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"Welche Farbe hat denn Ihr Strom?" oder: Wie entsteht ökologisch motiviertes Konsumverhalten?

Eine empirisch orientierte Studie zu Faktoren für die ökologisch motivierte Auswahl des Energieanbieters auf dem liberalisierten Berliner Strommarkt

"Welche Farbe hat denn Ihr Strom?" oder: Wie entsteht ökologisch motiviertes Konsumverhalten?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andrea Tönjes
  • Abgabedatum: April 2001
  • Umfang: 280 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5044-1
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5044-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tönjes, Andrea April 2001: "Welche Farbe hat denn Ihr Strom?" oder: Wie entsteht ökologisch motiviertes Konsumverhalten?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Umweltpädagogik, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Ökostrom, Sozialstudie

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Diplomarbeit von Andrea Tönjes

Einleitung:

Die Diplomarbeit „Welche Farbe hat denn Ihr Strom“ ist in ihrem Kernstück eine qualitativ-empirische Studie zum individuellen Umgang mit dem liberalisierten Strommarkt. Es ging mir darum, einen Erklärungsansatz zu entwickeln, warum sich die Bereitschaft, den Stromanbieter zu wechseln - und hier insbesondere, den Anbieter nach ökologischen Kriterien auszuwählen - zum Zeitpunkt meiner Untersuchung (Sommer bis Herbst 2000) in ausgesprochen bescheidenem Rahmen bewegte. Dieser Frage bin ich anhand der exemplarischen Befragung von insgesamt 24 Personen, WechslerInnen wie Nicht-WechslerInnen, nachgegangen. Durchgeführt wurde die Erhebung in Berlin.

Gang der Untersuchung:

Die sehr umfangreich ausgefallene Arbeit besteht aus zwei Teilen, die - je nach Interessenschwerpunkt - auch unabhängig voneinander gelesen werden können. Daher sind in der pdf-Version Lesezeichen eingefügt, um schnell und problemlos im Text navigieren zu können. Als kleiner Wegweiser soll ein Auszug aus der Einleitung dienen:

Der erste Teil umfasst die Kapitel 1-3. Diesen Part habe ich „Plädoyer für Ökostrom“ genannt. Daran schließt sich in den Kapiteln 4-7 meine eigentliche Studie „Welche Farbe hat denn Ihr Strom“ an. Ich hätte sicher auch schneller in meine Untersuchung einsteigen können. Aber sowohl der Strommarkt als auch das spezielle Marktsegment „Grüner Strom / Ökostrom“ sind derart neue Phänomene, dass ich erst einmal zusammenfassend darstellen wollte, welche komplexen Problemzusammenhänge den Hintergrund bilden.

Zum Einstieg befasse ich mich im 1. Kapitel mit Begriffen wie „Umweltschutz“, „Ökologie“ und „Nachhaltigkeit“. In der zweiten Hälfte des Kapitels stelle ich dar, welche ökologischen Probleme ich hinsichtlich der Energieversorgung im Blick habe. Ich beschreibe das Problempotential und weise auf notwendige Veränderungen hin.

Im 2. Kapitel beziehe ich die zuvor eher grundsätzlich gehaltene Problemanalyse konkret auf die Stromerzeugung. Eine Fülle ausgewählt zusammengestellter Daten zu Erzeugung und Verbrauch von Strom soll zur Veranschaulichung der Dimensionen dienen, in denen sich ein Umbau der Energieversorgung bewegen müsste. Des Weiteren erläutere ich jeweils knapp die derzeit gebräuchlichen Stromerzeugungsformen sowie die bekannten regenerativen Energiequellen.

Mit einem Exkurs zur Geschichte der Liberalisierung des Strommarktes beginnt das 3. Kapitel. Meine Schilderung des „Vorher“ und „Nachher“ mündet jeweils in einer Analyse der Chancen regenerativer Energien unter den beschriebenen Bedingungen. Anschließend widme ich mich dem neuen Marktsegment „Ökostrom“. Nach meiner persönlichen Definition dessen, was ich unter Ökostrom verstehe, gebe ich einen kurzen Überblick über die verschiedenartigen Angebote, die auf dem Markt unter dieser Bezeichnung firmieren. Ich schließe das Kapitel mit einem Plädoyer ab: Meiner Erklärung, warum ich den Wechsel zu Ökostrom für einen sinnvollen Schritt halte.

