Bachelor + Master Publishing
807 Bachelorarbeiten, 530 Masterarbeiten, 10.101 Diplomarbeiten

'Balanced Scorecard' - gestütztes Change Management bei der Einführung elektronischer Beschaffungssysteme

Eine Darstellung am Beispiel inhabergeführter Unternehmungen der Automobilzuliefererindustrie

'Balanced Scorecard' - gestütztes Change Management bei der Einführung elektronischer Beschaffungssysteme
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marc-Oliver Holzapfel
  • Abgabedatum: Oktober 2006
  • Umfang: 143 Seiten
  • Dateigröße: 3,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 106
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0679-0
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0679-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Holzapfel, Marc-Oliver Oktober 2006: 'Balanced Scorecard' - gestütztes Change Management bei der Einführung elektronischer Beschaffungssysteme, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Balanced Scorecard, Change Management, Elektronische Beschaffung, Automobilindustrie, KMU

In den Warenkorb
48,00 €

Diplomarbeit von Marc-Oliver Holzapfel

Problemstellung:

In der Automobilzulieferindustrie vollzieht sich ein starker Wandel, der nach der Erfindung der Fließbandproduktion und der „Lean Produktion“ zu neuen Produktionsinnovationen und einer tiefgreifenden Umstrukturierung der Branche führen wird. In dieser Situation nehmen die modernen elektronischen Informations- und Kommunikationssysteme (IuK-Systeme) eine Schlüsselposition für die Gestaltung von neuen, interorganisatorischen Prozessen und der Gestaltung der Beziehungen zwischen Automobilkonzernen und Zulieferern ein. Insbesondere in den Beschaffungsabteilungen der Automobilzulieferunternehmungen vollzieht sich durch den Einsatz moderner Beschaffungssysteme ein Wandel der Aufgaben, Ziele und der Beziehungen zu den Lieferanten. Dieser Wandel richtet sich auf die zunehmende kooperationsorientierte Zusammenarbeit und die Realisation von langfristigen strukturellen Kostensenkungspotenzialen. Daher sollten die Einführungen von IuK- oder elektronischen Beschaffungssystemen in den Unternehmungen der Automobilzulieferindustrie als eine ganzheitliche Aufgabe angesehen werden, die mit hohen „Sunk costs“, langfristigen strategischen Konsequenzen sowie erforderlichen Veränderungen von organisatorischen Strukturen und personellen Fähigkeiten verbunden ist.

Die Prämisse für die erfolgreiche Systemeinführung und die Ausschöpfung der operativen und strategischen Potenziale bei deren Nutzung ist die Kompatibilität „von Technologien, Organisation und Mitarbeiterverhalten“. Dies erfordert einen ganzheitlichen Wandel verschiedener Organisationsbereiche, des Führungsstils sowie dem systematischen Aufbau neuer Kompetenzen im Zulieferunternehmen. Es entsteht dadurch ein hoher, mehrdimensionaler Planungsbedarf, der bei mittleren und inhabergeführten Zulieferunternehmungen zahlreiche Schwierigkeiten verursacht. Diese resultieren insbesondere aus ihrer Führungsstruktur. Denn den inhabergeführten Unternehmungen, welche die charakteristische Form mittelständischer Unternehmen bilden, fehlt es oft an strategischen Planungsgrundlagen und der Bereitschaft und Möglichkeit zur Delegation von Führungsaufgaben. Darüber hinaus fehlt es oft an notwendigen personellen Qualifikationen, insbesondere das Wissen um die Potenziale von Informationstechnologien und die Bewertungsgrundlagen für den Systemeinsatz.

