"Lean Warehousing" und "Green Logistics": Nur Modethemen oder quantifizierbare Erfolgsfaktoren nachhaltiger Unternehmensentwicklung auch in Krisenzeiten?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: René Engel
- Abgabedatum: Juni 2010
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 888,7 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Gießen-Friedberg Deutschland
- Bibliografie: ca. 73
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0830-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Engel, René Juni 2010: "Lean Warehousing" und "Green Logistics": Nur Modethemen oder quantifizierbare Erfolgsfaktoren nachhaltiger Unternehmensentwicklung auch in Krisenzeiten?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Green Logistics, Grüne Logistik, Carbon Footprint, Lean Warehousing, Nachhaltigkeit
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Diplomarbeit von René Engel
Einleitung:
Realwirtschaftliche Auswirkungen der Weltfinanzkrise 2007 prägen weiterhin die aktuelle Weltwirtschaftslage. Die stark exportorientierte deutsche Logistikbranche ist hiervon besonders betroffen.
Gleichzeitig ‘zwingt’ ein innerhalb von Politik und Gesellschaft gewachsenes Umweltbewusstsein die Unternehmen branchenübergreifend, klimaschutzrelevante Aspekte stärker bei der Erstellung von Produkten und Dienstleistungen zu berücksichtigen.
Vor diesem Hintergrund erleben die vorzustellenden Ansätze des Lean Management derzeit eine Art ‘Renaissance’. In den kommenden Jahren wird mit zunehmender Verbreitung ihre Adaption auch im Lagerwesen erwartet.
Umweltschutz und Umweltverträglichkeit sind zudem als ‘neue’ Positionen in den Unternehmensbilanzen zu verankern. Die hieraus auf Seite der Unternehmen resultierenden Aufgaben aber auch Gestaltungsfreiräume sind für die nationale Logistikbranche im Allgemeinen, vertieft am ausgewählten Schwerpunkt des ‘Green Warehousing’, darzustellen.
Um notwendiger Weise Umwelt- und Energieaspekte als Bestandteile der unternehmerischen Entscheidungsfindung berücksichtigen zu können, sind die bekannten Instrumente des (Logistik-) Controlling um diese Themen zu erweitern. Am ausgewählten Bsp. ‘Carbon Controlling’ ist eine solche Umsetzung zu verdeutlichen.
Diese Arbeit gibt einen chancenorientierten Überblick über die parallel zu diskutierenden Logistiktrendthemen ‘Lean’ und ‘Green’. Aspekte des (Logistik-) Controlling sind dabei zu berücksichtigen. Den umfänglichen Themeninhalten geschuldet, werden mittels einer notwendigen Eingrenzung insbesondere nationale Auswirkungen von ‘schlanken und grünen Ansätzen’ bzw. deren Anwendung auf die logistische Disziplin der Lagerwirtschaft fokussiert. Dabei ist herauszustellen, inwiefern sich für Unternehmen zu nutzende Synergien zwischen den beiden Trends (resultierend aus deren zeitgleicher Adaption) ergeben können.
