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"Wenn Kinder fernsehen..."

Über die Wirkung des Mediums Fernsehen auf Kinder und Jugendliche

"Wenn Kinder fernsehen..."
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Julia Richter
  • Abgabedatum: März 1998
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 2,9 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2933-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2933-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2933-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Richter, Julia März 1998: "Wenn Kinder fernsehen...", Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Jugendliche, Medienwirkungsforschung

Magisterarbeit von Julia Richter

Einleitung:

In einer Zeit, in der die Mediatisierung der Gesellschaft immer weiter fortschreitet, in der auf dem Bildschirm fast täglich neue Fernsehsender erscheinen und das Internet als Kommunikations - und Informationsmedium immer mehr Zuspruch erhält, scheint es mir wichtig, die Wirkung der Medien, besonders auf Kinder und Jugendliche, zum Thema meiner Arbeit zu machen.

Es gibt zahllose Untersuchungen von Medienforschern über die Auswirkungen der Medien, insbesondere des Fernsehens, auf Gesellschaft, Familienleben, Kinder und Jugendliche etc. gemacht. Die einen sind der Meinung, das Fernsehen führe zu einer Kriminalisierung der Jugend, und unterstellen ihr bloße Nachahmung. Werner Glogauer, der in seinen zwei Veröffentlichungen „Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen durch Medien“ und „Die neuen Medien verändern die Kindheit“, klar den schlechten Einfluß der Medien darstellt, stellt sich damit auf die Seite derer, die dem Fernsehen negativen Einfluß nachsagen. Durch die `Gewalttätigkeiten`, `Geheimnisse` und `Bosheiten` der Erwachsenenwelt, denen Kinder täglich beim Fernsehen ausgesetzt sind, spricht Postman in seiner populären Studie sogar von einem „Verschwinden der Kindheit“.

Andere Autoren, beispielsweise Dieter Baacke, sind der Meinung, mit einer solchen Pauschalisierung sei der Sache nicht zu genügen. Baackes sozialökologischer Ansatz versucht, in den Wirkungskreis der Medien, insbesondere des Fernsehens, auch das gesamte Umfeld, bzw. die familiäre Situation der Kinder und Jugendlichen miteinzubeziehen, denn nur so kann seiner Meinung nach auch eine Wirkung des Fernsehens beurteilt werden. Es geht in dieser Arbeit in erster Linie um die Frage nach der Wirkung der Medien, insbesondere des Fernsehens, auf Kinder und Jugendliche. Überlegungen gingen meiner Fragestellung dahingehend voraus, daß um eine Medienwirkung auf Kinder und Jugendliche einschätzen zu können, immer auch deren Umfeld, sprich Familie, Freundeskreis, Schule etc. miteinbezogen werden sollte.

Die These Baackes, daß eine Medienwirkung nur unter Einbeziehung des Umfeldes der Kinder einzuschätzen sei, ist demzufolge Grundlage der vorliegenden Arbeit.

Im ersten Teil der Arbeit stelle ich einige Ansätze der traditionellen Medienwirkungsforschung dar, angefangen bei den ersten linearen Wirkungsmodellen bis hin zu sehr differenzierten jüngeren Ansätzen. Hierbei soll ein Einblick in die letzten 50 Jahre Medienwirkungsforschung gegeben werden. Schwächen, sowie zukunftsweisende Gedanken der einzelnen Modelle werden in einer abschließenden Zusammenfassung aufgezeigt und beurteilt.

Im Anschluß daran soll der Teilbereich der ´ganzheitlichen´ Wirkungsmodelle, vertreten durch den medienökologischen Ansatz sowie die biographische Medienforschung, vorgestellt werden. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf den Zusammenhang zwischen Fernsehverhalten und Familiensituation gerichtet. Einen Exkurs stellt die Gewaltforschung dar. Spricht man von Medienwirkungsforschung, darf meiner Meinung nach diese Gewaltforschung nicht außer acht gelassen werden, da sich hiermit auch sehr viele Auswirkungen der Medien auf Kinder und Jugendliche erklären lassen. Trotz allem soll in meiner Arbeit der Schwerpunkt nicht auf Gewaltdarstellungen im Fernsehen liegen, da zum einen dieser Teilbereich der Medienwirkungsforschung meiner Meinung nach ausreichend behandelt worden ist und mir zum anderen die Wirkung `normaler` Darstellungen im Fernsehen bzw. Fernsehkonsum im Kontext des sozialen Umfeldes, beispielsweise der Familie interessanter erscheinen.

