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"Was motiviert uns zu arbeiten"

Eine Replikation der Herzberg-Studie von 1959 unter Berücksichtigung der Zwei-Faktoren-Theorie der Motivation

"Was motiviert uns zu arbeiten"
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Dana Gerth
  • Abgabedatum: Mai 2001
  • Umfang: 152 Seiten
  • Dateigröße: 715,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Flensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4336-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4336-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4336-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gerth, Dana Mai 2001: "Was motiviert uns zu arbeiten", Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arbeitsgestaltung, Arbeitspsychologie, Mitarbeitermotivation, Motivation, Motivationspsychologie

Bachelorarbeit von Dana Gerth

Problemstellung:

Das Thema dieser Arbeit ist die Einstellung gegenüber der Arbeit und die Motivation am Arbeitsplatz. Im speziellen handelt es sich um die Replikation und Überprüfung der Ende der fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts im Großraum von Pittsburgh (USA) durchgeführten Studie zur Einstellung gegenüber der Arbeit von Frederick Herzberg, Bernard Mausner und Barbara Bloch – Snyderman. Diese Studie untersucht nicht nur die Einstellung gegenüber der Arbeit selbst, sondern auch die Faktoren, die diese Einstellung bedingen und deren Auswirkungen. Insbesondere sollte die Frage beantwortet werden: „ What does the worker want from his job?“ Im Rahmen der Überprüfung der Ergebnisse der Studie wird die aus diesen hervorgegangene Zwei-Faktoren-Theorie der Motivation am Arbeitsplatz ebenfalls einer kritischen Betrachtung unterzogen. Diese Zwei-Faktoren-Theorie der Motivation wird auch als Motivations-Hygiene-Theorie bezeichnet und basiert im wesentlichen auf der Auffassung, dass die Zufriedenheit und Unzufriedenheit bei der Arbeit von unterschiedlichen Faktoren abhängen. Die Faktoren, die die Unzufriedenheit beeinflussen charakterisieren sich dadurch, dass sie bei positiver Ausprägung dazu dienen, eine unangenehme Situation am Arbeitsplatz vorbeugend zu vermeiden und gewisse Voraussetzungen zu schaffen. Sind diese Faktoren jedoch nicht ausreichend vorhanden, wird ein Mangel wahrgenommen. Auf Grund dieser Charakteristika werden sie als Hygienefaktoren bezeichnet. Eine weitere Bezeichnung ist die der Kontextfaktoren, da die Faktoren, die Einfluss auf die Unzufriedenheit besitzen eher dem Arbeitsumfeld zu zuordnen sind.

Im Gegensatz zu den beschriebenen Hygienefaktoren beziehen sich die Faktoren, die Einfluss auf die Zufriedenheit besitzen auf den Inhalt der Arbeit, aus diesem Grund werden sie auch als Kontentfaktoren bezeichnet. Diese Faktoren sind die eigentlichen Motivatoren, da sie aufgrund ihrer positiven Wirkung auf die Zufriedenheit zu Leistung motivieren und das Bedürfnis nach persönlichem Wachstum bzw. Selbstverwirklichung befriedigen. Die Zwei-Faktoren-Theorie setzt somit voraus, dass zufriedene Arbeitnehmer gleichzeitig auch motivierte Arbeitnehmer sind.

Ziel dieser Arbeit ist es somit zunächst zu untersuchen, ob sich die Ende der fünfziger Jahre von F. Herzberg et al. ermittelten Ergebnisse heute noch in gleicher Form wiederfinden lassen bzw. reproduzierbar sind und zu überprüfen, ob die oben dargestellte Zwei-Faktoren-Theorie auch heute noch in dieser Form Gültigkeit besitzt. Spezifischer ausgedrückt, die Theorie wird dahingehend untersucht, ob die Zuordnung der Faktoren in die beiden Kategorien immer noch den heutigen Gegebenheiten entspricht oder ob sich eine Verschiebung zwischen den Kategorien (interkategorial) bzw. innerhalb der Kategorien (intrakategorial) ergeben hat.