Vor diesem Hintergrund wird bei der Einführung von IuK-Systemen in inhaber-geführten Zulieferunternehmen ein mehrdimensionaler Wandelprozess notwendig, der die Veränderung von Führungs-, Kommunikations-, Organisations- und Prozessstrukturen sowie die Mitarbeiterkompetenzen betrifft. Deshalb ist das Ziel der vorliegenden Arbeit die Darstellung eines ganzheitlichen Change Management-Prozess auf der Basis der „Balanced Scorecard“ bei der Einführung elektronischer Beschaffungssysteme in inhabergeführten Zulieferunternehmen. Im Fokus der Arbeit stehen dabei die Beschreibung eines idealtypischen Wandelprozesses, die Diskussion der Potenziale eines „Balanced Scorecard“-gestützen Wandlungsmanagement und der Vergleich mit der Unternehmungspraxis. Das Konzept der „Balanced Scorecard“ soll in diesen Darstellungen einerseits dazu genutzt werden, die mehrdimensionale Zielsetzungen des Einführungsprozess von elektronischen Beschaffungssystemen mit dem Wandel der Unternehmung zu verbinden und dessen Bewertung zu ermöglichen. Andererseits soll erörtert werden, wie durch die „Scorecard“ ein kontinuierlicher, dialogorientierter Prozess etabliert werden kann, der die zukunftsorientierte Veränderung der Unternehmungskultur in inhabergeführten Zulieferunternehmen unterstützt und andauernde strategiebasierte, selbstorganisierte Wandlungsprozesse ermöglicht.

Gang der Untersuchung:

Das zweite Kapitel befasst sich mit den begrifflichen und thematischen Grundlagen der Arbeit. Dabei stehen zunächst die theoretischen Fundierungen sowie die mehrdimensionalen Aufgabenbereiche und Ziele des Change Management im Vordergrund. Zudem wird ein Phasenmodell vorgestellt, welches als Grundlage zur Darstellung des idealtypischen Vorgehens im Change Management-Prozess dienen soll. Zur übersichtlichen Darstellung der interdependenten Handlungsfelder und unterstützenden Funktionen des Change Management wird zudem ein Bezugsrahmen entworfen. Darüber hinaus wird in diesem Kapitel auf die besonderen Merkmale von inhabergeführten Unternehmungen eingegangen. Im Anschluss an diese Betrachtung wird sich den Zielen und Aufgaben der be-trieblichen Beschaffung zugewendet sowie die Potenziale und Grenzen ausge-wählter elektronischer Beschaffungssysteme erörtert.

Im dritten Kapitel wird anhand des Phasenmodells zum Change Management zu-nächst die Initialisierung eines Wandlungsprojekts dargestellt. Dabei wird auf die Strategieentwicklung eingegangen, die auf Grundlage einer Analyse der Zuliefer-branche vorgenommen wird. Es werden dabei die Wandlungsbedarfe sowie die strategischen Optionen von inhabergeführten Zulieferunternehmen und ihren Be-schaffungsbereichen aufzeigt. Das Kapitel schließt mit der Konzeption eines Projektauftrages für die Beschaffung. Dieses theoretisch konzipierte Projekt soll die erforderlichen mehrdimensionalen Wandlungsbedarfe mit der Einführung eines Beschaffungssystems zielorientiert verbinden. Zur Projektdurchführung soll dabei das Konzept der „Balanced Scorecard“ genutzt werden.

Das vierte Kapitel widmet sich anschließend der Betrachtung des „Balanced Scorecard“-Konzepts und der Erörterung dessen Nutzen für das Change Manage-ment und das Projekt im Beschaffungsbereich. Danach werden die theoretischen Entwicklungsschritte zur Umsetzung der „Balanced Scorecard“ für das Projekt beschreiben. In dieser Umsetzungsphase des Wandelprozesses werden die themenspezifischen Dimensionen, Ziele und Kennzahlen sowie ihre Wechsel-wirkungen behandelt. Dabei wird eine exemplarische Darstellung einer „Scorecard“ für das Einführungs- und Wandelprojekt vorgenommen, die der Aus-wahl, Einführung und Beurteilung von elektronischen Systemen und begleitender Wandlungsmaßnahmen dienen kann. Abschließend wird in diesem Kapitel auf die Verstetigung der „Balanced Scorecard“ im Beschaffungsbereich und die Über-tragung der Vorgehensweise auf die Unternehmung hingewiesen.

Das fünfte Kapitel nimmt anhand von zwei Fallstudien inhabergeführter Zuliefer-unternehmen einen Vergleich zwischen den theoretischen Überlegungen der vor-ausgegangenen Kapitel und der Unternehmungspraxis vor. Beide Fälle werden dargestellt, miteinander verglichen und reflektiert.

