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"Comunidad Terapéutica Psicoanalítica de Estructura Multifamiliar" oder "Escuela de Familia"

Ein Behandlungskonzept für psychisch kranke Menschen und ihre Familien in Buenos Aires

"Comunidad Terapéutica Psicoanalítica de Estructura Multifamiliar" oder "Escuela de Familia"
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christina Keim
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 528,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3267-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3267-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3267-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Keim, Christina September 2000: "Comunidad Terapéutica Psicoanalítica de Estructura Multifamiliar" oder "Escuela de Familia", Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Familientherapie, Psychoanalyse, Psychiatrie, Argentinien, Therapeutische Gemeinschaft

Diplomarbeit von Christina Keim

Einleitung:

Diese Diplomarbeit stellt ein interdisziplinäres Behandlungskonzept für psychisch kranke Menschen und ihre Familien bzw. nahen Bezugspersonen vor. Entwickelt wurde es in Buenos Aires, der Hauptstadt von Argentinien und dort wird es auch heute noch teilweise praktiziert.

Der Name des hier vorgestellten Konzepts „Comunidad Terapéutica Psicoanalítica de Estructura Multifamiliar“ heißt übersetzt „psychoanalytisch orientierte therapeutische Gemeinschaft mit Mehrfamilienstruktur“. Dieser Titel deutet bereits auf einige der wichtigsten Aspekte der therapeutischen Behandlung hin. Unter den Teilnehmern der heute noch stattfindenden Mehrfamiliengruppen läuft diese allerdings meist unter dem Namen „Escuela de Familia“, was „Familienschule“ bedeutet.

Der Begründer dieses Behandlungskonzepts ist Dr. Jorge E. GARCÍA BADARACCO, der vor etwa 40 Jahren begann, die Form der Behandlung von psychisch Kranken auf einer Station eines traditionellen psychiatrischen Krankenhauses zu verändern. Der Grundgedanke dieses Konzepts besteht in der Verknüpfung der Idee der therapeutischen Gemeinschaft, die seit Ende der 40er Jahre von Maxwell Jones in England praktiziert wurde, mit den Erkenntnissen der Psychoanalyse nach Sigmund Freud und anderen, um letztere für die Arbeit mit hochgradig psychisch kranken Menschen nutzbar zu machen.

Bei der Bearbeitung des Themas steht die ausführliche Darstellung der Behandlungsmethode der „psychoanalytisch orientierten therapeutischen Gemeinschaft mit Mehrfamilienstruktur“ – die es in dieser Form in Deutschland nicht gibt – im Vordergrund des Interesses.

Anhand der dargelegten Informationen im Zusammenhang mit diesem Therapiekonzept wird eine ausführliche kritische Einschätzung desselben vorgenommen und Möglichkeiten einer Umsetzung in Deutschland untersucht.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 4
1.1 Motivation 4
1.2 Gliederung der Arbeit 5
1.3 Ziele der Arbeit 6
2. Hintergrundinformationen 7
2.1 Stellenwert und Bedeutung von Familienstrukturen in Argentinien 7
2.1.1 Einbeziehung der Familie in die traditionelle psychiatrische Behandlung 9
2.2 Psychiatrie in Argentinien 10
2.2.1 Entwicklung der Psychiatrie in Argentinien bis zu den 60er Jahren (20. Jh.) 10
2.2.2 Die Psychiatrie in Argentinien seit den 60er Jahren bis heute 15
3. Entwicklung des Behandlungskonzepts 21
3.1 Entwicklung der „psychoanalytisch orientierten therapeutischen Gemeinschaft mit Mehrfamilienstruktur“ 21
3.1.1 Die Anfänge in den 60er Jahren 21
3.1.2 Die Privatklinik 25
3.1.3 Die heutige Situation 26
3.2 Einführung in das Konzept der therapeutischen Gemeinschaft 27
3.2.1 Die Entstehungsgeschichte der therapeutischen Gemeinschaft 28
3.2.2 Die Prinzipien der therapeutischen Gemeinschaft von Maxwell JONES 31
3.2.2.1 Offene Kommunikation und Entwicklung eines therapeutischen Klimas 31
3.2.2.2 Entscheidungsapparat und Entscheidungsprozess 33
3.2.2.3 Kollektive Führung 36
3.2.2.4 Soziales Lernen 38
3.2.2.5 Öffentlichkeitsarbeit 40
3.3 Vergleich mit der „psychoanalytisch orientierten therapeutischenGemeinschaft mit Mehrfamilienstruktur“ 41
4. Beschreibung des Behandlungskonzepts 46
4.1 Sicht der psychischen Erkrankung 46
4.2 Die wichtigsten Aspekte des Behandlungskonzepts 51
4.2.1 Der Rote Faden 51
4.2.2 Entwicklung der Ich-Stärke 53
4.2.3 Identifikationen 55
4.2.4 Wechselseitige Abhängigkeit 58
4.2.5 Das „verrücktmachende Objekt“ 60
4.2.6 Übertragung - Gegenübertragung 61
4.2.7 Der therapeutische Prozess 63
4.3 Die Einbeziehung der Familie 71
4.4 Zugrundeliegende Theorien und Erfahrungen 76
4.4.1 Psychoanalyse 76
4.4.2 Entstehung der Ideen zur Familientherapie 79
4.4.3 Arbeits- und Beschäftigungstherapie 81
4.4.4 Behandlung mit Medikamenten 81
4.5 Organisation der Behandlung 83
4.5.1 Organisation der Behandlung in der traditionellen Großklinik 83
4.5.2 Organisation der Behandlung in der Privatklinik 84
4.5.3 Ablauf der „Escuela de Familia“ heute 86
4.6 Die Rolle des Teams in der Behandlung 88
4.6.1 Die Rolle der Sozialarbeiter 90
4.7 Eigene Einschätzung und Kritik des Behandlungskonzepts 91
5. Bezug zu Deutschland 96
5.1 Darstellung des Konzepts der Psychose-Seminare 97
5.2 Einschätzung der Realisierungsmöglichkeiten von „psychoanalytisch orientiertertherapeutischer Gemeinschaft mit Mehrfamilienstruktur“ und Familienschule in Deutschland 100
6. Schlussbemerkungen 102
Literatur- und Quellenverzeichnis 103