Inhaltsverzeichnis:
| Überblick | II | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Motivation und Zielsetzung | 3 |
| 1.3 | Informationsquellen und Vorgehensweise | 4 |
| 2. | Realwirtschaftliche Auswirkungen der Weltfinanzkrise 2007 | 6 |
| 2.1 | Die US-Immobilienmarktkrise als auslösendes Moment | 6 |
| 2.2 | Betroffenheit der globalen Realwirtschaft ab Ende 2008 | 7 |
| 2.3 | Betroffenheit der Deutschen Logistikbranche | 8 |
| 3. | Ordnungspolitische Ansätze von Klimaschutzpolitik im Zeichen des globalen Klimawandel | 10 |
| 3.1 | Das aktuelle Erdklima – eine Problemsituation | 10 |
| 3.2 | Ansätze ordnungspolitischer Klimaschutzpolitik | 10 |
| 3.2.1 | Internationales Vorgehen : die UN-Weltklimakonferenzen | 10 |
| 3.2.2 | Emissionsziele auf Ebene der Europäische Union | 11 |
| 3.2.3 | Die deutsche Klimaschutzpolitik – eine internationale Vorreiterrolle | 12 |
| 3.3 | Bedeutung der Energieeffizienz in Deutschland | 14 |
| 3.4 | Zwischenergebnis: Klimaschutz durch Ordnungspolitik – Konsequenzen für deutsche Unternehmen | 15 |
| 4. | ’Lean Warehousing’ | 17 |
| 4.1 | ’Lean Management’ – was meint das? | 18 |
| 4.1.1 | Eine Begriffsdefinition von ‘Lean Management’ | 18 |
| 4.1.2 | Entwicklungshistorie : Das ‘Toyota-Produktionssystem’ | 19 |
| 4.1.3 | Grundprinzipien einer schlanken Unternehmensführung | 20 |
| 4.1.4 | Leitlinien zur Vorbereitung der Einführung von ‘Lean Management’ | 21 |
| 4.1.5 | Implementationsbarrieren des ‘Lean Management’ | 23 |
| 4.1.6 | Methoden von ‘Lean Management’ | 24 |
| 4.2 | ’Warehousing’ | 27 |
| 4.2.1 | Begriffseingrenzung und -auslegung | 27 |
| 4.2.2 | Aufwände des ‘Warehousing’ | 29 |
| 4.3 | Vom ‘Lean Management’ zum ‘Lean Warehousing’ | 29 |
| 4.3.1 | Zielsetzung von ‘Lean Warehousing’ | 30 |
| 4.3.2 | ’Six Sigma’ als Methodik des ‘Lean Warehousing’ | 30 |
| 4.4 | Bestandsmanagement als Mittel des ‘Working Capital Managements’ zur Verbesserung der Unternehmensliquidität | 33 |
| 4.5 | Ausblick : ‘Virtual based Collaborative Warehousing’ | 35 |
| 4.6 | Zwischenergebnis ‘Lean Warehousing’ | 37 |
| 5. | ’Green Logistics’ | 39 |
| 5.1 | Warum ‘grüne Logistik’? | 39 |
| 5.2 | ’Treiber grüner Logistik’ | 40 |
| 5.3 | Handlungsfelder ‘grüner Logistik” | 41 |
| 5.4 | ’Grüne IT-Lösungen’ | 42 |
| 5.5 | Gefahr des ‘Greenwashing’ | 43 |
| 5.6 | Praxisbeispiele ‘grüner Logistik’ | 44 |
| 5.7 | Zwischenergebnis ‘Green Logistics’ | 44 |
| 6. | ’Green Warehousing’ | 47 |
| 6.1 | Eine aktuelle Auslegung des Begriffs | 47 |
| 6.2 | Stellgrößen ‘grüner Logistikzentren’ | 47 |
| 6.3 | Zwischenergebnis Green Warehousing | 53 |
| 6.3.1 | ’Green’ als logische Folge der Prozessverschlankung | 53 |
| 6.3.2 | Anreizsysteme der EU | 54 |
| 6.3.3 | Energieeffiziente Logistikzentren als Investitionschance | 55 |
| 7. | Exkurs: Logistik-Controlling | 56 |
| 7.1 | Definition und Gegenstand | 56 |
| 7.2 | Zielsetzungen und Gegenstand | 57 |
| 7.3 | Lagerbestände im Fokus | 58 |
| 7.4 | ’Benchmarking’ | 59 |
| 7.5 | Zwischenergebnis Logistik-Controlling | 60 |
| 8. | ’Carbon Controlling’ als Teil des Unternehmenscontrollings | 61 |
| 8.1 | Berücksichtigung von Treibhausgasemissionen als Teil unternehmerischer Entscheidungen : die aktuelle Situation | 61 |
| 8.2 | Warum ‘Carbon Controlling’? | 62 |
| 8.3 | Definition: ‘Carbon Controlling’ und ‘Carbon Accounting’ | 62 |
| 8.4 | Umsetzung von ‘Carbon Controlling’ auf Unternehmensebene | 63 |
| 8.4.1 | Kurzüberblick : Ausprägungsformen und Arten der Erfassung | 63 |
| 8.4.2 | Der ‘Carbon Footprint’: Nicht-monetäre Erfassung von THG | 64 |
| 8.4.3 | Ansatz des ‘lifecycle carbon cost accounting” | 65 |
| 8.4.4 | Implementieren eines ‘Carbon Controlling’ | 65 |
| 8.5 | Zwischenergebnis ‘Carbon Controlling’ | 66 |
| 9. | Zusammenfassung und Ausblick | 68 |
| Anlagenverzeichnis | 72 | |
| Literaturverzeichnis | 79 |
Textprobe:
Kapitel 5, ‘Green Logistics’:
Ihre Logistik nachhaltiger zu gestalten und somit aus einer ‘Logistik’ eine ‘Grüne Logistik’ (engl. ‘Green Logistics) zu machen, ist derzeit das Bestreben vieler Logistikunternehmen. Den meisten von ihnen fehlt dabei jedoch noch ein genaueres Verständnis der Materie, um letztlich auch eigene Umsetzungsoptionen für Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu realisieren. In diesem Kapitel ist das Grundverständnis von ‘Green Logistics’ zu legen. Der Schwerpunkt ist dabei eher auf Aspekte des Transportwesens gerichtet.
