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"Kleptoman" - Mythos oder Realität

Eine Nachuntersuchung von sich so bezeichnenden Ladendieben unter besonderer Berücksichtigung methodischer Überlegungen

"Kleptoman" - Mythos oder Realität
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Claudia Knöllinger
  • Abgabedatum: März 1999
  • Umfang: 242 Seiten
  • Dateigröße: 33,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4547-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4547-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4547-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Knöllinger, Claudia März 1999: "Kleptoman" - Mythos oder Realität, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Psychopathologie, Stehlzwang, Kasuistiken, Stehlsucht, Kleptomanie

Diplomarbeit von Claudia Knöllinger

Zusammenfassung:

Das Ziel dieser Arbeit bestand darin, das Störungsbild der Kleptomanie unter besonderer Berücksichtigung des Selbstbildes der Probanden mit der Methode des unstrukturierten Interviews genauer zu untersuchen. Dabei wurde versucht, methodische Mängel bestehender Studien zu umgehen. Insbesondere sollte versucht werden, eine Antwort auf folgende Fragen zu finden: Gibt es ein Störungsbild der Kleptomanie und wenn ja, ist sie dann eine eigenständige Krankheit, wie es in den Diagnosemanualen impliziert wird oder ein Symptom, das bei einer Vielzahl anderer Störungsbilder vorkommen kann?

Die vorliegende Arbeit gibt eine Einführung in die Konzeptualisierung der Kleptomanie. Die Geschichte der Kleptomanie und verschiedene Sichtweisen und Erklärungsansätze der Problematik sowie die Abhandlung der Kleptomanie in den Diagnosemanualen werden dazu beschrieben. Die Arbeit endet mit der Diskussion der Schlussfolgerungen und der Ergebnisse.

Wie schon in früheren Studien zeigte sich auch hier eine hohe Komorbidität mit anderen psychischen Störungen, was nahegelegt, daß es sich bei der Kleptomanie um ein Symptom handelt, welches dem pathologischen Stehlen nach DSM-IV sehr ähnlich ist und das bei einer Vielzahl anderer Störungsbilder und Persönlichkeitsstörungen auftritt. Aufgrund der Tatsache, daß offensichtlich bei ein und demselben Probanden sowohl Anzeichen von Stehlen aus Bereicherung als auch von pathologischem Stehlen zu finden sind, kann geschlossen werden, daß dieses beobachtete Symptom keine feste Eigenschaft des Täters, sondern ein Merkmal einer bestimmten Handlung ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung und Zielsetzung 1
2. Die Konzeptualisierung der Kleptomanie 3
2.1 Die Entwicklung des Kleptomaniebegriffes und ätiologische Erklärungsansätze 3
2.1.1 Die historischen Anfänge 3
2.1.2 Triebtheoretische Erklärungsansätze 5
2.1.3 Organische Erklärungsansätze 7
2.1.4 Biologische Erklärungsansätze 8
2.1.5 Psychodynamische Erklärungsansätze 9
2.1.6 Soziale Erklärungsansätze 11
2.1.7 Verhaltenstheoretische Erklärungsansätze 12
2.2 Diskussionen über das Konzept der Kleptomanie als Symptom oder Syndrom 13
2.3 Kleptomanie in den Diagnosemanualen 19
2.3.1 Das Kleptomaniekonzept im DSM-IV 19
2.3.2 Das Kleptomaniekonzept im ICD-10 21
2.3.3 Kritik an den Diagnosekriterien 22
3. Sanktionspraxis bei Ladendiebstahl 26
3.1 Aufdeckung von Ladendiebstählen 26
3.2 Kleptomanie-ein juristisches Artefakt? 28
3.3 Exkurs: Ladendiebstahl aus der Sicht der Unternehmer 29
4. Methodik 32
4.1 Bisherige Forschungskonzepte der Kleptomanie und deren Probleme 32
4.1.1 Selektive klinische Stichproben 32
4.1.1.1 Kasuistiken beziehungsweise allgemeinpsychiatrische Stichproben 32
4.1.1.2 Stichproben eßgestörter Patienten 36
4.1.1.3 Stichproben depressiver Patienten 39
4.1.2 Untersuchung von Ladendieben 40
4.1.3 Gutachtenstudien 43
4.1.4 Untersuchung von „Kleptomanen“ 45
4.1.5 Komparative Studien 49
4.2 Grundüberlegung zur aktuellen Vorgehensweise 53
4.2.1 Untersuchung aller Ladendiebe 54
4.2.1.1 Untersuchung aller gefaßten Ladendiebe 54
4.2.1.2 Untersuchung aller staatsanwaltschaftlich bearbeiteten Ladendiebe 56
4.2.1.3 Untersuchung von verurteilten Ladendieben 57
4.2.2 Untersuchung von Stichproben „Kleptomaner“ 57
4.2.2.1 Probandenrekrutierung via Anzeige/Aushang 58
4.2.2.2 Befragung von begutachteten Ladendieben 58
4.2.2.3 Untersuchung „therapierter“ Ladendiebe 59
4.2.2.4 Untersuchung von Probanden der Bewährungshilfe 60
4.2.3 Vorgehensweise der Probandengewinnung in dieser Studie 61
4.3 Methodisches Vorgehen 62
4.3.1 Darstellung der Möglichkeiten 62
4.3.2 Darstellung der gewählten Methode 64
5. Darstellung der Ergebnisse 66
5.1 Kasuistiken sowie Überprüfung der Kleptomaniekriterien nach DSM-IV S.68
5.1.1 Eigene Falldarstellungen 68
5.1.1.1.a Kasuistik 1: Frau S. 68
5.1.1.1.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 76
5.1.1.2.a Kasuistik 2: Frau K 78
5.1.1.2.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 86
5.1.1.3.a Kasuistik 3: Herr G. 88
5.1.1.3.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 95
5.1.1.4.a Kasuistik 4: Herr B. 97
5.1.1.4.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 103
5.1.1.5.a Kasuistik 5: Frau N. 107
5.1.1.5.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 118
5.1.1.6.a Kasuistik 6: Frau D. 120
5.1.1.6.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 128
5.1.1.7.a Kasuistik 7: Frau U. 130
5.1.1.7.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 137
5.1.1.8.a Kasuistik 8: Frau E. 139
5.1.1.8.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV. 145
5.1.2 Falldarstellungen aus der Nachbegutachtungsstudie des Herrn Dr. Krauter 147
5.1.2.1.a Kasuistik 9: Herr R. 147
5.1.2.1.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 156
5.1.2.2.a Kasuistik 10: Frau C. 159
5.1.2.2.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 167
5.1.2.3.a Kasuistik 11: Frau H. 169
5.1.2.3.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 178
5.1.2.4.a Kasuistik 12: Frau B. 180
5.1.2.4.b Überprüfung der Kleptomaniediagnose nach DSM-IV 186
6. Auswertung und Diskussion der Ergebnisse 188
6.1 Gemeinsame ätiologische Faktoren und Mechanismen 188
6.1.1 Kindheit und Elternhaus 188
6.1.1.1 Emotionale Entbehrungen 188
6.1.1.2 Materielle Entbehrungen 189
6.1.1.3 Überforderung durch frühe Verantwortung 189
6.1.2 Ausbildung und Beruf 190
6.1.2.1 Schulbildung 190
6.1.2.2 Fehlende Selbstverwirklichung: Berufsausbildung 190
6.1.2.3 Aufgabe der Berufsausübung 190
6.1.2.4 Finanzielle Knappheit 191
6.1.2.5 Finanzielle Abhängigkeit 191
6.1.3 Soziale Beziehungen 192
6.1.3.1 Mutlosigkeit wegen gescheiterter Partnerschaften 192
6.1.3.2 Partnerschaftsprobleme 192
6.1.3.3 Fehlende Selbstbestimmung 193
6.1.3.4 Enttäuschung wegen Aufopferung durch „falsche“ Freunde 193
6.2 Tat und Reaktion auf die Tat 195
6.2.1 Äußeres Tatverhalten 195
6.2.2 Inneres Tatempfinden: Affektive Aufladung und Anspannung 195
6.2.3 Zeitlicher Zusammenhang zu affektiven Ereignissen 196
6.2.4 Ambivalenz zwischen Bagatellisierung und Selbstverachtung 197
6.2.5 Angst vor Wiederholung 197
6.2.6 Bewältigungsstrategien 198
6.2.7 Unrechtsbewußtsein 198
6.2.8 Geheimhaltung 199
6.3 Krankheitsbewußtsein und Selbstbild 200
6.3.1 Krankheitsbewußtsein und Umgang mit dem Etikett „Kleptomanie“ 200
6.3.2 Selbstbild und Persönlichkeit 201
6.3.3 Anzeichen für Simulation oder Dissimulation 201
6.3.4 Neurologisch-psychiatrische Begutachtung 202
6.4 Kleptomanie: Syndrom oder Symptom 204
6.4.1 Komorbidität 204
6.4.2 Selbstwertproblematik und Selbsthaß 205
6.4.3 Mangelnde Konfliktbewältigungsstrategien 205
6.4.4 Zusammenfassung 206
6.5 Pathologischer und nicht-pathologischer Diebstahl 207
6.5.1 Die „Kleptomanie“ als Persönlichkeitsmerkmal? 207
6.5.2 Vom „gewöhnlichen“ zum „pathologischen“ Diebstahl: Ein Denkmodell 208
7. Exkurs: Ansätze zur Therapie der Kleptomanie 209
8. Zusammenfassung und Ausblick 212
9. Anhang 216
10. Literaturverzeichnis 226

Arbeit zitieren:
Knöllinger, Claudia März 1999: "Kleptoman" - Mythos oder Realität, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Psychopathologie, Stehlzwang, Kasuistiken, Stehlsucht, Kleptomanie

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