"Kundenzufriedenheit" in der sozialen Arbeit
Eine Untersuchung mittels Fragebogen an zwei Standorten eines Sozialpsychiatrischen Dienstes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Hans-Jürgen Alscher
- Abgabedatum: Januar 2003
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Berlin (EFB) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6473-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6473-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6473-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Alscher, Hans-Jürgen Januar 2003: "Kundenzufriedenheit" in der sozialen Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kundenbegriff, Equity Theorie, Zufriedenheit, Attributionstheorie, Confirmation/Disconfirmation-Paradigma
In den Warenkorb
74,00 €
Diplomarbeit von Hans-Jürgen Alscher
Einleitung:
Muffigkeit und barsche Reaktionen, Inkompetenz und Desorganisation sind nur einige Merkmale, die wir vielerorts immer noch erleben auch im Kontext personenbezogener Dienstleistung. Ogger spricht von der „Servicewüste Deutschland“ und aus kritischer Distanz attestiert uns Tominga als japanischer Unternehmensberater eine „kundenfeindliche Gesellschaft“.
Doch die vorliegende Arbeit möchte sich nicht im Kritisieren erschöpfen, sondern vielmehr Anregungen geben, im Felde der sozialen Arbeit mehr zufriedene „Kunden“ zu gewinnen.
Ein enormer Kostendruck innerhalb der sozialen Arbeit, u. a. ausgelöst durch gesetzliche Vorgaben zur Qualitätssicherung und durch zunehmenden Wettbewerb stellen die Bedürfnisse und Entscheidungen der „Kunden“ immer mehr in den Mittelpunkt. „Kundenzufriedenheit“ basiert auf strikter Kundenorientierung und bietet einem Unternehmen in Zeiten sich angleichender Qualität und Preise eine entscheidende Möglichkeit zur Differenzierung gegenüber den Wettbewerbern. Dieses bedeutet u. a. auf „Kunden“ individuell einzugehen und mit diesen gemeinsam zu lernen. Stellt sich ein Dienstleister nicht dieser Thematik, kann seine Existenz mittelfristig mehr als gefährdet gelten.
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn dieser Arbeit nähere ich mich dem Thema „Kundenzufriedenheit“ eher abstrakt und theoretisch, indem zunächst generelle Charakteristika von Dienstleistungen dargestellt werden. Im zweiten Kapitel konzentriert sich der Blick immer mehr auf personenbezogene Dienstleister der sozialen Arbeit. Innerhalb dieses Ausschnittes wird der Bereich der sozialen Arbeit nochmals aufgeteilt in gewerbliche Dienstleister, Not-for-profit-Sector und behördliche Dienstleister. Erste strukturimmanente Besonderheiten werden aufgezeigt.
Im dritten Kapitel werden Kundenzufriedenheitsdefinitionen zunächst eher abstrakt und für alle Dienstleistungsbereiche akzeptabel vorgestellt. Im Weiteren werden drei sozialpsychologische Erklärungskonstrukte der „Kundenzufriedenheit“ vorgestellt und durch Praxisbeispiele mit der realen sozialen Arbeit verknüpft. Abschließend werden in diesem Kapitel verschiedene Formen der Un- Zufriedenheit mit Praxisbezug vorgestellt.
Beginnend mit den generellen Forderungen und Bedürfnissen von Seiten der „Kunden“ wird im vierten Kapitel der Schwerpunkt auf die Bedeutung von „Kundenzufriedenheit“ gelegt. Das Kapitel setzt sich dann ausführlich mit spezifischen „Kundenbegriffen“ und deren Definitionen in den bereits oben erwähnten verschiedenen institutionellen Kontexten auseinander.
Im nächsten Kapitel wird der Frage nachgegangen, welche institutionellen Maßnahmen zur Hebung der „Kundenzufriedenheit“ zur Verfügung stehen.
Das sechste Kapitel soll einen Überblick über das methodische Handwerkszeug zur Messung von „Kundenzufriedenheit“ in der sozialen Arbeit geben. Der Schwerpunkt hierbei wird beim merkmalgestützten Verfahren liegen, da dieses auch in der empirischen Untersuchung Anwendung gefunden hat.
Letzteres, als eine empirische Untersuchung zur „Kundenzufriedenheit“ ist dann auch Hauptgegenstand des siebten Kapitels. Fragestellungen, Verläufe, Ergebnisse, Hypothesen und Handlungsempfehlungen beinhalten dieses umfangreiche Kapitel.
