"Sind Best Ager auch Best Targets?"
Effiziente Marktsegmentierung im Konsumgütermarkt am Beispiel der Best-Ager
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sven Reuter
- Abgabedatum: Juni 2004
- Umfang: 94 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Rheinbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8355-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8355-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8355-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Reuter, Sven Juni 2004: "Sind Best Ager auch Best Targets?", Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Sinus, Milieus, Euro, Socio, Styles
In den Warenkorb
74,00 €
Diplomarbeit von Sven Reuter
Problemstellung:
Wie kaum ein anderes Thema rückt das Alter in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Auf Grund der Geburtenrückgänge und der gestiegenen Lebenserwartung zeigt sich in Deutschland und den anderen Industrienationen ein dramatischer demografischer Wandel: Die deutsche – und insgesamt die industrielle – Gesellschaft altert. Die sich daraus ergebenden gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen werden derzeit umfassend problematisiert. Speziell in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Sozialwissenschaften wird die Veralterung als die Bedrohung der modernen Informationsgesellschaft gesehen. Die Problematik, dass die Renten- und Pflegeversicherung von immer weniger Jungen für eine wachsende Menge an Alten aufgebracht werden muss, gefährdet unsere wirtschaftliche Stellung ebenso wie der Rückgang an wirtschaftlichen Fachkräften.
Allerdings wähnen viele Unternehmen und Agenturen parallel das große Geschäft mit den „Alten“. „Die Best Ager werden die wichtigste Käufergruppe der Zukunft sein“, so der einschlägige Tenor.
Die führenden Marketing- und Werbezeitschriften widmen der Generation 50plus ganze Artikelseiten, ebenso verfahren Wirtschaftszeitungen. Unzählige Studien sind bereits erschien, veröffentlicht von Universitäten, Versicherungen, Banken, Verlagen, Werbeagenturen und Marktforschungsinstituten. Den Best Agern wird von allen Seiten ein immenses Potenzial bescheinigt. Eine Zielgruppe, jahrelang vernachlässigt, die lediglich einer gezielten Ansprache bedarf, um endlich ihre angehäuften Millionen konsumfreudig unters Volk zu bringen. Eine Zielgruppe, „die alles hat, was Marketing schön macht: Geld, Zeit, Konsumlust – und das alles für viele Jahre.“ Das Bild der Senioren hat sich in den letzten Jahren somit spürbar und deutlich verändert. Alter assoziiert man heutzutage nicht mehr mit körperlichen Wehleidigkeiten, Gebrechlichkeit oder geistiger Immobilität, sondern mit Aktivität, Lebenslust und Lebensfreude bis ins hohe Alter. Auch sehen sich die Best Ager generell viel jünger als sie es in Wirklichkeit eigentlich sind.
Der Boom um die Best Ager begann vor einigen Jahren und ist weiterhin ungebrochen. Auf den Medientagen im Oktober 2003 in München wurde über „Produktkommunikation für die Generation 50plus“ debattiert, auf dem deutschen Werbekongress im März 2004 über „Best Ager, wie lassen sich die jungen Alten erreichen?“ diskutiert, und vor kurzem widmete sich der Focus bereits auf dem Titelbild der Zielgruppe 50plus.
Doch was ist wirklich dran an diesem Hype um eine Zielgruppe, die noch nicht einmal eine einheitliche Definition besitzt?
Alte Menschen gab es auch schon vor 30 Jahren, wenngleich ihr prozentualer Anteil an der Gesamtbevölkerung geringer war. Doch in der heutigen Best Ager Generation wittern die unterschiedlichsten Branchen neue Absatzmärkte. Demnach stellen die Älteren einen Markt dar, dessen Potenzial groß und weitest gehend noch ungenutzt scheint.
Doch macht es Sinn und ist es zeitgemäß, eine Segmentierung nach lediglich einem demographischen Merkmal, dem Alter, vorzunehmen? Und sind die Best Ager tatsächlich auch die Best Targets?
