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"Kontrolliertes Trinken" bei Alkoholproblemen

Möglichkeiten und Grenzen eines Konzepts

"Kontrolliertes Trinken" bei Alkoholproblemen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tobias Hoffmann
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 2,4 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5257-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5257-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5257-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hoffmann, Tobias Januar 2002: "Kontrolliertes Trinken" bei Alkoholproblemen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Klassifikation, Selbsthilfegruppen, Alkoholismus, Alkohol

Diplomarbeit von Tobias Hoffmann

Einleitung:

„Kontrolliertes Trinken“ bei Alkoholproblemen, ein schwierig zu differenzierendes aber sehr diskussionswürdiges Thema. Gilt in der Suchtkrankenhilfe der Grundsatz, dass ein kontrolliertes Trinken bei Alkoholabhängigkeit unter keinen Umständen mehr möglich ist, hinterfragt der Autor mit dieser Arbeit das „unter keinen Umständen“ und differenziert dieses u.a. anhand von Zielgruppen, Möglichkeiten und Grenzen.

Der Autor hat durch seine eigene Tätigkeit in dem Abstinenzverband „Blaues Kreuz in Deutschland e.V.“ als Gruppenleiter, Referent in der Ausbildung zum „Freiwilligen Suchtkrankenhelfer“ und der eigenen Alkoholabhängigkeit, mit der er im achten Jahr abstinent lebt, einen persönlichen Bezug zum Thema.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Kapitel wird die Entwicklung des Untersuchungsansatzes beschrieben, der dieser Arbeit zu Grunde liegt. Dieser bezieht sich darauf, wie, für wen und in welchem Umfang das Konzept des „Kontrollierten Trinkens“ anwendbar ist.

Das zweite Kapitel beinhaltet die theoretischen Grundlagen der Arbeit: Klassifikationen und Typologien des Alkoholismus. Anhand der dargestellten Klassifikationen wird beschrieben und kritisch hinterfragt, nach welchen Kriterien Alkoholismus in Missbrauch und Abhängigkeit eingestuft wird. Der Begriff „Alkoholismus“ wird kritisch betrachtet und in einer Arbeitsdefinition der Bezug zum „Kontrollierten Trinken“ hergestellt. Ebenso werden die vorgestellten Typologien mit Bezug zum „Kontrollierten Trinken“ diskutiert.

Das Konzept des „Kontrollierten Trinkens“ wird im dritten Kapitel vorgestellt. Unauffällige Trinkformen werden definiert, Zielgruppen für das „Kontrollierte Trinken“ dargestellt und Hilfsangebote zum „Kontrollierten Trinken“ beschrieben, bei denen zum internationalen Vergleich auch auf englischsprachige Hilfsangebote zurückgegriffen wird.