Im 4. Kapitel befasse ich mich mit ökologisch motiviertem Konsumverhalten und dem bisweilen schwierigen Schritt vom Umweltbewusstsein zum ökologisch orientierten Handeln. Zuerst auf allgemeiner Ebene. Im zweiten Schritt stelle ich eine Beziehung zu Strom & Ökostrom her und versuche zu ergründen, ob bzw. warum gerade Strom ein besonderer Fall ist, der nicht ohne weiteres zu ökologisch orientiertem Handeln aufruft. Anhand dessen kann ich einige der Vermutungen veranschaulichen, mit denen ich mich „in‘s Feld“ begeben habe.

Mit dem 5. Kapitel eröffne ich den empirischen Teil meiner Arbeit. Nach der Beschreibung des Feldes „Berliner Ökostrommarkt“, wie ich es bis zum Beginn meiner Erhebung wahrgenommen habe, erläutere ich meine methodische Vorgehensweise. Die einzelnen Stationen des Forschungsprozesses werden geschildert. Den Abschluss des Kapitels bildet demnach ein kurzer Forschungsbericht, in dem ich meine Erfahrungen reflektiere.

Im 6. Kapitel folgt die Auswertung des gewonnenen Datenmaterials und die Abbildung der von mir gezogenen Schlüsse. Die methodische Vorgehensweise sowie die verschiedenen Stationen des Auswertungsprozesses werden wiederum schrittweise nachvollziehbar gemacht. Nach einer kurzen Vorstellung der UntersuchungsteilnehmerInnen rücke ich die Frage in den Mittelpunkt, warum die befragten Menschen in unterschiedlicher Weise mit der Option Ökostrom umgegangen sind.

Das 7. Kapitel oder Schlusskapitel knüpft unter dem Titel „Mehr Lust auf Ökostrom?“ an den zweiten Schwerpunkt meiner Untersuchung an: Unter welchen Bedingungen würden die „Normalstrom“-KundInnen unter den Befragten sich doch für Ökostrom entscheiden können? Zusätzlich wird meine Untersuchung nochmals reflektiert: Was habe ich herausfinden können? Was ist weiterhin unklar und könnte (müsste?) meiner Ansicht nach noch eingehender bzw. auf andere Weise untersucht werden?

Meiner Ansicht (und Absicht) nach kann die Arbeit also unter drei verschiedenen Aspekten gelesen werden:

Erstens als gedankliche Anregung, Diskussionsbeitrag oder Argumentationshilfe pro Ökostrom. Zu diesem Zweck ist explizit Teil I gedacht.

Zweitens können alle Abschnitte der Kapitel 5-7, in denen es - theoretisch wie forschungspraktisch - um Konzeption und Durchführung meiner Untersuchung geht, auch für Menschen von Interesse sein, die nichts mit dem Thema Ökostrom anzufangen wissen, aber durchaus qualitativer Sozialforschung gegenüber aufgeschlossen sind... zumal ich ein etwas unorthodoxes Verfahren angewandt habe. Die entsprechenden Passagen sind unter dem gesondert aufgeführten Lesezeichen „methodisches Vorgehen“ zu finden.

Und drittens natürlich die Ergebnisse & Erkenntnisse aus der Erhebung selbst: Wer danach sucht, wird in den Kapiteln 6 und 7 fündig werden bzw. kann sich am Lesezeichen „empirische Befunde“ orientieren. (Diese beiden Lesezeichen befinden sich am Ende der Lesezeichenliste.) Seit der Fertigstellung der Arbeit (im April 2001) hat sich der Strommarkt weiter entwickelt. Da der Text hier in der Originalversion vorliegt, ist er diesbezüglich nicht überarbeitet bzw. aktualisiert und manches - vor allem in Kapitel 3 - stellt sich eventuell inzwischen nicht mehr so dar wie beschrieben.