5.1, Warum ‘grüne Logistik’?
Im Ringen um international verbindliche Klimaschutzziele und –vereinbarungen konnten Nachfolgeregelungen zum Kyoto-Protokoll zwar noch nicht fixiert werden. Tendenziell ist aber davon auszugehen, dass die Industrienationen den wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele hier in naher Zukunft werden erbringen müssen.
Für die Logistikwirtschaft bedeutet das eine wesentliche Herausforderung, die insbesondere durch die stark CO2-Emissionen emittierende Transportlogistik zu Schultern sein wird. Zeitgleich nämlich wird ein für Europa und auch Deutschland prognostiziertes Verkehrswachstum in den nächsten Jahren zu erwarten sein, dass den Bemühungen um Reduktion der im Mittelpunkt der Diskussion stehenden CO2-Emissionen zuwider laufen wird. Um dennoch CO2-neutrale Leistungen erbringen zu können, ist das Bestreben nach einer ‘grüneren (Transport-) Logistik’ zu forcieren. Hierzu werden die Logistikunternehmen sich zunächst weitestgehend selber optimieren müssen, um im nächsten Schritt dann die Optimierung von Lieferketten bzw. –Netzwerken aufzugreifen. Darüber hinaus ist heute bereits im Zusammenhang klimafreundlich zu erbringender Dienstleistungen das Thema Zusammenarbeit anzudenken. Insbesondere auf den Gebieten Kooperation und Collaboration ist Pionierarbeit zu leisten, die aber noch deutliche Potentiale für mehr Klimaschutz beinhaltet.
5.2, ‘Treiber grüner Logistik’:
Arretz kategorisiert vier wesentliche Treiber, also quasi ‘Stakeholder in Belangen des Umweltschutzes’, die den Unternehmen ‘grünes Engagement’ abverlangen:
Der Gesetzgeber, der Regulierungen erlässt (z.B. das Emissionshandelssystems oder differenzierte Maut-Sätze); Die Konsumenten, die umweltfreundliche Angebote nachfragen und Transparenz seitens der Unternehmen in bzgl. Umweltschutzaspekten haben wollen; Die Finanzmärkte, die ebenso Transparenz für Investoren fordern und Klimaschutzaspekte positiv bei Bonitätsbewertungen der Unternehmen berücksichtigen; Der Wettbewerb, der die Reputation als umweltfreundliches Unternehmen honoriert / Umweltfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil und gleichzeitig größtes Potential zur Kostensenkung.
Grundsätzlich und der Vollständigkeit halber sind neben den hier gelisteten Treibern auch die steigenden Preise für Energie (insbesondere für Öl und Kraftfahrtstoffe) zu nennen, die bspw. den Wechsel hin zu alternativen Antriebsformen nahe legen.