Gang der Untersuchung:

Im weiteren werden bei dieser Untersuchung die Auswirkungen der Einstellung gegenüber der Arbeit auf verschiedene Bereiche wie beispielsweise die Ausführung der Arbeit oder die psychische Gesundheit untersucht, um festzustellen, ob sich die von Herzberg et al. gefundenen Zusammenhänge bestätigen lassen oder ob sich auch hier Veränderungen ergeben haben. Im Anschluss an die Darstellung und Analyse der empirischen Daten werden die aufgrund dieser Resultate von F. Herzberg eingeführten Arbeitsgestaltungsmaßnahmen und Instrumente der Motivation erläutert und einer kritischen Würdigung unterzogen. Hierbei werden neben theoretischen Grundlagen die Ergebnisse der Replikation einbezogen, so dass im weiteren überprüft werden kann, ob die von F. Herzberg vorgeschlagenen Maßnahmen in Hinblick auf die heute gefundenen Ergebnisse weiterhin sinnvoll einsetzbar sind. Außerdem werden insbesondere in Hinblick auf die beiden Faktoren der Entlohnung und der Beziehung zu den Arbeitskollegen zusätzliche Arbeitsgestaltungsmaßnahmen und Instrumente der Motivation vorgeschlagen, da sich in Bezug auf diese Faktoren die Bedeutung und Wirkung betreffend die gravierendsten Veränderungen und Widersprüche ergaben. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Resultate und eine kurze, kritische Einschätzung der Aussagekraft derselben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Das Thema und Ziel dieser Arbeit 1
1.1 Hintergrund und Rechtfertigung des Themas 3
2. Erläuterungen zur Herzberg-Studie 5
2.1 Die Entwicklung und Grundlagen der Herzberg-Studie 5
2.2 Die Hypothesen und Ziele der Herzberg-Studie 8
3. Die Methodik und das Design der Untersuchungen 9
3.1 Die Darstellung und Erläuterung der mündlichen Befragung 10
3.2 Die Darstellung der Stichproben 12
3.2.1 Die Durchführungsorte 12
3.2.1.1 Der Durchführungsort der Herzberg-Studie 12
3.2.1.2 Der Durchführungsort der Replikation 13
3.2.2 Die Stichproben 14
3.2.2.1 Die Stichprobe der Herzberg-Studie 14
3.2.2.2 Die Stichprobe der Replikation 15
3.3 Die Durchführung der Interviews 16
4. Die Analyse der Interviews 17
4.1 Die Entwicklung des Schemas und der Ablauf der Analyse 18
4.2 Die Definition der Handlungssequenzen 19
4.2.1 Die Kriterien der akzeptablen Handlungssequenzen 19
4.2.2 Die Klassifikation der Handlungssequenzen 20
4.3 Die Definition der Faktoren 21
4.3.1 Die Definition der First-Level-Faktoren 21
4.3.2 Die Definition der Second-Level-Faktoren 25
4.4 Die Definition der Auswirkungen 27
5. Die kritische Einschätzung und Bewertung der Methodik 29
5.1 Die Darstellung und Bewertung der persönlichen Befragung 29
5.1.1 Die kritische Einschätzung und Bewertung anderer Erhebungstechniken 35
5.1.1.1 Andere mündliche Formen der Befragung 35
5.1.1.2 Schriftliche Befragungen 36
5.1.1.3 Beobachtungen 38
5.1.1.4 Sonstige Erhebungstechniken 41
5.2 Weitere Untersuchungsformen differenziert nach der Häufigkeit der Erhebung 41
5.3 Die Population, Stichprobe und ihre Auswahl 42
5.4 Die Analyse 45
6. Die vergleichende Analyse der Resultate 47
6.1 Die Darstellung und Analyse der positiven Handlungssequenzen 48
6.1.1 Die First-Level-Faktoren 48
6.1.1.1 Die Gegenüberstellung der Sequenzen kurzzeitiger und andauernder Veränderungen der Einstellung 54
6.1.1.2 Die Korrelationen der First-Level-Faktoren 58
6.1.2 Die Second-Level-Faktoren 62
6.1.2.1 Die Gegenüberstellung der Sequenzen kurzzeitiger und andauernder Veränderungen der Einstellung 64
6.1.3 Die Zusammenfassung der Ergebnisse der positiven Sequenzen 66
6.2 Die Darstellung und Analyse der negativen Handlungssequenzen 67
6.2.1 Die First-Level-Faktoren 67
6.2.1.1 Die Gegenüberstellung der Sequenzen kurzzeitiger und andauernder Veränderungen der Einstellung 72
6.2.1.2 Die Korrelationen der First-Level-Faktoren 73
6.2.2 Die Second-Level-Faktoren 75
6.2.2.1 Die Gegenüberstellung der Sequenzen kurzzeitiger und andauernder Veränderungen der Einstellung 76
6.2.3 Die Zusammenfassung der Ergebnisse der negativen Sequenzen 78
6.3 Der Vergleich der Differenzierung in Motivatoren und Hygienefaktoren 80
7. Die Auswirkungen der veränderten Einstellung gegenüber der Arbeit 88
7.1 Die Auswirkungen auf die Ausführung der Arbeit 88
7.2 Die Auswirkungen auf die Fluktuation 91
7.3 Die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit 94
7.4 Die Auswirkungen auf die sozialen Beziehungen 96
7.6 Die Zusammenfassung der Auswirkungen 100
8. Die Implikationen 100
8.1 Die Implikationen von F. Herzberg 101
8.2 Die Betrachtung der Implikationen von den Resultaten der Replikation 108
8.2.1 Die Beziehung zu den Arbeitskollegen 110
8.2.2 Die Entlohnung 114
9. Die Zusammenfassung 117
Literaturverzeichnis
Anhang I bis VI