Ich habe die Arbeit lediglich an einigen Stellen formal im Hinblick auf die Veröffentlichung als pdf-Dokument umgestaltet. Außerdem ist der Materialanhang erheblich gekürzt, denn viele der im Original dem Anhang beigefügten Dokumente lassen sich unter den (im Literaturverzeichnis) angegebenen Adressen im Internet abrufen. So habe ich darauf verzichtet, sie einzeln einzuscannen. Wo derartige Änderungen vorgenommen wurden, ist im Text darauf verwiesen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 5
Einleitung 7
TEIL I
1. Die Geschichte vom Sägen am Ast? 13
1.1 Was sind „ökologische Motive“? 13
1.1.1 Alles Umwelt? 14
1.1.1.2 Mensch versus Natur - Natur versus Mensch 15
1.1.2 Von Naturschutz & Umweltschutz zum Leitbild „Nachhaltigkeit“ 17
1.2 Warum Nachhaltigkeit - Sägen wir am eigenen Ast? 19
1.2.1 Nachhaltige Probleme: Energieverbrauch im fossil-nuklearen Zeitalter 21
1.2.2 Globale Klimaveränderungen? 24
1.2.2.1 Der natürliche Treibhauseffekt 24
1.2.2.2 Der anthropogene Treibhauseffekt 26
1.2.2.3 Ein Prozess mit unkalkulierbaren Folgen 28
1.3 Klimaschutzziele - Auf dem besten Weg in die Zukunft? 31
1.4 Glossar 33
1.5 (Tabelle: Umweltfolgen der Gewinnung verschiedener fossiler Energieträger) 35
2. Strom: Ein ganz besonderer Saft 37
2.1 Exkurs: Daten und Fakten zu Energienutzung und Erzeugung 37
2.1.1 Allgemeines zu Elektrizität 37
2.1.2 Allgemeines zu Energie 38
2.1.3 Strom im Netz 39
2.1.4 Nutzung elektrischer Energie in Zahlen 40
2.1.5 Erzeugung elektrischer Energie in Zahlen 41
2.2 Stromproduktion: Konventionelle Erzeugungsformen 43
2.2.1 Kernenergie: Visionen von gestern & Konsequenzen für die Ewigkeit 44
2.2.2 Fossile Energieträger 47
2.2.2.1 Begrenzte Ressourcen 47
2.2.2.2 Unterschiedlich potente Klimakiller 48
2.2.3 Eine Frage der Technik 49
2.2.4 Fazit 51
2.3 Stromproduktion: Erneuerbare Energien 53
2.3.1 Windenergie 53
2.3.1.1 Windenergie & potentielle ökologische Konsequenzen 54
2.3.2 Wasserkraft 56
2.3.2.1 Speicherkraftwerke 56
2.3.2.2 Laufwasserkraftwerke 57
2.3.2.3 Wasserkraft & potentielle ökologische Konsequenzen 57
2.3.3 Solarenergie 58
2.3.3.1 Photovoltaik 59
2.3.3.2 Photovoltaik & potentielle ökologische Konsequenzen 60
2.3.4 Biomasse 61
2.3.4.1 Biogas 62
2.3.4.2 Biomasse, Biogas & potentielle ökologische Konsequenzen 63
2.3.5 Geothermie 64
2.3.5.1 Geothermie & potentielle ökologische Konsequenzen 65
2.3.6 Fazit und Einschätzungen 65
2.3.6.1 Potentiale und Machbarkeitserwägungen 66
3. Jetzt neu im Angebot: Ökostrom 69
3.1 Exkurs: Vom Gebietsmonopol zum liberalisierten Strommarkt 70
3.1.1 Monopole und Akteure 71
3.1.1.1 Die Stromversorgung in der DDR 73
3.1.2 Die gesamtdeutsche Energiebranche nach 1990 74
3.1.2.1 Privatisierung und Aufteilung der ostdeutschen Stromwirtschaft 74
3.1.2.2 Privatisierung als haushaltspolitische Maßnahme - Beispiel Bewag 76
3.1.2.3 Keine Chance für erneuerbare Energien 77
3.1.3 Liberalisierung des Strommarktes 79
3.1.3.1 Aktuelle Entwicklungen - Vom Monopol zum Oligopol? 82
3.1.3.2 Chancen für erneuerbare Energien? 84
3.1.4 Fazit 87
3.2 Ökostrom auf dem Markt - Zukunft in der Nische 87
3.2.1 Verwirrende Vielfalt auf dem Ökostrommarkt 89
3.2.1.1 Firmen und Angebote 89
3.2.1.2 Liefer- und Versorgungsmodelle 91
3.2.3 Eine sinnvolle Mehrausgabe? 93
3.2.3.1 Plädoyer für Ökostrom: Auch die Wahl des Stromversorgers ist politisch 94