Im sechsten Kapitel, welches den Schlussteil bildet, werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst. Ein abschließender Ausblick formuliert die zukünftigen Entwicklungen im themenspezifischen Kontext der Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
1. Problemstellung 1
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
2. Themenspezifische Abgrenzungen und theoretische Grundlagen des Change Management 4
2.1 Definition des Change Management 4
2.2 Ziele des Change Management 4
2.3 Ausgewählte theoretische Grundlagen des Change Management 5
2.3.1 Form und Intensität des Wandels 5
2.3.2 Prozessverläufe des Wandels 6
2.3.3 Von der Organisationsentwicklung zum Change Management 8
2.4 Ein Bezugrahmen des Change Management 9
2.4.1 Erläuterungen zum Bezugrahmen des Change Management 9
2.4.2 Handlungsfelder im Bezugsrahmen 11
2.4.2.1 Zusammenhang von Wandel und Strategie 11
2.4.2.2 Führung im Wandel 11
2.4.2.3 Organisationsstruktur als Ausdruck des Wandels 12
2.4.2.4 IuK-Technologie als inhärenter Auslöser von Wandel 12
2.4.2.5 Unternehmungskultur 14
2.4.3 Change Management-Instrumente und unterstützende Funktionen 15
2.4.3.1 Kommunikation und Information als Katalysatoren des Wandels 15
2.4.3.2 Projektmanagement 17
2.4.3.3 Wandlungscontrolling 17
2.4.3.4 Personalmanagement 18
2.5 Inhabergeführte Unternehmungen im Wandel 19
2.6 Beschaffung in Unternehmen 21
2.6.1 Ziele der Beschaffung 21
2.6.2 Aufgaben der Beschaffung 23
2.6.3 Ausgewählte elektronische Beschaffungssysteme 25
2.6.3.1 Elektronische Marktplätze 25
2.6.3.2 Schwarze Bretter oder „Bulletin Boards“ 27
2.6.3.3 Elektronische Börsen 27
2.6.3.4 Online-Auktionen und elektronische Ausschreibungen 28
2.6.3.5 Elektronische Katalogsysteme 29
2.6.3.6 „Desktop-Purchasing“- und integrierte „E-Procurement“-Systeme 30
2.6.4 Potenziale elektronischer Beschaffungssysteme 33
2.6.5 Grenzen elektronischer Beschaffungssysteme 35
3. Strategische und operative Planung des Change Management 36
3.1 Strategieentwicklung auf der Planungs- und Steuerungsebene 36
3.1.1 Strategieentwicklung als Initialisierung von Wandelprozessen 36
3.1.2 „Drehbuch“ des Strategie- und Wandlungsprozess 39
3.2 Integrierte Betrachtung der strategischen Einflussfaktoren des Wandels 40
3.2.1 Konzepte der integrierten Betrachtung 40
3.2.2 Analyse der Umweltfaktoren und aktueller Entwicklungen in der Automobilzulieferindustrie 42
3.2.2.1 Automobilindustrie im Wandel 42
3.2.2.2 Prognostizierte Auswirkungen auf die Zulieferunternehmen 44
3.2.2.3 Chancen und Risiken der Zulieferunternehmen 45
3.2.3 Analyse unternehmungsinterner Faktoren 46
3.2.3.1 Kritische Wettbewerbsfaktoren in Zulieferunternehmen 46
3.2.3.2 Stärken und Schwächen von Zulieferunternehmen 46
3.2.4 Implikationen und strategische Optionen für Zulieferer 47
3.3 Implikationen auf der Beschaffungsebene 50
3.3.1 Strukturelle Implikationen für die Beschaffung 50
3.3.1.1 Anforderungen an die strukturelle Prozessgestaltung 50
3.3.1.2 Anforderungen an das Güter- und Lieferantenmanagement 51
