"Kann Humor deinem Problem schaden?"
Humor als Interventionsinstrument für Sozialpädagogen, Pädagogen und Therapeuten?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Eva Ullmann
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 68 Seiten
- Dateigröße: 3,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Berlin (EFB) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5067-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5067-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5067-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ullmann, Eva Januar 2002: "Kann Humor deinem Problem schaden?", Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gesprächsführung, Kommunikation, Training, Humor, Provokation
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Eva Ullmann
Problemstellung:
Bei intensiverer Beschäftigung mit dem Thema Humor stößt man im Zusammenhang mit der Pädagogik hauptsächlich auf die humorvolle Provokation und paradoxe Interventionen in Therapieformen. Somit entstand die Frage, ob humorvolle Provokation als ein eigenständiges Interventionsinstrument oder eine eigene Methode bezeichnet werden kann oder ob sie immer nur Teil einer komplexeren Methode der Gesprächsführung ist.
Ziel dieser Arbeit ist es auch nicht, ein durch eigene Forschungsergebnisse gesichertes Wirkungsinstrument des Humors vorzustellen, auch wenn in unterschiedlichen Fachrichtungen genau das gefordert wird. Der Schwerpunkt liegt also auf der gut recherchierten Literaturerhebung zur praktischen Wirkungsweise von humorvoller Provokation und paradoxer Intervention in verschiedenen Therapieansätzen und deren Bezug zur Gesprächsführung.
Gerade in den letzten Jahren hat z.B. der systemisch-konstruktivistische Ansatz, als von außen kommend, die Gesprächsführung von Fachpersonal angeregt und beeinflusst. Dies soll hier für die humorvoller Provokation passieren. Innerhalb des Sozialpädagogikstudiums wird dieser Aspekt in der Gesprächsführung kaum beachtet, obwohl er aus meiner Sicht eine äußerst effektive Wirkung auf das lösungsorientierte Handeln zu haben scheint. Außerdem hat man unglaublich Spaß am Gespräche führen.
Meiner Einstellung entsprechende Gedanken, wie der Mensch grundsätzlich mit Problemen umgeht, fand ich bei Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie. Er geht davon aus, dass ein Mensch sein Leiden loswerden möchte. Es passiert jedoch, dass sich der Mensch so sehr auf das Leiden fixiert, dass seine „geistige Fähigkeit beschränkt und die Chancen zur sinnorientierten Selbstentfaltung verbaut (werden).“. Wenn ein Mensch sich aus neurotischen Symptomen befreien möchte, droht er paradoxer Weise unfreier zu werden, weil er eine Erwartungshaltung aufrecht erhält. Verschlimmert wird dieser Zustand durch übermäßige Selbstbeobachtung. Daraus schlussfolgere man: Ziel eines Problemgesprächs kann es nicht sein, dass sich der Mensch nur mit seinem Problem beschäftigt, identifiziert und versucht die Ursache dafür zu finden.
Das Ziel liegt nicht darin, dem Menschen die Sicht zu bestimmten Veränderungen aufzudrängen, sondern die Klienten in die Lage zu versetzen, mehr Freiheit zu erleben, in ihrem Leben eine Wahl zu treffen und danach zu handeln.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit beginnt mit einer Definition des Humorbegriffs (Erwarten Sie hier etwas Seriosität, nicht zu viele Witze, die folgen später!). Daraufhin wird es einen Abstecher in die Psychologie geben, um die interessanten und physiologischen Wirkungen von Gehirn und Körper auf das Phänomen Lachen zu untersuchen. Mit einem weiteren Kapitel wird die positive Funktionsweise des Lachens von der krankhaften Funktionsweise getrennt, um eine pauschalisierte Anwendung von humorvoller Provokation auszuschließen. Nun folgt eine Untersuchung der verschiedenen Therapieformen auf ihre Verwendung der humorvollen Provokation, um sie dann auf eine Anwendung im Kontext der Sozialen Arbeit hin zu überprüfen.
Abgeschlossen wird die Arbeit mit den praktischen und amüsanten Beispielen der provokativen Therapie.
Eine Teilnehmerin schildert das Problem, sich mit ihrem dicken Körper sehr unwohl zu fühlen.
Frank Farelly begeistert sich für das Problem: „Was, Du machst was dagegen? Aber dick sein ist doch was tolles!“.
Sie: „Ich mache viel Sport.“.
Frank: „Welchen? Den Kühlschrank in schnellster Geschwindigkeit zu öffnen? Was ist dein Problem?“.
Sie: „Ich will so nicht sein.“.
Frank: „Körperlich Gelähmte wollen auch nicht so sein und im Rollstuhl sitzen, aber sie passen sich an. Man braucht halt größere Klamotten, aber hey, es gibt doch genial tolle Zeltausrüster. Gründe doch eine neue Bewegung! (zeigt Schriftzug in der Luft) – ‚Fat ist beautiful’ - Schwabbel ist schön.“.
Sie: lacht glucksend.
Frank: „Ich esse, also bin ich - das ist deine existenzielle Behauptung. Keiner versteht das Kreuz, das wir tragen. Jesus musste nur einen Tag das Kreuz tragen, aber du...“ (springt auf und imitiert das Tragen eines Kreuzes). „Wann hattest du deine letzte Affäre? Ist's lang her? Verbrennt das zu viele Kalorien?“ (spricht zu einem unsichtbaren Mann) „Sorry, hab´ne Affäre mit dem Kühlschrank!“.
Sie: Lacht schallend und sagt, die letzte Beziehung hätte sie erst vor kurzem gehabt. Er ist gleich groß, aber 10 kg leichter.
Frank: „Ich hab eine Studie gelesen, dass fette Leute mit Kühlschrank mehr Orgasmen pro Woche haben, als die ganzen Fitness-Schlanken. Die bringen es lediglich auf 1,2 Orgasmen.“.
Sie: „Na definitiv sind es mehr als 1,2 Orgasmen pro Woche“ (grinst).
Wie macht man das? Wie wild in den Busch der Vermutungen und Gedanken des Gegenüber reinschießen und Widerstand und Reaktion zu provozieren. Unter die Gürtellinie provozieren und doch nicht verletzend, sondern sehr produktiv sein. Mit sofortiger Reaktion. Und das Gegenüber bedankt sich auch noch für die vielen verrückten Bilder, die man ihm mitgibt.
Farelly, der Begründer der provokativen Gesprächsführung bündelt das, was verschiedenste Gesprächsmethoden seit Jahren ansatzweise integrieren: Provokation, Paradoxes, Humor und Lachen. Gezielt und ohne zu verletzen. Wie man Widerstand provozieren kann, den der Mensch gegen sein eigenes Problem richtet, nicht gegen seinen Gesprächspartner. Wie man eine Distanz zu einem Problem herstellen kann. Mit man mit einer empathischen, einfühlsamen Grundhaltung und jeder Menge Mut zu den dümmsten Ideen und Provokationen arbeiten kann. Das wird hier verraten.
Viel Vergnügen beim Lesen und ich erbitte volle Verwendung von den beiden Hauptlachmuskeln, dem M. zygomaticus major (Wange) und dem M. orbicularis occuli (Augen). Ohne die ist nix echt!!!!
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Definition von Humor / kurze Begriffsgeschichte des Wortes Humor | 8 |
| 2.1 | Um welchen Humor handelt es sich | 11 |
| 2.2 | Humor als pädagogisches Instrument | 13 |
| 3. | Was passiert durch Humor und Lachen in Gehirn und Körper? | 14 |
| 4. | Wenn Lachen zur Krankheit wird | 16 |
| 5. | Geschichte therapeutischen Humors | 18 |
| 5.1 | Psychoanalyse | 19 |
| 5.2 | Individualpsychologie | 20 |
| 5.3 | Logotherapie | 23 |
| 5.4 | Palo-Alto-Gruppe | 24 |
| 5.5 | Provokative Therapie | 25 |
| 5.6 | Rational-Emotive Therapie | 25 |
| 5.7 | Systemische Therapie | 27 |
| 5.8 | weitere Ansätze | 29 |
| 6. | Anwendung der vorgestellten Ansätze im Kontext der Sozialen Arbeit | 30 |
| 6.1 | Bild 1 – Witze über Behinderte | 32 |
| 6.2 | Bild 2 – Klinikclowns | 37 |
| 6.3 | Bild 3 – Provokation in der Beratung | 39 |
| 6.3.1 | Frank Farellys humorvolle Provokationsform | 39 |
| A. | Einleitendes | 39 |
| B. | Ziel der humorvollen Provokation | 40 |
| C. | Funktionsweise der humorvollen Provokation | 42 |
| D. | Formen des Humors | 45 |
| E. | Ausdrucksformen des Therapeuten | 48 |
| 6.3.2 | Eleonore Höfners humorvolle Provokationsform | 49 |
| A. | Einleitendes | 49 |
| B. | Ziel der humorvollen Provokation | 50 |
| C. | Struktur des Provokativen Stils | 52 |
| 7. | Fazit | 57 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 60 |
| 9. | Anhang | 62 |
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832450670
Arbeit zitieren:
Ullmann, Eva Januar 2002: "Kann Humor deinem Problem schaden?", Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gesprächsführung, Kommunikation, Training, Humor, Provokation