TEIL II
4. Mein Strom kommt aus der Steckdose 99
4.1 Wissen, Bewusstsein und Handeln - Eine logische Reihenfolge? 100
4.1.1 Einige Gedanken zu den verwendeten Begriffen 101
4.1.2 Der Geist ist willig - Ökologisches Problembewusstsein in Deutschland 102
4.1.2.1 Vorhandenes ökologisches Problembewusstsein 103
4.1.2.2 Zum Handeln bereit? 105
4.1.2.3 Wer ist zum Handeln bereit? 107
4.1.3 Ja, aber - Der weite Weg von der Bereitschaft zum Handeln 108
4.1.3.1 Hinderliche Zielkonflikte 109
4.1.3.2 Motive & Ziele ökologisch orientierten Handelns 110
4.1.3.3 Ökologische Motive & Konsumalltag - Worauf wird geachtet? 112
4.1.3.4 Fazit 114
4.2 Klimaschutz - Eine Einladung zum Handeln? 115
4.2.1 Klimaveränderungen als wahrgenommene Bedrohung 115
4.2.1.1 Welcher Art ist die wahrgenommene Bedrohung? 116
4.2.1.2 Klimaschutz als Aufgabe? 118
4.2.2 Woher kommt mein Strom? 120
4.2.2.1 Ja, ich würde vielleicht zu Ökostrom wechseln - Verbale Zusagen 120
4.2.2.2 Die Tücken des Objekts - Mein Strom kommt aus der Steckdose 121
4.2.3 Ist Ökostrom ein reizvolles Angebot? 124
4.2.3.1 Fazit: Wen könnte Ökostrom ansprechen? 126
5. Welche Farbe hat denn Ihr Strom? 129
5.1 Das Feld - Ökostrom in Berlin 130
5.1.1 Ökostrom in Berlin in Zahlen 131
5.1.2 Ökostrom findet nicht statt - Unsichtbarkeit und mangelnde Information 133
5.1.2.1 Ökostrom in Medien - Eine weitgehend ernüchternde Bilanz 136
5.2 Welche Farbe hat denn Ihr Strom - Methode und Planung 138
5.2.1 Ein offener Forschungsprozess - Methodische Überlegungen 139
5.2.1.1 Was fragen? - Vorläufige Untersuchungsinhalte 141
5.2.1.2 Wie fragen? - Die Suche nach dem geeigneten Verfahren 143
5.2.2 Welche Farbe hat denn Ihr Strom? - Die schriftliche Erhebung 145
5.2.2.1 Zum Einstieg - Ein Kurzfragebogen 146
5.2.2.2 Der offene Fragebogen 147
5.2.2.3 Einige Gedanken zur Gestaltung 150
5.2.3 Wen befragen? - Die Auswahl der TeilnehmerInnen 151
5.2.3.1 Die Auswahl der Gruppe „BerlinKlassik“ 152
5.2.3.2 Die Auswahl der Gruppe „Ökostrom“ 154
5.3 Im Feld - Die Durchführung der Erhebung 155
5.3.1 Weitere Schritte - Neue Fragen & Vertiefende Interviews 156
5.3.2 Erfahrungen und Probleme - Versuch einer Rekonstruktion 160
5.3.2.1 Die Kommunikationsebene 160
5.3.2.2 Die Beziehungsebene 162
5.3.2.3 Die Angemessenheit von Gegenstand und Methode - Ein Resümee 163
6. Und deshalb ist „mein“ Strom... 165
6.1 Vierundzwanzig subjektive Sichtweisen zum Thema „Anbieterwechsel“ 165
6.1.1 Ich habe zu Ökostrom gewechselt, weil... - Die Gruppe „Ökostrom“ 165
6.1.2 Ich habe nicht gewechselt, weil... - Die Gruppe „BerlinKlassik“ 174
6.1.3 Erste Auffälligkeiten im direkten Vergleich der Kurzfragebögen 182
6.2 Ein Besuch in der Gedankenwerkstatt 185
6.2.1 Schritt für Schritt - Textaufbereitung und Auswertung 185
6.2.1.1 Die Kategorien 191
6.3 Integrität oder Wirkung? - Abbildung und Interpretation 193
6.3.1 Was ist Ökostrom? 193
6.3.2 „Irgendwie kommt für mich der Strom immer noch aus der Steckdose“ 197
6.3.2.1 Liberalisierung: Folgt der Blick hinter die Steckdose? 199
6.3.2.2 „Da sind tausend andere Sachen.“ 202
6.3.3 „Das ist meine Grundeinstellung: Ich muss damit anfangen.“ 206
6.3.3.1 Handlungsrelevantes Wissen 207
6.3.3.2 Integrität, Selbstbestimmung und Wirksamkeit 209
6.3.4 „Kleinvieh macht Mist“: Wer soll das Kleinvieh sein und was der Mist? 210