Nach der Vorstellung des „Kontrollierten Trinkens“ wird im vierten Kapitel dessen Möglichkeiten und Grenzen in Bezug zu physischen, psychischen, strukturellen Bereichen sowie zu Hilfsangeboten zum „Kontrollierten Trinken“ diskutiert und abschließend die Arbeit mit einem Ausblick für die abstinenzorientierten Selbsthilfegruppen resümiert.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 5
1. Ausgangssituation 7
1.1 Zur Realisierung der Integration des Konzepts des „Kontrollierten Trinkens“ in die Selbsthilfe- und Abstinenzverbände 7
1.2 Der für diese Arbeit zu Grunde liegende Untersuchungsansatz 8
2. Theoretische Grundlagen der Arbeit 9
2.1 Klassifikationen des Alkoholismus 9
2.1.1 Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) 10
2.1.1.1 Schädlicher Gebrauch bzw. Alkoholmissbrauch 11
2.1.1.2 Abhängigkeitssyndrom bzw. Alkoholabhängigkeit 11
2.1.2 Diagnostisches und statistisches Manual Psychischer Störungen (DSM-IV) 13
2.1.2.1 Alkoholmissbrauch 14
2.1.2.2 Alkoholabhängigkeit 16
2.1.3 Arbeitsdefinition 17
2.2 Typologien des Alkoholismus 21
2.2.1 Typologie nach Jellinek als gebräuchlichste Typologie 22
2.2.2 Typologien, die in zwei Kategorien unterteilen 25
2.2.3 Typologie nach qualitativen Kategorien 30
2.2.4 Resümee der Typologien 38
3. Das Konzept des „Kontrollierten Trinkens“ 39
3.1 Definitionen unauffälliger Trinkformen 40
3.1.1 Normales Trinken 40
3.1.2 Kontrolliertes Trinken 41
3.1.3 Moderates Trinken 42
3.1.4 Soziales Trinken 43
3.2 Zielgruppen des „Kontrollierten Trinkens“ 44
3.2.1 Problemtrinker 45
3.2.2 Schwer Alkoholabhängige 46
3.2.3 Mehrfach geschädigte chronische Alkoholabhängige 47
3.3 Hilfsangebote zum kontrollierten Trinken 49
3.3.1 Schriftliche Selbstkontrollanleitungen 50
3.3.1.1 Das 10-Schritte-Programm (Deutschland) 50
3.3.1.2 How to cut down on your drinking (USA) 54
3.3.2 Persönlich angeleitete Einzel-/Gruppenprogramme am Beispiel des „Ambulanten Gruppenprogramms zum kontrollierten Trinken“ (AkT) 59
3.3.3 Selbsthilfegruppen zum kontrollierten Trinken 62
3.3.4 Kurzanleitungen zum kontrollierten Trinken durch Ärzte und Psychotherapeuten 68
4. Diskussion des Konzepts des „Kontrollierten Trinkens“ 70
4.1 Möglichkeiten des „Kontrollierten Trinkens“ 70
4.2 Grenzen des „Kontrollierten Trinkens“ 77
4.3 Würdigung 81
5. Resümee 86
Literaturverzeichnis 92
Weiterführendes Literaturverzeichnis 97
Abkürzungsverzeichnis 101
Verzeichnis über die Tabellen und Abbildungen 103
Glossar 105

Automatisiert erstellter Textauszug:

7. Festlegung von Strategien zum Erreichen der Ziele: Der siebte Schritt befasst sich mit „Tricks“ bzw. Verhaltensweisen zur Zielerreichung, z.B. Situationen zu meiden, die zum Zuviel-Trinken verleiten können, wie und von wem Unterstützung einzuholen ist und wie bzw. in welchen Formen alkoholische Getränke abgelehnt werden können. Der Umgang mit „Ausrutschern“, also Abweichungen von den Zielen, werden angesprochen und Hilfen angeboten damit umzugehen (S.65-74). 8. Freizeitgestaltung: Änderungen im Trinkverhalten werden direkt auf Änderungen im Freizeitbereich bezogen. Möglichkeiten und Beispiele für eine alkoholfreie bzw. alkoholreduzierte Freizeitgestaltung werden gegeben und dazu angeregt sich bewusst zu machen, was denn selber Freude bereitet, und selbst aktiv zu werden. Die Freizeitplanung betrifft 1 Woche, mit einer Reflexion, was gut gefallen und gut geklappt hat. (S.75-80) 9. Umgang mit Belastungen: Geringerer Alkoholkonsum lässt Belastungen spürbarer werden. In diesem neunten Schritt geht es darum, Belastungen zu erkennen, um mit dem kontrollierten Trinken besser zurecht zu kommen. Die Vorstellung, dass man allein durch kontrolliertes Trinken besser mit dem Leben zurecht kommt, wird als unrealistisch beschrieben. Der umgekehrte Fall ist demnach der realistische, nämlich, je länger die Belastungen anhalten und ohne Alkoholpuffer zu schaffen machen, desto größer ist die Gefahr, dass verstärkt zu Alkohol gegriffen wird, um seine vertraute Wirkung zu erleben. Belastungen sollen daher aktiv angegangen werden, anstatt sie vor sich herzuschieben. Dazu werden einige Bewältigungsstrategien gegeben, z.B., dass sich mit jemandem ausgesprochen wird, mit dem eine Auseinandersetzung „in der Luft liegt“. Als weitere Bewältigungsstrategie wird wiederum die Unterstützung anderer Menschen genannt und Möglichkeiten angeregt, wie man mit ihnen ins Gespräch kommt. Überprüfungsmöglichkeiten werden aufgezeigt, ob eine gelassenere Einstellung Belastungen entschärfen kann und der Rat gegeben, sich etwas "Gutes" anzutun. (S.81-85) 10. Stabilisierung und Weiterführung der erreichten Veränderung: Im letzten und zehnten Schritt wird Bilanz zu den Themen gezogen: „wo bin ich und wie geht es weiter“. Eine Analyse der subjektiven Zufriedenheit mit der Veränderung [...]

