhalt und Organisation einer Kundgebung | 24 |
| 9. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 30 |
| 10. | Quellen- und Literaturverzeichnis | 32 |
Textprobe:
Kapitel 4, Einheitssehnsucht und „Gemeinschaft“:
„Einheit“ und „Gemeinschaft„ sind als zentrale Schlüsselbegriffe in den öffentlichen politischen Diskursen der Weimarer Republik anzusehen. Ihr semantischer Gehalt wurde in mehrfacher Hinsicht aufgeladen und durchzog die Diskussionen und diskursiven Äußerungen der Weimarer Gesellschaft. Zuerst wurde dabei „Einheit“ im Sinne von positiver „Gemeinschaft“, als Volk und Staatsvolk betrachtet. Dabei ist der ethnische Sinn als das deutsche Volk mitgedacht, ebenso wie die „Gemeinschaft“ als Lebens- und Wertegemeinschaft, je nach politischem Blickwinkel eine Klassen-, Standes-, Rassen-, Kultur-, oder Orientierungsgemeinschaft. Auch die politische Linke benutzte den Begriff „Volksgemeinschaft“, allerdings mit einem anderen inhaltlichen Kern als die Rechte. Dabei ist zu unterscheiden zwischen der „Volksgemeinschaft“ im Sinne einer freien, demokratischen und liberalen Gesellschaft, der „Volksgemeinschaft“ im Sinne einer berufsständisch gedachten, „organischen“ antiliberalen „Gemeinschaft“, und einer nivellierenden, Klassenschranken überwindenden ethnisch-rassischen „Volksgemeinschaft“, geprägt von politischer, moralisch aufgeladener und rassistischer Exklusion der „Volksfeinde„.
Überlagert und darin eingelagert wurden diese Diskurse durch eine vehemente Einheitssehnsucht in allen politischen Lagern, wobei das rechte Spektrum mit einer als Realitätsverweigerung und Radikalität anzusehenden Unabdingbarkeit heraussticht. Allen politischen Gruppen und Parteien war die Orientierung auf den politischen Raum, als einen staatlich gedachten und im Staat inkorporierten Handlungs- und Aktionsraum, gemein. Politisches Handeln wurde und wird in Deutschland in erster Linie als Handeln für im und am Staat betrachtet und gedacht. Gesellschaftliche Handlungs-, Wandlungs-, und Reformvorhaben wurden im Rahmen des Staates gedacht und gedanklich konstruiert. Der „Staat“ wurde in diesem Sinne als Optionsraum im ethnischen, sozialen, politischen und gesellschaftlichem Beziehungsgeflecht gedanklich geformt. Diese Orientierung der Gesellschaft auf den Staat hin spiegelt sich in den hochfliegenden Erwartungen an die Republik und ihr staatliches regierungsamtliches Handeln.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836633369
Arbeit zitieren:
Mühlenmeier, Uwe September 2007: 'Der Führer des kommenden Deutschlands', Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Weimarer Republik, Krise, 'Führersehnsucht', NS-Propaganda, Soziale Fragmentierung