6.3.4.1 Die richtigen Umweltsauereien machen die „Großen“ 210
6.3.4.2 Ökologisch orientiertes Handeln - Sinnlos und unbequem? 211
6.3.4.3 Nähe von Ursache und Wirkung 212
6.3.5 Was soll Ökostrom „bringen“? 215
6.3.6 Ökologie?- Sowieso nicht ganz mein Thema 218
6.3.7 Zusammenfassung 220
6.3.7.1 Eine abschließende Bemerkung 227
7. Mehr Lust auf Ökostrom: Was tun? 229
7.1 Wie wird Ökostrom zur interessanten Option? 229
7.1.1 Ich würde zu Ökostrom wechseln, wenn 231
7.1.1.1 Wissenslücken füllen & Zusammenhänge verdeutlichen 231
7.1.1.2 Warum ist Ökostrom teurer? 233
7.1.1.3 Die Energiewende als gesellschaftlich-politische Dimension 235
7.1.2 Mein Ökostromanbieter soll... - Ein klares Votum 237
7.1.2.1 Fazit 241
7.1.3 Mögliche Impulse 242
7.1.3.1 Mehr Medienpräsenz für Ökostrom? 243
7.1.3.2 Ökostrom-Kampagnen 244
7.1.3.3 Das persönliche Umfeld 247
7.2 Zusammenfassung & Fazit 249
7.2.1 Reichweite und Aussagekraft der empirischen Untersuchung 250
7.2.2 Was macht Lust auf Ökostrom? 251
7.2.2.1 Handlungsrelevantes Wissen & Bewusstsein 252
7.2.2.2 Weitere Faktoren: Was habe ich von einem Wechsel? 255
7.2.3 Schlusswort 257
Literatur und Quellenverzeichnis 259
Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bereitschaft gefragt, „in irgendeinem Bereich aktiv zu werden, sich zu engagieren.“38 Ich wollte etwas darüber erfahren, von welchen Problemen sich die Befragten im Allgemeinen angesprochen fühlen, was sie subjektiv zum Handeln reizt. Auch hiervon versprach ich mir ein besseres Verständnis dessen, wodurch Ökostrom (als ein energiepolitisches Konzept) attraktiver werden könnte. Die achte und neunte Frage gehörten nach dem inneren thematischen Zusammenhang eigentlich zum ersten Themenblock. Nach Diskussion mit den TeilnehmerInnen der Proberunde habe ich sie dann doch an das Ende des zweiten Blocks hin umgruppiert, um inhaltlich wieder den Bogen zurück zu Ökostrom zu schlagen.39 Frage acht war für beide Gruppen unterschiedlich: Von den Befragten „ohne“ Ökostrom wollte ich wissen „unter welchen Bedingungen“ sie sich „eventuell doch für Ökostrom entscheiden“ würden? Käme ein Wechsel überhaupt in Frage? Dahingegen wollte ich von den WechslerInnen wissen, auf welche Weise und mit welchem Ergebnis sie eventuell versucht hatten, andere Personen „für einen Wechsel zu gewinnen?“ Hier bestand ein direkter Zusammenhang zur neunten Frage, die sich ausschließlich an jene mit „Normalstrom“ richtete. Von ihnen wollte ich gerne erfahren, wie sie denn auf „Bekannte etc. reagieren würden, die versuchen [Sie] in Richtung Ökostrom umzustimmen?“ Zusätzlich interessierte mich, wie sie die Wirkung einer großangelegten „Ökostromkampagne“ auf ihre Haltung einschätzen würden und wie eine solche Kampagne zu diesem Zweck geschickterweise beschaffen sein müsste. In beiden Fällen schien es mir für die Auswertung und Beurteilung der Äußerungen von besonderem Interesse, sie in direkten Zusammenhang mit den Antworten zum dritten thematischen Block zu stellen. Dort habe ich nicht mehr nach Selbstauskünften gefragt, sondern danach, wie die TeilnehmerInnen überhaupt die Chancen für Ökostrom beurteilten. Für die vergleichende Analyse war ich bekanntermaßen sehr darauf gespannt, ob und inwiefern hier Selbsteinschätzung bzw. eigene Erfahrung von dem abweichen, was generell im Hinblick auf „vorgestellte Dritte“ angenommen wird. [...]