Um nun die Überlegungen bezüglich der Wirkung des Fernsehens auf Kinder und Jugendliche, welche aus der Darstellung der Medienwirkungsmodelle hervorgehen, zu überprüfen, zeige ich in einem zweiten Teil die Veränderungen auf, die in der Familie, oftmals bedingt durch einen gesellschaftlichen Strukturwandel, in den letzten Jahren stattgefunden haben. Hierbei soll die veränderte Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund stehen, d.h. unter welchen Bedingungen wachsen sie auf und welche Rolle spielen die Medien, insbesondere das Fernsehen, dabei.

Resultierend aus den Ergebnissen bezüglich der Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen muß sich ein dritter Teil Lösungsvorschlägen annehmen, die konkret auf Probleme, die Kinder und Jugendliche oder auch Eltern mit dem Fernsehen haben; wie aus den vorhergehenden Ausführungen hervorgeht; Bezug nehmen.

Hierbei soll der Frage nachgegangen werden was pädagogische Einrichtungen wie Schule oder Kindergarten, aber auch die Familie Kinder und Jugendlichen im Umgang mit den Medien vermitteln können und sollen. Hingewiesen wird auf einige medienpädagogische Richtungen, die sich mit der Vermittlung von Medienkompetenz beschäftigten sowie auf konkrete, an der Realität erprobte, mediendidaktische Projekte und ihre Ergebnisse.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Literaturverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Medienwirkungsforschung 4
2.1 Traditionelle Medienwirkungsforschung 5
2.1.1 Stimulus- Response-Ansatz 5
2.1.2 Two-Step-Flow Modell 7
2.1.3 Nutzen- und Belohnungsansatz 9
2.1.4 Transaktionaler Ansatz 12
2.1.5 Agenda-setting approach 14
2.1.6 Wissenskluft Hypothese 15
2.1.7 Theorie der Schweigespirale 17
2.2 Sozialökologischer Ansatz 19
2.3 Biographische Medienforschung 24
3. EXKURS: Gewaltforschung 27
3.1 Darstellung der Gewalt im Fernsehen 28
3.2 Wirkungsthesen 29
3.2.1 Katharsisthese 29
3.2.2 Stimulationsthese 30
3.2.3 Habitualisierungsthese 31
3.2.4 Lernen am Modell 31
3.2.5 Suggestionsthese 32
3.2.6 These der Wirkungslosigkeit 32
3.3 Zukunft der Gewaltforschung 33
3.4 Studien zur Gewaltforschung 35
4. Zusammenfassung der bisherigen Ausführungen 38
5. Die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen im Blickwinkel der Medienwirkungsforschung 39
5.1 Die Rolle des Kindes in der Familie 43
5.1.1 Die Emotiolalisierung 43
5.1.2 Die Egalisierung der Eltern - Kind - Beziehung 45
5.2 Die zunehmende Destabilisierung familiärer Rahmenbedingungen 46
5.3 Der Trend zur Verhäuslichung bzw. Isolation der Kinder 50
5.4 Die Verinselung kindlicher Lebenswelten 51
5.4.1 Veränderte Geschlechterrollen 52
5.5 Die zunehmende Pädagogisierung der Eltern - Kind - Beziehung 53
5.6 Der Zusammenhang zwischen Familiensituation und Fernsehkonsum 55
6. Medienpädagogik 57
6.1 Medienerziehungstheorien 58
6.1.1 Die behütend - pflegende Medienerziehung 58
6.1.2 Die ästhetisch - kulturorientierte Medienerziehung 60
6.1.3 Die funktional - systemorientierte Medienerziehung 62
6.1.4 Die kritisch - materialistische Medienerziehung 64
6.1.5 Die handlungs - und interaktionsorientierte Medienerziehung 65
6.1.6 Die „idealtypische“ Medienerziehung 67
6.2 Medienerziehung in der Schule 68
6.2.1 Die „SZENISCHE IMPROVISATION“ 70
6.2.2 Kreativität als Lebensbewältigung 72
6.3 Medienerziehung in der Familie 73
7. Schlußbemerkung 75

Arbeit zitieren:
Richter, Julia März 1998: "Wenn Kinder fernsehen...", Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Jugendliche, Medienwirkungsforschung

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