Alkoholkonsums: In dem dritten Schritt werden positive und negative Auswirkungen des Alkoholkonsums verdeutlicht in körperlichen, psychischen, beruflichen, zwischenmenschlichen, finanziellen Bereichen und Freizeitaktivitäten. Des Weiteren werden die Vor- und Nachteile einer Veränderung des Alkoholkonsums bewusst gemacht (S.22-30). 4. Aneignung wichtiger Informationen über das Thema „Alkohol“: Hilfreiche und notwendige Fakten zum Thema „Alkohol und Verringerung des Alkoholkonsums“ werden vermittelt, beispielsweise zu Blutalkoholkonzentrationen, Reinalkohol, Alkoholgehalt, körperliche Folgeschäden übermäßigen Alkoholkonsums, Umrechnung unterschiedlicher Alkoholika in Standardgetränkeeinheiten (SE)13, Grenzwerte für wenig riskanten Konsum und Mengenempfehlungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol (S.31-47). 5. Festlegung von Zielen für kontrolliertes Trinken: Ab hier beginnt die eigentliche Reduzierung des Alkoholkonsums. Vor Beginn des kontrollierten Trinkens soll, wenn möglich, eine 1-2 wöchige Abstinenzphase eingelegt werden, um z.B. Abstand vom Gewohnheitstrinken zu gewinnen. Die Trinkziele werden immer für eine Woche festgelegt und anschließend neu entschieden wie es für die nächste Woche weitergeht. Es werden drei Zielgrößen festgelegt: a) Die Anzahl der Tage, an denen kein Alkohol getrunken wird. b) Die Obergrenze an Standardeinheiten, die an keinem der 7 Tage überschritten werden soll. c) Die Summe der Standardeinheiten an allen 7 Tagen zusammen, die nicht überschritten werden soll. Weiterhin werden Hilfen gegeben, wie beim Festlegen von Zielen verfahren werden kann (S.48-58). 6. Identifizierung von Risikosituationen für Zuviel-Trinken: [...]

Als Zeitplan wird empfohlen etwa 3 Monate einzuplanen. Im Einzelnen sind für die Schritte 1-4 zwei bis drei Wochen vorgesehen, für die Bearbeitung der Schritte 5-9 acht Wochen, wobei diese Schritte Woche für Woche in der immer gleichen Weise bearbeitet werden, um in der 11. bis 12. Woche zum Ende des Programms zu gelangen (S.2-3). Im Anhang finden sich Tabellen und Informationen zum Alkoholgehalt unterschiedlicher Getränke und deren Umrechnung in Reinalkohol sowie Blutalkoholkonzentrationen. Es folgt eine kurze Darstellung der 10 Schritte: 1. Herstellung günstiger Rahmenbedingungen zum Erlernen des kontrollierten Trinkens: Im ersten Schritt sollen derzeitige Belastungssituationen erkannt werden. Wenn diese Belastungen die eigenen Kräfte besonders stark beanspruchen, dann soll mit dem Beginn des kontrollierten Trinkens gewartet werden. Als Beispiele sind u.a. genannt Umzug, Trennung von einer nahe stehenden Person. Die Unterstützung anderer Menschen wird angeraten und begründet. (S.6-10) 2. Führen des Trink-Tagebuchs: Das Führen des Trink-Tagebuchs dient der Bilanz des gegenwärtigen Alkoholkonsums und dem Erkennen • • • • • • • der höchsten täglichen Trinkmenge in einer Woche, des durchschnittlichen täglichen Alkoholkonsums, des gesamten wöchentlichen Alkoholkonsums, der Vergegenwärtigung alkoholfreier Tage, wann und mit wem man üblicherweise getrunken hat, wiederkehrender Trinkauslöser, in wie weit das Trinken Gewohnheitscharakter angenommen hat. [...]

Arbeit zitieren:
Hoffmann, Tobias Januar 2002: "Kontrolliertes Trinken" bei Alkoholproblemen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Klassifikation, Selbsthilfegruppen, Alkoholismus, Alkohol

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