Auch in der anschließenden dritten Frage ging es weiterhin um den persönlichen Informationsstand, diesmal darum, „woher die Informationen stammen?“ Es interessierte mich, wie die Teilnehmenden zu ihrem Wissen gekommen waren. Zu Beginn dieses Kapitels habe ich beschrieben, weshalb ich den Eindruck gewonnen hatte, Ökostrom sei in der Öffentlichkeit kein augenscheinlich präsentes oder gar wichtiges Thema. So schien es mir bedeutsam, wie die Befragten selbst die Informationsmöglichkeiten und -angebote beurteilten. Falls jemand sich vor der Teilnahme an meiner Untersuchung überhaupt noch nicht mit der Thematik auseinander gesetzt haben sollte, lag mir auch an einer persönlichen Einschätzung, woran dies gelegen haben könnte. Mit der vierten Frage schließlich wollte ich den Einfluss des persönlichen Umfeldes auf die Entscheidung ermitteln: Wurde die „Überlegung bzw. die Entscheidung mit anderen Personen diskutiert?“ In der Frageformulierung hatte ich hierbei betont, dass mich dieser Aspekt insbesondere bei denjenigen interessierte, die nicht alleine wohnen. Aber auch von Alleinlebenden wollte ich wissen, ob ein Austausch mit anderen Menschen für ihre Entscheidung von Bedeutung war, sie ihn gar gezielt gesucht hatten. ) Im zweiten Komplex ging es mir vorrangig darum, das Auswahlverhalten auf dem Strommarkt in den weiteren Zusammenhang mit den sonstigen ökologischen und politischen Interessen der Befragten zu stellen. Ausgehend davon, dass gerade bei Strom Zusammenhänge und Auswirkungen des eigenen Konsums nicht unmittelbar ersichtlich sind - was möglicherweise der Haltung, man könne sowieso nichts bewirken, Vorschub leisten mag - wollte ich in der fünften Frage wissen, wie die Befragten allgemein im Bereich „Umweltschutz“ ihr Verhalten einschätzten: Für wie engagiert und ökologisch bewusst hielten sie sich selbst? Und vor allem, welche Bedeutung maßen sie ihren „persönlichen Entscheidungen und Aktivitäten zu?“ Oder worauf käme es statt dessen an? In der sechsten Frage ging es darum, in welchen speziellen Bereichen es den Befragten persönlich wichtig sei, „nach ökologischen Kriterien zu entscheiden.“ Ich habe auch darum gebeten, mir zu erklären, warum ihnen gerade diese Felder wichtig seien. So hoffte ich, erkennen zu können, ob sich aus den Antworten bestimmte Schwerpunkte ergeben, die offensichtlich stärker zur Berücksichtigung ökologischer Kriterien einladen als andere. Welche Schutzmotivation ließe sich entdecken? Fällt Ökostrom bzw. Klimaschutz darunter oder gerade nicht? Die siebte Frage bewegte sich vom Thema Ökologie weg. Etwaige Mitgliedschaften in Organisationen außerhalb „Umweltbereiches“ hatte ich ja bereits mit dem Kurzfragebogen ermittelt. Nun ging es mir noch darum, weshalb das / die genannte(n) Aktionsfeld(er) gewählt wurden bzw. eventuell zukünftig in Frage kommen könnten. Folglich habe ich nach der Motivation oder auch nur der prinzipiellen [...]