Automatisiert erstellter Textauszug:

Da alle diese Anforderungen nur schwer von einer einzelnen Person erfüllt werden können, verweist JONES auf die Möglichkeit der kollektiven Führung: „Um zu voller Wirksamkeit zu gelangen, braucht eine therapeutische Gemeinschaft mehrere Leiter, die alle über eine große Erfahrung in Gruppenarbeit verfügen und eine Ausbildung, Persönlichkeit und Fähigkeiten haben, die es ihnen erlauben, als Führungspersonen akzeptiert zu werden, wenn der offizielle Leiter entweder abwesend ist oder selber sich in einer emotionellen Interaktion oder einem Konflikt mit einem anderen Mitglied der Gruppe befindet.“ (Ebd., S. 54) Es entspricht dem Konzept der therapeutischen Gemeinschaft, in dem der Gruppe eine größere Bedeutung beigemessen wird, als den einzelnen Personen, dass diese Gruppe ihre Führungspersonen den jeweiligen Umständen entsprechend wechseln kann. Das ohnehin schon umfassende Überprüfungs- und Ausgleichssystem der therapeutischen Gemeinschaft, welches durch die zahlreichen Gruppensitzungen, Diskussions- und Austauschmöglichkeiten entsteht, wird durch die Anwendung der Methode der [...]

Die Hauptaufgaben des Leiters bestehen innerhalb der therapeutischen Gemeinschaft darin, das vorhandene Potential hinsichtlich Behandlung und Ausbildung bei allen Mitgliedern zu entwickeln und zu koordinieren, die Ganzheit der Organisation zu erhalten und dabei gleichzeitig den Willen zur Veränderung zu fördern. All dies zielt darauf ab, eine Umgebung zu schaffen, die soziales Lernen ermöglicht und erleichtert. Praktisch bedeutet es, dass der Leiter selbst wenig Anteil an den Vorgängen in der Gemeinschaft nimmt. Die Arbeit wird im Wesentlichen von den anderen Mitgliedern geleistet. Der Leiter hilft ihnen wenn nötig, ihr Tun und ihre Gefühle zu reflektieren und fördert somit das Hervorgehen neuer Führungspersonen. JONES verwendet für dieses Vorgehen den Begriff „von hinten führen“ (ebd., S. 48). [...]

Zusammenfassend schreibt JONES über den Entscheidungsprozess: „In einer therapeutischen Gemeinschaft ist der Entscheidungsprozess durch Konsensus nie einfach, und in vielen Fällen kann überhaupt kein Konsensus erzielt werden. Solche Fälle dienen als Warnung, daß die Gemeinschaft nicht reif ist, eine bestimmte Entscheidung zu treffen, einem neuen Vorhaben zuzustimmen oder ein etabliertes Muster zu ändern. Theoretisch besteht die Tendenz, eine entsprechende Handlung aufzuschieben, bis Konsensus darüber vorliegt.“ (Ebd., S. 80) Dennoch weist JONES gleichzeitig darauf hin, dass eine Verzögerung nicht in allen Fällen zweckmäßig ist. Beispielsweise wäre in Krisensituationen ein Aufschub, der auf Kosten des allgemeinen Sicherheitsgefühls innerhalb der Gemeinschaft geht, keine praktikable Lösung. Da auch in den demokratischen Strukturen einer therapeutischen Gemeinschaft die letzte Verantwortung beim zuständigen Fachpersonal liegt, sollten die Mitarbeiter im Notfall Gebrauch von ihrer latenten Autorität machen. Allerdings nur solange und soweit eine andere Lösungsmöglichkeit nicht gegeben ist. 3.2.2.3. Kollektive Führung Aufgrund des offenen Kommunikationsnetzes und den egalitären Strukturen des Entscheidungsprozesses in einer therapeutischen Gemeinschaft, werden natürlich auch an die Leitungspersonen ganz andere Anforderungen gestellt, als in der traditionellen Psychiatrie: „Zunächst wird mit dem Konzept der therapeutischen Gemeinschaft eine optimale Auswertung des Potentials sämtlicher Patienten und Mitglieder des Personals angestrebt. Darüberhinaus findet der Entscheidungsprozeß nach Möglichkeit durch Konsensus statt, ein Hinweis auf die Tatsache, daß das, was der offizielle Leiter gegenüber der Außenwelt vertritt, nur wenig mit seiner eigentlichen Funktion innerhalb der therapeutischen Gemeinschaft zu tun hat.“ (JONES, 1976, S. 46) Die Repräsentation der therapeutischen Gemeinschaft nach außen hin ist dem zufolge nur ein Nebenaspekt der Führungsrolle. Hauptsächlich wird damit den Anforderungen [...]

Arbeit zitieren:
Keim, Christina September 2000: "Comunidad Terapéutica Psicoanalítica de Estructura Multifamiliar" oder "Escuela de Familia", Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Familientherapie, Psychoanalyse, Psychiatrie, Argentinien, Therapeutische Gemeinschaft

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