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 5 |
| 1.1 | Problemstellung | 5 |
| 1.2 | Ziel und Aufbau der Arbeit | 6 |
| 2. | Theoretischer Teil | 7 |
| 2.1 | Einordnung in die Marketingstrategien | 7 |
| 2.1.1 | Marktfeldstrategie | 8 |
| 2.1.2 | Marktarealstrategie | 9 |
| 2.1.3 | Marktstimulierungsstrategie | 9 |
| 2.1.4 | Marktparzellierungsstrategie | 10 |
| 2.2 | Marktsegmentierungstrategie | 10 |
| 2.2.1 | Rahmenbedingungen | 10 |
| 2.2.2 | Definition und Einordnung der Marktsegmentierungsstrategie | 11 |
| 2.2.3 | Generelle Anforderung an eine Segmentierung von Märkten und heutiger Kommunikation | 12 |
| 2.2.4 | Segmentierungsvoraussetzungen | 13 |
| 2.2.5 | Vor- und Nachteile der Massenmarkt- und der Segmentierungsstrategie | 14 |
| 2.2.6 | Gefahren der Marktsegmentierung | 15 |
| 2.3 | Verschiedene Segmentierungsansätze | 16 |
| 2.3.1 | Geografischer Segmentierungsansatz | 17 |
| 2.3.2 | Demografischer Segmentierungsansatz | 18 |
| 2.3.3 | Verhaltensbezogene/ kaufverhaltensbezogene Segmentierung | 19 |
| 2.4 | Psychografischer Segmentierungsansatz | 20 |
| 2.4.1 | Life-Style-Konzept von Leo Burnett | 22 |
| 2.4.2 | Semiometrie (TNS Emnid) | 24 |
| 2.4.3 | Euro-Socio-Styles (GfK) | 27 |
| 2.4.4 | Sinus Milieus (Sinus Sociovision) | 29 |
| 2.4.5 | Kriterien zur Abgrenzung sozialer Milieus | 31 |
| 2.4.5.1 | Typencharakteristika | 31 |
| 2.4.6 | Relevanz der psychografischen Segmentierungsansätze | 37 |
| 2.5 | Definition Best Ager | 37 |
| 2.6 | Definition Konsumgüter(markt) | 38 |
| 2.7 | Best Ager als Teil des Konsumgüter- und Dienstleistungsmarktes | 39 |
| 3. | Marktsegmentierung am Beispiel der Best Ager | 40 |
| 3.1 | Bestandsaufnahme: Best Ager in anderen Studien | 40 |
| 3.1.1 | Focus, Nr.13, 22. März 2004 | 42 |
| 3.1.2 | Quelle Versicherung: „Die freie Generation.“ | 42 |
| 3.1.3 | Reader`s Digest, Generation 45plus | 43 |
| 3.1.4 | Grey Worldwide: „Master Consumer“ | 44 |
| 3.1.5 | HypoVereinsbank: „3rd Generation“ | 45 |
| 3.1.6 | FortyUp: „Zukunftsmarkt Best Age“ | 46 |
| 3.2 | Market Insights | 47 |
| 3.2.1 | Das Bild der Best Ager | 47 |
| 3.2.2 | Psychologische Verhaltensveränderung der Best Ager | 48 |
| 3.2.3 | Demografische Entwicklung | 50 |
| 3.2.4 | Markenaffinität | 52 |
| 3.2.5 | Markenwechselbereitschaft | 54 |
| 3.2.6 | Werbeaffinität | 55 |
| 3.2.7 | Konsumfreudigkeit | 56 |
| 3.2.8 | Kaufkraft | 57 |
| 3.2.9 | Weiterer Vermögensbesitz | 63 |
| 3.3 | Mediennutzung der Best Ager | 64 |
| 3.3.1 | TV | 65 |
| 3.3.2 | Radio | 67 |
| 3.3.3 | Zeitschriften/Zeitungen | 68 |
| 3.3.4 | Online | 70 |
| 3.4 | Soziodemografie und Psychografie | 71 |
| 3.4.1 | Best Ager in den Sinus Milieus | 71 |
| 3.5 | Ergebnisabgleich | 76 |
| 3.6 | Erkenntnisse für die Kommunikationspolitik | 80 |
| 4. | Ausblick | 82 |
| 5. | Abbildungsverzeichnis | 84 |
| 6. | Abkürzungsverzeichnis | 85 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 86 |
| 8. | Erklärung | 92 |
41 % der Menschen ab 45 fühlen sich auf dem Höhepunkt des Lebens. 27 % glauben sogar den besten Teil noch vor sich zu haben. Alt ist man nach Meinung der Befragten erst mit ca. 74 Jahren. Alter bedeutet für die meisten etwas Positives, nicht Zerbrechlichkeit und Krankheit, sondern Reife und Weisheit. Anstatt der Konsumlust nachzugehen und das Ersparte für sich zu nutzen sagen 63 % der Befragten, das es lieber ihren Kindern zu Gute kommen soll. Lediglich 28 % denken zunächst an sich. Wie modern und trendy sind die Best Ager? 77 % der 45-Jährigen sind keine InternetNutzer. Über die Hälfte haben noch nie mobil telefoniert, trotz eventuell vorhandenem Interesse. Gesundheit und Familie sind die wichtigsten Themen in der zweiten Lebenshälfte, 91 % vertreten diese Meinung. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Generation eine sehr heterogene Gruppe ist. Meinungen und Einstellungen sind stark durch das jeweilige Alter geprägt. Das Lebensgefühl und die Lebenssituation spielen eine wichtige Rolle. Jedoch unterscheiden sich die Meinungen und Einstellungen der 45-, 60-, und über 70-Jährigen. So setzt der 45-Jährige Berufstätige andere Prioritäten als der 70-Jährige im Ruhestand. 61 [...]