Inhaltlich analog zu den unter 5.2.1.1 benannten drei Fragekomplexen setzte sich der Hauptteil des Fragebogens aus drei übergeordneten Themenblöcken zusammen. ) Im ersten Block ging es mir vorrangig darum, die persönlichen Motive zu ergründen, auf denen die Entscheidung für das jeweilige Stromangebot beruhte. Hier habe ich die Fragen nach dem subjektiven Wissensstand bzw. den genutzten Informationsquellen sowie nach dem Einfluss des persönlichen Umfeldes / der Bezugspersonen auf die Entscheidung direkt angeschlossen. Die erste Frage widmete sich sogleich den Motiven: „Welche Überlegungen hast Du zum Thema „Stromwechsel“ angestellt, was war für Deine Entscheidung letztlich ausschlaggebend?“ Ohne eine Vorstellung davon zu besitzen, was diese explorative Frage an Antworten hervorbringen könnte, habe ich bereits einige detaillierte Nachfragen integriert: So wollte ich gleich wissen, wann die Entscheidung bzw. die Auseinandersetzung mit dem Thema stattgefunden hatte. Speziell an die TeilnehmerInnen mit Ökostrom richtete sich noch die Frage, ob erst die Liberalisierung des Strommarktes sie auf den Gedanken brachte oder, ob sie sich schon zu einem früheren Zeitpunkt eine solche Möglichkeit gewünscht hatten. Wie unter 4.2.4 erläutert, ging ich ja eher von Letzterem aus und zudem habe ich durch den Zeitpunkt meiner Untersuchung Personen erfasst, die sämtlich recht schnell gewechselt hatten, sprich innerhalb der ersten Monate nach Öffnung des Berliner Netzes . Im vierten Kapitel wurde dargestellt, in wie fern Strom schwer „fassbar“ ist. Mit der zweiten Frage wollte ich daher erfahren, ob sich die Befragten „mit ausreichendem Durchblick über den Strommarkt“ ausgestattet fühlten sowie, ob sie sich ein gutes Verständnis „der verschiedenen Formen und Umweltfolgen von Stromproduktion“ zusprechen würden. Hier habe ich auch nachgefragt, wo genau das eventuelle Unverständnis liegt bzw., ob es sich konkret benennen lässt. [...]

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Arbeit zitieren:
Tönjes, Andrea April 2001: "Welche Farbe hat denn Ihr Strom?" oder: Wie entsteht ökologisch motiviertes Konsumverhalten?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Umweltpädagogik, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Ökostrom, Sozialstudie

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