5.3, Handlungsfelder ‘grüner Logistik”:
Der CO2-Ausstoß ist durch eine Vielzahl an Möglichkeiten zu reduzieren. Diese können folgender ‘ökologischer Kategorisierung’ zugeordnet werden:
Technische Optimierung: Wesentlicher Einflussfaktor bzgl. der Bewertung bestehender Fahrzeug- sowie Flugzeugflotten ist das Alter. Vor dem Hintergrund steigender Kosten für Treibstoffe und den zu erwartenden gesetzlichen Rahmenbedingungen sind Investitionen in eine Reduzierung des Flottendurchschnittsalters neu zu bewerten. In der Schifffahrt können bspw. mittels elektrischer Steuerungsventile Motoren spritärmer gesteuert werden. Erste kommerzielle Anwendung finden hier auch Flugdrachen, die die Fahrtbewegung der Schiffe unterstützen und den Kraftstoffverbrauch dabei bis zu 20% reduzieren sollen.
Logistische Optimierung: Bei der Organisation von logistischen Prozessen können mittels einer Vielzahl von Maßnahmen CO2-Emissionen gesenkt werden. Bspw, eher ‘klassisch’ anmutend, bieten hier Instrumente wie die Routenoptimierung oder das Konsolidieren von Transporten weiterhin zu beachtende Potentiale. Dem Einsatz von Navigationsgeräten zur Vermeidung von ‘Irrfahrten’ kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Im Schiffsverkehr ist die ‘Verlangsamung’ eine markante Handlungsoption, um bei Fahrt mit etwas geringerer Geschwindigkeit deutlich weniger Treibstoff zu verbrauchen.
Nutzung alternativer Antriebsformen: Bei der Reduktion von CO2-Emissionen spielen auch alternative Antriebssysteme eine Rolle. So können Hybridfahrzeuge im Stadtverkehr den Kraftstoffverbrauch um bis zu 30 % reduzieren. Biokraftstoffe scheiden aber der aktuellen Diskussion zu Folgen als echte Alternative hier aus (bspw. wegen hohen Subventionierungen oder technischen Problemen bei der Umsetzung).
Verlagerung auf alternative Transportmittel: Die Verlagerung von Transporten auf einen Verkehrsträger mit einer günstigeren CO2-Bilanz oder ein kombinierter Transport kann CO2-Emissionen durchaus reduzieren. Jedoch ist die Verlagerung immer ein Kompromiss zwischen den Faktoren Zeit, Kosten und CO2-Emission. Besonders wirksam ist die Verlagerung vom Flugzeug auf das Schiff und von der Straße auf die Schiene : So verursacht z.B. der Transport von ca. 100.000 T-Shirts per Container von Hongkong nach Hamburg beim Lufttransport 17fach höhere Emissionen als beim alternativen Transport per Schiff. Sicherlich dauert dieser Seetransport im Nachteil dazu deutlich länger. Den Zusammenhang der o.g. Faktoren in Abhängigkeit der Kombination der Verkehrsträger zeigt die Anlage 4 dieser Arbeit.
Kompetenzförderung: Der Mensch ist der wohl entscheidende Faktor, um letztlich am effektivsten CO2-Emissionen reduzieren zu können: Qualifikation und Training spielen eine wesentliche Rolle, um bspw. eine kraftstoffverbrauchsarme Fahrweise oder die Handhabung neuer energiesparender Techniken zu erlernen. Ebenso sollten Anreize für bspw. die Reduktion von CO2-Emissionen gesetzt werden. So führt die Deutsche Bahn z.B. ‘Energiesparwettbewerbe’ unter ihren Zugführern durch. In den Zügen integrierte Energieverbrauchsanzeigen helfen den Zugführern, ihre Fahrweise entsprechend auszurichten. Letztlich ist die ständige Information der Mitarbeiter um Verbesserungsmaßnahmen zur CO2-Reduktion ein unerlässliches Instrument.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842808300
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Engel, René Juni 2010: "Lean Warehousing" und "Green Logistics": Nur Modethemen oder quantifizierbare Erfolgsfaktoren nachhaltiger Unternehmensentwicklung auch in Krisenzeiten?, Hamburg: Diplomica Verlag
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Green Logistics, Grüne Logistik, Carbon Footprint, Lean Warehousing, Nachhaltigkeit