3.3.2 Kompetenz- und kooperationsorientierte Implikationen für die Beschaffung. 54
3.3.2.1 Anforderungen an die Mitarbeiterentwicklung und -führung 54
3.3.2.2 Anforderungen an soziale und technische Kooperationskompetenzen 54
3.4 Zielformulierung und Konzeption für das Wandelprojekt der Beschaffung 55
4. „Balanced Scorecard“-gestütztes Change Management bei der Einführung elektronischer Beschaffungssysteme 56
4.1 Grundlagen der „Balanced Scorecard“ 56
4.1.1 „Balanced Scorecard“-Konzept 56
4.1.2 Die „Balanced Scorecard“ als Kommunikations- und Change Management-Instrument 59
4.1.3 Balanced-Scorecard“-basiertes Management von Pilotprojekten 61
4.2 Gestaltung der „Mobilisierungsphase“ eines BSC-Pilotprojektes 62
4.3 Entwicklung der „Balanced Scorecard“ für die Einführung elektronischer Beschaffungssysteme 64
4.3.1 Bestimmung der BSC-Dimensionen 64
4.3.2 Bestimmung der strategischen Ziele 65
4.3.3 Bestimmung von Wirkungszusammenhängen 67
4.3.4 Bestimmung von Kennzahlen und Zielwerten 68
4.3.5 Bestimmung von Aktionen 70
4.4 Beispielhafte Darstellung der BSC-Dimensionen für das Pilotprojekt der Beschaffung 71
4.4.1 Darstellung einer Finanzdimension 71
4.4.2 Darstellung einer Kundendimension 73
4.4.3 Darstellung einer Dimension für Kooperation und Beziehungsmanagement 74
4.4.4 Darstellung einer Dimension für interne Prozesse und intraorganisatorische Zusammenarbeit 75
4.4.5 Darstellung einer IuK-Infrastruktur- und Mitarbeiterkompetenzdimension 76
4.5 Einsatz und Verstetigung des BSC-Management 77
4.5.1 Management der BSC in der Beschaffung und für den Systemeinsatz 77
4.5.2 Controlling und regelmäßige Kommunikation 78
4.5.3 Kontinuierliche Ausrichtung und Optimierung 79
4.5.4 Übertragbarkeit in der Unternehmung 80
4.6 Grenzen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung des BSC-Konzeptes 81
5. Fallstudienuntersuchung zu elektronischen Beschaffungssystemen in inhabergeführten Zulieferunternehmen der Automobilindustrie 83
5.1 Planung und Durchführung der Fallstudien 83
5.2 Fallstudie 1: Alpha GmbH & Co. KG 84
5.2.1 Daten zur Unternehmung und Beschaffung der Alpha GmbH & Co. KG 84
5.2.2 Elektronische Beschaffungssysteme: Planung, Einführung und Nutzung 85
5.2.3 Beurteilung des Systemeinsatzes und Ausblicke 88
5.3 Fallstudie 2: Omega Automotive Deutschland GmbH & Co. KG 89
5.3.1 Daten zur Unternehmung und zur Beschaffung der Omega Automotive Deutschland GmbH & Co. KG 89
5.3.2 Elektronische Beschaffungssysteme: Planung, Einführung und Nutzung 90
5.3.3 Beurteilung des Systemeinsatzes und Ausblicke 92
5.4 Diskussion der Fallstudien und der theoretischen Konzeptionen 94
5.4.1 Fallstudienübergreifender Vergleich 94
5.4.2 Reflexion der Fallstudien anhand theoretischer Betrachtungen 97
5.4.2.1 Reflexion zum Einsatz elektronischer Beschaffungssysteme in inhabergeführten Zulieferunternehmen 97
5.4.2.2 Reflexion über den Einführungs- und Wandelprozess 101
6. Schlussbetrachtung 107
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 107
6.2 Ausblick 110
Literaturverzeichnis 112
Internetquellen 121
Anhang 122