Automatisiert erstellter Textauszug:

zusammenhängen. In der Darstellung der Ergebnisse der Herzberg – Studie wird bezüglich der oben beschriebene Differenzierung in die Sequenzen, innerhalb derer eine andauernd bzw. ein kurzzeitig veränderte Gefühlslage auftrat deutlich, daß keiner der fünf wichtigsten Faktoren von einer eindeutig kurzfristigen Wirkung ist. Die beiden Faktoren, das Gefühl anerkannt zu sein und etwas geleistet zu haben betreffend treten eine kurzzeitig oder andauernd veränderte Gefühlslage nahezu mit gleicher Häufigkeit auf. Die Gefühle anerkannt zu sein oder etwas geleistet zu haben können somit je nach Situation andauern oder nach kurzer Zeit bereits ihre motivierende Wirkung verlieren. Im Gegensatz hierzu sind eine tatsächlich erbrachte Leistung bzw. ein wirklicher Akt der Anerkennung (First – Level – Faktoren) von eindeutig kurzfristiger Wirkung. Die weiteren drei der häufigsten Second – Level – Faktoren, die Gefühle sich weiterentwickeln zu können oder verantwortlich zu sein sowie das Interesse an der Tätigkeit sind von andauernder Wirkung auf die Motivation. Insbesondere ist hier das Gefühl sich weiterentwickelt zu haben oder der Eindruck, daß die Möglichkeit hierzu besteht hervorzuheben, da in mehr als Zweidrittel der Sequenzen von einem längeren andauern dieses Gefühls berichtet wurde. Betrachtet man im weiteren die Ergebnisse der Reproduktion bezüglich dieses Punktes, zeigt sich, daß der überwiegende Teil der Gefühle in den Sequenzen der befragten Personen nur von kurzzeitiger Dauer war und sich somit auch nur kurzzeitig auf die Einstellung gegenüber der Arbeit auswirken konnte. Im einzelnen traten die folgenden Second – Level – Faktoren auf, das Gefühl anerkannt zu sein, das Gefühl sich weiterentwickeln zu können, das Gefühl von Stolz und das Gefühl von Gruppenzugehörigkeit. Lediglich das Gefühl etwas geleistet zu haben ist in den berichteten Sequenzen überwiegend von Dauer. [...]