3.1.1. Focus,Nr.13, 22. März 2004 Titelthema: „50+ Die Macht der neuen Alten. Sie haben Geld, und sie wissen, was sie wollen. Die Superkunden stehlen den Jungen die Show.“ In seiner Ausgabe vom 22. März 2004 macht das Nachrichtenmagazin Focus das Thema Best Ager zum Titelthema. Das zeigt die Relevanz und Aktualität dieses Themas, das nicht nur Marketingspezialisten und Werber interessiert, sondern auch eine breite Masse von Menschen ansprechen und informieren soll. 50 plus...da fängt laut Focus das Leben an. „Flexibel, selbstbewusst und vermögend: Noch nie hatten die Kunden in den „besten Jahren“ mehr Macht als heute“.58 Mit einer Kaufkraft von mehr als 90 Milliarden Euro pro Jahr bestimmt diese Altersgruppe mehr und mehr den Markt. Der Durchschnittshaushalt von 50–59 Jährigen hat 2100 Euro im Monat zur Verfügung. Obwohl viele Rentner derzeit starke finanzielle Abstriche machen müssen, geht es den Älteren laut einer Untersuchung des DIW59 vergleichsweise gut. Demnach liegen die Einkünfte eines 2-Personen-Rentnerhaushaltes mit durchschnittlich 1700 Euro monatlich rund 200 Euro über denen einer Familie mit Kindern. Diese Generation hat laut Statistiken dank ihrer Ersparnisse, eigener Immobilien und einer relativ guten Altersversorgung sogar viermal so viel Geld zur Verfügung wie der Normalbürger. In den nächsten Jahren werden sie als zukünftige Erbengeneration stark von den Nachlassenschaften ihrer Eltern profitieren können. Diese haben ihr Leben lang, geprägt durch Krieg und Aufbaujahre, oft jeden Pfennig / Cent zweimal umgedreht und hinterlassen nach Schätzungen in den nächsten Jahren eine Erbmasse von rund zwei Billionen Euro. Die zukünftigen Erben dagegen zeichnen sich dagegen durch große Konsumlust aus. Fast die Hälfte der über 50 Jährigen stimmt laut einer Umfrage der GfK der Aussage „Ich mache mir lieber ein schönes Leben, statt immer nur zu sparen“ zu. Vor 10 Jahren waren es lediglich 27 %. Dieser Wandel in den Köpfen macht die Zielgruppe der Best Ager also zu einem Ziel segment, das ein Milliardengeschäft birgt. Davon wollen alle Branchen gleichermaßen profitieren und wittern das große Geschäft.60 [...]
2.7. Best Ager als Teil des Konsumgüter- und Dienstleistungsmarktes Da die Best Ager weder eine Organisation noch ein Unternehmen darstellen, sind sie für den Businessmarkt nicht von Bedeutung und Interesse. Best Ager bezeichnet eine Gruppe von Konsumenten, die sich in einem fortgeschrittenen Alterszustand befinden. Diese zusammengefasste Gruppe hat Bedürfnisse die gestillt und bedient werden müssen. Sowohl reine Konsumgüter wie Lebensmittel, Kleidung, Kosmetik, etc., als auch Dienstleistungen wie Versicherungen, Reisen, gesundheitliche Versorgung u.a. sind für den Best Ager Markt interessant. Best Ager haben an gewissen, langlebigen, Investitionsgütern Interesse, besonders an Autos und EDV-Geräten. Die Bedeutung der Best Ager für den Konsumgüter- und Dienstleistungsmarkt ist in der folgenden Analyse ausgearbeitet. [...]
In den Warenkorb
74,00 €