Textprobe:

Kapitel 3.2.2, Analyse der Umweltfaktoren und aktueller Entwicklungen in der Automobilzulieferindustrie:

Automobilindustrie im Wandel:

Entsprechend der beschriebenen „SWOT“-Methode wendet sich dieser Abschnitt zunächst der Betrachtung externer Faktoren und Entwicklungen zu, denen inhabergeführte Zulieferunternehmen der Automobilindustrie ausgesetzt sind. Diese Aufgabe wird im Rahmen der beschriebenen Initialisierungsphase durch die strategische Arbeitsgruppe durchgeführt. Um die Tendenzen sowie die Chancen und Risiken zu ermitteln, werden einzelne Studienergebnisse und Branchenanalysen in diese Darstellung einbezogen.

Grundsätzlich kann dieser Informations- und Analyseschritt durch den ständigen Einbezug von spezialisierten Mitarbeitern unterschiedlicher Bereiche, durch eigene Marktbeobachtung oder auch durch den Einbezug externer Spezialisten, Studien und Fachpublikationen unterstützt werden. Übertragen auf die Analysearbeit einer strategischen Arbeitsgruppe bedeutet dies, dass die Rahmenbedingungen so gestaltet sein sollten, dass ein hierarchiefreier, übergreifender Austausch von Perspektiven möglich ist und für die regelmäßige Einholung und zeitnahe Auswertung relevanter und valider Daten gesorgt wird.

Betrachtet man aktuelle Aussagen zur Situation der Automobilindustrie so wird der Wandel weltweit durch Veränderungen im Wettbewerb, des Konsumentenverhaltens und durch Innovationstendenzen vorangetrieben. Branchenbeobachter sprechen von der Phase einer neuen „Revolution“, in der sich die Automobilindustrie derzeit befindet. Insgesamt findet eine zunehmende internationale Ausrichtung der Automobilkonzerne („Original Equipment Manufacturer“ bzw. OEM) statt. Großen Einfluss auf die Internationalisierungstendenzen und die Dynamik des Marktes haben dabei der zunehmende globale Einkauf sowie die logistische und absatzorientierte Nähe zu Rohstoff- und Kundenmärkten. Vor allem aber sind die hohen Produktentwicklungs- und Produktionsvorbereitungskosten treibende Faktoren dieser Tendenzen. Die Amortisation dieser Kosten kann von den Automobilkonzernen nur durch die Erreichung von „Economies of Scale“ in der Wertschöpfung erzielt werden. Dazu wird auf die Erschließung neuer Absatzmärkte oder die Verdrängung von Mitbewerbern abgezielt. So vollzieht sich ein Wechsel in der Fokussierung von regionalen Märkten. Während für die traditionellen großen Automobilmärkte (Nordamerika, Japan, Europa) mit geringen Wachstumsraten zu rechnen ist, wird für die sogenannten „Emerging Markets“ (Osteuropa, Asien ohne Japan, Südamerika) ein starkes Wachstum bis zum Ende der ersten Dekade dieses Jahrhunderts gerechnet.

Gleichzeitig prognostizieren Studien auf der Konsumentenseite eine sinkende Markenloyalität, eine zunehmende Preissensibilität und stärkere Tendenzen zu Komfort, technischer Innovation und höherer Individualisierung. Um den Kostendruck und der notwendigen Internationalisierung zu begegnen, setzen die OEMs zunehmend auf die eigenen Kompetenzen im Kerngeschäft, auf Konzentrationen am Markt und neue Formen der Zusammenarbeit. Dabei kommt es sowohl bei den Automobilkonzernen als auch bei den Zulieferern zu verstetigten Kooperationsprozessen. Themen wie das Management von Netzwerk-Organisationen, die Gestaltung effizienter Prozesse, „Supply Chain Management“ oder auch der Aufbau sozialer und kultureller Kompetenzen bei der internationalen und unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit besitzen eine zunehmende Relevanz im Zulieferbereich. Unter diesen Bedingungen wird zugleich eine erhöhte Effizienz in allen Wertschöpfungsprozessen der Branche gefordert. Die Forderungen richten sich dabei vor allem auf Effizienzerhöhungen durch Zeit-, Ressourcen- und Kosteneinsparungen. Zudem darf bei der ständigen Einführung neuer Varianten und technischen Innovationen der Qualitätsaspekt und die zeitgerechte Bereitstellung für den Kunden nicht vernachlässigt werden. Die OEMs und die großen Zulieferunternehmen erhöhen in diesem Zuge den Druck auf kleinere und mittlere Zulieferbetriebe in nachgelagerten Bereichen der Wertschöpfungskette. Zusätzlich wird dieser Druck auch dadurch erhöht, dass diese nachgelagerten Zulieferbetriebe gedrängt werden ihre IuK-Infrastruktur an den Konzernen auszurichten und deren favorisierte elektronische Systeme zu implementieren.