der Anerkennung genannt, jedoch ist der prozentuale Anteil mit 81,81% im Vergleich zu den Originalergebnissen um über 20,00% höher und hierdurch der bestimmende Faktor innerhalb der Ergebnisse der Replikation. Als zweites folgt das Gefühl sich weiterentwickeln zu können bzw. sich weiterentwickelt zu haben. Bezüglich dieses Faktors beträgt die Differenz zu dem Ergebnis der Originalstudie sogar nur knapp zwei Prozent. Die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und seine Fähigkeiten zu erweitern scheint somit für die befragten Personen beider Untersuchungen von gleicher Bedeutung zu sein. Diese Aussage kann nicht für das Gefühl etwas geleistet zu haben übernommen werden, der Anteil dieses Faktors beträgt in der Originalstudie mehr als doppelt soviel wie in der Replikation Im weiteren wurde von den Befragten der Herzberg – Studie das Gefühl verantwortlich für etwas zu sein und das Interesse an der Tätigkeit in jeweils ca. einem Drittel der positiven Sequenzen genannt. Diese Faktoren traten hingegen aber nicht innerhalb der fünf wichtigsten der Replikation auf, da das Gefühl verantwortlich zu sein und das Interesse an der Tätigkeit lediglich in 4,54% bzw.18,18% der Sequenzen codiert wurde, die sich auf eine positive Veränderung der Motivation bezogen. Die Tätigkeit selbst betreffend ist jedoch anzumerken, daß dieser Faktor sich zwar nicht unter den fünf wichtigsten befindet, mit seinem prozentualen Anteil von 18,18% aber durchaus berücksichtigt werden muß. In der Replikation wurden statt dieser beiden Faktoren das Gefühl von Stolz und das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit in 22,72% der Sequenzen genannt, diese Second – Level – Faktoren bewirkten in Bezug auf die Originalstudie allerdings nur in 9,00% bzw. 10,00% eine höhere Motivation bzw. Arbeitszufriedenheit. Insgesamt betrachtet wurde somit deutlich, daß insbesondere das Bedürfnis nach persönlichem Wachstum und Selbstverwirklichung der Arbeitnehmer vertreten durch das Gefühl etwas zu leisten, sich weiterzuentwickeln und anerkannt zu sein in Bezug auf die Motivation von Bedeutung ist. Im nächsten Abschnitt wird sich zeigen, daß die beiden Faktoren das Gefühl etwas zu leisten und sich weiterzuentwickeln im Gegensatz zu dem Gefühl anerkannt zu sein auf längere Sicht wichtiger für das Wachstum und die Selbstverwirklichung der Menschen sind. [...]

Bisher beschränkte sich die Analyse auf die First – Level – Faktoren, d.h. auf die Faktoren, innerhalb derer die tatsächlichen Ereignisse der Situationen codiert wurden, die eine Änderung der Einstellung auslösten. Im Zusammenhang hiermit wurde bestimmt, ob diese First – Level – Faktoren zu einer positiven Einstellung gegenüber der Arbeit beitrugen oder sie auf diese keinen Einfluß besitzen. Weiterführend, wird in diesem Abschnitt dargestellt, welche Gefühle durch die in den Sequenzen beschriebenen Situationen ausgelöst wurden bzw. wie die befragte Person das Ereignis für sich interpretierte. Ein Beispiel für eine solche Interpretation ist die Versetzung an einen neuen Arbeitsplatz (tatsächliche Situation), durch die die befragte Person das Gefühl hatte, daß sie sich an diesem Arbeitsplatz weiterentwickeln könne, indem sie die Möglichkeit bekam neue Fähigkeiten hinzu zu lernen und bereits vorhandene Fähigkeiten wieder neu einzusetzen. In der Tabelle 4a sind die Ergebnisse der Herzberg – Studie in Bezug auf die Second - Level - Faktoren dargestellt. Bei der Betrachtung wird deutlich, daß wie bei den First – Level – Faktoren auch hier die Anerkennung (59,00%) und die Möglichkeit etwas leisten zu können (57,00%) von größter Bedeutung sind. Das Gefühl etwas geleistet zu haben und das Gefühl anerkannt zu sein sind somit die häufigsten Gefühle, die zu einer Steigerung der Motivation bzw. der Zufriedenheit bei der Arbeit beitrugen. Als dritter Faktor ist die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln von Bedeutung, hier wurde durch die tatsächlichen Ereignisse, das Gefühl ausgelöst, daß die befragte Person sich in ihrem beruflichen Leben weiterentwickelte bzw. das Gefühl hatte, daß sie sich weiterentwickeln könne. Diese drei Second – Level – Faktoren traten in der Replikation ebenfalls am häufigsten in Zusammenhang mit einer Verbesserung der Zufriedenheit und Motivation am Arbeitsplatz auf. Gleichermaßen wurde hier am häufigsten das Gefühl [...]

Arbeit zitieren:
Gerth, Dana Mai 2001: "Was motiviert uns zu arbeiten", Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbeitsgestaltung, Arbeitspsychologie, Mitarbeitermotivation, Motivation, Motivationspsychologie

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