Im achten Kapitel wird auf „Risiken und Nebenwirkungen“ von Kundenzufriedenheitsbefragungen eingegangen. Abschließend im neunten Kapitel wird ein Ausblick in die Zukunft gewagt.
In dieser Arbeit sind jeweils die männlichen Bezeichnungen gewählt, um die Lesbarkeit des Textes nicht durch zusätzliche Artikel und Wortendungen zu verkomplizieren. Alle LeserInnen mögen sich deshalb bitte die weibliche Bezeichnung mitdenken.
Wenn in dieser Arbeit von „Kunden“ die Rede ist, sind damit nicht nur die Kunden im gewerblichen Sinne angesprochen, sondern auch die in NPOs (Not for Profit Organisation) und im behördlichen Bereich. Werden jedoch Kunden ohne Anführungszeichen genannt, beziehen sich diese auf die ursprüngliche Form aus der Erwerbswirtschaft.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 5 |
| 2. | Dienstleistungen | 7 |
| 2.1 | Kennzeichen von Dienstleistungen | 7 |
| 2.2 | Merkmale personenbezogener Dienstleistungen in sozialer Arbeit | 12 |
| 2.3 | Begriff, Strukturdarstellung personenbezogener Dienstleister und Handlungsfelder sozialer Arbeit | 14 |
| 2.3.1 | Gewerbliche Dienstleister | 15 |
| 2.3.2 | NPOs | 16 |
| 2.3.3 | Behördliche Dienstleister | 18 |
| 3. | „Kundenzufriedenheit“ | 19 |
| 3.1 | Allgemeingültige Definitionsansätze | 19 |
| 3.2 | Konzeptualisierung der „Kundenzufriedenheit“ oder: Wie entsteht Kundenzufriedenheit? | 20 |
| 3.2.1 | Das Confirmation/Disconfirmation -Paradigma | 20 |
| 3.2.2 | Attributionstheorie | 23 |
| 3.2.3 | Equity Theory | 28 |
| 3.2.4 | Formen der Zufriedenheit und der Unzufriedenheit | 30 |
| 4. | Die Bedeutung von „Kundenzufriedenheit“ in der sozialen Arbeit | 31 |
| 4.1 | Was fordern und wünschen sich „Kunden“? | 32 |
| 4.2 | „Kunden“ im Kontext verschiedener Dienstleistungsanbieter | 35 |
| 4.2.1 | Kunden bei gewerblichen Dienstleistern | 35 |
| 4.2.2 | „Kunden“ in NPOs?! | 38 |
| 4.2.3 | „Kunden“ in Behörden?! | 41 |
| 5. | Welche Maßnahmen des Managements können die „Kundenzufriedenheit“ steigern? | 46 |
| 6. | Verfahren zur Ermittlung/Messung der „Kundenzufriedenheit“ oder: Wie komme ich den Interessen der „Kunden“ auf die Spur? | 51 |
| 6.1 | Objektive Verfahren zur Messung von „Kundenzufriedenheit“ | 53 |
| 6.2 | Subjektive Verfahren zur Messung von „Kundenzufriedenheit“ | 53 |
| 6.2.1 | Merkmalsorientierte Messverfahren | 54 |
| 6.2.1.1 | Implizite Methoden | 55 |
| 6.2.1.2 | Explizite Methoden (SERVQUAL) | 56 |
| 6.2.2 | Ereignisorientierte Messverfahren | 60 |
| 7. | Empirische Untersuchung an zwei Standorten eines sozialpsychiatrischen Dienstes | 62 |
| 7.1 | Fragestellung der Studie | 62 |
| 7.2 | Ort und Teilnehmer der Studie | 63 |
| 7.3 | Studiendesign | 66 |
| 7.4 | Pretest | 67 |
| 7.5 | Studienverlauf | 67 |
| 7.6 | Aufbereitung der Daten | 69 |
| 7.7 | Ergebnisse, Hypothesenbildungen und Handlungsempfehlungen nach der Untersuchung | 69 |
| 8. | Befragungen zur „Kundenzufriedenheit“ als Intervention in spannungsreiche Interessenlagen | 84 |
| 9. | Ausblick | 86 |
| Anhang | 88 | |
| Literaturverzeichnis | 94 |
kompetenten Leitung, sondern auch mit zufriedenen Adressaten. Die Ausstrahlung z. B. eines Betreuers beeinflusst das Wahrnehmen der erbrachten Leistung und somit auch die Zufriedenheit der Bewohner. Es entsteht ein Wechselspiel zwischen dem Mitarbeiter und dem Adressaten. Eine m. E. zentrale Schlüsselrolle nehmen gute Mitarbeiter in der sozialen Arbeit ein, denn gerade hier wirken auch die Professionellen zuweilen laienhaft, wenn sie nicht gelernt haben, mit konfliktträchtigen Situationen konstruktiv umzugehen. In einem umkämpften Markt wird es nämlich zunehmend wichtiger, dass das Kundenkontaktpersonal neben der fachlichen Qualifikation auch über eine hohe soziale und emotionale Kompetenz verfügt. Desto größer der Wettbewerb innerhalb eines Feldes der sozialen Arbeit, umso wichtiger wird die „Kundenzufriedenheit“ der „externen Kunden“ Kunden“ (Klienten, (Mitarbeiter). Bewohner) Nachfolgendes und der „internen soll den Schaubild [...]
