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"Auf der Suche nach dem Sündenbock - wenn HELFER mobben"

Das Phänomen der aggressiven Ausgrenzung gestern und heute

"Auf der Suche nach dem Sündenbock - wenn HELFER mobben"
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jaqueline Liebig
  • Abgabedatum: März 1999
  • Umfang: 120 Seiten
  • Dateigröße: 8,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2318-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2318-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2318-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Liebig, Jaqueline März 1999: "Auf der Suche nach dem Sündenbock - wenn HELFER mobben", Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Betriebl. Sozialarbeit, Sündenbock, Mobbing im Krankenhaus

Diplomarbeit von Jaqueline Liebig

Einleitung:

Fabeln sind Geschichten, in denen Pflanzen oder Tiere sprechen. Es gibt sie bereits seit mehr als dreitausend Jahren. Ein Geschehen, das sich nur unter Menschen abspielen kann, wird in die Welt der Tiere und Pflanzen verlegt. So steht in den Dialogen das Wichtigste. Fabeln wollen demaskieren, bloßstellen, aufklären und zum Widerstand anspornen. Sie wollen wachrütteln und das Denken schärfen. In der Hand der Schwachen sind sie eine Waffe gegen die Starken, die Obrigkeit. Eine offene Kritik an diesen ist gefährlich, und kann schnell das Leben kosten, denn die Wahrheit hören die Herrschenden nicht gern, schon gar nicht von den Schwachen und Untergebenen. Wer die Macht hat, biegt sich oftmals die Wahrheit so zurecht, wie er sie braucht, um gut dazustehen. So ist unsere Geschichte eine Geschichte der Sieger und Verfolger, und nicht der Opfer und Schwachen. In dieser Diplomarbeit soll versucht werden, die Position der Schwachen mehr zu beleuchten und die wahren Hintergründe und das Gesicht der Verfolger zu zeigen, wenn es zu Krisen in einem großen (zum Beispiel ein Gesellschaftssystem) oder kleinen System (zum Beispiel ein Krankenhaus) kommt. Es wird auf die Funktion von Sündenböcken (wie bei La Fontaine der Esel) für ein System eingegangen. Weiterhin soll untersucht werden, warum häufig gerade der Unschuldigste von allen, der Esel, von dem Kollektiv, den Raubtieren, als Projektionsfläche ihrer eigenen Schuld und Sünde mißbraucht wird, um schlußendlich dann getötet zu werden.

Jedenfalls möchte ich mit meiner Diplomarbeit ebenso wachrütteln, wie La Fontaine (1621-1695) mit seinem geistreichen Lehrstück, der Fabel "Die Pest der Tiere", und mich im übertragenen Sinne der kollektiven Gewalt von menschlichen Raubtieren und ihren Opfern zuwenden.

Gang der Untersuchung:

Mikrokosmos = Makrokosmos. So steige ich mit dem ersten Kapitel auch bei den Tieren ein, wo ich mich auf das aggressive und ausgrenzende Verhalten von Gänsen beziehe. Weiter geht es zum Säugetier Mensch und seinem aggressiven Verhalten (Kapitel 1), der Gewalt und Destruktion. Über die griechische Religion und Mythologie, sowie die jüdisch-christliche Religion (Kapitel 2), komme ich auf ein geschichtliches Ereignis zu sprechen, wo ein Volk einem anderen, angeblich minderwertigen Volk die Existenz streitig macht und sie, gleich dem Esel in La Fontaines Fabel, als Sündenbock und Ursache allen Übels vernichtet (Kapitel 3). Von da aus bewege ich mich zu auf das Thema Mobbing unter Helfern (ab Kapitel 4). Unter Helfer verstehe ich in meiner Diplomarbeit überwiegend Menschen, die in einem sozialen Beruf tätig sind. Ganz konkret geht es mir hier um Krankenschwestern in einem Krankenhaus. Obwohl ich meine, daß vieles von dem, was ich hier darstelle, auch auf andere Helfer zutrifft. Ich versuche, die in den Kapiteln 1-3 gewonnenen Erkenntnisse, laut Descartes Formel: Mikrokosmos = Makrokosmos, auf ein kleineres System anzuwenden. Wärend ich mich in den Kapiteln 2-3 mit der Beziehung zwischen Verfolgern und Opfern, konkret mit den Deutschen und den Juden, auseinandergesetzt habe, so geht es ab dem Kapitel 4 um die Beziehung zwischen Rettern (Helfern) untereinander, ab dem Kapitel 7 um die Beziehung zwischen Rettern und den Opfern (den Hilfsbedürftigen). Ich möchte auf Gemeinsamkeiten zwischen Verfolgern und Rettern verweisen, die sich beide zum Beispiel in dem folgenden Satz widerspiegeln: "Du bist nicht OK, aber ich bin OK" (Transaktionsanalyse). Da ich nicht einseitig werden möchte, will ich aufzeigen, inwieweit Opfer mit ihrem Standpunkt: "Ich bin nicht OK, aber Du bist OK", dazu beitragen, in Symbiose mit Verfolgern und Rettern zu gehen. Zu Guter Letzt zeige ich (Kapitel 8) praktische Möglichkeiten auf, die in einer Mobbingberatung angeboten werden können.

Mein Blickwinkel in dieser Diplomarbeit ist der eines Betroffenen, Opfers und Erforschers. Meine Interviewpartnerinnen (90 min. narrative Interviews mit jeweils 20 Fragen) halfen mir, weitere und andere Gesichtspunkte zu erkennen.

Inhaltsverzeichnis:

1. "Das schwarze Schaf" 4
1.1 Konrad Lorenz und die Gänse 4
1.2 Vom Tier zum Säugetier Mensch 5
1.2.1 "Auge um Auge, Zahn um Zahn" 5
1.2.2 Die Gewalt 8
1.2.3 Die Destruktivität 8
2. Das Phänomen der aggressiven Ausgrenzung 10
2.1 Zeichen einer Störung 10
2.2 Der Symptomträger 12
2.3 Das jüdische Ausgrenzungsritual 13
2.3.1 Begriffsbestimmung: Sünde - Sündenbock 13
2.4 Das Christliche Sündenbockritual 14
2.4.1 Jesus das Opferlamm 14
2.4.2 Hiob 14
2.5 Das psychosoziale Sündenbockphänomen 15
2.6 Das Pharmakos-Ritual in der Hellenistischen Religion 15
2.7 Sündenböcke in der griech. Mythologie (Prometheus, Sisyphos und Tantalos) 16
2.8 Opfer, Opferung und Schuld 17
2.9 Die mimetische Theorie nach René Girard 20
3. Die Anderen sind die Bösen 23
3.1 Die historische Sündenbocktheorie nach Girard 23
3.2 Abwehr und Ausgrenzung des Fremden 25
3.3 "Pesthauch der Welt" - Die Verfolger der Juden 27
3.3.1 Die totale Herrschaft nach Hannah Arendt 28
3.3.2 Das Purim-Fest 31
3.3.3 Das "Madagaskar-Projekt" und die Shoah 32
3.3.4 Täter und Opfer 32
3.4 Die Folgen für die Opfer 34
3.4.1 PTSD 35
3.4.2 Das Holocaust Syndrom 35
3.5 Das Fest der Versöhnung - Jom Kippur 37
4. Alles Mobbing-oder was? 41
4.1 Begriffsbestimmung 41
4.2 Mobbingphasen 42
4.3 Abgrenzung zu anderen, verwandten Begriffen 43
4.4 Stigmatisierung und Mobbing 45
4.5 Am Anfang war ein Funken 46
4.6 Dann kam ein Feuer 46
4.6.1 Ursachen für Mobbing 47
4.6.2 Wer mobbt wen? 48
4.6.3 Mobbingangriffe 48
4.7 Folgen von Mobbing 48
4.7.1 Für das Mobbingopfer 48
4.7.2 Personalwirtschaftliche Folgen 49
4.8 Häufigkeit von Mobbing 49
4.9 Die Persönlichkeit des Mobbingopfers 50
4.10 Die Persönlichkeit des Täters 51
4.11 Gestörte Kommunikation "Diese Welt ist meine Welt". 52
5. Der barmherzige Samariter-nur ein hilfloser Helfer? 54
5.1 Der hilflose Helfer 54
5.1.1 Das abgelehnte Kind: "Ein verwahrlostes Baby" 55
5.1.2 Die Identifizierung mit dem Über-Ich: "Alles nur Fassade" 55
5.1.3 Die narzißtische Unersättlichkeit: "Der Hunger nach Liebe" 56
5.1.4 Die Vermeidung von Gegenseitigkeit: "Ohnmacht und Allmacht" 56
5.1.5 Die indirekten Aggressionen in der "Pandora-Büchse" 56
5.1.6 Der Schatten der Helfer 57
5.2 Helfen als Droge 58
5.3 Helfer in Weiß 58
5.3.1 Helfen als Beruf - Die Krankenschwester 58
5.3.2 Die Gefühlsarbeiter 59
5.3.3 Die Last des Mitfühlens 61
5.3.4 Konkurrenz - Die mangelnde Solidarität 62
5.4 Mobbing: Nur eine weitere Grenzverletzung ? 62
6. Typisch Frau !? 64
6.1 Das Über-Ich und die Aggressionen bei der Frau 64
6.2 Die Waffen der Frauen ? 66
6.3 Das Nicht-Verletzen-Wollen 67
6.4 Sprache auf engem Raum - Die verwirrende Sprache der Frauen? 68
6.5 Besonderheiten im Umgang mit Frauen - Das Problem der Überpersonalisierung 70
6.6 Frau und Beruf = Frauenberufe 71
6.7 Konflikte 72
7. Eine Stadt in der Stadt - Mobbing im Krankenhaus 74
7.1 Die Institution Krankenhaus - Eine Zweckgemeinschaft? 75
7.2 Gefangen in der Hierarchie 75
7.3 Human-Ressourcen 78
7.4 Die Maslowsche Bedürfnispyramide 78
7.5 Das Reifekonzept nach Argyris 80
7.6 Menschliche Kosten hierarchischer Organisationssteuerung 81
7.7 Die interne Sozialstruktur 83
7.8 Die individuelle Organisationswahl 84
7.9 Patriarchat, Paternalismus und Parentalismus 85
7.10 Das Dramadreieck 86
7.11 Mobbing im Gesundheitswesen 89
7.12 Krankheit als Sündenbock? 91
8. Betriebliche Sozialarbeit 95
8.1 Betriebliche Sozialarbeit im Krankenhaus 97
8.2 Aufgaben der Sozialarbeit: Ich bin O.K. - Du bist O.K.! 98
8.2.1 Wohin mit den Aggressionen? 99
8.2.2 "Schwester Stefanie" zwischen Nähe und Distanz 99
8.2.3 Gutes Mädchen = Mädchen für Alles? - Die Vorteile der Opferrolle 100
8.2.4 Augen zu und durch!? Konflikte besser lösen 100
8.3 Mobbingberatung = Konfliktberatung 101
8.4 Der aufrechte Mensch - auf dem Weg zu einem gesunden Selbstbild 103
8.5 Hofnarr oder Fabeldichter? 105
8.6 Zukunftsaussichten 106
Ausblick 107
Literaturverzeicnis 109

Arbeit zitieren:
Liebig, Jaqueline März 1999: "Auf der Suche nach dem Sündenbock - wenn HELFER mobben", Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Betriebl. Sozialarbeit, Sündenbock, Mobbing im Krankenhaus

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