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"The Movement": Die Protestbewegungen in den USA und der Rolling Stones in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre

"The Movement": Die Protestbewegungen in den USA und der Rolling Stones in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Ronald Strehl
  • Abgabedatum: August 1998
  • Umfang: 171 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6635-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Strehl, Ronald August 1998: "The Movement": Die Protestbewegungen in den USA und der Rolling Stones in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Popkultur, Journalismus, Gegenkultur, New Left, Cultural Studies

Magisterarbeit von Ronald Strehl

Einleitung:

1965-1970 vermischten sich gegenkulturelle und politische Protestbewegungen in den USA zu einer Gesamtströmung: „The Movement“. Integraler Bestandteil und wichtigstes künstlerisches Ausdruckmittel des Protestes war Rockmusik. Heute kaum vorstellbar: Die durch Songs und Musiker artikulierte Haltung und Lebensweise besaß in den Augen Vieler Vorbildcharakter für einen alternativen Gesellschaftsentwurf. Eine Zeitschrift, die viel Hoffnung auf die verändernde Kraft der Musik setzte, war der 1967 in San Francisco gegründete Rolling Stone, das erste Blatt, das sich seriös und kommerziell erfolgreich mit Rockmusik und deren Umfeld beschäftigte. Mit exklusiven Beiträgen über Ereignisse wie Woodstock, Altamont oder die Manson Morde avancierte es zum Sprachrohr der Gegenkultur Gang der Untersuchung:

Inhalt dieser Arbeit ist die Berichterstattung des Rolling Stone über die Protestbewegungen in den USA. Zentrale Fragen dabei sind, welche Strömungen des Movement vom Rolling Stone thematisiert wurden und welche Haltung das Blatt zu diesen Strömungen einnahm. Untersuchungsgegenstand sind die Ausgaben bis Ende 1970. Folgende Artikel werden herangezogen: die Coverstories, die Rolling Stone-Interviews, die „Perspectives“-Kolumne von Ralph Gleason und die Buchrezensionen. Parallel erfolgt die Darstellung des Movement als Ereignisgeschichte in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre. Neben der Entstehung des Rockjournalismus kommen außerdem die redaktionellen Auseinandersetzungen beim Rolling Stone und das Spannungsverhältnis von Rockmusik zur Gegenkultur und radikalen Linken zur Sprache.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 2
1.1 Begriffsdefinitionen 2
1.1.1 The Movement 2
1.1.2 Counterculture 3
1.2 Fragestellung 6
1.3 Literaturlage 9
1.4 Forschungsstand 10
1.5 Methode und Aufbau der Arbeit 13
2. The Movement 1960-1965 15
2.1 Das Civil Rights Movement 15
2.2 Die New Left 19
2.2.1 Der SDS 19
2.2.2 Das Free Speech Movement 21
2.2.3 Die New Left und die Eskalation des Vietnamkrieges 22
3. Die Entwicklung der Rockmusik in den USA in den Jahren 1954-1967 24
3.1 Der Aufstieg des Rock and Roll: Die Jahre 1954-1963 24
3.2 Das „Goldene Zeitalter“ der Rockmusik: Die Jahre 1964-1967 26
4. The Movement und der Rolling Stone 31
4.1 Das Bay Area Movement 31
4.1.1 Das Vietnam Day Committee 31
4.1.2 Die Counterculture 33
4.1.3 Die Black Panther Party 38
4.2 Das journalistische Umfeld des Rolling Stone 40
4.2.1 Die Underground Press 40
4.2.2 Die Musikzeitschriften 43
4.3 Die Entstehungsgeschichte des Rolling Stone 45
4.4 Chronologische qualitative Inhaltsanalyse 48
4.4.1 Nr. 1-20: Rockavantgarde/Innenansichten der Counterculture 48
4.4.2 Nr. 21-29: Politisierung 66
4.4.3 Nr. 30: American Revolution 1969 79
4.4.4 Nr. 31-41: Selbstreflexion 88
4.4.5 Nr. 42: Der Mythos von Woodstock 98
4.4.6 Nr. 43: Underground Press 101
4.4.7 Nr. 44-49: Bob Dylan/“The Making of a Counter Culture“ 106
4.4.8 Nr. 50: Das Desaster von Altamont 112
4.4.9 Nr. 51-59: New Hollywood/Die Chicago 8 116
4.4.10 Nr. 60: „On America 1970: A Pitiful Helpless Giant” 128
4.4.11 Nr. 61: Charles Manson & The Family 136
4.4.12 Nr. 62-73: Entpolitisierung/ Der „Tod der Rockmusik“ 142
5. Fazit 159
6. Quellen- und Literaturverzeichnis 164
6.1 Quellen 164
6.1.1 Mündliche Auskunft 164
6.1.2 Archivmaterial 164
6.1.3 Bücher 164
6.1.4 Zeitschriften- und Zeitungsaufsätze 166
6.2 Literatur 167

Automatisiert erstellter Textauszug:

82 gewaltsame Vorgehen des Staates gegen die Studenten dazu führen werde, daß die Universität zu einem neuen Ghetto würde.463 Dieses Bildnis, das die Gleichsetzung der Lage der Studentenschaft mit der Situation der Schwarzen implizierte, griff Rossman ein weiteres Mal auf. Er bezeichnete den Campus als „colonial plantation“, auf der Studenten für ihre Rolle als Diener in der kapitalistischen Ökonomie ausgebildet würden.464 Deshalb vertrat er in diesem Zusammenhang die These, daß die Jugend wie die Schwarzen begonnen hätte, ein Klassenbewußtsein zu entwickeln, das sich auf das gemeinsame Selbstverständnis gründe, ausgebeutet und unterdrückt zu sein.465 Diese Äußerungen der Solidarisierung der Studentenschaft mit unterdrückten Gruppen der Schwarzen und der Dritten Welt und die Selbstdefinition als unterdrückte Klasse waren gängige SDS-Meinung. Schon 1966 hatte der Nationalsekretär des SDS Greg Calvert die Idee aufgebracht, daß es sich bei der Studentenschaft um „the new working class“ handeln würde, und im September 1967 hatte der SDS sich unter der Führung von Tom Hayden und Rennie Davis der nordvietnamesischen Befreiungsfront solidarisch erklärt und außerdem verkündet, daß es sich bei den schwarzen Ghettos in den amerikanischen Städten um „inländische Kolonien“ handeln würde.466 Die als neue Klasse zusammengeschweißte Jugend stellte Rossman in einen Gegensatz zum seiner Meinung nach abgewirtschafteten Establishment. Insofern war der gesamte Artikel ein eher hoffnungsvolles Votum für die Aktivitäten der New Left. Dabei war der SDS zum damaligen Zeitpunkt schon eine moribunde Organisation. Im gleichen Frühjahr war das „Weatherman-Paper“ erschienen, in der eine radikale Splittergruppe des SDS dazu aufrief, die Kinder der weißen Mittelklasse für den Kampf gegen den imperialistischen amerikanischen Staat zu bewaffnen.467 Die „Weathermen“-Gruppe sollte schließlich für das endgültige Ende des SDS sorgen, doch der Zerfall der New Left in zahlreiche Sektierergruppen hatte schon im Juni 1968 begonnen, als sich auf dem nationalen Konvent der SDS die marxistisch-leninistische Progessive Labor Party abgespalten hatte. Rossman beschrieb diesen Vorgang nur eingeschränkt, indem er erwähnte, daß sich das Anliegen des SDS von der Forderung nach partizipativer Demokratie nun auf Druck der marxistisch-leninistischen Progressive Labor Party zu einer aktualisierten Version des Marximus hinverlagere. Und er zitierte, daß die Kernforderung des SDS nun folgendermaßen laute: „Direct attack on the total institution of the [...]

Besetzung einer Universität in den Vereinigten Staaten war, fand sie ein gewaltiges Medienecho.457 Movement-Größen wie Tom Hayden oder Stokely Carmichael statteten den Besetzern einen Besuch ab und die Grateful Dead gaben ein Konzert.458 Columbias SDS-Führer Mark Rudd wurde zum nationalen Helden der radikalen Linken. In der Folge begannen die amerikanischen Studenten einen vorher nicht für möglich gehaltenen Konfrontationskurs. Anderson schrieb: „After Columbia there would be new demands that never could be met, (...) as America in 1968 became a Theater of the Absurd.“459 Der Historiker Matusow meint: „(...) Columbia began the new left’s decline into madness.“460 Rossman beharrte in seinem Artikel für den Rolling Stone dennoch darauf, daß die Universitäten alleinige Schuld an den Unruhen hätten, da sie mit Gewalt die berechtigten Forderungen der Studenten nach Veränderungen unterbänden.461 Rossman beschuldigte die Universitäten des weiteren, als essentieller Teil des totalitären amerikanischen Systems an der Ausbeutung und Unterdrückung des Staates teilzuhaben und die Individuen der Studenten für ihre Zwecke zu „deformieren.“462 Er schrieb, daß das [...]

81 Administrationen vor, nur kleine Änderungen zuzulassen, und nicht bereit zu sein, das ganze System zu wechseln.454 Bei den Forderungen handelte es sich um nicht weniger als die studentische Kontrolle über den Unterrichtsplan, die Finanzen und die Personalpolitik der Universität, sowie die beschränkungsfreie Zulassung von Bewerbern und eine einheitliche finanzielle Unterstützung für Studenten.455 Diese Essentials waren weit entfernt von den zaghaften Versuchen der ersten SDSGeneration, partizipative Demokratie einzufordern und sind vor dem Hintergrund der rasanten Radikalisierung zu verstehen, die sich nach der Besetzung der Columbia Universität in New York ergeben hatte. Dort war es um den Bau einer Sporthalle zum Streit zwischen der Universitätsadministration und der Studentenschaft gekommen. Die Halle sollte auf dem Gelände eines Parks gebaut werden, die den Schwarzen aus dem benachbarten Harlem als Erholungsstätte diente. Der lokale SDS warf der Universität deshalb Rassismus vor. Die Studenten besetzten schließlich einige Gebäude der Universität, verbarrikadierten sich und bildeten Kommunen. Nach vier Tagen ergebnisloser Verhandlungen räumten tausend Polizisten unter Gewaltanwendung die Universität. [...]

Arbeit zitieren:
Strehl, Ronald August 1998: "The Movement": Die Protestbewegungen in den USA und der Rolling Stones in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Popkultur, Journalismus, Gegenkultur, New Left, Cultural Studies

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