voranbringen. „Der Erfolg des Sozialarbeiters wird deswegen wesentlich davon abhängen, ob es ihm (direkt oder über Vermittler) gelingt, die Aufträge der übrigen Auftraggeber mit denen der Adressaten so in Kontakt zu bringen, dass diese wechselseitig füreinander bedeutsam und handlungsleitend werden.“64 Wie bereits im Kap. 4.2.2, S. 38 erwähnt, liegen vielen Gesetzestexten im BSHG und KJHG ein kundenorientiertes Dienstleistungsverständnis zugrunde, dessen Geist noch nicht überall das Erscheinungsbild der Ämter geprägt hat. „Das Kundenverständnis des KJHG basiert…auf der Fiktion mündiger BürgerInnen, die erkennen, was sie brauchen, und die wissen, was sie wo unter welchen Bedingungen bekommen können.“65 Doch dieses ist nur die eine Seite der Medaille, denn oftmals wissen eben psychiatrisch kranke Menschen nicht, was sie brauchen und dann wäre es fachlich falsch, solch ein Denken zu betonen. Der SpD oder das Jugendamt muss dann sehr wohl als Eingreifsbehörde, auch bei Widerstand des Adressaten und der Angehörigen, zum Wohle der Adressaten aber auch zum Schutze der Gesellschaft konsequent intervenieren. Inhaltlich kann sich „Kundenzufriedenheit“ dann nicht nur auf Serviceindikatoren stützen. Dieser Verkürzung sollte durch eine inhaltliche Erweiterung dieser Indikatoren entgegengewirkt werden. Denn gerade in Bereichen, in denen die Autonomie oftmals eingegrenzt wird, haben grundsätzliche Haltungen wie Fairness und Ehrlichkeit, Klarheit und Transparenz für das Handeln einen hohen Stellenwert.66 Dagegen kann nur „verstoßen“ werden, wenn aufgrund akuter Selbstoder Fremdgefährdung die Fürsorgepflicht handlungsleitend ist. Ziel des SpDs oder des Jugendamtes wird folglich auch es nicht und kann es nicht sein, Begeisterungsanforderungen bei den [...]
Alle diese genannten Gruppen können einen jeweils unterschiedlichen Beitrag leisten zur Lösung der Probleme. Aus diesem Grunde sollte ein kompetenter Sozialarbeiter die verschiedenen Erwartungen und Interessenlagen der Anspruchsgruppen kennen (-lernen) und diese als „Kunden“ im metaphorischen Sinne verstehen. Im engeren Sinne haben formal nur die Eltern der Cliquenangehörigen ein einklagbares Recht z. B. auf Hilfe zur Erziehung nach § 27 ff KJHG. Doch es wäre wenig hilfreich, sich nur darauf beschränken zu wollen. Durch eine individualisierte Vorgehensweise und der Ignoranz des Kontextes könnte nur mühsam und wenig erfolgversprechend Hilfe geleistet werden. Vielmehr ist es notwendig weitere Anspruchsgruppen „mit ins Boot zu nehmen“, damit deren Ressourcen, sei es geistiger (Ideen, Engagement etc.) oder materieller Art (leerstehender Kellerraum eines Hausbesitzers etc.), fruchtbringend 44 den Lösungsprozess mit [...]
In den Warenkorb
74,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464738
Arbeit zitieren:
Alscher, Hans-Jürgen Januar 2003: "Kundenzufriedenheit" in der sozialen Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kundenbegriff, Equity Theorie, Zufriedenheit, Attributionstheorie, Confirmation/Disconfirmation-Paradigma