Prognostizierte Auswirkungen auf die Zulieferunternehmen:

Im Rahmen der beschriebenen Tendenzen wird prognostiziert, dass sich die Wert-schöpfung der Automobilindustrie zukünftig deutlich stärker in Richtung der Zulieferunternehmen verlagern wird. Dabei werden sich die OEMs zukünftig noch stärker auf wenige strategische Zulieferer konzentrieren. Einerseits um insgesamt eine Reduktion des Koordinationsaufwands zu erreichen und andererseits um Synergiepotenziale zu verfolgen. Der reduzierten Lieferantenbasis werden dann zunehmend komplexere Aufgaben übertragen, die sich auf die komplette Entwicklung und Bereitstellung von ganzheitlichen Systemlösungen, Modulen und Leistungen richten. Die klassischen „Engineering“-Unternehmen sind dabei als erste von dem zunehmenden Verdrängungswettbewerb aufgrund von Globalisierung, veränderter und gesättigter Märkte, In- und „Outsourcing“-Tendenzen sowie ständigen Innovationsoffensiven betroffen. Die Darstellung A-9 verdeutlicht diese „Top-Down“-Entwicklung der Aufgabendelegation in der Branche, die tendenziell zu einer „Multiprojektlandschaft“ führen wird.

Diese Entwicklungen werden sich auch in den veränderten Formen der Zu-sammenarbeit zwischen den OEMs und ihren Zuliefern, in Allianzen und Netzwerkpartnerschaften ausdrücken. Denn die Entstehung von Netzwerken fordert von den Zulieferunternehmen zum Einen sich noch stärker auf die eigenen Kompetenzen zu konzentrieren und zum Anderen nicht nur die umfassende physische Produktbereitstellung zu gewährleisten, sondern auch begleitende Koordinationsleistungen zu übernehmen. Für die Zulieferer entstehen aber erst dann Vorteile in der Wertschöpfung, wenn neben der Erbringung von kompletten Lösungen auf Basis einer konsequenten Konzentration auf die Kernkompetenzen, die Konfiguration eines effizienten Netzwerkes gelingt. Um die Transaktionskostentheorie in diesem Zusammenhang aufzugreifen, verlagert sich durch diese Anforderung die hierarchisch erbrachte Leistung des Zulieferers nun in Richtung hybride und marktorientierte Abwicklung. Bei der übergreifenden Koordination des Netzwerkes von Zulieferern stellt sich also für jeden Teilprozess der Wertschöpfung „die Frage des Make or Buy“ neu.

Um als Zulieferer in der zukünftigen Projektlandschaft zu bestehen und um die geforderten Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen zu realisieren, steigen die Anforderungen an die Kompetenzen im Kommunikations- und Informations-management, die selbstorganisierte Reaktionsfähigkeit sowie die Fähigkeiten zu Projektarbeit und –koordination.

Im Zuge dieser Entwicklung ist eine vollständig Neuordnung der Branche inklusive der Neuaufstellungen von einzelnen Unternehmungen möglich. Dies stellt aber erst den Beginn eines fortdauernden Wandels dar, dessen Ende ungewiss ist. Bei dieser Entwicklung ist auch zu berücksichtigen, dass sich diese unterschiedlich stark und mit Zeitverzögerungen auf die Zulieferkategorien („Tiers“) in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie auswirken.

In den Warenkorb
48,00 €

Arbeit zitieren:
Holzapfel, Marc-Oliver Oktober 2006: 'Balanced Scorecard' - gestütztes Change Management bei der Einführung elektronischer Beschaffungssysteme, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Balanced Scorecard, Change Management, Elektronische Beschaffung, Automobilindustrie, KMU

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren