"Heimat" im Werk Jochen Schimmangs
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Geertje Oldermann
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 78 Seiten
- Dateigröße: 536,0 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7834-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7834-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7834-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Oldermann, Geertje August 2003: "Heimat" im Werk Jochen Schimmangs, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gegenwartsliteratur, Ostfriesland, Autobiographie, Literaturwissenschaft, Nachkriegsliteratur
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Magisterarbeit von Geertje Oldermann
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem literarischen Werk Jochen Schimmangs unter dem speziellen Aspekt von ‚Heimat’.
Seine Romane und Erzählungen sind dabei Ausgangspunkt und Grundlage für die Untersuchung und Sichtbarmachung des darin transferierten Heimatbegriffs. Im Mittelpunkt stehen das subjektive Erleben in der Wechselwirkung der Beziehung von Protagonist und Heimatraum und das dadurch vermittelte Verständnis von ‚Heimat’.
Der Heimatdiskurs ist ein Thema, das in den letzten Jahren wieder vermehrt auch in den Fokus der Literaturwissenschaftler gerückt ist., Erschwerend für eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Begriff ‚Heimat’ ist, dass dieser „bis zur Unkenntlichkeit ideologisiert, verkitscht und stilisiert worden ist.“ Hinzu kommt, dass, wer immer sich über ‚Heimat’ äußert, durch persönliche Erfahrungen gewissermaßen vorbelastet ist.
Im Bewusstsein dieser Problematik gliedert sich die Arbeit in zwei Teile:
In der Heranführung wird in die Thematik ‚Heimat’ eingeleitet und eine Einführung in die Komplexität dieses Begriffsfeldes gegeben. Zudem gibt es einen kurzen Überblick über die einschlägige Sekundärliteratur zum Heimatbegriff und zu ‚Heimat’ in der Literatur, insbesondere der Siebziger Jahre.
Im zweiten Teil, der Durchführung, werden die Hauptwerke Schimmangs hinsichtlich der dort ausgedrückten Vorstellungen von ‚Heimat’ untersucht.
Ziel dieser thematisch orientierten Textanalyse ist der Nachweis, dass Schimmangs Verständnis von Heimat sehr komplex und in jedem Werk auch durch den Protagonisten individuell geprägt ist. Durch die Herausarbeitung von poetologischen Kategorien soll jedoch gezeigt werden, dass es daneben auch einheitliche Konzepte gibt, die der literarischen Gestaltung von ‚Heimat’ in allen Werken Schimmangs zugrunde liegen.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Einleitung | 1 |
| B. | Heranführung | 2 |
| 1. | Annäherungen an einen Heimatbegriff | 2 |
| 1.1 | Anmerkungen zur Terminologie | 2 |
| 1.2 | Die Bedeutung des Wortes ‚Heimat’ | 2 |
| 1.3 | Heimat – eine wechselhafte Begriffsgeschichte | 4 |
| 1.4 | Konstitutive Elemente des Heimatbegriffs | 6 |
| 1.5 | Die Verwendung des Begriffs Heimat in der Gegenwart | 8 |
| 2. | Die Rückkehr der Heimatbegriffs in die Literatur der siebziger Jahre | 10 |
| 2.1 | Poetologische Kategorien in der literarischen Ausgestaltung des Heimatbegriffs | 12 |
| 2.1.1 | Regionalität | 13 |
| 2.1.2 | Subjektivität | 13 |
| 2.1.3 | Kritische Reflexion | 14 |
| 2.1.4 | Gegenwartsbezug | 14 |
| 2.2 | Der Heimatbegriff in der Literaturwissenschaft | 14 |
| 2.2.1 | Wichtige Beiträge der Sekundärliteratur zum Heimatbegriff | 15 |
| C. | Durchführung | 17 |
| 1. | Verfahren | 17 |
| 2. | Der schöne Vogel Phönix: Erinnerte Vergangenheit und gelebte Gegenwart | 17 |
| 2.1 | Der Ort der Kindheit | 17 |
| 2.1.1 | Heimatgefühle | 19 |
| 2.1.2 | Blick auf die Jugendzeit | 21 |
| 2.2 | Berlin - dem Traum entgegen | 23 |
| 2.2.1 | Heimatbegriff, wie ihn Berlin vermittelt | 26 |
| 2.2.2 | Begrenzter Raum wirkt begrenzend | 26 |
| 2.3 | Wahlheimat Tübingen | 28 |
| 3. | Heimat aus der Ferne betrachtet | 29 |
| 3.1 | Der Norden leuchtet: Auslöser heimatlicher Gefühle | 29 |
| 3.2 | Das schönste Mädchen der Stadt schlägt die Bälle übers Netz zurück: Eintauchen in die Heimat | 33 |
| 3.3 | Herr Burgher springt in den Fluß: Heimweh | 34 |
| 3.4 | Das Ende der Berührbarkeit: Heimat eine ständige Sehnsucht | 36 |
| 4. | Die Murnausche Lücke: Rückzug in die Heimat | 37 |
| 4.1 | Verlassen der Heimat macht Rückkehr möglich | 37 |
| 4.2 | Territoriale Konstanz | 38 |
| 4.3 | Soziale Rückkehr | 41 |
| 4.4 | Zuflucht im Insomnia | 43 |
| 4.5 | Der Aspekt Heimat | 44 |
| 4.6 | Von der Schwierigkeit in die Heimat zurückzukehren | 45 |
| 5. | Poetologische Kategorien | 49 |
| 5.1 | Begrenztheit des epischen Raumes | 49 |
| 5.2 | Individualität | 51 |
| 5.3 | Kritische Reflexion | 52 |
| 5.4 | Gegenwartsbezüge | 54 |
| 6. | Stilistische und sprachliche Mittel der Darstellung | 57 |
| D. | Schlussbetrachtung | 61 |
| E. | Literaturverzeichnis | 63 |
| F. | Anhang | 68 |
| 1. | Jochen Schimmang – Leben und Werk | 68 |
| 1.1 | Kurzbiografie Jochen Schimmang | 68 |
| 1.2 | Veröffentlichungen | 68 |
| 1.3 | Auszeichnungen | 69 |
| 2. | Inhaltsangaben | 69 |
| 2.1 | Der schöne Vogel Phönix | 69 |
| 2.2 | Das Ende der Berührbarkeit | 69 |
| 2.3 | Der Norden leuchtet | 70 |
| 2.4 | Herr Burgher springt in den Fluß | 70 |
| 2.5 | Das schönste Mädchen der Stadt schlägt die Bälle übers Netz zurück | 71 |
| 2.6 | Die Murnausche Lücke | 71 |
3.4 Das Ende der Berührbarkeit: Heimat eine ständige Sehnsucht Der Heimatbegriff, der in der Erzählung Das Ende der Berührbarkeit zum Ausdruck gebracht wird, unterscheidet sich von den zuvor geschilderten. Heimat erscheint hier nicht im rückwärtsgewandten Blick, sondern als ein möglichst rasch zu erreichender, erstrebenswerter Zustand. Entsprechend entfällt hier der konkrete Ortsbezug zu Schimmangs ostfriesischer Heimat. Dennoch ist auch diese Ausprägung von Heimatverständnis wichtig für das Gesamtbild von ‚Heimat im Werk Jochen Schimmangs’: Heimat wird hier vermittelt als Sehnsucht, eine Form von Ausgeglichenheit zu erlangen, die geprägt ist von Ruhe, Beschaulichkeit und Zufriedenheit. Gleich zwei Frauen lernt Protagonist Holger Jülich kennen, die ihm ein solches Verhältnis zu Heimat vermitteln. [...]
flachen, ebenen Heimat. Auch an dieser Stelle wird die bedeutende Rolle von Natur und Landschaft deutlich: „Er bekam auch Sehnsucht nach Pappeln, die lange Straßen zwischen flachem Weideland begrenzten.“200 Offensichtlich fühlt sich der Protagonist von der vermeintlich Geborgenheit und Sicherheit ausstrahlenden Gebirgslandschaft eingeengt und entbehrt die scheinbar unendliche Weite der Ebene. Der hier vermittelte Heimatbegriff bezieht sich auf ein begrenztes Territorium, das trotz seiner scheinbar unendlichen Weite Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Anders als bei der Schilderung von Besuchen in der Heimat sind die Auslöser heimatlicher Gefühle hier nicht konkret und real vorhanden, sondern entspringen den „Vorstellungen“201, den Erinnerungen von Herrn Burgher. „Heimweh [...] ist ‚symbolische Rückkehr’ in einen bestimmten Daseinsraum, der Heimatcharakter trägt, der also [...] Geborgenheit und ‚Nestwärme’ gibt.“202 Die Symbole, die Auslöser, die Heimatgefühle hervorrufen, bleiben gleichen jedoch denen in anderen Werken Schimmangs. Die Tatsache, dass den Protagonisten erst nach fünfzehn Jahren das Heimweh überkommt, spricht dafür, dass diese Sehnsucht nicht von einer ungeheuer emotionalen Bindung an die Heimat ausgelöst wird, sondern vielmehr „die Unfähigkeit des Sich - Einordnens in neue Gegebenheiten“203 ist. „So wie ich, dachte Herr Burgher, nicht ruhig im Gebirge bleiben konnte. Allem Glück zum Trotz.“204 Ergebnis ist eine idealisierte Auffassung von Heimat, in der alle angenehmen, satisfaktionierenden Bilder kumulieren. „Herr Burgher hatte so seine Vorstellungen, wie es zuging in der Ebene.“205 Durch die starke Emotionalisierung und Individualisierung wird ein Verständnis von Heimat als „subjektiver Satisfaktionsraum“206 vermittelt [...]
Der Kurzbesuch in seiner Heimatregion, die dem momentanen Wohnort des Protagonisten, der Stadt, gegenübergestellt wird, soll die temporäre Abneigung gegen das Städtische ausgleichen. „Um Gottes willen, er wollte nicht in irgendeiner Form zurück, nach Hause, ins Frühere.“189 Doch mit seiner Ankunft, „irgendwo in der Norddeutschen Tiefebene, nicht sehr weit von dem Ort, in dem er aufgewachsen ist“190, kehren auch Erinnerungen an die Kindheit und damit heimatliche Gefühle zurück. Unverzüglich übermannen den Protagonisten Vandenberg Erlebnisse und Ereignisse aus der Vergangenheit. Auslöser ist der Geruch von Rhododendren, der fast vergessene Bilder wieder empor kommen lässt und den Besucher während der Dauer seines Aufenthaltes nicht mehr loslässt. Der über den Protagonist Vandenberg vermittelte Heimatbegriff wird anhand der Erinnerungen an dessen Kinder- und Jugendzeit in dieser Region verdeutlicht. Diese sind geprägt von Sicherheit und Geborgenheit. Beschützend sind die Eltern immer in der Nähe, „auf eine sehr [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832478346
Arbeit zitieren:
Oldermann, Geertje August 2003: "Heimat" im Werk Jochen Schimmangs, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gegenwartsliteratur, Ostfriesland, Autobiographie, Literaturwissenschaft, Nachkriegsliteratur



